Santanyi

Kleinstadt mit mallorquinischem Charme

Santanyi ist ein kleines Städtchen im Südosten Mallorcas, das sich einen ursprünglichen mallorquinischen Charme bis heute erhalten hat. Die Mittelmeerstrände liegen vier Kilometer von der Innenstadt entfernt. Wie aus einem Guss erscheint Santanyi auf dem ersten Blick. Das Stadtbild wird geprägt von mittelalterlichen und neuzeitlichen Gebäuden aus goldgelbem Mares-Sandstein. Der Sandstein wird ausschließlich in Steinbrüchen in der Umgebung von Santanyi gewonnen und verleiht der Stadt ein unverwechselbares Antlitz. Stimmungsvolle Kontraste entstehen, wenn sich grüne Palmwedel an der Plaça Major vor den sandsteinfarbenen Häuserfassaden und dem azurblauen Himmel sanft im Wind wiegen.

Majorca Es Pontas in Santanyi

Geschichte von Santanyi
Obwohl archäologische Funde aus der Römerzeit darauf hindeuten, dass bereits in der Antike eine Siedlung am Standort des heutigen Santanyi existiert haben könnte, fehlt der abschließende Beweis, um diese These zu untermauern. Erstmalig urkundlich erwähnt wurde die Ortschaft im Südosten Mallorcas im Jahr 1236 unter dem Namen Sancti Aini. Im Jahr 1300 erhielt Santanyi das Stadtrecht. Dass die Region bereits in der maurischen Epoche besiedelt war, belegen Ortsnamen wie s’Almunia, Albocora und Benilassar. Ab dem 14. Jahrhundert wurde Santanyi immer wieder von Piraten geplündert. Den Freibeutern diente die Insel Cabrera vor der mallorquinischen Südküste als Unterschlupf. Zum Schutz vor den Übergriffen wurden Stadtmauern und das Stadttor Porta Murdada erbaut. Bis in das 18. Jahrhundert fielen die Piraten immer wieder in Santanyi ein.

Im 18. Jahrhundert waren die Einwohner der dauerhaften Bedrohung überdrüssig und errichteten eine Festung bei Cala Llonga. Das Verteidigungsbollwerk ist vergleichsweise gut erhalten. Die Felsenburg war Teil eines ganzen Verteidigungsnetzwerkes aus steinernen Wachtürmen und kleineren Festungen, die die Baleareninsel vor Piratenüberfällen schützen sollte. Im späten 19. Jahrhundert lebten rund 5.500 Menschen in Santanyi. Die Bevölkerung war arm und erst mit dem aufkommenden Tourismus ab den 1960er Jahren änderte sich die Situation. Zahlreiche wohlhabende Spanier vom Festland ließen in der Umgebung der Kleinstadt Sommerresidenzen erbauen und auch die ersten Europäer siedelten auf die sonnenverwöhnte Baleareninsel über.

Kirche Sant Andreu

Sehenswertes in Santanyis Altstadt
Die Altstadt von Santanyi wird teilweise noch heute von den Überresten der mittelalterlichen Stadtmauer umschlossen. Ein steinerner Zeuge aus dieser Zeit ist das Stadttor Porta Murada mit seinem Turm aus dem 16. Jahrhundert. Zentraler Treffpunkt der Einheimischen und Ausgangspunkt für einen Stadtbummel ist die Plaça Major. Die sandsteinfarbenen Fassaden dreistöckiger Steinhäuser rahmen den Platz ein. In den Erdgeschossen der Gebäude sind Cafés und Restaurants untergebracht und natürlich spielt sich im Sommer das Leben draußen unter Sonnenschirmen ab. Die lang gezogenen, olivgrün getünchten Fensterläden bleiben meistens geschlossen, um die Hitze aus den Wohnräumen fernzuhalten.

Das dominierende Bauwerk an der Plaça Major ist das Rathaus aus dem Jahr 1902. Wie die meisten anderen Gebäude wurde die Casa de la Villa auch aus goldgelbem Mares-Sandstein erbaut. Ebenfalls am zentralen Platz erhebt sich die Kirche Sant Andreu. Das Gotteshaus wurde im 18. Jahrhundert errichtet und mit einer Barockorgel ausgestattet. Das kostbare Instrument stammt aus der Werkstatt des königlichen Orgelbauers Jordi Bosch. Direkt daneben ist im gleichen Bauwerkskomplex die Rosenkranzkapelle Capella del Roser untergebracht. Sie stammt aus dem 14. Jahrhundert und der Innenraum wird von einem kunstvoll gearbeiteten Kreuzrippengewölbe überspannt.

Gaststatte im Dorf von Santanyi

Einkaufen und Restaurants
In Santanyi treffen Sie an beinahe jeder Ecke auf eine Kunstgalerie oder ein Atelier. Wer auf der Suche nach extravaganten Dekoartikeln ist, wird in den kleinen Geschäften mit Sicherheit fündig. Direkt an der Hauptstraße liegt die Galeria Sailer in einem komplett renovierten Stadthaus aus dem 17. Jahrhundert. Neben handgewebten Kalim-Teppichen, Gemälden, Glaskunst und Skulpturen werden auch Textilien mit südamerikanischen Motiven angeboten. In der Casa de Arte hat die niederländische Künstlerin Gemma Leys ihr Atelier eingerichtet. Sie leitet regelmäßig Workshops, bei denen sich angehende Maler und Grafiker mit den erforderlichen Techniken vertraut machen können.

Modeboutiquen mit Waren für unterschiedliche Altersgruppen reihen sich an der Hauptstraße in Richtung Plaça Major aneinander. Wenn Sie auf der Suche nach einer neuen Designer-Jeans, einem neuen Freizeitoutfit oder eleganter Abendgarderobe sind, werden Sie hier fündig. Eine mallorquinische Spezialität, die Sie im offiziellen Flor de Sal Geschäft in Santanyi bekommen, sind die Flor de Sal d´Es Trenc Produkte. Dabei handelt es sich um absolut reines Salz, das in den Salinen am Strand Es Trenc gewonnen wird und mit pikanten Kräutern und anderen Zutaten verfeinert wird. Das Naturprodukt wird zum Würzen verschiedener Speisen eingesetzt.

Im Herzen von Santanyi befinden sich zahlreiche Restaurants, in denen Ihnen Gerichte der typisch mallorquinischen und internationale Gerichte serviert werden. Nur wenige Schritte von der Plaça Major entfernt liegt in einer engen Gasse das Restaurant Sa Botiga. Wegen des akuten Platzmangels in der schmalen Kopfsteinpflastergasse können die Vierertische im Außenbereich nur hintereinander angeordnet werden. An der Plaça Constitució liegt das Hotel Santanyi mit einer Restaurantterrasse an der Vorderseite und einem kleinen Hinterhof an der Rückseite. Wenn Sie leckere Tapas probieren wollen, sollten Sie dem Es Molí de Santanyi einen Besuch abstatten und Klassiker der mallorquinischen Küche werden Ihnen im Es Coc serviert.

Cala Mondrago Parque Natural de Mondrago Santanyi Malorca spanien

Ausflugsziele in der Umgebung
Fünf Kilometern vom Stadtzentrum Santanyis entfernt liegt mit dem Parc natural de Mondragó ein artenreiches Naturschutzgebiet. In dem geschützten Areal sind mehr als 70 Vogelarten und zahlreiche seltene Orchideenarten beheimatet. Auch die Mittelmeerschildkröte konnte in dem Naturpark erfolgreich wieder angesiedelt werden. Mit dem Cap de ses Salines liegt der südlichste Punkt der Baleareninsel im Gemeindegebiet von Santanyi. Der gleichnamige Leuchtturm auf der Landspitze schickt seit 1863 sein Leuchtfeuer hinaus auf das Mittelmeer. Für eine Weinprobe in einem urgemütlichen Ambiente suchen Sie das Weingut Son Alegre auf. Wein wird in der Bodega unter Einhaltung strenger ökologischer Bedingungen produziert.

Nur wenige Kilometer von Santanyi entfernt erstreckt sich die Südostküste Mallorcas. Mit einem mediterranen Ambiente empfängt Sie der Hafen Cala Figuera. Er bezieht seinen Charme aus der nahezu vollständigen Abwesenheit des Massentourismus. Die anschließende Badebucht lädt zu einem Bad im klaren Wasser des Mittelmeeres ein. Ein Badeparadies für Familien mit Kindern ist die Cala Santanyi. Der Sandstrand in der etwa 70 m langen Bucht fällt sehr flach in das Meer ab und gefährliche Strömungen gibt es nicht. Ein Nachteil: In der Hochsaison kann es am Strand schnell voll werden. Zu einem Abschlag vor einer maritimen Traumkulisse lädt der Golfplatz Vall d'Or ein. Er liegt 10 Autominuten von Santanyi entfernt auf einem ehemaligen Finca-Grundstück.  

Santanyi ist hervorragend als Urlaubsort geeignet, wenn Sie mallorquinischen Lebensstil schätzen und die Ferien in einem unverfälschten Ambiente abseits des Massentourismus verbringen wollen.

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