Coll des Vent bei S’Arracó – Aussicht über Mallorcas Südwesten
Der Coll des Vent liegt dort, wo Mallorcas Südwesten seinen ruhigen, bergigen Charakter zeigt. Der Aussichtspunkt bei S’Arracó ist ein Ziel für Menschen, die den Weg ebenso wichtig nehmen wie den Blick am Ende. Besonders Radfahrer kennen den Anstieg von Port d’Andratx hinauf zum Pass.
Die Zufahrt gewinnt auf kurzer Strecke deutlich an Höhe. Serpentinen, steile Abschnitte und wechselnder Untergrund machen bereits die Annäherung zum Erlebnis. Oben öffnet sich die Landschaft, während sich unterhalb die gefalteten Hänge des südwestlichen Tramuntana-Ausläufers staffeln.
Ein Abstecher lohnt sich vor allem für aktive Besucher, Landschaftsfotografen und alle, die rund um S’Arracó einen stilleren Gegenpol zu den Küstenorten suchen. Allerdings verlangt der Coll des Vent etwas Eigenständigkeit: Der Untergrund ist stellenweise schlecht und weist Schotterpassagen auf, eine sorgfältige Routenplanung gehört deshalb zum Besuch.
Was es zu sehen gibt
Der Pass und sein Aussichtspunkt
Am Coll des Vent ist nicht ein einzelnes Bauwerk die Sehenswürdigkeit, sondern die Lage. Der erhöhte Übergang bildet einen natürlichen Aussichtspunkt über der stark gegliederten Landschaft des Südwestens. Statt einer frontal präsentierten Postkartenkulisse erschließt sich das Panorama während der Annäherung: Mit jeder Kehre verändert sich die Perspektive auf Hänge, Einschnitte und die tiefer liegenden Wege.
Der höchste Punkt des von Port d’Andratx beschriebenen Anstiegs liegt auf 166 Metern. Das klingt im Vergleich zu den großen Gipfeln der Serra de Tramuntana zunächst bescheiden, doch die Nähe zum Küstenrelief lässt den Höhengewinn deutlich hervortreten. Gerade dieser Übergang zwischen Meereshöhe, Siedlungsraum und trockenen Berghängen prägt die Wirkung des Ortes.
Die neun Serpentinen
Neun enge Kehren bestimmen den Verlauf der Auffahrt von Port d’Andratx. Sie sind mehr als eine technische Randnotiz: In ihnen wird sichtbar, wie sich der Weg an den Hang klammert und in kurzer Folge neue Blickrichtungen freigibt. Wer nicht nur den höchsten Punkt ansteuert, sondern unterwegs bewusst innehält, nimmt den Coll des Vent als Folge wechselnder Landschaftsbilder wahr.
Das dokumentierte Anstiegsprofil führt über 2,3 Kilometer und überwindet 162 Höhenmeter. Die durchschnittliche Steigung beträgt 7 Prozent; auf den steilsten 100 Metern werden 16,5 Prozent erreicht. Damit ist die Strecke kurz, aber keineswegs beiläufig. Für Radfahrer liegt ein wesentlicher Reiz gerade in diesem konzentrierten Wechsel aus Kehren, Steigung und rauem Untergrund.
Asphalt und Schotter
Der Charakter des Coll des Vent wird auch vom Weg selbst bestimmt. Die Route umfasst asphaltierte Bereiche ebenso wie Schotter, und der Straßenzustand wird als schlecht beschrieben. Das unterscheidet den Ort von bequem erreichbaren Aussichtsterrassen an großen Straßen. Hier bleibt die Landschaft unmittelbar spürbar: Der Boden verlangt Aufmerksamkeit, das Tempo sinkt, und der Blick richtet sich nicht nur in die Ferne, sondern immer wieder auf die nächste Passage.
Für Rennräder gilt der Anstieg trotz der Schotterstücke als befahrbar, doch er ist kein makelloser Asphaltanstieg. Gerade leichte Fahrräder und schmale Reifen erfordern eine kontrollierte Linie. Zu Fuß sollte ebenfalls nicht mit einem ebenen Promenadenweg gerechnet werden.
Der Besuch
Der Weg gehört zum Erlebnis
Ein Besuch am Coll des Vent beginnt nicht erst am höchsten Punkt. Die Auffahrt ist der prägende Teil: Sie windet sich durch neun Serpentinen, steigt über weite Teile spürbar an und verändert dabei fortlaufend den Blick auf das Gelände. Wer ausschließlich einen schnellen Fotostopp erwartet, verpasst daher den eigentlichen Charakter des Ortes.
Eine festgelegte Besichtigungsdauer gibt es nicht. Am Pass selbst bleibt man so lange, wie Aussicht, Licht und Wetter tragen; der größere Zeitbedarf entsteht durch den Hin- und Rückweg. Für die Planung ist deshalb weniger ein klassischer Rundgang entscheidend als die gewählte Fortbewegungsart. Mit dem Fahrrad ist der Coll des Vent ein kurzer, anspruchsvoller Anstieg, zu Fuß wird aus demselben Höhenprofil ein Ausflug, bei dem Wegzustand und Steigung das Tempo bestimmen.
Mit dem Fahrrad
Der Coll des Vent wird als versteckte Radsportstrecke geführt. Die Zahlen erklären, weshalb: Auf 2,3 Kilometern verteilen sich 162 Höhenmeter, doch einzelne Passagen sind wesentlich steiler als der Durchschnitt von 7 Prozent. Hinzu kommen enge Kehren sowie Abschnitte mit Kies und schlechtem Belag. Kondition allein genügt daher nicht; sichere Radbeherrschung ist ebenso wichtig.
Die Abfahrt verlangt mindestens so viel Aufmerksamkeit wie der Aufstieg. Auf losem Untergrund verlängert sich der Bremsweg, und in den Serpentinen sollte mit genügend Reserve gefahren werden. Der Coll des Vent eignet sich eher für Radfahrer, die steile und unregelmäßige Nebenstrecken bewusst suchen, als für eine entspannte Familienrunde.
Am Aussichtspunkt
Am Aussichtspunkt lassen sich die zurückgelegte Strecke im Gelände nachvollziehen und die Ruhe eines kleinen Bergübergangs aufnehmen. Aktuelle Zugangsbedingungen sollten vor dem Aufbruch geprüft werden, da weder feste Öffnungszeiten noch Eintrittsregelungen erfasst sind und der Zustand solcher Wege sich verändern kann.
Anfahrt und Parken
Bis S’Arracó
Vom Flughafen Palma führt die gemessene Route zunächst über die Ma-20 und anschließend über die Ma-1 nach S’Arracó. Auf der Straße sind es 44 Kilometer, die Fahrt dauert rund 41 Minuten. Vom Zentrum Palmas verläuft die Anreise über die Ma-1; für die 33 Straßenkilometer bis S’Arracó sind rund 40 Minuten einzuplanen.
Diese Werte enden ausdrücklich in S’Arracó, nicht unmittelbar am Coll des Vent. Der Aussichtspunkt liegt außerhalb des Dorfkerns, und das letzte Stück muss gesondert geplant werden. Das ist wichtig, weil der Zielpunkt nicht mit einer großen touristischen Zufahrt verwechselt werden sollte.
Der Anstieg von Port d’Andratx
Für die dokumentierte Auffahrt von Port d’Andratx werden die Ma-1022 und der Carrer Cala d’Egos genannt. Von dort führt der 2,3 Kilometer lange Anstieg über neun Serpentinen zum höchsten Punkt. Der Straßenbelag ist abschnittsweise schlecht, zudem kommen Schotterpassagen hinzu. Eine Navigationskarte mit gespeichertem Ziel ist deshalb sinnvoller als die Erwartung einer durchgehend komfortablen Zufahrt.
Wer mit dem Auto in die Gegend kommt, sollte nicht voraussetzen, unmittelbar am Aussichtspunkt eine reguläre Parkanlage vorzufinden. Sinnvoll ist es, die Situation vor Ort sorgfältig zu prüfen, keine Kurven oder Zufahrten zu blockieren und das Fahrzeug nur auf eindeutig zulässigen Flächen abzustellen. Der Coll des Vent ist vor allem ein Ziel für einen bewusst geplanten Abstecher, nicht für einen spontanen Halt am Rand einer Hauptstraße.
Öffentliche Verkehrsmittel
Die erfassten Haltestellen liegen im weiteren Umfeld, belegen aber keine direkte Verbindung bis zum Aussichtspunkt. Für eine Anreise mit dem Bus sollte daher vorab geklärt werden, welche Fußstrecke vom gewählten Ausstieg tatsächlich verbleibt. Wegen der Steigung und des unregelmäßigen Untergrunds ist dieser letzte Abschnitt nicht mit einem ebenen Stadtspaziergang gleichzusetzen.
Buslinien nach Coll des Vent im Überblick
| Linie | Strecke | Fahrten/Tag | Erste Fahrt | Letzte Fahrt |
|---|---|---|---|---|
| 122 | Port d'Andratx - Santa Ponça | 136 | 06:20 | 23:55 |
| 121 | Sant Elm - Andratx | 76 | 07:24 | 21:49 |
| 101 | Port d'Andratx - Palma | 66 | 06:10 | 23:55 |
Aus den offiziellen GTFS-Fahrplandaten (TIB/SFM), ohne Echtzeit. Die Zahlen fassen alle Halte im Ort zusammen; Fahrten an Wochenenden und Feiertagen weichen ab — vor der Fahrt beim Betreiber prüfen.
Anfahrt mit dem Bus
Club de vela (5012) · 1,4 km Luftlinie
- 101Port d'Andratx - Palma · Täglich
- 121Sant Elm - Andratx · Täglich
- 122Port d'Andratx - Santa Ponça · Täglich
Llotja (5011) · 1,9 km Luftlinie
- 101Port d'Andratx - Palma · Täglich
- 121Sant Elm - Andratx · Täglich
- 122Port d'Andratx - Santa Ponça · Täglich
S'Aluet (5027) · 1,9 km Luftlinie
- 101Port d'Andratx - Palma · Täglich
- 121Sant Elm - Andratx · Täglich
- 122Port d'Andratx - Santa Ponça · Täglich
Fahrplandaten: offizielle GTFS-Daten (TIB/EMT), ohne Echtzeit — Zeiten vor Fahrtantritt beim Betreiber prüfen.
In der Umgebung
S’Arracó
S’Arracó liegt in einem von Bergen und Wald geprägten Tal und hat sich den Maßstab eines kleinen Ortes im Inselinneren bewahrt. Typische Häuser mit Gärten und Obstflächen stehen neben auffälligeren Gebäuden, die von der Auswanderungsgeschichte des Dorfes erzählen. Besonders an der Carrer França erinnern modernistisch geprägte Häuser an Geld, das Auswanderer aus Frankreich an ihre Familien schickten.
Wer den Coll des Vent mit einem Ortsrundgang verbindet, findet in S’Arracó einen passenden Kontrast zur kargen Auffahrt. Die Kirche Sant Crist geht auf das Jahr 1704 und Antonio Ferrandell Verí, den Gründer des Dorfes, zurück. In ihrem Inneren befinden sich barocke Altarbilder sowie ein Bild der Mare de Déu de la Trapa. Die ehemalige Schule Ca ses Monges dient heute als Kulturzentrum.
Die südlichen Ausläufer der Tramuntana
Rund um S’Arracó zeigt sich die Serra de Tramuntana trockener und niedriger als in ihrem zentralen Hochgebirge. Felsige Hänge werden von grob errichteten Mauern durchzogen, die an frühere Landwirtschaft und die damalige Aufteilung des Landes erinnern. Waldbrände haben Spuren hinterlassen; zwischen den betroffenen Flächen wächst unter anderem die für den westlichen Mittelmeerraum typische Zwergpalme.
Diese Landschaft lässt sich auf der bei S’Arracó verlaufenden Variante der Trockenmauerroute GR 221 vertiefen. Sie führt vom Dorf in Richtung Ses Basses und erschließt den südlichsten Bereich des Tramuntana-Gebirges. Der Coll des Vent sollte dabei nicht ohne genaue Kartenprüfung mit anderen gleichnamigen Pässen auf Mallorca verwechselt werden.
La Trapa und Sant Elm
Als größere Fortsetzung eines Tages im Südwesten bietet sich die Umgebung von La Trapa an. Der Aufstieg zum ehemaligen Kloster gehört zu den bekannten Wanderzielen von S’Arracó und führt tiefer in die raue Berglandschaft. Auch Sant Elm lässt sich als Küstenstation mit dem Ausflug verbinden. Beide Ziele verdienen jedoch eigene Zeit; der Coll des Vent wirkt am besten, wenn er nicht nur als kurzer Programmpunkt zwischen mehreren weit auseinanderliegenden Stopps behandelt wird.
Der Ort dazu
S'Arracó im OrtsporträtWissenswertes für den Besuch
Schuhe und Ausrüstung
Schotter, beschädigter Belag und deutliche Steigungen sprechen für Schuhe mit griffiger Sohle. Auch bei einem kurzen Aufenthalt sollte die Ausrüstung zum Weg passen und nicht nur zum Aussichtspunkt. Eine offline verfügbare Karte ist hilfreich, weil die Zufahrt über kleinere Straßen verläuft und das Ziel nicht wie eine große Sehenswürdigkeit erschlossen ist.
Auf dem Fahrrad sind zuverlässige Bremsen besonders wichtig. Schmale Rennradreifen können die Strecke bewältigen, verlangen auf Kies und in den Kehren jedoch Erfahrung. Wer mit einem Gravelbike oder einem ähnlich robusten Rad unterwegs ist, hat auf wechselndem Untergrund mehr Reserven.
Mit Kindern
Für Familien ist weniger der Aufenthalt am Aussichtspunkt als der Weg dorthin entscheidend. Steile Abschnitte, loser Untergrund und Straßenverkehr erfordern durchgehende Aufsicht. Kleine Kinder und ungeübte junge Radfahrer sollten den Anstieg nicht als gewöhnlichen Radweg behandeln. Ob die Tour passt, hängt von Trittsicherheit, Kondition und Erfahrung auf unebenem Gelände ab.
Was man nicht erwarten sollte
Der Coll des Vent ist ein Aussichtspunkt, dessen Reiz aus dem Bergübergang, der Auffahrt und dem erhöhten Standort entsteht. Ebenso wenig sollte die Strecke mit dem bekannteren gleichnamigen Pass bei Palma oder einem Coll des Vent bei Banyalbufar verwechselt werden: Für diesen Besuch ist ausdrücklich der Aussichtspunkt bei S’Arracó gemeint.
Vor dem Aufbruch empfiehlt sich eine Prüfung der aktuellen Zugänglichkeit und des Wegzustands. Nach kräftigem Wetter können lose Untergründe zusätzliche Aufmerksamkeit verlangen. Wer mit realistischen Erwartungen kommt und die Anfahrt als Teil des Ausflugs versteht, erlebt hier eine stille, sportliche Seite des mallorquinischen Südwestens.
Insider-Tipps von Einheimischen
Die Auffahrt bewusst erleben
Nicht erst am höchsten Punkt anhalten: Die neun Serpentinen verändern fortlaufend die Perspektive auf den Hang. Gerade der 2,3 Kilometer lange Weg mit seinen 162 Höhenmetern macht den Coll des Vent aus.
Nicht vom Asphalt täuschen lassen
Der Anstieg gilt zwar als mit dem Rennrad befahrbar, enthält aber Schotter und schlecht erhaltene Passagen. Mit robusteren Reifen bleibt in den Kehren und bei der späteren Abfahrt mehr Reserve.
Carrer França ergänzen
Vor oder nach dem Aussichtspunkt lohnt ein Gang durch S’Arracó. An der Carrer França stehen Häuser, deren modernistische Gestaltung an die Auswanderer erinnert, die ihren Familien Geld aus Frankreich schickten.
Mit dem GR 221 verbinden
Wer aus dem Aussichtsstopp einen Landschaftstag machen möchte, findet bei S’Arracó eine Variante der Trockenmauerroute GR 221. Sie führt durch die trockenen südlichen Ausläufer der Serra de Tramuntana in Richtung Ses Basses.