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Felanitx

 
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Felanitx

 

Fläche der Gemeinde: 169,75km²
durchschnittliche Höhe über NN: 144m
Einwohner: ca. 9570
Entfernung bis Palma: 49km
Markttag: Sonntag 

 

Die hübsche Kleinstadt Felanitx verteilt sich über vier Hügel am Rande der Serra de Llevant. Gegründet wurde der Ort von den Arabern. Bald wurde Felanitx Zentrum der Azulejo-Herstellung. Alljährlich finden hier im Frühjahr die Musikwochen statt. Der Ort dient heute als Drehpunkt der regionalen Weißweinproduktion. 

Zur Gemeinde Felanitx gehören die Ortschaften: Cas Concos, Es Carritxo, S´Horta, Portocolom, Son Mesquida, Son Negre, Son Proenc, Son Valls, Cala Ferrera, Cala Serrena.

Der Mittelpunkt der Stadt wird durch die barocke Kirche Sant Miquel gebildet. Hier findet auch jeden Sonntag Vormittag an den imposanten Freitreppen und rund um die Kirche der Markt statt. Eine Gedenktafel an der stattlichen Fassade erinnert an den Einsturz einer Mauer während der Osterprozession im Jahre 1844. Weit über 400 Menschen mussten ihr Leben lassen. Hinter der Kirche befinden sich die Markhallen. 

Einladend ist der Placa España mit seinen Bars und Cafés, um unter Palmen den lokalen Weißwein zu genießen. Wer auf der Suche nach hübschen Keramikarbeiten oder Antiquitäten ist, wird in Felanitx sicherlich fündig. Die Geschäfte haben auch am Sonntagvormittag während des Markts geöffnet. 

Etwa 8 km südöstlich gelegen liegt das Castell de Santueri. Eine sehr kurvenreiche und stellenweise steile Zufahrt führt hinauf in die Serra de Llevant. Hier befinden sich die Überreste der einen von einst drei großen Festungsanlagen. Schon die Römer nutzen die Bergspitze um einen Wachturm zu errichten. Von hier aus wurde die gesamte Südwestküste überblickt. Die Festung wurde 1811 an einen Großgrundbesitzer verkauft. Leider sind nur noch Teile der Umfassungsmauer und der Wehrturm erhalten geblieben. Doch die Anfahrt lohnt sich durchaus um die großartige Fernsicht zu genießen und vielleicht an die bewegte Geschichte des Ortes zugedenken. Bei klarer Fernsicht reicht die Aussicht bis zu den übrigen Balearinseln. Denn hier entstand unter der maurischen Herrschaft eine gewaltige Burganlage, die den Christenheeren noch lange nach der Eroberung Mallorcas durch Jaume I. erbitterten aber erfolglosen Widerstand leisteten. Allein oder zu zweit findet man hier oftmals herrliche Ruhe.

Nur 4 km östlich von Felanitx wurde auf dem Berg Sant Salvador (506 m) die Wallfahrtskirche Santuari de Sant Salvador im Jahre 1348 errichtet. Das mehrstöckige Gebäude ist durch eine gut ausgebaute Straße zu erreichen. Eine künstlerische Meisterleistung ist das Alabaster-Retabel in einer Seitenkapelle der Klosterkirche (1776), das Passionsszenen in gotischer Strenge zeigt. Eine 7 m hohe Christusstaue, gestiftet von einem Bürger, schmückt den 37 m hohen Turm neben der Kirche. Ein kleiner Fußweg führt zu dem riesigen Steinkreuz Es Picot, welches schon häufig Opfer kräftiger Stürme wurde. Wanderer finden hier auch eine günstige Unterkunft. Ein kleines einfaches Restaurant lädt zum Verweilen ein. Bei gutem Wetter kann man vor hier aus die ges
amte Insel Überblicken. 

Man muß nur durch die Straßen spazieren, um sich über seine einstige Bedeutung klar zu werden. Heutzutage zeigt es sich sehr gastfreundlich; seine gemischte Bevölkerung setzt sich aus Mallorquinern und Spaniern aller anderen Gebiete der Halbinsel sowie mehr und mehr Ausländern, vor allem Deutschen zusammen. Die Gemeinde organisiert Katalanischkurse für alle, die Interesse haben, diese Sprache zu lernen. Es gibt eine Volkshochschule und eine Musikschule. Feuerwehr, Polizei und Seguridad Social sind vorhanden, ebenso ein Kino (donnerstags werden Kunst- und Experimentalfilme in Originalversion gezeigt, oder aber hochinteressante Filmzyklen wie die Goyapreisträger), ein Kultu
rzentrum, dessen Programm wir leider nicht bekommen konnten, das aber zweifelsohne das beste der gesamten Region ist und das jedes Jahr die meisten kulturellen Veranstaltungen aller Art bietet: Ausstellungen, Lesungen, Konzerte u.s.w.. Hier existiert ein tief verwurzeltes Interesse für kulturelle Belange. Dies manifestiert sich heute durch eine starke Präsenz in verschiedenen künstlerischen Bereichen und zwar sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene, mit Namen wie: Ferrán Aguilò, Jaume Canet, Jaume Prohens, Marìa Ramis, Andreu Maimó, Rafael Joan, Arnau Pons ...

Die Gemeinde Felanitx darf eine der begünstigsten Landschaften der Insel zu ihren eigenen zählen; es ist nur schade, daß sich der Gemeinderat dessen nicht bewußt ist und sich nicht mehr um die Kontrolle der Schutt- und Müllabladeplätze kümmert, die sich in noch jungfräulichen Zonen aufhäufen. Beispiele dafür sind das Tal, das sich von den Gärten von S’Horta bis zur Kreuzung der Landstraße von Portocolom-Felanitx-Portocristo erstreckt oder auch die Gegend, in der sich die Kläranlage befindet.

Felanitx bietet auch die breiteste Palette von hochqualifizierten Fachleuten und Handwerkern und das in fast allen Berufssparten. Wenn wir das Labyrinth der Straßen streifen, stoßen wir automatisch auf sie. Unbegrenzter Möglichkeiten eröffnet uns auch die Umgebung: El Calvario, San Salvador oder das Schloß von Santueri sind möglicherweise die Wurzeln der für Felanitx charakteristischen kulturellen Tradition. Im Laufe der Zeit vergessene Energiezentren bestehen fort, um uns ihre Bedeutung in der Vergangenheit vor Augen zu führen. Dort wo die Landschaft noch fast keine Spuren von Beschädigung zeigt, legen Es Carritxó, Son Negre, Son Prohens und Son Valls lebendiges Zeugnis für das eigentliche mallorquinische Wesen ab.

 













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