Finca Son Moragues bei Valldemossa: Olivenhaine, Geschichte und Verkostung
Die Finca Son Moragues zeigt eine Seite Mallorcas, die sich hinter den Postkartenansichten von Valldemossa leicht übersehen lässt. Oberhalb des Ortes breiten sich alte Olivenhaine, Gärten und Waldflächen an den Hängen der Serra de Tramuntana aus. Hier wird nicht bloß eine historische Kulisse bewahrt: Das Land wird ökologisch bewirtschaftet, Oliven werden verarbeitet, und Besucher können bei geführten Angeboten nachvollziehen, wie eng Landschaft, Handwerk und Lebensmittelproduktion zusammengehören.
Der Reiz liegt deshalb weniger in einem einzelnen Schaustück als im Ganzen. Knorrige Bäume stehen in einem über Jahrhunderte geformten Kulturland, eine alte Steinmauer fasst das Anwesen ein, und ein historischer Wasserspeicher erinnert daran, wie kostbar Bergwasser für Gärten und Brunnen war. Wer Son Moragues besucht, begegnet einer mallorquinischen possessió als arbeitendem landwirtschaftlichem Anwesen – nicht als dekorativem Freilichtmuseum.
Besonders lohnend ist die Finca für Menschen, die Olivenöl nicht nur probieren, sondern seinen Ursprung verstehen möchten. Geführte Rundgänge, Ölverkostungen, Workshops und saisonale Aktivitäten stellen den Weg vom Baum bis zum fertigen nativen Olivenöl extra in den Mittelpunkt. Auch ein Picknick unter alten Olivenbäumen wird als Erlebnis angeboten, wobei die zugänglichen Bereiche vom gewählten Format abhängen.
Son Moragues passt zudem gut zu einem Tag in Valldemossa. Die Finca öffnet den Blick auf jene Landwirtschaft, die das Erscheinungsbild der Tramuntana seit Jahrhunderten prägt. Statt möglichst viele Stationen abzuhaken, lohnt es sich hier, langsam hinzusehen: auf silbrig wirkendes Laub, die Struktur der alten Stämme und die Spuren einer bis heute genutzten Kulturlandschaft.
Geschichte und Bedeutung
Mehr als fünf Jahrhunderte liegen zwischen den Anfängen des Anwesens und seiner heutigen Nutzung. Die lange Geschichte ist auf Son Moragues nicht nur eine Erzählung über frühere Besitzer, sondern im Gelände selbst ablesbar: in den historischen Olivenhainen, den Mauern, der Wasserführung und der fortdauernden landwirtschaftlichen Arbeit. Die Finca gehört damit zu jener alten Kulturlandschaft der Serra de Tramuntana, in der steile Hänge durch Wissen, Pflege und dauernde Anpassung nutzbar gemacht wurden.
Die historische Possessió
Als possessió war Son Moragues ein landwirtschaftliches Gut und kein reiner Landsitz. Zum Anwesen gehören Olivenhaine, Obst- und Gemüsegärten sowie Waldflächen. Diese Einordnung ist für den Besuch entscheidend: Die alten Bäume stehen nicht zufällig malerisch am Hang, sondern sind Teil einer über Generationen gepflegten Produktionslandschaft. Noch heute entstehen auf der Finca biologisches natives Olivenöl extra, eingelegte Oliven, Marmeladen und Chutneys.
Der Olivenanbau hat das Gelände ebenso geprägt wie die gebaute Infrastruktur. Bäume in höheren Lagen müssen mit raueren Bedingungen zurechtkommen als jene in geschützteren Teilen des Gutes. Gerade dieser Unterschied zwischen einzelnen Standorten gehört zur Geschichte der Finca.
Sa Balsa und das Wasser
Im 18. Jahrhundert wurde ein Wasserbecken angelegt, das frisches Bergwasser für die Gemüsegärten und Brunnen des Anwesens bereitstellte. Dieser als Sa Balsa bezeichnete Ort macht ein Grundthema traditioneller Berglandwirtschaft anschaulich: Nicht allein fruchtbarer Boden, sondern vor allem das Sammeln und Verteilen von Wasser entschied darüber, was auf einem Anwesen gedeihen konnte.
Das Becken ist daher weit mehr als ein hübsches historisches Detail. Es verweist auf ein technisches System, das Nutzgärten und gestaltete Bereiche versorgte. Wer Sa Balsa im Rahmen eines angebotenen Besuchs erreicht, sieht einen Ort, an dem sich Zweckmäßigkeit und Landschaftsgestaltung überlagern.
Erzherzog Ludwig Salvator
Im 19. Jahrhundert prägte Erzherzog Ludwig Salvator von Österreich-Toskana das Anwesen und verwandelte Son Moragues in einen Rückzugsort zwischen alten Bäumen und Volieren. Der Erzherzog ist eng mit der Landschaft rund um Valldemossa verbunden.
Die heutige Erneuerung
In jüngerer Zeit wurde die Finca über Jahre regeneriert, um dem historischen Landgut neue Vitalität zu geben. Die heutige Bewirtschaftung setzt auf ökologische Produktion und auf einen Kreislauf, in dem auch Tiere Aufgaben übernehmen: Schafe trimmen die Olivenbäume und sind Teil des natürlichen Kreislaufs.
Son Moragues ist deshalb weder eine stillgelegte Ölmühle noch ein konserviertes Herrenhaus. Das Anwesen produziert weiterhin und vermittelt seine Arbeit durch Führungen, Verkostungen und Workshops. Vergangenheit wird hier nicht vom gegenwärtigen Betrieb getrennt, sondern erklärt, warum Olivenbäume, Wasseranlagen und traditionelle Produkte noch immer Aufmerksamkeit und Pflege verlangen.
Was es zu sehen gibt
Das eindrucksvollste Ausstellungsstück wurzelt im Boden. In den historischen Hainen stehen alte Olivenbäume mit kräftigen, unregelmäßig gewachsenen Stämmen; darüber flimmern schmale Blätter, deren Unterseiten im Licht silbrig erscheinen können. Zwischen den Bäumen wird verständlich, dass Olivenöl nicht zuerst ein Produkt in einer Flasche ist, sondern das Ergebnis einer Landschaft, die gelesen, gepflegt und zur richtigen Zeit geerntet werden muss.
Die historischen Olivenhaine
Ein geführter Gang durch den Hain lenkt den Blick auf Unterschiede, an denen ungeübte Besucher sonst vorbeigehen würden. Manche Oliven stammen von besonders alten und großen Bäumen, andere wachsen weiter oben unter anspruchsvolleren Bedingungen. Son Moragues verarbeitet Früchte aus diesen unterschiedlichen Bereichen zu verschiedenen Ölen. Die Lage des Baumes und der Erntezeitpunkt wirken sich folglich auf das Endprodukt aus.
Auch der ökologische Pflanzenschutz wird draußen sichtbar. Auf den Blättern und Zweigen kann eine Tonschicht auffallen, die gegen bestimmte Schädlinge eingesetzt wird. Was zunächst wie Staub wirkt, gehört damit zur praktischen Arbeit des Gutes. Dazu kommen die Schafe: Sie sind nicht bloß ländliche Staffage, sondern trimmen die Bäume und veranschaulichen den angestrebten natürlichen Kreislauf.
Die Haine lassen sich am besten als gewachsene Arbeitsräume betrachten. Unebener Boden, alte Stämme und die Staffelung am Hang erzählen mehr über Tramuntana-Landwirtschaft als eine Sammlung historischer Geräte es könnte. Bei angebotenen Touren erklären die Begleiter den Anbau und die auf Mallorca verwendeten Oliven; dadurch werden Unterschiede zwischen den Bäumen und Lagen konkret nachvollziehbar.
Die alte Steinmauer
Eine alte Steinmauer fasst das Anwesen ein. Sie strukturiert nicht nur den Blick, sondern gehört zur praktischen Grammatik der Berglandschaft. Auf Son Moragues markiert sie den historischen Raum des Gutes und begleitet die Fahrt beziehungsweise den Rundgang durch den Olivenhain.
Die Mauer sollte nicht isoliert als einzelnes Baudenkmal betrachtet werden. Ihre Wirkung entsteht zusammen mit den Bäumen, Wegen und bewirtschafteten Flächen. Gerade diese unspektakuläre Zweckarchitektur vermittelt, wie stark die heutige Erscheinung der Tramuntana von menschlicher Arbeit geformt wurde, ohne den Charakter einer Berglandschaft zu verlieren.
Sa Balsa
Der historische Wasserspeicher aus dem 18. Jahrhundert gehört zu den konkret benennbaren Bauwerken auf dem Anwesen. Er wurde geschaffen, um frisches Wasser aus den Bergen für Gemüsegärten und Brunnen nutzbar zu machen. An diesem Punkt wird sichtbar, dass ein Landgut nicht allein aus Wohn- und Wirtschaftsgebäuden bestand, sondern auf einer sorgfältig organisierten Versorgung beruhte.
Sa Balsa dient bei bestimmten Besuchserlebnissen außerdem als Ort für die Verkostung lokaler Erzeugnisse. Dann schließt sich der Kreis vom historischen Wassersystem zur heutigen Landwirtschaft: Auf den Tisch kommen unter anderem das eigene native Olivenöl extra, Chutneys und Marmeladen. Welche Speisen Teil eines konkreten Angebots sind, sollte allerdings vorab beim Anbieter geprüft werden.
Die Olivenölverkostung
Bei der Verkostung wird aus dem Landschaftseindruck eine sensorische Erfahrung. Das Öl lässt sich nicht nur als mild oder kräftig beurteilen; erklärt werden auch Herstellung, Ernte und die Eigenschaften hochwertiger Olivenöle. Son Moragues bietet dafür sowohl Formate auf der Finca als auch eine intimere Verkostung im Geschäft in Valldemossa an, von dem sich der Blick zur Kartause richtet.
Besonders aufschlussreich ist die Verbindung zwischen den Standorten der Bäume und den verschiedenen Ölen. Eine Variante stammt aus früher Ernte und von den ältesten sowie größten Bäumen der Finca. Ein weiteres Öl wird aus Früchten von Bäumen in höher gelegenen, härteren Lagen erzeugt. Für die besondere Abfüllung des erstgenannten Öls werden Flaschen der mallorquinischen Glasbläserfamilie Gordiola verwendet. Damit begegnen sich in einem Produkt Landwirtschaft und ein weiteres traditionsreiches Handwerk der Insel.
Gärten, Obstflächen und Wald
Son Moragues besteht nicht nur aus Oliven. Zum historischen Berggut gehören auch Gärten, Obstflächen und alte Waldbereiche. Sie erklären, weshalb die heutige Arbeit breiter angelegt ist als die Herstellung eines einzigen Produkts. Marmeladen, Chutneys und eingelegte Oliven verweisen auf diese Vielfalt, ohne dass das Gelände den Charakter einer Schauproduktion annimmt.
Welche dieser Bereiche ein Besucher tatsächlich betritt, richtet sich nach Führung, Workshop oder individuell vereinbartem Erlebnis. Gerade deshalb lohnt eine klare Absprache vorab. Ein Rundgang durch die Olivenhaine, ein Workshop und ein Picknick setzen jeweils andere Schwerpunkte und erschließen nicht automatisch dieselben Orte.
Der Besuch
Son Moragues ist ein aktiver landwirtschaftlicher Betrieb, der seine Arbeit in organisierten Formaten vermittelt. Angeboten werden geführte Besuche, Olivenölverkostungen, Workshops, Aktivitäten im Jahreslauf und individuell abgestimmte Erlebnisse. Wer gezielt die historischen Haine, Sa Balsa oder die Produktionsweise kennenlernen möchte, sollte daher vorab klären, welches Format diese Inhalte umfasst.
Führung durch den Olivenhain
Bei einem geführten Besuch steht die Landschaft selbst im Mittelpunkt. Der Weg führt durch den historischen Olivenbestand; dabei geht es um lokale Oliven, Anbauweisen und die Bedingungen verschiedener Lagen. Bestimmte Angebote erschließen das weitläufige Gelände mit einem historischen Land Rover. Das ist jedoch kein allgemeines Versprechen für jeden Termin, sondern Bestandteil entsprechend ausgewiesener Erlebnisse.
Wie viel Zeit ein Besuch beansprucht, hängt vom gebuchten Programm ab. Ein Rundgang mit fachlicher Erklärung folgt einem anderen Ablauf als eine Verkostung, ein Workshop oder ein Picknick. Statt eine starre Aufenthaltsdauer einzuplanen, empfiehlt es sich, den Zeitrahmen des jeweiligen Angebots vor der Anfahrt zu prüfen und anschließend noch Spielraum für Valldemossa zu lassen.
Olivenöl-Workshop
Der Workshop richtet sich an Besucher, die genauer wissen möchten, woran sich hochwertiges Olivenöl erkennen lässt. Verkostet wird im Umfeld des alten Olivenhains, während zugleich die ökologische Herstellung vom Anbau bis zum fertigen Produkt erklärt wird. Dadurch bleibt die Degustation nicht abstrakt: Die Bäume und Standorte, von denen gesprochen wird, liegen unmittelbar im besuchten Gelände.
Ein solches Format verlangt mehr Aufmerksamkeit als ein kurzer Einkaufsstopp. Duft, Geschmack und Herstellungsweise werden miteinander verbunden. Wer sich vor allem für mallorquinische Lebensmittel, ökologische Landwirtschaft oder die Unterschiede zwischen Olivenölen interessiert, erhält hier den dichtesten Einblick in die Arbeit der Finca.
Picknick unter Olivenbäumen
Das Picknick verbindet einen Spaziergang durch den historischen Hain mit einer Rast im Schatten alter Olivenbäume. Es ist das ruhigere Besuchsformat und setzt stärker auf Landschaftserlebnis als auf einen systematischen Kurs. Gerade an warmen Tagen ist der Schatten Teil des Reizes; dennoch bleibt der Weg durch ein landwirtschaftlich geprägtes Gelände und sollte entsprechend vorbereitet werden.
Da Aktivitäten auf einer arbeitenden Finca von Organisation und Jahreslauf abhängen, ist eine vorherige Abstimmung sinnvoll. Die regulär erfassten Zeiten liegen montags bis freitags am Vormittag sowie erneut am Nachmittag.
Ruhige Besuchszeiten
Die Tageszeit für einen Besuch richtet sich nach dem jeweiligen Führungs- oder Workshoptermin. Der Besuch erfolgt über organisierte Erlebnisse. Wer eine ruhige Atmosphäre sucht, sollte nach einem kleineren oder individuell abgestimmten Format fragen, statt allein auf frühes Erscheinen zu setzen.
Für das Licht im Olivenhain sind Randstunden reizvoll, doch entscheidend bleibt der bestätigte Termin. Die silbrigen Blattunterseiten und die Formen alter Stämme treten bei schrägem Licht besonders deutlich hervor. Das ist ein guter Grund, bei der Anfrage nicht nur nach Verfügbarkeit, sondern auch nach dem geplanten Verlauf im Gelände zu fragen.
Anfahrt und Parken
Die Anfahrtswerte führen bis Valldemossa, nicht bis zu einem frei zugänglichen Besucherparkplatz innerhalb der Finca. Das ist für die Planung wichtig: Son Moragues liegt im Umfeld des Bergortes, und das letzte Stück sollte anhand der Bestätigung für die gebuchte Aktivität gefahren oder zu Fuß zurückgelegt werden. Da verschiedene Erlebnisse auf der Finca oder im Geschäft in Valldemossa beginnen können, ist der genannte Treffpunkt maßgeblich.
Vom Flughafen Palma
Vom Flughafen Palma beträgt die Straßenstrecke bis Valldemossa 25 Kilometer. Die Fahrt dauert rund 30 Minuten und führt zunächst über die Ma-20, anschließend über die Ma-1110 in Richtung Tramuntana.
Nach Erreichen des Ortes folgt das letzte Stück zur Finca entsprechend der für Führung, Workshop oder Picknick übermittelten Anweisung. Es wäre irreführend, die Fahrtzeit bis Valldemossa mit einer Ankunft am eigentlichen Startpunkt gleichzusetzen. Für die Ortsdurchfahrt, die Orientierung und einen möglichen Fußweg sollte daher zusätzlicher Spielraum bleiben.
Von Palma Zentrum
Vom Zentrum Palmas sind es auf der Straße 19 Kilometer bis Valldemossa. Die Fahrt über die Ma-1110 dauert rund 35 Minuten. Obwohl die Strecke kürzer ist als vom Flughafen, kann der Stadtverkehr die Fahrzeit beeinflussen; die genannte Dauer endet wiederum im Ort und nicht automatisch am Zugang des Anwesens.
Wer mit dem Mietwagen kommt, sollte nicht auf gut Glück in landwirtschaftliche Zufahrten einbiegen. Sinnvoller ist es, den bestätigten Treffpunkt zu verwenden.
Mit dem Bus
Im Bereich Valldemossa liegen die Haltestellen Valldemossa 1 und Valldemossa 2; außerdem befindet sich die Haltestelle Ermita de la Trinitat 2 im weiteren Umfeld. Welche davon für ein konkretes Erlebnis geeignet ist, hängt vom Treffpunkt ab. Die bloße Nähe auf der Karte sagt bei einem Hanggrundstück wenig darüber aus, wie bequem das letzte Stück tatsächlich ist.
Für eine Anreise ohne Auto sollte deshalb vorab geklärt werden, ob der Beginn im Ort, am Geschäft in Valldemossa oder direkt auf dem Anwesen liegt. So lässt sich vermeiden, dass Busankunft und Startpunkt zwar räumlich nah wirken, aber durch Steigung, Zufahrt oder einen längeren Weg voneinander getrennt sind.
Buslinien nach Finca Son Moragues im Überblick
| Linie | Strecke | Fahrten/Tag | Erste Fahrt | Letzte Fahrt |
|---|---|---|---|---|
| 203 | Valldemossa / Deià | 136 | 06:47 | 22:34 |
Aus den offiziellen GTFS-Fahrplandaten (TIB/SFM), ohne Echtzeit. Die Zahlen fassen alle Halte im Ort zusammen; Fahrten an Wochenenden und Feiertagen weichen ab — vor der Fahrt beim Betreiber prüfen.
Anfahrt mit dem Bus
Valldemossa 1 (63002) · 0,5 km Luftlinie
- 203Valldemossa / Deià · Täglich
Valldemossa 2 (63001) · 0,5 km Luftlinie
- 203Valldemossa / Deià · Täglich
Ermita de la Trinitat 2 (63011) · 1,9 km Luftlinie
- 203Valldemossa / Deià · Täglich
Ermita de la Trinitat 1 (63003) · 2,1 km Luftlinie
- 203Valldemossa / Deià · Täglich
Fahrplandaten: offizielle GTFS-Daten (TIB/EMT), ohne Echtzeit — Zeiten vor Fahrtantritt beim Betreiber prüfen.
In der Umgebung
Die Finca und Valldemossa lassen sich gut an einem Tag verbinden, solange für das gebuchte Erlebnis genügend Zeit reserviert bleibt.
Valldemossa
Valldemossa eignet sich als Ausgangs- oder Schlusspunkt des Besuchs. Wer zuerst die Finca besucht, versteht anschließend auch die Umgebung des Dorfes besser: Die Olivenhaine sind dann keine bloße grüne Kulisse mehr, sondern Teil einer historischen Wirtschaftslandschaft.
Umgekehrt kann ein Rundgang durch Valldemossa vor dem Fincabesuch den Gegensatz schärfen. Nach dem Ort öffnet sich auf dem Anwesen der Blick auf Hänge, Bäume und landwirtschaftliche Flächen. Für beide Stationen sollte nicht zu knapp geplant werden, denn eine Verkostung oder ein Workshop lässt sich nicht sinnvoll zwischen zwei eng gesetzte Besichtigungstermine pressen.
Die Kartause von Valldemossa
Im Geschäft von Son Moragues in Valldemossa werden Ölverkostungen in einem Rahmen mit Blick zur Kartause angeboten. Wer wenig Zeit hat oder das Gelände der Finca nicht besuchen kann, findet mit dieser Verkostung im Ort eine alternative Annäherung an das Olivenöl. Sie ersetzt allerdings nicht den Gang zwischen den alten Bäumen, bei dem Höhenlage, Boden und ökologische Pflege unmittelbar sichtbar werden.
Die Serra de Tramuntana
Son Moragues liegt in jener Kulturlandschaft, die das Verhältnis zwischen Bergnatur und menschlicher Nutzung besonders deutlich zeigt. Wälder, Haine, Gärten, Mauern und Wasseranlagen gehören hier zusammen. Nach dem Besuch wirkt die Serra de Tramuntana daher weniger wie eine unberührte Wildnis und stärker wie ein über lange Zeit gepflegter Lebens- und Arbeitsraum.
Weitere Ziele rund um Valldemossa sollten lediglich nach verfügbarer Zeit ergänzt werden. Ein vollgepackter Tagesplan widerspricht dem Charakter der Finca, deren Details sich erst beim langsamen Gehen, Zuhören und Probieren erschließen. Eine Verbindung mit dem Ort selbst ist meist stimmiger als eine lange Folge weit auseinanderliegender Sehenswürdigkeiten.
Der Ort dazu
Valldemossa im OrtsporträtWissenswertes für den Besuch
Kleidung und Witterung
Das Picknick findet im Schatten alter Olivenbäume statt, doch ein Rundgang führt nicht ausschließlich durch schattige Bereiche. Sonnenschutz und zur Jahreszeit passende Kleidung gehören daher in die Planung.
Auch die Höhenlage innerhalb der Tramuntana kann sich auf die Bedingungen auswirken. Bäume in höher gelegenen Bereichen sind gerade deshalb ein Thema der Führung, weil sie raueren Einflüssen ausgesetzt sind. Besucher sollten sich auf ein echtes Außenerlebnis einstellen und nicht auf eine vollständig klimatisierte Ausstellung.
Mit Kindern
Für Kinder können Schafe, alte Olivenbäume und der sichtbare Zusammenhang zwischen Frucht und Öl anschaulicher sein als eine klassische Museumssammlung. Ob ein Workshop, eine ausführliche Verkostung oder ein längerer Rundgang zur jeweiligen Altersgruppe passt, sollte jedoch vorab mit dem Anbieter abgestimmt werden. Eine allgemeine Altersfreigabe ist nicht erfasst.
Erwartungen an den Ort
Son Moragues ist ein aktiver landwirtschaftlicher Betrieb und vermittelt seine Arbeit durch Führungen, Verkostungen, Workshops, Picknicks und individuell abgestimmte Erlebnisse. Der Wert des Besuchs entsteht durch die Erklärung vor Ort und durch das jeweils gewählte Format.
Ebenso wenig sollte jedes auf Sondererlebnissen genannte Element als Bestandteil aller Besuche verstanden werden. Fahrten im historischen Land Rover, ein Buffet bei Sa Balsa, Picknick, Workshop und Verkostung sind unterschiedliche Formate. Vor der Anreise sollte klar sein, was gebucht oder bestätigt ist, wo der Treffpunkt liegt und wie der Besuch endet.
Einkauf und Verkostung
Die Produkte der Finca machen es möglich, die Eindrücke des Besuchs geschmacklich mitzunehmen. Neben nativem Olivenöl extra gehören eingelegte Oliven, Marmeladen und Chutneys zum Sortiment. Bei einer Verkostung lohnt es sich, nicht nur nach persönlichen Vorlieben zu entscheiden, sondern auf Erntezeitpunkt und Herkunft der Früchte innerhalb des Anwesens zu achten.
Wer ausschließlich probieren möchte, kann auch die Verkostung im Geschäft in Valldemossa in Betracht ziehen. Wer dagegen verstehen möchte, weshalb Öle aus alten Bäumen und höheren Lagen unterschiedlich behandelt werden, sollte ein Erlebnis auf der Finca wählen. Dort stehen die entscheidenden Zusammenhänge buchstäblich im Gelände.
Insider-Tipps von Einheimischen
Auf die Tonschicht achten
Der helle Belag auf manchen Olivenzweigen ist nicht einfach Staub: Son Moragues setzt Ton ein, um die Bäume gegen bestimmte Schädlinge zu schützen. Dieses unscheinbare Detail macht die ökologische Arbeitsweise direkt sichtbar.
Sa Balsa nicht übersehen
Der historische Wasserspeicher erklärt die Finca besser als manches Schaustück. Er wurde im 18. Jahrhundert angelegt, um Bergwasser zu Gemüsegärten und Brunnen zu bringen, und zeigt die technische Seite der Tramuntana-Landwirtschaft.
Nach den Höhenlagen fragen
Bei der Führung lohnt die Frage, welche Oliven von den ältesten und größten Bäumen stammen und welche in höheren, raueren Lagen wachsen. Son Moragues verarbeitet diese Herkunftsunterschiede zu verschiedenen Ölen.
Mit Valldemossa verbinden
Die Finca und Valldemossa erzählen zwei Seiten derselben Region: draußen Olivenhaine und Wasserwirtschaft, im Ort Gassen und Kartause. Für wenig Zeit bietet Son Moragues außerdem eine Ölverkostung im Geschäft mit Blick zur Kartause an.
Schafe als Landpfleger
Die Schafe im Hain sind keine dekorative Zugabe. Sie halten den Bewuchs an und zwischen den Olivenbäumen kurz und gehören zum ökologischen Kreislauf des Anwesens – ein gutes Thema für die Führung und für Kinder.