Canyamel Coves – Höhlen, Küste und Alltag im Nordosten Mallorcas
Canyamel Coves ist die kleine Siedlung unmittelbar bei den Coves d’Artà an Mallorcas nordöstlicher Küste. Sie liegt bei einer landschaftlichen und geologischen Sehenswürdigkeit: dem monumentalen Eingang der Tropfsteinhöhlen am Cap Vermell. Für Besucher lohnt sich Canyamel Coves vor allem als Ausgangspunkt für einen Höhlenbesuch und für die Verbindung von Naturerlebnis, Küste und Badetag. Die Platja de Canyamel liegt nahe genug, um beides sinnvoll miteinander zu kombinieren. Wer anschließend mehr Geschichte sehen möchte, findet mit dem Torre de Canyamel und der Burg von Capdepera weitere Ziele in der Umgebung.
Als Wohnlage hat die Siedlung einen anderen Charakter als das touristische Zentrum südlich des Torrente de Canyamel. Rund um Cap Vermell prägen Villen und hochwertige Ferienunterkünfte das Bild; alltägliche Einkäufe und gastronomische Auswahl konzentrieren sich eher im übrigen Canyamel. Für dauerhaftes Wohnen bedeutet das viel Landschaft und Ruhe, zugleich aber eine deutliche Abhängigkeit von den Nachbarorten und in vielen Alltagssituationen vom Auto. Canyamel Coves passt deshalb besonders zu Menschen, die keine urbane Infrastruktur erwarten. Seine Identität entsteht aus der Lage unterhalb der Höhlen, der Nähe zum Meer und der Einbettung in die Hügellandschaft des Llevant.
Geschichte von Canyamel Coves
Die Geschichte der Siedlung lässt sich nicht von den Coves d’Artà trennen. Der große natürliche Höhleneingang war bereits in prähistorischer Zeit bekannt. Später wurden die unterirdischen Räume als Zuflucht genutzt; auch Überlieferungen über Piraten und über die muslimische Bevölkerung nach der christlichen Eroberung knüpfen an die geschützte Lage im Fels an.
Coves d’Artà
Die erste schriftlich dokumentierte Erwähnung der Höhlen stammt aus dem Jahr 1595. Der mallorquinische Historiker und Geograph Joan Binimelis nahm sie in seine Geschichte des Königreichs Mallorca auf. Im frühen 19. Jahrhundert folgten gedruckte Beschreibungen von Isidoro de Antillón sowie den mallorquinischen Gelehrten Joaquín M. Bover und Antonio Cabrer. Damit wurden die Höhlen über die Region hinaus als Naturdenkmal wahrgenommen.
Einen wichtigen Schritt zur systematischen Erschließung markierte die erste detaillierte Karte, die Pere d’Alcàntara Peña 1862 anfertigte. In den folgenden Jahrzehnten besuchten Wissenschaftler, Reisende und Autoren aus mehreren europäischen Ländern die Coves d’Artà. Zu ihnen gehörten H. A. Pagenstecher, R. W. Bunsen, Erzherzog Ludwig Salvator, Gaston Vuillier und Edouard-Alfred Martel. Ihre Berichte trugen wesentlich zum europaweiten Ruf des Höhlensystems bei.
Die große Zugangstreppe wurde 1860 anlässlich der Mallorca-Reise von Königin Isabella II. in den Felsen gebaut, obwohl die Königin die Höhle letztlich nicht besuchte. König Alfons XIII. kam 1904. Seit den 1960er-Jahren gehören die Höhlen zu jenen Naturschauplätzen, die den Tourismus an Mallorcas Ostküste maßgeblich geprägt haben.
Der Name Canyamel
Der Name der weiteren Umgebung verweist auf Zuckerrohr. Im Jahr 1428 wurde einem örtlichen Gutsbesitzer eine Konzession für dessen Anbau erteilt. Das katalanische „canya de mel“ lässt sich sinngemäß als Honigrohr verstehen. Auch Zitrusfrüchte und Oliven wurden in der fruchtbaren Landschaft angebaut. Der Torre de Canyamel und die landeinwärts gelegenen Flächen erinnern stärker an diese agrarische Vergangenheit als die küstennahe Höhlensiedlung selbst.
Sehenswürdigkeiten in Canyamel Coves
Coves d’Artà
Die Coves d’Artà sind der unbestrittene Mittelpunkt von Canyamel Coves. Ihr Eingang öffnet sich hoch über dem Meer im Kalkstein des Cap Vermell. Schon der Weg dorthin vermittelt die besondere Lage: Die asphaltierte Zufahrt führt durch die felsige Küstenlandschaft bis zu einem großen Parkplatz unmittelbar vor dem Zugang. Von der Treppenanlage reicht der Blick über die Küste und das Mittelmeer.
Im Inneren wechseln große Säle, Tropfsteinformationen, Stalaktiten und Stalagmiten einander ab. Die Höhle erschließt sich nicht als frei begehbarer Naturpfad, sondern im Rahmen eines organisierten Besuchs. Dadurch steht weniger sportliche Höhlenforschung als das Erleben der Dimensionen, Formen und Lichtwirkungen im Vordergrund. Feste Schuhe sind dennoch sinnvoll, denn Treppen gehören zum Rundgang.
Die Coves d’Artà sind nicht mit den Coves del Drach oder den Coves dels Hams weiter südlich zu verwechseln. Sie besitzen eine eigene Besuchsgeschichte und wirken besonders durch den weit sichtbaren Eingang im Küstenfelsen. Wer nur für die Höhle anreist, sollte auch Zeit für den Außenbereich einplanen: Der Übergang vom dunklen Höhlenraum zum offenen Meerblick gehört zu den stärksten Eindrücken des Ortes.
Monumentale Zugangstreppe
Die in den Fels gearbeitete Treppe vor dem Höhleneingang ist mehr als reine Infrastruktur. Sie dokumentiert, wie Natursehenswürdigkeiten im 19. Jahrhundert für prominente Gäste und frühe Reisende erschlossen wurden. Ihr Bau im Jahr 1860 war mit dem angekündigten Besuch von Königin Isabella II. verbunden. Auch ohne Kenntnis dieses Hintergrunds bildet die Treppenanlage einen markanten Übergang zwischen Steilküste und Höhlenportal.
Die exponierte Lage verlangt Aufmerksamkeit, besonders mit kleinen Kindern oder bei starkem Wind. Zugleich eröffnet sie eine Perspektive, die sich deutlich vom Strandniveau in Canyamel unterscheidet. Das Meer erscheint hier nicht als Badebucht, sondern als Teil einer felsigen Küstenlandschaft.
Cap Vermell
Das Cap Vermell rahmt die Nordseite der Bucht von Canyamel. Bewaldete Hänge und Kalksteinfelsen bestimmen die Umgebung der Höhlensiedlung und erklären ihren zurückgezogenen Charakter. Das Kap bildet den landschaftlichen Rahmen für Höhlenzugang, Villenlagen und Meerblicke.
Vom Bereich der Coves d’Artà lässt sich gut erkennen, wie stark die Topografie die Bebauung gliedert. Zwischen den Häusern bleiben Hänge, Felsen und Vegetation sichtbar. Wer Canyamel nur vom Strand kennt, erlebt am Cap Vermell eine deutlich rauere und räumlich stärker gegliederte Seite des Ortes.
Platja de Canyamel
Die Platja de Canyamel liegt südlich von Canyamel Coves in der geschützten Bucht. Der goldfarbene Sandstrand misst nach Angaben der Gemeinde 290 Meter und grenzt an die Mündung des Torrente de Canyamel mit ihrem geschützten Feuchtgebiet. Im Sommer stehen Baden und Wassersport im Vordergrund; Rettungsdienst, Duschen, Toiletten und barriereärmere Zugänge machen den Strand auch für Familien praktisch.
Die Höhlen und der Strand ergeben einen besonders stimmigen Tagesausflug, weil zwei sehr unterschiedliche Landschaftsräume dicht beieinanderliegen. Nach den dunklen Sälen der Coves d’Artà öffnet sich am Strand eine helle Bucht mit Sand, Bachmündung und bewaldeten Flanken. In der Hauptsaison ist sie deutlich belebter als Canyamel Coves selbst.
Torrente de Canyamel und Feuchtgebiet
Der Torrente de Canyamel teilt den Ferienort in eine südliche, stärker touristische Hälfte und die von Villen geprägte Nordseite am Cap Vermell. Entlang des Wasserlaufs führt ein Holzsteg in Richtung Mündung. Die Uferzone schafft einen grünen Gegenpol zu Hotels und Strand und erlaubt einen unkomplizierten Spaziergang.
An der Mündung liegt ein geschütztes Feuchtgebiet mit vielfältiger Flora und Fauna. Es sollte nicht bloß als Durchgang zum Strand betrachtet werden: Der Wechsel von Süßwasserzone, Sand und Meer erklärt einen wesentlichen Teil des Landschaftscharakters von Canyamel. Für einen kurzen Spaziergang bietet sich der Steg besonders vor oder nach dem Höhlenbesuch an.
Torre de Canyamel
Der Torre de Canyamel steht landeinwärts und gehört nicht zur Höhlensiedlung, ist aber das wichtigste historische Bauwerk der näheren Umgebung. Der Wehr- und Fluchtturm stammt aus dem Mittelalter und diente dem Schutz der Bevölkerung und ihrer Vorräte bei Angriffen von der Küste. Sein Baukörper ist massiv und quadratisch.
Der Turm steht in einer von Landwirtschaft und Zitrusbäumen geprägten Landschaft. Er macht sichtbar, dass die Geschichte Canyamels nicht erst mit Strandhotels und Höhlenbesuchen begann. Zusammen mit den Coves d’Artà verbindet er zwei prägende Themen der Region: den Schutz vor Gefahren von See und die Nutzung des fruchtbaren Hinterlands.
Aktivitäten und Ausflüge
Höhlen- und Strandtag
Die naheliegendste Unternehmung verbindet die Coves d’Artà mit der Platja de Canyamel. Der Höhlenrundgang und ein Strandbesuch bieten einen starken Stimmungswechsel. Anschließend lässt sich der Ausflug am Sandstrand, an der Bachmündung oder auf dem Holzsteg entlang des Torrente fortsetzen. Für Familien ist diese Abfolge abwechslungsreicher als ein ganzer Tag ausschließlich am Wasser.
In der sommerlichen Hauptzeit empfiehlt es sich, den Höhlenbesuch und die Strandpause zeitlich klar zu trennen. Der Parkplatz an den Höhlen dient dem Besuch der Coves d’Artà; für den Strand wird üblicherweise an den umliegenden Straßen von Canyamel geparkt.
Schwimmen und Wassersport
Die geschützte Bucht und der breite Sandbereich machen die Platja de Canyamel zum wichtigsten Badeplatz der Umgebung. In der Saison werden Wassersportmöglichkeiten angeboten. Das Ufer eignet sich eher für einen klassischen Strandtag als die felsige Küste unmittelbar bei den Höhlen, wo Baden nicht der Zweck des Besuchs ist.
Die Bedingungen am Meer bleiben auch in einer geschützten Bucht wechselhaft. Familien sollten sich an die Hinweise des Rettungsdienstes halten. Die sensible Mündungszone des Torrente ist zugleich Naturraum; Pflanzenbestand und Uferbereiche sollten nicht als zusätzliche Liegefläche genutzt werden.
Spaziergang am Torrente de Canyamel
Der Holzsteg entlang des Torrente ermöglicht einen ruhigen Spaziergang zwischen dem inneren Ort und der Mündung. Er zeigt die landschaftliche Grenze zwischen den beiden Seiten Canyamels besonders anschaulich: südlich die touristisch geprägten Straßen mit Hotels und Fußgängerbereich, nördlich die aufgelockerte Bebauung in Richtung Cap Vermell.
Der Weg ist eine gute Ergänzung für Besucher, die keinen längeren Küstenpfad suchen. Er führt durch eine grünere, geschütztere Umgebung als die felsigen Hänge bei den Höhlen und vermittelt einen Eindruck davon, wie Bachlauf und Feuchtgebiet die Entwicklung des Ortes geprägt haben.
Golf Canyamel
Auf der nördlichen Seite von Canyamel liegt der Golfplatz in der hügeligen Landschaft hinter der Küste. Er gehört zu den Einrichtungen, die den Ort über den reinen Bade- und Höhlentourismus hinaus prägen. Für Wohnlagen am Cap Vermell ist die Nähe zum Golfplatz ein wichtiger Teil des Umfelds; für Tagesgäste ist er dagegen ein eigenständiges Ziel, das geplant werden muss.
Capdepera und seine Burg
Capdepera bietet den deutlichsten kulturellen Kontrast zu Canyamel Coves. Über dem gewachsenen Ort erhebt sich eine mittelalterliche Burganlage aus dem 14. Jahrhundert. Von ihren Mauern öffnen sich Blicke über den Nordosten Mallorcas bis zur Küste. Unterhalb der Festung führen gepflasterte Straßen zwischen traditionellen Steinhäusern durch den alten Ortskern.
Ein gemeinsamer Ausflug erklärt die Arbeitsteilung der Region: Canyamel Coves steht für Naturdenkmal und Küste, Capdepera für Geschichte, Gemeindeleben und gewachsene Siedlungsstruktur. Wer mehr Auswahl am Abend sucht, orientiert sich ebenfalls eher in Richtung Capdepera oder Artà.
Feste und Veranstaltungen
Santa Catalina Tomàs
Das wichtigste Ortsfest von Canyamel ist Santa Catalina Tomàs, der Schutzpatronin des Küstenortes gewidmet. Es findet am letzten Wochenende im Juli statt und bezieht verschiedene Bereiche Canyamels ein. Zum Programm gehören eine Messe in der kleinen Kapelle, ein gemeinsames Abendessen unter freiem Himmel, Tanz, Konzerte und weitere Freiluftveranstaltungen. Spiele und Unterhaltung für Kinder richten sich ausdrücklich an Familien. Feuerwerk bildet einen weiteren festen Bestandteil des Festcharakters. Das Wochenende zeigt Canyamel von einer gemeinschaftlichen Seite, die im normalen Ferienbetrieb weniger sichtbar ist.
Für Besucher ist Santa Catalina Tomàs interessant, weil sich religiöse Tradition, Nachbarschaftstreffen und sommerliches Küstenfest überschneiden. Es handelt sich nicht bloß um eine Bühnenshow für Urlauber: Messe und gemeinsames Essen verankern die Feier im örtlichen Leben. Gleichzeitig sorgen Musik, Spiele und Veranstaltungen im Freien dafür, dass Gäste unkompliziert teilnehmen können.
Wer wegen der Höhlen oder eines ruhigen Strandtages kommt, sollte das Festwochenende bewusst wählen. Es bietet mehr Atmosphäre und Veranstaltungen, bringt aber auch zusätzlichen Betrieb in den Straßen und an den Aufenthaltsorten Canyamels. Programme können von Jahr zu Jahr variieren; der wiederkehrende zeitliche Orientierungspunkt bleibt das letzte Juliwochenende.
Anreise und Mobilität
Mit dem Auto vom Flughafen
Vom Flughafen Palma führt die Straßenroute über die Ma-15, anschließend über die Ma-4030 und die Ma-4040 nach Canyamel Coves. Die Fahrt umfasst 76 Straßenkilometer und dauert rund 71 Minuten. Der größte Teil der Strecke verläuft quer durch den Osten Mallorcas; erst im letzten Abschnitt wird die Straße kleinteiliger und führt durch die Hügellandschaft des Nordostens.
Für Reisende mit Gepäck, Kinderwagen oder Strandutensilien ist das Auto die praktischste Lösung. Die Zufahrt zu den Coves d’Artà ist asphaltiert, und direkt vor dem Höhleneingang liegt ein großer Parkplatz. Wer zusätzlich den Strand besuchen möchte, fährt anschließend in den Hauptort Canyamel weiter und sucht dort einen Stellplatz an den umliegenden Straßen.
Mit dem Auto aus Palma
Vom Zentrum Palmas beträgt die Strecke 79 Straßenkilometer. Über die Ma-15, Ma-4030 und Ma-4040 dauert die Fahrt rund 78 Minuten. Canyamel Coves eignet sich daher eher für einen geplanten Tagesausflug als für eine spontane kurze Fahrt aus der Hauptstadt. Sinnvoll ist eine Kombination mit dem Strand, dem Torre de Canyamel oder Capdepera, damit die lange Anreise mehrere Aspekte des Nordostens erschließt.
Für regelmäßige Fahrten nach Palma ist die Lage anspruchsvoll. Die Route ist zwar klar und über weite Teile gut ausgebaut, doch allein die gemessene Fahrzeit zeigt, dass tägliches Pendeln einen erheblichen Teil des Tages beansprucht. Für Bewohner mit Arbeitsplatz im Nordosten ist Canyamel Coves wesentlich günstiger gelegen als für Beschäftigte in Palma.
Mit dem Bus
Canyamel Coves ist an den regionalen Busverkehr angeschlossen. Abfahrten sollten vor dem Besuch geprüft und der Rückweg zeitlich mit dem Höhlenaufenthalt abgestimmt werden. Wer aus einem anderen Inselteil mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreist, muss auf Busverbindungen und gegebenenfalls Umstiege setzen. Für einen kombinierten Besuch von Höhlen, Strand, Torre und Capdepera bietet das Auto deutlich mehr Bewegungsfreiheit.
Parken vor den Höhlen und am Strand
Der große Parkplatz unmittelbar am Eingang der Coves d’Artà erleichtert den Höhlenbesuch. Das ist besonders hilfreich, weil der Zugang bereits in felsigem Gelände liegt und der eigentliche Rundgang Treppen umfasst. Der Parkplatz sollte jedoch nicht als Ausgangspunkt für sämtliche Aktivitäten in Canyamel betrachtet werden.
An der Platja de Canyamel wird gewöhnlich in den nahe gelegenen Straßen geparkt. In der sommerlichen Hauptzeit und während des Ortsfestes ist dort mit stärkerer Nachfrage zu rechnen. Wer Höhlen und Strand verbindet, sollte die beiden Parkbereiche getrennt nutzen.
Buslinien nach Canyamel Coves im Überblick
| Linie | Strecke | Fahrten/Tag | Erste Fahrt | Letzte Fahrt |
|---|---|---|---|---|
| 424 | Cala Rajada - Portocristo | 42 | 08:18 | 23:10 |
| 412 | Costa dels Pins - Manacor | 31 | 05:35 | 23:00 |
Aus den offiziellen GTFS-Fahrplandaten (TIB/SFM), ohne Echtzeit. Die Zahlen fassen alle Halte im Ort zusammen; Fahrten an Wochenenden und Feiertagen weichen ab — vor der Fahrt beim Betreiber prüfen.
Anfahrt mit dem Bus
Canyamel - Coves d'Artà (14035) · 1,1 km Luftlinie
- 424Cala Rajada - Portocristo · Täglich
Costa dels Pins (62019) · 2,4 km Luftlinie
- 412Costa dels Pins - Manacor · Täglich
Fahrplandaten: offizielle GTFS-Daten (TIB/EMT), ohne Echtzeit — Zeiten vor Fahrtantritt beim Betreiber prüfen.
Leben in Canyamel Coves
Wohnlagen am Cap Vermell
Canyamel Coves liegt auf der nördlichen, von Villen geprägten Seite Canyamels. Die Bebauung ist aufgelockerter als im südlichen Ferienzentrum, und viele Grundstücke orientieren sich an Hanglage, Vegetation und Meerblick. Felsen und bewaldete Flanken bleiben im Ortsbild präsent. Das schafft Privatsphäre, führt aber auch dazu, dass Wege weniger kompakt sind als in einem traditionellen Dorfkern.
Die Wohnlage spricht besonders Menschen an, die Landschaft und Rückzug höher gewichten als unmittelbare Nähe zu einem belebten Zentrum. Soziale Kontakte entstehen eher über Nachbarschaft, Gastronomie, Sport und das übrige Canyamel als über ein dichtes Straßenleben direkt in Canyamel Coves.
Nahversorgung und Alltag
Kleine Supermärkte, Geschäfte, Cafés und Restaurants konzentrieren sich im Hauptort Canyamel. Für Bewohner von Canyamel Coves bedeutet das, dass selbst alltägliche Besorgungen meist mit einem Weg aus der unmittelbaren Höhlensiedlung verbunden sind. Ein Auto erleichtert den Alltag erheblich. Der Bus ist eine nutzbare Verbindung für geplante Fahrten, bietet aber nicht dieselbe Flexibilität für Einkäufe, Termine oder mehrere Erledigungen nacheinander. Wer einen dauerhaften Umzug erwägt, sollte deshalb weniger auf die Entfernung zum Strand als auf die regelmäßigen Wege zu Versorgung, Arbeit und sozialen Angeboten achten.
Sommer und Winter
Im Sommer prägen Höhlenbesucher, Strandgäste, Hotels und Ferienunterkünfte den größeren Ort. Die Platja de Canyamel ist dann belebt, Wassersport und saisonale Dienstleistungen spielen eine größere Rolle, und am letzten Juliwochenende bringt Santa Catalina Tomàs zusätzliche Veranstaltungen. Canyamel Coves bleibt räumlich zurückgezogener, bekommt den stärkeren Besucherverkehr rund um die Höhlen jedoch unmittelbar mit. Wer ganzjährig hier leben möchte, sollte die Wohnlage auch außerhalb der Badesaison kennenlernen.
Pendeln nach Palma
Die Fahrt ins Zentrum von Palma dauert über Ma-4040, Ma-4030 und Ma-15 rund 78 Minuten bei 79 Straßenkilometern. Für gelegentliche Termine ist das gut planbar, als täglicher Arbeitsweg jedoch lang. Ein Wohnortwechsel nach Canyamel Coves passt besser zu Menschen, deren beruflicher und privater Schwerpunkt im Nordosten liegt, die von zu Hause arbeiten oder nur gelegentlich in die Hauptstadt müssen.
Ohne Auto wird regelmäßiges Pendeln nach Palma noch aufwendiger, weil Busfahrten mit dem übrigen Tagesablauf abgestimmt werden müssen. Die landschaftliche Abgeschiedenheit, die beim Urlaub reizvoll wirkt, bleibt im Berufsalltag ein realer Standortfaktor.
Zugezogene und touristisches Umfeld
Die Villenlagen, Ferienunterkünfte, Hotels und der Golfplatz ziehen internationale Bewohner und Gäste an. Spanisch und Katalanisch beziehungsweise Mallorquinisch prägen zugleich den lokalen Alltag der Gemeinde. Canyamel Coves ist daher kein abgeschottetes Feriendomizil, aber auch kein Ort, in dem sich das traditionelle Gemeindeleben ausschließlich vor der Haustür abspielt.
Für eine dauerhafte Integration sind Capdepera und die übrigen Orte der Gemeinde wichtig. Dort werden die Unterschiede zwischen saisonalem Küstenleben und ganzjährigem Alltag deutlicher sichtbar. Wer nur das Umfeld der Höhlen und Villen kennt, erhält noch kein vollständiges Bild vom Leben in der Region.
Wissenswertes für den Besuch
Zeitplanung für Höhlen und Umgebung
Für Canyamel Coves sollte nicht nur die Zeit des geführten Höhlenbesuchs eingeplant werden. Zufahrt, Parkplatz, Zugangstreppe und der Aussichtsmoment vor dem Portal gehören zum Erlebnis. Wer zusätzlich die Platja de Canyamel und den Holzsteg am Torrente sehen möchte, macht aus dem Höhlenziel sinnvollerweise einen halben oder ganzen Ausflugstag.
Der Wert des Besuchs liegt in der Höhle und ihrer landschaftlichen Lage. Für Kultur, Gastronomie und einen längeren Bummel sind Capdepera oder der Hauptort Canyamel die passendere Fortsetzung.
Geeignete Tageszeit und Jahreszeit
Das letzte Wochenende im Juli unterscheidet sich durch das Fest Santa Catalina Tomàs deutlich vom normalen Ortsrhythmus. Wer Musik, Freiluftveranstaltungen und gemeinschaftliches Feiern sucht, findet dann einen passenden Anlass. Wer vor allem Ruhe an der Küste erwartet, wählt besser einen anderen Termin.
Kleidung und Zugänglichkeit
Für die Coves d’Artà sind Schuhe mit sicherem Halt zweckmäßiger als reine Strandkleidung. Treppen, glatte Stellen und der Wechsel zwischen Außenbereich und Höhle gehören zum Besuch. Die Platja de Canyamel bietet Einrichtungen für Menschen mit eingeschränkter Mobilität, während der Höhlenbesuch wegen der Zugangstreppe und weiterer Stufen anders zu beurteilen ist. Familien mit kleinen Kindern sollten außerdem beachten, dass die exponierte Treppenanlage am Fels mehr Aufmerksamkeit verlangt als eine ebene Promenade.
Sinnvolle Kombinationen
Die kürzeste Kombination führt von den Coves d’Artà zur Platja de Canyamel und an den Torrente. Wer Geschichte vertiefen möchte, fährt anschließend zum Torre de Canyamel oder zur Burg von Capdepera. So entsteht ein nachvollziehbarer Bogen von Geologie und Küstenlandschaft über mittelalterliche Schutzbauten bis zum heutigen Ferienort.
Canyamel Coves ist ein Ziel für Naturraum, Aussicht und einen konzentrierten Sehenswürdigkeitenbesuch. Gerade diese klare Ausrichtung macht den Ort reizvoll, sofern der Tagesplan darauf abgestimmt ist.