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Convent de les Filles de la Misericòrdia in Pina

Convent de les Filles de la Misericòrdia

Mitten in Pina erzählt das Convent de les Filles de la Misericòrdia eine Geschichte, die weit über das kleine Dorf im Inselinneren hinausreicht. Hier gründeten zwei Geschwister aus Pina eine franziskanische Frauengemeinschaft, deren Arbeit später auch außerhalb Mallorcas Fuß fasste. Das Kloster ist deshalb nicht bloß ein religiöses Bauwerk, sondern der Ausgangspunkt einer sozialen und geistlichen Bewegung.

Schon die äußere Gestalt macht neugierig: Der historische Klosterbereich und der später errichtete Bau stehen auf unterschiedlichen Seiten einer Straße, hoch über der Fahrbahn verbunden durch einen schmalen Übergang. Wer hinter der Pfarrkirche von Pina entlanggeht und diesen Brückengang entdeckt, versteht sofort, dass das Ensemble in mehreren Etappen gewachsen ist.

Im Inneren richtet sich der Blick vor allem auf die Kapelle, den kleinen Vorraum, die bildlich ausgestaltete Eingangshalle und einen rechteckigen Hof mit einer Skulptur des heiligen Franziskus. Es ist kein monumentales Kloster nach dem Maßstab einer großen Stadt. Gerade die überschaubare Anlage zeigt jedoch anschaulich, wie eng Ordensgeschichte, Dorfleben und Architektur in Pina miteinander verflochten sind.

Der Besuch lohnt sich besonders für Reisende, die Mallorcas religiöse Kultur jenseits der bekannten Klöster kennenlernen möchten. Auch an Architektur Interessierte finden bemerkenswerte Einzelheiten: eine Kapellenfront mit Spitzbogenportal, das franziskanische Wappen, eine Rosette, eine hölzerne Kassettendecke und figürliche Arbeiten im Presbyterium. Da keine verlässlichen allgemeinen Besuchszeiten erfasst sind, sollte ein möglicher Innenbesuch vorab aktuell geklärt werden.

Geschichte und Bedeutung

Am Ursprung steht kein mächtiger Orden von außerhalb, sondern eine Initiative aus Pina selbst. Im Jahr 1856 gründeten die Geschwister Gabriel Marià Ribas de Pina und Josepa Maria Ribas die Gemeinschaft der Filles de la Misericòrdia. Josepa Maria ist in kirchlichen Quellen auch unter ihrem Ordensnamen Sor Concepció de Sant Josep Ribas überliefert. Die Gründung wird bis heute in Pina erinnert: Jedes Jahr am 14. September versammelt sich die franziskanische Gemeinschaft zu ihrem Jahrestag.

Die Gründung in Pina

Die Bezeichnung „Töchter der Barmherzigkeit“ war programmatisch. Die katholische Frauengemeinschaft orientierte sich an der Regel des heiligen Franziskus und widmete sich vor allem der Bildung sowie der Betreuung und Pflege von Menschen. Damit begann in einem kleinen Ort der Inselmitte eine Ordensgeschichte, deren Wirkung später über Mallorca hinausreichte.

Pina blieb dabei mehr als eine historische Ortsangabe. Das Kloster gilt als Gründungshaus der Gemeinschaft, und auch die Pfarrgemeinde bewahrt die Erinnerung an die beiden Gründer; ihre Gräber befinden sich nach Angaben des Bistums in der Pfarrkirche des Dorfes. Bei den jährlichen Gedenkfeiern kommen Ordensschwestern, Vertreter der von ihnen getragenen Einrichtungen und die Gemeinde zusammen. Nach der Eucharistie wurde der Festtag zuletzt auch im Haupthof des Klosters begangen – ein Zeichen dafür, dass das Ensemble weiterhin ein lebendiger Erinnerungsort ist.

Vom ersten Haus zum Mutterhaus

Das erste Kloster lag innerhalb jenes Häuserblocks, zu dem auch die Kirche gehört. Schon wenige Jahre nach der Gründung übernahm das Haus eine zentrale Aufgabe für den Nachwuchs der Gemeinschaft: Von 1862 bis in die 1980er-Jahre diente es als Noviziat. Hier wurden angehende Ordensfrauen in das geistliche Leben und in die Aufgaben der Kongregation eingeführt.

Mit dem Wachstum der Gemeinschaft reichte der ältere Bereich nicht mehr aus. Im Jahr 1891 entstand auf der anderen Straßenseite ein neues Gebäude. Statt die beiden Teile nur über den öffentlichen Straßenraum miteinander zu verbinden, ließ man einen erhöhten Übergang errichten. Dieser kleine Brückengang ist heute das augenfälligste Zeugnis der Erweiterung und macht die Baugeschichte von außen unmittelbar lesbar.

Die Kapelle und die Anerkennung des Ordens

Eine weitere wichtige Bauphase folgte im frühen 20. Jahrhundert. Im Jahr 1921 erhielt die Gemeinschaft die päpstliche Anerkennung durch Benedikt XV. Wenig später wurde die Klosterkapelle vollendet. Ihre Einweihung fand 1924 statt; den Entwurf lieferte der Architekt Francesc Ferrer Moragues.

Die Kapelle gab dem Mutterhaus einen eigenen, architektonisch klar hervorgehobenen Gottesdienstraum. Zugleich griff ihre Ausstattung zentrale Themen der Gemeinschaft auf: das franziskanische Wappen an der Fassade, Darstellungen des heiligen Franziskus und die Heilige Familie im Inneren. So wurde die Ordensidentität nicht nur in Regeln und Tätigkeiten, sondern auch im Bau selbst sichtbar.

Was es zu sehen gibt

Der erste Eindruck entsteht nicht vor einem großen Portal, sondern beim Zusammenspiel mehrerer Baukörper. Hinter der Pfarrkirche setzt sich die historische Bebauung entlang der Straße fort; gegenüber steht der jüngere Klostertrakt. Dazwischen schwebt die kleine Verbindungsbrücke. Sie ist funktional, wirkt aber zugleich wie ein steinernes Satzzeichen zwischen der Gründungszeit und der späteren Erweiterung.

Die beiden Klostergebäude

Das Ensemble besteht aus zwei getrennten Häusern. Der ältere Klosterbereich gehört zum Baublock der Kirche, während der Bau von 1891 auf der anderen Straßenseite liegt. Diese Anordnung erklärt, weshalb das Convent de les Filles de la Misericòrdia von außen nicht wie eine streng symmetrische, in einem Zug geplante Anlage erscheint. Es ist ein gewachsener Ort, der sich an die Struktur des Dorfes anpassen musste.

Für die Betrachtung von außen ist deshalb ein kleiner Standortwechsel lohnend. Direkt vor einem der Gebäude sieht man vor allem die jeweilige Fassade; aus etwas Abstand lässt sich dagegen nachvollziehen, wie Straße, Altbau, Erweiterung und Brücke zusammenwirken. Gerade dieser Übergang unterscheidet das Kloster von vielen anderen religiösen Gebäuden Mallorcas.

Die Verbindungsbrücke

Der Brückengang entstand, um den älteren Klosterbereich mit dem Neubau von 1891 zu verbinden. Er führt über die Straße und erlaubte den Schwestern den Wechsel zwischen den Gebäuden, ohne das Klostergefüge auf Straßenniveau verlassen zu müssen. Die Konstruktion ist keine dekorative Zugabe, sondern die sichtbare Antwort auf ein sehr praktisches Problem.

Von der Rückseite der Kirche aus lässt sich besonders gut erkennen, dass die Gemeinschaft ihr Gründungshaus nicht aufgab, sondern durch einen zweiten Bau erweiterte. Der Übergang hält beide Phasen buchstäblich zusammen.

Der Eingang und die Vorhalle

Ein Portal mit geradem Sturz führt in einen kleinen Vorraum, von dem drei Türen abgehen. Auf der linken Seite liegt die Eingangshalle. Ihre malerische Ausgestaltung gehört zu den bemerkenswerten Innenraumelementen des Klosters. Zu sehen ist dort unter anderem ein Porträt des Gründers Gabriel Marià Ribas. Das Bild stellt die Verbindung zwischen dem Gebäude und der Person her, die den Aufbau der Gemeinschaft in Pina maßgeblich vorantrieb.

Der rechteckige Innenhof

Rechts vom Vorraum öffnet sich ein rechteckiger Hof. Sein wichtigstes Kunstwerk ist eine Skulpturengruppe mit dem heiligen Franziskus, der Bruder Leo segnet. Das Motiv verweist direkt auf die franziskanische Ausrichtung der Filles de la Misericòrdia.

Kirchliche Berichte nennen den Haupthof des Klosters zudem als Ort gemeinschaftlicher Zusammenkünfte: Nach einer Feier zum Jahrestag der Kongregation versammelten sich Ordensangehörige und Gäste dort zu einem gemeinsamen Abschluss.

Die Fassade der Kapelle

Die 1924 eingeweihte Kapelle ist an ihrer eigenständigen Front zu erkennen. Das Portal schließt mit einem Spitzbogen. Im Tympanon befindet sich das franziskanische Wappen, darüber öffnet sich eine Rosette. Drei kleinere Fenster gliedern zusätzlich die Fassade, deren oberer Abschluss von einem kleinen Glockenaufsatz bekrönt wird.

Diese Elemente geben dem Gotteshaus eine deutlich sakrale Erscheinung, ohne die Maßstäbe des Dorfes zu sprengen. Besonders das Wappen verdient Aufmerksamkeit: Es macht bereits vor dem Betreten sichtbar, welcher geistlichen Tradition die Gemeinschaft folgt. Rosette und Fenster bringen zugleich Licht in den einschiffigen Innenraum.

Das Kirchenschiff

Im Inneren besitzt die Kapelle ein einzelnes Schiff mit rechteckigem Grundriss. Den Raum überspannt eine hölzerne Kassettendecke. Im Bereich des Presbyteriums und der Empore treten verlängerte Balken hervor; ein bühnenartig wirkender Bogen trägt zur räumlichen Gliederung bei.

Das Holz der Decke setzt einen warmen Gegenpol zu den gemauerten Flächen und lenkt den Blick in Längsrichtung auf den Altarraum. Weil keine Seitenschiffe ablenken, bleibt die räumliche Ordnung leicht nachvollziehbar: Eingang, Gemeinderaum und Presbyterium folgen klar aufeinander.

Das Presbyterium

Ein quer zum Schiff geführter Rundbogen markiert den Zugang zum Presbyterium. Im Hintergrund befindet sich eine Nische mit dem Tabernakel. Ein plastisches Relief zeigt die Heilige Familie und den heiligen Franziskus; als Urheber wird der Bildhauer Oliver genannt. Zusammen mit dem Wappen an der Fassade und der Skulptur im Hof entsteht so ein durchgehendes franziskanisches Bildprogramm.

Der Besuch

Der Rundgang beginnt am besten nicht mit der Suche nach einem einzelnen Haupteingang, sondern mit einem Blick auf das gesamte Ensemble. Von der Pfarrkirche führt der Weg auf ihre Rückseite, wo die beiden Klostergebäude und der Übergang über der Straße verständlich werden. Erst danach lohnt es sich, die Fassade der Kapelle und ihre einzelnen Elemente näher zu betrachten.

Außenansicht und Baugeschichte

Auch wenn kein Zugang zum Inneren möglich ist, bleibt das Kloster als historischer Ort lesbar. Die Lage des älteren Hauses im Kirchenblock, der gegenüberliegende Bau von 1891 und die Brücke erzählen gemeinsam von der Ausdehnung der Kongregation. Wer nur frontal auf eine Fassade schaut, übersieht gerade diese wichtigste Besonderheit.

Für die Außenbesichtigung sollte auch die Kapellenfront einbezogen werden. Spitzbogenportal, franziskanisches Wappen, Rosette, kleine Fenster und Glockenaufsatz lassen sich ohne langen Rundgang erfassen. Das Convent de les Filles de la Misericòrdia eignet sich daher gut als kultureller Halt bei einem Spaziergang durch Pina, nicht aber als beliebig zugängliche Großanlage.

Ein möglicher Innenbesuch

Falls die Kapelle und die Klosterräume zugänglich sind, folgt die Besichtigung der inneren Ordnung des Hauses. Vom kleinen Vorraum führen die Wege zur bildlich geschmückten Eingangshalle, zum rechteckigen Hof und in Richtung der Kapelle. Das Gründerporträt, die Skulptur des heiligen Franziskus und das Relief im Presbyterium ergeben zusammen eine verständliche Erzählung über Herkunft und Spiritualität der Gemeinschaft.

Der Ort verlangt eine ruhige, respektvolle Besuchsweise. Es handelt sich um das Gründungshaus einer religiösen Kongregation und nicht um einen weitläufigen Museumskomplex. Räume, in denen Gottesdienste oder Zusammenkünfte stattfinden, sollten entsprechend zurückhaltend betreten werden. Fotografieren ist nur sinnvoll, wenn es vor Ort ausdrücklich erlaubt ist.

Zeitplanung und Zugang

Wie viel Zeit erforderlich ist, hängt vor allem davon ab, ob nur die Außenansicht oder auch das Innere zugänglich ist. Für die Fassaden, die Brücke und die Einordnung in den Ortskern genügt ein kompakter Rundgang. Ein offener Zugang zur Eingangshalle, zum Hof und zur Kapelle erweitert den Besuch deutlich, weil dort die wichtigsten Kunst- und Architekturelemente liegen.

Verbindliche allgemeine Öffnungszeiten und Eintrittsangaben sind nicht erfasst. Wer eigens wegen der Innenräume nach Pina fährt, sollte den Zugang deshalb vor der Anreise aktuell prüfen. Ohne vorherige Bestätigung empfiehlt es sich, den Besuch so zu planen, dass auch die Außenansicht und ein Rundgang durch Pina den Ausflug tragen.

Anfahrt und Parken

Von Palma und vom Flughafen führt die Anfahrt zunächst über die Ma-15 in Richtung des Inselinneren. Der Abzweig über die Ma-3130 bringt Reisende nach Pina. Die angegebenen Strecken und Fahrzeiten gelten bis zum Ort; das letzte Stück führt durch die überschaubaren Dorfstraßen zum Bereich der Pfarrkirche, hinter der sich das Klosterensemble erstreckt.

Vom Flughafen Palma

Ab dem Flughafen Palma beträgt die Straßenstrecke bis Pina 28 Kilometer. Die Fahrt dauert rund 26 Minuten und verläuft über die Ma-15 und anschließend über die Ma-3130. Nach der Ankunft im Dorf dient die Pfarrkirche als hilfreicher Orientierungspunkt: Der ältere Teil des Klosters gehört zu ihrem Baublock, der jüngere Bau steht dahinter auf der anderen Straßenseite.

Die über der Straße verlaufende Brücke ist beim letzten Abschnitt ein besseres Erkennungszeichen als eine repräsentative Klosterfront. Wer nur nach einem freistehenden Großbau Ausschau hält, kann das Ensemble leicht missverstehen. Für die endgültige Orientierung lohnt sich daher der Weg hinter die Kirche.

Von Palma

Vom Zentrum Palmas sind es auf der Straße 30 Kilometer bis Pina. Die Fahrt dauert rund 34 Minuten. Auch diese Route folgt der Ma-15 und wechselt anschließend auf die Ma-3130. Die Entfernungs- und Zeitangaben enden in Pina; innerhalb des Ortes richtet sich die weitere Anfahrt nach dem Bereich um die Pfarrkirche.

Das Kloster lässt sich innerhalb des Dorfkerns zu Fuß am besten erfassen, weil für die Sicht auf Altbau, Erweiterung und Brückengang ohnehin mehrere Standpunkte nötig sind.

Mit dem Bus

Als Haltestellen im Ort dienen Pina 1 und Pina 2. Von dort führt das letzte Stück zu Fuß durch den Dorfkern in Richtung Pfarrkirche. Die genaue Verbindung sollte vor der Fahrt anhand des aktuellen Fahrplans geprüft werden, da Linienführung und Takt variieren können. Vor Ort ist die Kirche wiederum der einfachste Orientierungspunkt für den Zugang zur Rückseite und zum Kloster.

Buslinien nach Convent de les Filles de la Misericòrdia im Überblick

LinieStreckeFahrten/TagErste FahrtLetzte Fahrt
432Sineu - Algaida7106:3722:00

Aus den offiziellen GTFS-Fahrplandaten (TIB/SFM), ohne Echtzeit. Die Zahlen fassen alle Halte im Ort zusammen; Fahrten an Wochenenden und Feiertagen weichen ab — vor der Fahrt beim Betreiber prüfen.

Anfahrt mit dem Bus

  • Pina 2 (4018) · 0,3 km Luftlinie

    • 432Sineu - Algaida · Täglich
  • Pina 1 (4017) · 0,3 km Luftlinie

    • 432Sineu - Algaida · Täglich

Fahrplandaten: offizielle GTFS-Daten (TIB/EMT), ohne Echtzeit — Zeiten vor Fahrtantritt beim Betreiber prüfen.

In der Umgebung

Pina ist kein Ort, den man nach dem Blick auf die Klosterfassade sofort wieder verlassen muss. Das kleine Dorf gehört zur Gemeinde Algaida und liegt im Pla de Mallorca, der weiten Inselmitte zwischen der Serra de Tramuntana und den östlichen Höhenzügen. Landwirtschaftliche Flächen mit Mandel-, Johannisbrot- und Feigenbäumen prägen das Umfeld.

Die Pfarrkirche von Pina

Die Pfarrkirche ist dem heiligen Kosmas und dem heiligen Damian gewidmet und bildet den unmittelbaren Bezugspunkt des Klosters. Der heutige Bau entstand im 19. Jahrhundert unter Einbeziehung einer älteren Struktur. Gabriel Marià Ribas, Mitgründer der Filles de la Misericòrdia, gehörte zu den maßgeblichen Förderern des Kirchenbaus.

Auffällig sind die beiden quadratischen Türme mit steinernen Figuren der beiden Heiligen. Im Inneren besitzt die Kirche ein einzelnes Schiff, Seitenkapellen, ein Querhaus und eine quadratische Apsis. Für die Geschichte des Klosters ist sie besonders wichtig, weil die Erinnerung an die Gründer dort bewahrt wird. Kloster und Pfarrkirche sollten deshalb als zwei eigenständige, aber geschichtlich eng verbundene Stationen betrachtet werden.

Die Font de Pina

Am Ortseingang liegt mit der Font de Pina ein Bauwerk ganz anderer Herkunft. Die Quelle geht auf ein arabisches Qanat zurück, also ein System zur unterirdischen Wasserführung. Zum gepflasterten Ensemble gehören eine kleine Kapelle über dem Wasseraustritt und ehemalige öffentliche Waschplätze.

Die Verbindung mit dem Klosterbesuch ist reizvoll, weil sie zwei sehr unterschiedliche Kapitel der Ortsgeschichte sichtbar macht: hier die islamisch geprägte Wassertechnik, dort die christliche Ordensgründung des 19. Jahrhunderts. Beide Orte liegen innerhalb des kleinen Dorfes und lassen sich ohne ausgedehnte Fahrt miteinander verbinden.

Wegekreuz und Windmühle

Neben den Gärten der Quelle steht das Wegekreuz von Pina. Es stammt aus dem 19. Jahrhundert und markiert den historischen Ortseingang an der Straße nach Sineu. Zusammen mit Quelle, Kirche und Kloster ergibt sich eine kurze Folge markanter Punkte, an denen sich die Entwicklung des Dorfes ablesen lässt.

Im Ortskern hat sich außerdem die Windmühle von Pina an der Carrer de Sant Plàcid erhalten. Weitere Mühlen liegen außerhalb der geschlossenen Bebauung. Sie erinnern an die landwirtschaftliche Prägung des Pla de Mallorca und setzen einen passenden Gegenakzent zur religiösen Architektur rund um Kirche und Kloster.

Insider-Tipps von Einheimischen

  • Die Brücke richtig ansehen

    Nicht nur vor der Kapelle stehen bleiben: Hinter der Pfarrkirche zeigt sich der Übergang über der Straße besonders verständlich. Hier lassen sich der ältere Klosterbereich und der Bau von 1891 in einem Blick erfassen.

  • Wappen über dem Portal

    Am Spitzbogenportal der Kapelle lohnt sich der Blick ins Tympanon. Dort sitzt das franziskanische Wappen – der unauffällige Schlüssel zur Ordensidentität, die sich auch in den Franziskusdarstellungen im Hof und im Presbyterium fortsetzt.

  • Im Vorraum nach links

    Falls der Innenbereich zugänglich ist, führt die linke Tür des kleinen Vorraums in die bildlich ausgeschmückte Eingangshalle. Dort hängt auch das Porträt des Mitgründers Gabriel Marià Ribas de Pina.

  • Mit der Font de Pina verbinden

    Die Font de Pina ergänzt den Klosterbesuch um ein älteres Kapitel des Ortes. Das arabische Qanat, die geschützte Wasserstelle und die ehemaligen öffentlichen Waschplätze liegen im Dorf und lassen sich gut in denselben Rundgang aufnehmen.

Der Ort dazu

Pina im Ortsporträt
32°C Pina
Was ist das Convent de les Filles de la Misericòrdia?
Das Convent de les Filles de la Misericòrdia ist das Gründungshaus einer katholischen franziskanischen Frauengemeinschaft in Pina. Die Kongregation entstand 1856 auf Initiative der Geschwister Gabriel Marià Ribas de Pina und Josepa Maria Ribas, die als Ordensfrau Sor Concepció de Sant Josep bekannt wurde. Das Ensemble umfasst einen älteren Klosterbereich beim Kirchenblock, einen späteren Bau auf der anderen Straßenseite und eine eigene Kapelle. Seine Bedeutung liegt weniger in monumentaler Größe als in seiner Rolle als Ausgangspunkt einer Gemeinschaft, die sich der Bildung und Fürsorge widmete.
Warum lohnt sich ein Besuch des Klosters in Pina?
Der Besuch verbindet Ordensgeschichte mit einer ungewöhnlich gut ablesbaren Bauentwicklung. Zwei Klostergebäude stehen auf unterschiedlichen Seiten einer Straße und sind durch einen erhöhten Übergang miteinander verbunden. Hinzu kommen die 1924 eingeweihte Kapelle, das franziskanische Wappen am Portal, die Rosette, eine hölzerne Kassettendecke und mehrere Darstellungen des heiligen Franziskus. Das Ensemble eignet sich besonders für Reisende, die religiöse Architektur und die Geschichte der Inselmitte abseits der großen Klöster Mallorcas kennenlernen möchten.
Wer gründete die Filles de la Misericòrdia in Pina?
Gegründet wurde die Gemeinschaft 1856 von den Geschwistern Gabriel Marià Ribas de Pina und Josepa Maria Ribas. In kirchlichen Quellen erscheint die Mitgründerin auch unter ihrem Ordensnamen Sor Concepció de Sant Josep Ribas. Die Kongregation folgte der franziskanischen Tradition und widmete sich insbesondere Bildungs- und Fürsorgeaufgaben. Pina blieb ihr historisches Gründungszentrum. Der Jahrestag wird am 14. September begangen, und die örtliche Pfarrgemeinde bewahrt die Erinnerung an die Gründer sowie ihre Grabstätten in der Pfarrkirche.
Warum führt eine Brücke über die Straße zwischen den Gebäuden?
Das erste Kloster lag in dem Häuserblock, zu dem auch die Kirche gehört. Als die Gemeinschaft mehr Raum benötigte, wurde 1891 auf der anderen Straßenseite ein zusätzliches Gebäude errichtet. Der erhöhte Brückengang verband den Neubau mit dem älteren Klosterbereich und ermöglichte einen direkten Wechsel zwischen beiden Häusern. Heute ist diese Konstruktion das auffälligste äußere Merkmal des Ensembles. Besonders von der Rückseite der Pfarrkirche lässt sich erkennen, wie die Brücke zwei verschiedene Bauphasen zu einer zusammenhängenden Anlage macht.
Was ist an der Kapelle des Klosters zu sehen?
Die Kapelle wurde von Francesc Ferrer Moragues entworfen und 1924 eingeweiht. Ihre Fassade besitzt ein Spitzbogenportal, das franziskanische Wappen im Tympanon, eine Rosette, drei kleinere Fenster und einen Glockenaufsatz. Innen folgt ein einzelnes rechteckiges Schiff, das von einer hölzernen Kassettendecke überspannt wird. Ein Rundbogen führt in das Presbyterium. Dort befindet sich in einer Nische der Tabernakel; ein plastisches Relief des Bildhauers Oliver zeigt die Heilige Familie und den heiligen Franziskus.
Welche weiteren Innenräume und Kunstwerke gehören zum Kloster?
Hinter dem Portal liegt ein kleiner Vorraum, von dem drei Türen abgehen. Links befindet sich eine Eingangshalle mit malerischem Schmuck und einem Porträt des Gründers Gabriel Marià Ribas. Rechts öffnet sich ein rechteckiger Hof. Dort steht eine Skulpturengruppe, auf der der heilige Franziskus Bruder Leo segnet. Diese Räume machen die geistliche Ausrichtung des Hauses verständlich: Gründerporträt, Hofskulptur, franziskanisches Wappen und das Relief in der Kapelle beziehen sich unmittelbar auf die Geschichte und Spiritualität der Gemeinschaft.
Welche Öffnungszeiten gelten und kostet der Besuch Eintritt?
Verlässliche allgemeine Öffnungszeiten und Eintrittsangaben sind für das Convent de les Filles de la Misericòrdia nicht erfasst. Da sich der Zugang zu religiös genutzten Gebäuden ändern und von Gottesdiensten oder internen Veranstaltungen abhängen kann, sollte eine mögliche Innenbesichtigung vor der Anreise aktuell geprüft werden. Die äußeren Merkmale des Ensembles – insbesondere die beiden Gebäude, der Brückengang und die Kapellenfassade – lassen sich unabhängig davon in einen Rundgang durch Pina einbeziehen. Für eine eigens geplante Innenbesichtigung empfiehlt sich jedoch eine vorherige Bestätigung.
Wie kommt man vom Flughafen Palma zum Kloster in Pina?
Vom Flughafen Palma führt die Fahrt zunächst über die Ma-15 und anschließend über die Ma-3130 nach Pina. Bis zum Ort beträgt die Straßenstrecke 28 Kilometer; die Fahrt dauert rund 26 Minuten. Diese Angaben gelten bis Pina, nicht bis zu einem bestimmten Stellplatz unmittelbar am Kloster. Im Dorf dient die Pfarrkirche als Orientierungspunkt. Das Kloster liegt in ihrem Umfeld beziehungsweise dahinter, wobei der ältere und der jüngere Bau durch die gut erkennbare Brücke über der Straße miteinander verbunden sind.
Wie erfolgt die Anfahrt von Palma und kann man mit dem Bus kommen?
Vom Zentrum Palmas sind es auf der Straße 30 Kilometer bis Pina. Die Fahrt dauert rund 34 Minuten und verläuft über die Ma-15 sowie die Ma-3130. Die genannten Werte gelten bis zum Dorf; das letzte Stück führt durch den Ortskern zur Pfarrkirche und zum dahinterliegenden Klosterensemble. Wer öffentliche Verkehrsmittel nutzt, orientiert sich an den Haltestellen Pina 1 und Pina 2. Da Fahrpläne und Anschlüsse wechseln können, sollte die konkrete Busverbindung vor der Abfahrt aktuell geprüft werden. Von den Haltestellen geht es zu Fuß durch den kleinen Ortskern.
Wie viel Zeit sollte man für die Besichtigung einplanen?
Die benötigte Zeit hängt entscheidend davon ab, ob nur das Äußere oder auch die Innenräume zugänglich sind. Für die beiden Baukörper, die Brücke über der Straße und die Kapellenfassade lässt sich ein kompakter Rundgang unternehmen. Wenn Eingangshalle, Innenhof und Kapelle geöffnet sind, kommen das Gründerporträt, die Franziskusskulptur, die Kassettendecke und das Presbyterium hinzu. Sinnvoll ist es, den Aufenthalt nicht isoliert zu planen, sondern auch die benachbarte Pfarrkirche und die Font de Pina in den Dorfrundgang einzubeziehen.
Eignet sich das Convent de les Filles de la Misericòrdia für einen Besuch mit Kindern?
Wenn der Schwerpunkt auf einem kurzen Entdeckungsrundgang liegt, ist besonders die Brücke anschaulich, die zwei Gebäude über eine Straße hinweg verbindet; auch Rosette, Wappen und Glockenaufsatz lassen sich gemeinsam suchen. Zu beachten ist, dass es sich um einen religiösen Ort handelt. Im Inneren sind eine ruhige Besuchsweise und Rücksicht auf Gottesdienste oder Veranstaltungen wichtig. An der Straße zwischen den Gebäuden sollten jüngere Kinder eng begleitet werden.
Was lässt sich in Pina mit dem Klosterbesuch verbinden?
Unmittelbar benachbart liegt die Pfarrkirche der Heiligen Kosmas und Damian, die auch für die Geschichte der Gründerfamilie wichtig ist. Am Ortseingang befindet sich die Font de Pina, ein auf ein arabisches Qanat zurückgehendes Wasserensemble mit geschütztem Austritt und ehemaligen öffentlichen Waschplätzen. Daneben steht das Wegekreuz aus dem 19. Jahrhundert. Im Ortskern ist außerdem die Windmühle von Pina an der Carrer de Sant Plàcid erhalten. So lässt sich der Klosterbesuch zu einem Rundgang erweitern, der religiöse, landwirtschaftliche und wassertechnische Ortsgeschichte verbindet.