Antoni Maria Alcover – Denkmal für Mallorcas großen Sprachsammler

Zwischen den Gärten auf dem Klostergelände von Lluc erinnert die Estàtua Antoni Maria Alcover an einen Mann, der Mallorcas Sprache und Erzähltradition wie kaum ein anderer dokumentierte. Das Denkmal steht auf dem Pilgerplatz des Heiligtums und ist kein eigenständiges Museum, sondern ein historischer Erinnerungsort innerhalb des weitläufigeren Ensembles von Lluc.
Antoni Maria Alcover war Priester, Sprachforscher, Volkskundler, Schriftsteller und Publizist. Viele Mallorquiner kennen ihn als Mossèn Alcover oder unter dem Pseudonym Jordi des Racó, unter dem er überlieferte Inselgeschichten veröffentlichte. Sein Name ist vor allem mit den mallorquinischen Rondalles und dem großen katalanisch-valencianisch-balearischen Wörterbuch verbunden.
Der Reiz des Denkmals liegt deshalb weniger in einem langen Besichtigungsprogramm als in seiner kulturellen Bedeutung. Wer durch die Anlagen von Lluc geht, begegnet hier einer Persönlichkeit, deren Arbeit Stimmen, Wörter und Geschichten bewahrte, die zuvor vor allem mündlich weitergegeben worden waren. Besonders lohnt der Halt für Besucher, die Mallorca nicht nur als Landschaft, sondern auch über seine Sprache und sein kulturelles Gedächtnis kennenlernen möchten.
Geschichte und Bedeutung
Mossèn Alcover
Mit fünfzehn Jahren verließ Antoni Maria Alcover sein Elternhaus auf dem Land bei Manacor und trat in das Diözesanseminar von Palma ein. Dort begann er, Erzählungen zu sammeln, die auf Mallorca von Generation zu Generation mündlich weitergegeben wurden. Aus dieser frühen Beschäftigung entstand ein Lebenswerk: Unter dem Namen Jordi des Racó veröffentlichte er mallorquinische Rondalles und machte Geschichten dauerhaft zugänglich, die andernfalls leicht hätten verschwinden oder sich bis zur Unkenntlichkeit verändern können.
Alcover wurde 1886 zum Priester geweiht und übernahm 1888 eine Professur am Seminar von Palma. Neben Kirchengeschichte unterrichtete er Sprache, Literatur und die Geschichte Mallorcas. Seine Laufbahn führte ihn später bis zum Amt des Generalvikars und zum Kanoniker der Kathedrale von Mallorca. Dennoch blieb die kirchliche Arbeit nur ein Teil seiner ungewöhnlich breiten Tätigkeit. Er schrieb, zeichnete, malte, entwarf Sakralbauten und stand mit Sprachwissenschaftlern in verschiedenen Teilen Europas in Verbindung.
Entscheidend wurde sein Plan, den Wortschatz der katalanischen Sprache in seiner ganzen Vielfalt festzuhalten. Alcover wollte nicht allein eine normierte Schriftsprache erfassen, sondern Wörter aus unterschiedlichen Regionen, Dialekten, Zeiten und gesellschaftlichen Zusammenhängen zusammentragen. Dafür baute er ein Netzwerk von Mitwirkenden in den katalanischsprachigen Gebieten auf und unternahm zahlreiche Reisen. Fortschritte, Beobachtungen und sprachwissenschaftliche Beiträge veröffentlichte er im Bolletí del diccionari de la llengua catalana.
Das Diccionari català-valencià-balear
Aus diesem Vorhaben ging das Diccionari català-valencià-balear hervor, häufig kurz Alcover-Moll genannt. Francesc de Borja Moll trat 1921 als Redaktionssekretär in das Projekt ein, wurde zu Alcovers engstem Mitarbeiter und führte die Arbeit nach dessen Tod weiter. Der erste Band erschien 1926; das abgeschlossene Werk umfasst zehn Bände. Es dokumentiert den Wortschatz des Katalanischen einschließlich seiner valencianischen und balearischen Varianten und gehört zu den wichtigsten Hinterlassenschaften Alcovers.
Die Spannweite des Projekts erklärt, weshalb das Denkmal in Lluc mehr als die Erinnerung an einen einzelnen Schriftsteller ist. Es steht zugleich für den Versuch, Alltagssprache als Kulturgut ernst zu nehmen. Wörter und Redewendungen aus den katalanischsprachigen Gebieten wurden Teil eines wissenschaftlichen Unternehmens. Auch die Rondalles folgen diesem Grundgedanken: Was Menschen erzählten und wie sie es erzählten, war für Alcover bewahrenswert.
Das Denkmal von 2001
Die Skulptur auf dem Pilgerplatz wurde 2001 auf Initiative der Fundació Antoni Maria Alcover in Auftrag gegeben. Die öffentliche Stiftung war zwei Jahre zuvor gegründet worden, um das Werk und die Persönlichkeit Alcovers zu vermitteln. Mit dem Standort in Lluc erhielt diese Erinnerung einen Platz, an dem religiöse und mallorquinische Kultur unmittelbar aufeinandertreffen – zwei Bereiche, die auch Alcovers Lebensweg prägten.
Das Denkmal macht aus einem umfangreichen sprachwissenschaftlichen Erbe einen sichtbaren Anhaltspunkt. Es lenkt den Blick auf den Menschen hinter Wörterbuch und Geschichtensammlung. Wer den Namen vorher nicht kannte, findet hier einen Anlass, sich mit ihm zu beschäftigen; wer mit den Rondalles aufgewachsen ist, begegnet einer vertrauten Figur der Inselkultur.
Was es zu sehen gibt
Die Estàtua Antoni Maria Alcover
Im Mittelpunkt steht die Antoni Maria Alcover gewidmete Skulptur. Sie befindet sich nicht in einem abgeschlossenen Ausstellungsraum, sondern auf dem Gelände des Santuari de Lluc. Dadurch wirkt sie als Teil des Ortes: Pilger, Tagesgäste und Spaziergänger kommen an ihr vorbei, während sie sich zwischen Platz, Klostergebäuden und Gärten bewegen.
Die Quellen dokumentieren weder eine umfangreiche Ausstellung am Denkmal noch einen festen Rundgang. Der Besuch konzentriert sich daher auf die Skulptur selbst, ihre Widmung und den historischen Zusammenhang. Gerade dieser begrenzte Rahmen ist wichtig für die Erwartung: In Lluc befindet sich nicht die Institució Pública Antoni Maria Alcover mit ihren Sammlungs- und Vermittlungsaufgaben. Deren Sitz liegt in Manacor. Die Sehenswürdigkeit bei Escorca ist ausdrücklich das Denkmal auf dem Klostergelände.
Wer vor der Statue innehält, sollte Alcovers Namen nicht nur als den eines Autors lesen. Hinter ihm stehen zwei sehr unterschiedliche, aber eng verwandte Sammelarbeiten. Bei den Rondalles hielt er Erzählungen fest, die bislang vor allem durch das gesprochene Wort lebten. Beim Wörterbuch sammelte er einzelne Wörter, Bedeutungen, Dialektformen und sprachliche Varianten. Beides folgt demselben Impuls: Das Flüchtige sollte aufgezeichnet werden, ohne seine regionale Eigenart zu verlieren.
Plaça dels Pelegrins
Der Pilgerplatz bildet den räumlichen Rahmen des Denkmals. Er ist kein isolierter Skulpturengarten. Das verändert die Besuchserfahrung. Die Statue wird meist nicht als einziges Ziel angesteuert, sondern während eines Rundgangs durch Lluc entdeckt. Sie steht in einem Umfeld, das weiterhin genutzt wird und in dem religiöser Besuch, Kulturgeschichte und alltäglicher Ausflugsbetrieb zusammentreffen.
Für die Betrachtung lohnt es sich, nicht sofort weiterzugehen. Der Platz erklärt etwas über die Wirkung eines Denkmals: Alcover wird hier nicht in einer akademischen Bibliothek geehrt, obwohl seine lexikografische Arbeit dorthin passen würde. Seine Erinnerung steht öffentlich in einem mallorquinischen Heiligtum. So bleibt die Würdigung nahe bei jener Inselgesellschaft, deren Sprache und Geschichten er sammelte.
Die Gärten von Lluc
Die gepflegten Gartenbereiche begleiten den Zugang zum Kloster und umgeben auch den Weg zum Denkmal. Sie geben der Statue einen ruhigen Rahmen, ohne selbst Teil einer Alcover-Ausstellung zu sein. Ein Halt lässt sich deshalb gut mit einem Spaziergang durch die Anlagen verbinden. Auf dem Klostergelände befindet sich außerdem ein botanischer Garten, für den bei einem umfassenderen Besuch zusätzliche Zeit eingeplant werden kann.
Die Gärten sind nicht bloß dekorativer Hintergrund. Sie sorgen dafür, dass das Denkmal nicht wie ein einzelnes Objekt am Straßenrand erscheint, sondern als Station innerhalb eines historischen und kulturellen Geländes. Wer fotografieren möchte, kann die Skulptur aus dem Zusammenhang des Pilgerplatzes und der begrünten Zugänge heraus betrachten, statt sie vollständig von ihrer Umgebung zu lösen.
Der Name Antoni Maria Alcover
Auf Mallorca begegnet der Name an mehreren Orten. Es gibt eine öffentliche Institution in Manacor, eine ehemalige Wohn- und Arbeitsstätte in Palma sowie Straßen, die nach Alcover benannt sind. Für den Besuch in Escorca ist die Unterscheidung wesentlich: Gemeint ist ausschließlich die Statue in Lluc. Sie zeigt keine rekonstruierte Druckerei, keine Bibliothek und keine museale Präsentation seiner Bücher.
Diese Klarheit verhindert zugleich eine falsche Erwartung. Das Denkmal vermittelt Alcovers Bedeutung symbolisch. Wer Originalausgaben, vertiefende Ausstellungen oder institutionelle Informationen sucht, benötigt dafür einen anderen Besuchsort. In Lluc geht es um Erinnerung im öffentlichen Raum – knapp, sichtbar und in ein historisches Inselheiligtum gesetzt.
Der Besuch
Ein Halt beim Rundgang durch Lluc
Am schlüssigsten beginnt die Begegnung mit Antoni Maria Alcover nicht als separate Besichtigung, sondern während eines Rundgangs über das Klostergelände. Vom Zugang führen die angelegten Bereiche zum Pilgerplatz, auf dem die Statue steht. Das Denkmal selbst verlangt keinen vorgegebenen Parcours. Man tritt heran, betrachtet die Widmung und kann den Standort anschließend in den weiteren Besuch von Lluc einbeziehen.
Eine feste Besichtigungsdauer lässt sich dafür kaum sinnvoll ansetzen. Wer nur die Skulptur sehen möchte, benötigt deutlich weniger Zeit als jemand, der sich mit Alcovers Biografie beschäftigt, die Gartenanlagen durchquert und das übrige Heiligtum besucht. Für kulturgeschichtlich Interessierte gewinnt der Halt, wenn vorher zumindest die Verbindung zu den Rondalles und zum Diccionari català-valencià-balear bekannt ist. Ohne diesen Hintergrund bleibt leicht nur der Eindruck eines einzelnen Personendenkmals.
Aktuelle Öffnungszeiten und Eintrittsbedingungen sollten vor der Anfahrt geprüft werden. Für die Sehenswürdigkeit sind keine verlässlichen Zeiten oder Preise erfasst, und der Zugang erfolgt über ein weiterhin genutztes Klostergelände. Eine konkrete Tageszeit mit garantiert geringem Andrang lässt sich ebenfalls nicht seriös nennen.
Das Denkmal bewusst lesen
Eine gute Besuchsfolge beginnt bei der Person, nicht beim Foto. Der Titel „Mossèn“ verweist auf Alcover als Geistlichen; Jordi des Racó war sein literarisches Pseudonym; Alcover-Moll bezeichnet das Wörterbuchprojekt, das Francesc de Borja Moll nach Alcovers Tod fortführte. Diese drei Namen erschließen, weshalb ein Priester zugleich als Volkskundler und Sprachwissenschaftler erinnert wird.
Danach lohnt der Blick auf den Standort. Die Statue steht auf dem Pilgerplatz und damit in einem lebendigen öffentlichen Bereich. Sie ist nicht von der Umgebung abgetrennt. Das Kommen und Gehen gehört zur Wahrnehmung des Denkmals, ebenso die Gärten entlang der Klosterzugänge. Wer Ruhe zum Betrachten sucht, kann einen Moment abwarten, statt nur im Vorübergehen zu fotografieren.
Für wen sich der Besuch lohnt
Besonders interessant ist die Station für Leser mallorquinischer Märchen, Sprachinteressierte und Besucher, die den kulturellen Hintergrund der Insel verstehen möchten. Auch Familien können den Halt nutzen, um über mündlich überlieferte Geschichten zu sprechen: Alcover sammelte Erzählungen, die lange nicht aus Büchern vorgelesen, sondern weitererzählt worden waren.
Als alleiniger Anlass für eine lange Fahrt ist das Denkmal eher ein spezielles Ziel. Seine Stärke zeigt sich in Verbindung mit Lluc. Wer ohnehin das Heiligtum und die Anlagen besucht, erhält durch die Statue eine zusätzliche historische Perspektive, die in einem üblichen Klosterrundgang leicht übersehen werden kann.
Anfahrt und Parken
Von Palma und vom Flughafen bis Escorca
Vom Flughafen Palma führt die dokumentierte Strecke zunächst über die Ma-30, dann über die Ma-13 und schließlich über die Ma-2130. Bis Escorca sind es 52 Straßenkilometer; die Fahrt dauert rund 64 Minuten. Diese Angaben beziehen sich ausdrücklich auf Escorca und nicht auf einen Parkplatz unmittelbar vor der Statue. Für das letzte Stück ist der Beschilderung nach Lluc und zum Santuari zu folgen.
Vom Zentrum Palmas verläuft die Route über die Ma-13 und die Ma-2130. Bis Escorca werden 49 Straßenkilometer zurückgelegt, die Fahrt dauert rund 68 Minuten. Auch hier endet die gemessene Strecke bei Escorca. Die weitere Zufahrt führt nach Lluc. Eine zusätzliche Fahrzeit bis zum Denkmal wird deshalb nicht genannt.
Die Statue selbst steht nicht an einer Durchgangsstraße. Nach der Ankunft in Lluc geht es zu Fuß auf das Gelände des Heiligtums und weiter zum Pilgerplatz. Für die Orientierung sollte als Ziel das Santuari de Lluc verwendet werden, nicht lediglich der Personenname Antoni Maria Alcover. Andernfalls können Navigationsdienste gleichnamige Straßen, die Institution in Manacor oder andere Erinnerungsorte auswählen.
Parken in Lluc
Verbindliche Angaben zu einem bestimmten Parkplatz oder zu Gebühren liegen für die Statue nicht vor. Da das Denkmal auf dem Klostergelände steht, richtet sich die Ankunft mit dem Auto nach den ausgeschilderten Zufahrten und Parkregelungen von Lluc. Das Fahrzeug wird nicht direkt an der Skulptur abgestellt; das letzte Stück führt zu Fuß über die Anlage.
Auf dem Klostergelände empfiehlt es sich, die Verkehrsführung vor Ort zu beachten und nicht auf Flächen auszuweichen, die nicht ausdrücklich zum Parken vorgesehen sind. Wer den Besuch mit den Gärten und weiteren Bereichen des Santuari verbindet, sollte außerdem daran denken, dass der Fußweg nicht am Denkmal endet, sondern sich über das Gelände fortsetzt.
Mit dem Bus
Für die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist die Haltestelle Lluc der entscheidende Orientierungspunkt. Weitere Haltestellen befinden sich im Bereich Coll de sa Batalla und Menut, doch sie ersetzen nicht automatisch die direkte Ankunft am Heiligtum. Fahrplan, Betriebstage und Anschlüsse sollten aktuell geprüft werden, da Verbindungen in Bergregionen und saisonale Angebote Änderungen unterliegen können.
Von der Haltestelle in Lluc wird der Weg auf dem Klostergelände zu Fuß fortgesetzt. Als Ziel innerhalb der Anlage dient die Plaça dels Pelegrins. Der Bus bringt Besucher somit in die Nähe des Heiligtums, nicht bis unmittelbar an die Statue.
Buslinien nach Antoni Maria Alcover im Überblick
| Linie | Strecke | Fahrten/Tag | Erste Fahrt | Letzte Fahrt |
|---|---|---|---|---|
| 312 | Lluc - Inca - Muro | 32 | 08:32 | 18:03 |
| 231 | Port de Sóller - Alcúdia | 16 | 10:15 | 19:58 |
Aus den offiziellen GTFS-Fahrplandaten (TIB/SFM), ohne Echtzeit. Die Zahlen fassen alle Halte im Ort zusammen; Fahrten an Wochenenden und Feiertagen weichen ab — vor der Fahrt beim Betreiber prüfen.
Anfahrt mit dem Bus
Lluc (19011) · 0,1 km Luftlinie
- 231Port de Sóller - Alcúdia · Täglich
- 312Lluc - Inca - Muro · Täglich
Coll de sa Batalla 1 (19003) · 1,2 km Luftlinie
- 312Lluc - Inca - Muro · Täglich
Coll de sa Batalla 2 (19002) · 1,2 km Luftlinie
- 312Lluc - Inca - Muro · Täglich
Menut 1 (19015) · 1,3 km Luftlinie
- 231Port de Sóller - Alcúdia · Täglich
Menut 2 (19014) · 1,4 km Luftlinie
- 231Port de Sóller - Alcúdia · Täglich
Fahrplandaten: offizielle GTFS-Daten (TIB/EMT), ohne Echtzeit — Zeiten vor Fahrtantritt beim Betreiber prüfen.
In der Umgebung
Lluc
Lluc ist der unmittelbare Besuchsort, auch wenn die Sehenswürdigkeit zur Gemeinde Escorca gehört. Das Denkmal steht auf dem Gelände des Santuari und lässt sich deshalb ohne zusätzlichen Ortswechsel mit dem Heiligtum verbinden. Wer nur nach „Escorca“ navigiert, kann am eigentlichen Ziel vorbeiplanen; für die praktische Orientierung ist Lluc die präzisere Angabe.
Das Klostergelände gibt dem Denkmal seinen kulturellen Rahmen. Neben dem Pilgerplatz gehören Gartenbereiche und ein botanischer Garten zu den möglichen Stationen eines Rundgangs. Diese Orte sollten nicht als Bestandteile einer Alcover-Ausstellung missverstanden werden. Sie machen den Besuch jedoch vielseitiger und erklären, weshalb die Statue meist als Entdeckung innerhalb einer größeren Anlage erlebt wird.
Escorca
Escorca liegt im Nordwesten Mallorcas und umfasst ein weitläufiges Gebiet, dessen Siedlungs- und Ausflugsziele nicht in einem kompakten Ortskern zusammenliegen. Entfernungen innerhalb der Gemeinde können deshalb größer wirken, als die gemeinsame Ortsangabe vermuten lässt. Für die Estàtua Antoni Maria Alcover ist das Areal von Lluc der maßgebliche Bezugspunkt.
Ein Ausflug lässt sich mit einer Fahrt durch die Serra de Tramuntana oder mit einer Wanderung im Umfeld von Lluc verbinden. Dabei sollte die Statue als kurzer kulturgeschichtlicher Akzent eingeplant werden, nicht als Ausgangspunkt eines ausgeschilderten Alcover-Themenwegs. Das Denkmal besitzt keinen belegten Rundweg zu weiteren Lebensstationen des Sprachforschers.
Manacor und Palma als andere Alcover-Orte
Wer Alcovers Biografie vertiefen möchte, begegnet seinem Namen auch außerhalb Escorcas. In Manacor, seiner Herkunftsregion, widmet sich eine öffentliche Institution seinem Leben, seiner Arbeit als Philologe und der Vermittlung der Rondalles. In Palma befand sich sein Wohn- und Arbeitshaus mit Bibliothek und eigener Druckmöglichkeit. Diese Orte sind jedoch eigenständige Ziele und nicht mit der Statue in Lluc gleichzusetzen.
Gerade diese Verteilung erzählt etwas über Alcovers Wirkung auf Mallorca. Manacor steht für Herkunft und heutige Vermittlung, Palma für kirchliche Laufbahn und wissenschaftliche Arbeit, Lluc für die öffentliche Würdigung in einem historischen Inselheiligtum. Für einen einzelnen Ausflug sollten diese Stationen wegen ihrer unterschiedlichen Lage nicht als unmittelbar benachbart betrachtet werden.
Der Ort dazu
Escorca im OrtsporträtWissenswertes für den Besuch
Was vor Ort zu erwarten ist
Antoni Maria Alcover in Lluc ist ein Denkmal im Freien beziehungsweise im offenen Bereich des Klostergeländes, kein Museum mit mehreren Räumen. Es gibt dort keine belegte Dauerausstellung, keine rekonstruierte Arbeitsstube und keine Sammlung seiner Bücher. Wer mit dieser Erwartung anreist, wird vom knappen Charakter der Sehenswürdigkeit nicht überrascht.
Der Standort auf einem weiterhin genutzten Heiligtum verlangt Rücksicht. Religiöse Feiern, Gruppen und der gewöhnliche Betrieb von Lluc können den Aufenthalt prägen. Die Statue sollte nicht als abgeschirmtes Fotostudio behandelt werden; Wege und Zugänge sind freizuhalten. Aktuelle Hinweise des Santuari haben Vorrang.
Kleidung und Schuhwerk
Für die Statue allein ist keine Wanderausrüstung erforderlich. Da der Besuch jedoch Wege über das Klostergelände und möglicherweise durch die Gärten einschließt, sind bequeme Schuhe sinnvoll. Wer den Aufenthalt mit einer Wanderung rund um Lluc verbindet, sollte die Ausrüstung nach der jeweiligen Route wählen und den kurzen Denkmalbesuch nicht mit den Anforderungen der anschließenden Tour verwechseln.
Ein Teil der Erfahrung findet unter freiem Himmel statt. Kleidung sollte daher zur aktuellen Witterung im Nordwesten Mallorcas passen. Verlässliche Aussagen über durchgehenden Schatten am Denkmal lassen sich nicht treffen; Sonnenschutz oder Regenschutz sollten nach Wetterlage eingeplant werden.
Besuch mit Kindern
Für Kinder bietet die Statue einen guten Anlass, Alcovers Arbeit über eine einfache Frage zu erklären: Wie bleiben Geschichten erhalten, wenn niemand sie aufschreibt? Die mallorquinischen Rondalles wurden lange mündlich weitererzählt, bevor Alcover sie sammelte und veröffentlichte. So wird aus dem kurzen Halt ein verständlicher Zugang zu Volkskunde und Sprache.
Ein langes eigenständiges Kinderprogramm ist am Denkmal nicht belegt. Familien sollten es daher mit dem Rundgang durch Lluc verbinden, statt eine umfangreiche interaktive Ausstellung zu erwarten. Kleine Kinder benötigen auf dem belebten Klostergelände die übliche Begleitung.
Den richtigen Ort auswählen
Vor der Abfahrt sollte auf der Karte kontrolliert werden, ob tatsächlich Lluc in der Gemeinde Escorca markiert ist. Suchergebnisse zum Namen Antoni Maria Alcover führen häufig nach Manacor, nach Palma oder zu einer gleichnamigen Straße. Das richtige Ziel ist die Estàtua Antoni Maria Alcover auf der Plaça dels Pelegrins im Santuari de Lluc.
Diese Prüfung ist besonders wichtig, wenn mehrere kulturelle Ziele an einem Tag geplant sind. Das Denkmal, Alcovers ehemalige Wirkungsorte und die ihm gewidmete Institution behandeln zwar dieselbe Person, liegen aber nicht am selben Ort und bieten völlig unterschiedliche Besuchserfahrungen.
Insider-Tipps von Einheimischen
Drei Namen entschlüsseln
Mossèn Alcover bezeichnet den Geistlichen, Jordi des Racó war sein literarisches Pseudonym und Alcover-Moll steht für das große Wörterbuchprojekt mit Francesc de Borja Moll. Mit diesem Wissen erzählt die Statue deutlich mehr.
Lluc statt nur Escorca suchen
Für die Navigation sollte das Santuari de Lluc als Ziel dienen. Die Statue steht dort auf dem Pilgerplatz; eine Suche nur nach Antoni Maria Alcover kann stattdessen zur Institution in Manacor oder zu gleichnamigen Straßen führen.
Mit den Gärten verbinden
Das Denkmal liegt innerhalb der Anlagen von Lluc, nahe den gepflegten Gartenbereichen am Klosterzugang. Der Halt wirkt stimmiger als Teil eines Rundgangs über den Pilgerplatz und durch die Gärten.
An die Rondalles denken
Alcover sammelte Geschichten, die auf Mallorca mündlich weitergegeben wurden. Wer vor der Statue eine der Rondalles kennt oder nachliest, versteht sofort, weshalb der Sprachforscher bis heute als Bewahrer der Inselkultur gilt.