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Selva
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Die Gemeinde von Selva befindet sich im nördlichen Teil Mallorcas und erstreckt sich über die südlichen Ausläufer der Serra de Tramuntana und die Zentralebene der Insel. Sie ist 47,48 km2 groß und zählt 2.903 Einwohner.
Der Gegensatz von Ebene und Gebirge hat das Landschaftsbild von Selva geprägt: einerseits kalkhaltige bewaldete Berge, groben und massiven Antlitzes, noch bis vor kurzem von Kohlenbrennern ausgebeutet und andrerseits die Ebene mit sich von einander abhebenden Landstrichen, in zahlreiche kleine Grundbesitze unterteilt.
Dieser landschaftliche Gegensatz schlägt sich in der landwirtschaftlichen Bewirtschaftung nieder, wenn auch der Trockenanbau von Mandel-, Oliven-, Feigen-, Johannisbrotbäumen und Getreide gegenüber der Bewässerungskultur überwiegt.
Xilvar, so wie die Siedlung unter der arabischen Herrschaft hieß, ging nach Eroberung der Katalanen an König Jaume I. über, der sie unter die Edelmänner Pere Nonis und Pere Lay aufteilte. Das dem Hlg. Lorenz (Santti Laurenti de Silver) geweihte Kirchlein wird schon im Jahre 1248 erwähnt, als Innozenz IV. kraft päpstlicher Bulle alle Güter der mallorquinischen Kirche unter seine Oberherrschaft nahm.
Andere historische Dokumente beschreiben, wie im Jahre 1285 die in der Kirche versammelten Einwohner von Selva zwanzig Nachbarn ernannten, um Alfonso III. als König von Aragón und Mallorca die Ehre zu erweisen, nachdem dieser Jaume II. kurzzeitig besiegt hatte. Dieser hingegen stellte sein Königreich gegen 1300 wieder her und verlieh der Siedlung von Selva, zusammen mit Campanet und sa Pobla, die Stadtrechte.
Von der ersten Kirche ist noch die schlanke Fassade erhalten. Aller Wahrscheinlichkeit nach legte Mallorcas Bischof Ponç de Jardí im Jahre 1301 den Grundstein für den Bau einer neuen Kirche und ernannte Joan Marí zum Priester. Ein Brief des Königs Sancho von Mallorca bestätigt diese Daten.
Um 1600 wurde diese Kirche erweitert, das Chorhaupt verlängert und die stattliche Freitreppe vor dem Hauptportal errichtet, doch im Jahre 1855 zerstörte ein verheerender Brand Teile der Kirche, vor allem den Hauptaltar. Die anschließenden Restaurationsarbeiten haben die Kirche in ihrer heutigen Form belassen.
Aufgrund seiner Nachbarschaft zu Inca nahm Selva am Volksaufstand im 15. Jh. teil sowie im Jahre 1521 in der revolutionären Bewegung der Zunftbruderschaften von Valencia und Mallorca gegen die Adligen und ihre Vorrechte, bekannt als die Sublevación de las Germanías. Im Laufe des 17. Jh. erlitt die Gemeinde ständige Überfälle von Banditen und fiel der Pest zum Opfer.
Auf Erlaß der Cortes von Cádiz fand in Selva im August 1812 der Schwur auf die erste demokratische Verfassung statt, ein historisches Ereignis, das es hervorzuheben gilt.
Das Ende des 19. Jh. verzeichnete ständige politische Auseinandersetzungen zwischen der liberalen und der konservativen Partei, bis beide Parteien zum Wohle des Volkes ein Übereinkommen schlossen.
Trotz dieser Rückschläge stieg die Bevölkerung ständig an: 1591 verzeichnete die Gemeinde 1.810 Einwohner, 1860 schon 4.529 und 1924 zählte sie 5.326 Einwohner. Eine Tatsache, die wohl dieses Wachstum gefördert hat, ist die, daß Selva in verschiedene Ortschaften aufgegliedert ist: Biniamar, Binibona, Caimari, Moscari, Mancor, Biniarroi, auch wenn sich Mancor in diesem Jh. verselbstständigte und eine eigene Gemeinde bildete.
Gegenwärtig gehören der Gemeinde von Selva die folgenden Ortschaften an: Selva, Caimari, Moscari, Biniamar und Binibona.
Caimari steht schon unter dem Namen Caimaritxim mittelalterlichen LLIBRE DE REPARTIMENT (Landaufteilungsregister) und ist ab dem 18. Jh. grafisch dokumentiert.
In demselben LLIBRE DE REPARTIMENT ist auch Moscari gegen 1232 als islamische Siedlung unter dem Namen Moscaritx dokumentiert.
Auch die Ortsnamen Biniamar, das im o.g. Register als eine Siedlung des islamischen Distrikts von Inkam erscheint, und
Binibona sind arabischen Ursprungs.
Am 10. August feiert Selva seinen Schutzpatron Sant Llorenç.
Die Schutzheiligen der übrigen Ortschaften der Gemeinde werden wie folgt gefeiert: in Caimari am 15. August, dem Tag der Mare de Déu d'agost ; in Biniamar, am 23. September zu Santa Tecla und am 26. Juli, zu Santa Ana, in Moscari. Moscari feiert ferner in der letzten Augustwoche das Dorffest.
Populär sind auch die Pancaritats, eine Art von Wallfahrt mit anschließendem gemeinsamen Essen: am Ostermontag in Crist Rei bei Selva, am 1. Mai auf dem Puig bei Biniamar , am 15. Juni am cor de Jesús bei Moscari Fornassos bei Caimari am Ostermontag.
In Selva findet außerdem im Viertel Camarata am 3. Mai, dem Tag de la Creu ein Fest statt, das sich mit der Zeit zu einerm vielbesuchten Markt mit Handwerksmesse entwickelt hat.
Jede Ortschaft verfügt über eine Bibliothek und ein eigenes Bürgerzentrum, wo kulturelle Veranstaltungen stattfinden. Selva besitzt darüber hinaus ein vielseitiges Kulturzentrum mit folgenden Einrichtungen: Zentralbibliothek für die Gemeinde,
Informationsdienst, städtische Musikschule, Ausstellungssaal und Aula.
Die beliebte Folkloregruppe Aires de Muntanya bietet wöchentlich eine Vorstellung mit typisch mallorquinischen Tänzen.
DAS HANDWERK
Die Herstellung von Schuhen u.a. Lederartikeln sind zweifelsohne die bedeutendsten handwerklichen Erzeugnisse der Gemeinde, auch wenn die konsumorientierte Produktion in der letzten Zeit auf industrielle Weise abläuft. Ein weiteres traditionelles Handwerk ist die Verarbeitung von Ton, als Ziegel oder Keramikware; ferner seien die manuelle Herstellung von Speiseöl, die Steinbearbeitung oder die Herstellung von Miniaturfiguren genannt.
Wochenmarkt:
Mittwochs
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