Mare de Déu del Puig: Kloster über Pollença

Über den Dächern von Pollença sitzt die Mare de Déu del Puig wie eine kleine befestigte Welt für sich. Kirche, ehemalige Klosterräume, Wehrmauer und Aussichtspunkt krönen den Puig de Maria, einen einzeln stehenden Berg am Rand der Ebene. Der Besuch beginnt deshalb nicht erst am Tor des Heiligtums: Der Aufstieg auf dem alten Weg gehört untrennbar zum Erlebnis.
Wer oben ankommt, findet kein prunkvolles Großkloster, sondern einen über Jahrhunderte gewachsenen Rückzugsort aus mallorquinischem Sandstein. Hinter den Mauern erinnern eine Kirche, der frühere Kapitelsaal, das Refektorium und ein massiver Wehrturm an Gebet, gemeinschaftliches Leben und die Gefahren, denen selbst ein Kloster auf einem Berg ausgesetzt war. Die Aussicht reicht über Pollença hinaus zu den Buchten von Pollença und Alcúdia, zur Serra de Tramuntana und in die Inselmitte.
Die Mare de Déu del Puig lohnt sich besonders für Reisende, die einen historischen Ort nicht bloß besichtigen, sondern sich ihm zu Fuß nähern möchten. Der Weg ist kurz genug für einen halben Ausflugstag, verlangt durch die anhaltende Steigung aber Kondition und vernünftiges Schuhwerk. Oben belohnen nicht nur die Fernblicke: Gerade die Verbindung aus Wallfahrtsgeschichte, schlichter Architektur und abgeschiedener Lage macht den Charakter des Heiligtums aus.
Auch wer Pollença bereits kennt, sieht den Ort nach dem Aufstieg anders. Von der Höhe werden die kompakte Altstadt, die umgebende Ebene und die Übergänge zwischen Tramuntana, Küste und mallorquinischem Binnenland auf einen Blick lesbar. So ist die Anlage zugleich Kloster, Aussichtspunkt und Ziel eines historischen Pilgerwegs.
Geschichte und Bedeutung
Der Ursprung der Mare de Déu del Puig fällt in ein Katastrophenjahr. Als die Pest 1348 Mallorca erreichte, begann auf dem Berg der Bau eines Marienheiligtums: Die Bevölkerung bat die Jungfrau um Schutz vor der Epidemie, die nach Angaben der Gemeinde Pollença etwa 20 Prozent der Inselbevölkerung das Leben kostete. Bischof Berenguer Batle genehmigte die Gründung am 31. März 1348; 1355 wurde die Kapelle geweiht.
Die Legende vom Licht
Neben dem historischen Anlass bewahrt Pollença eine Gründungslegende. Danach bemerkten Frauen aus dem Ort nachts ein geheimnisvolles Licht auf dem Berg. Gemeinsam mit dem Pfarrer stiegen sie hinauf und fanden eine Marienfigur. Als Männer die Statue in die Pfarrkirche bringen wollten, soll sie mit jedem Schritt schwerer geworden sein. Das Wunder wurde als Zeichen verstanden, dass das Bild auf dem Puig bleiben und dort eine Kapelle erhalten sollte.
Die Überlieferung ist eng mit einem weiteren Ort am Berg verbunden. Der Clot de la Verge Maria gilt der Tradition nach als jene Vertiefung, in der das Marienbild gefunden wurde. Er liegt nicht unmittelbar im Klosterhof, sondern ist über den Camí dels Ermitans erreichbar. Damit setzt sich die religiöse Erzählung in der Landschaft fort: Bergweg, Fundort und Heiligtum bilden zusammen einen kleinen Wallfahrtsraum.
Die erste Frauengemeinschaft
Ab 1362 lebten drei Laienschwestern aus Pollença auf dem Berg. Aus ihrer Gemeinschaft entwickelte sich ein Kloster, das 1371 geweiht wurde. Papst Clemens VII. bestätigte die Gemeinschaft 1388 und unterstellte sie der Regel der Augustinerinnen. Der Ort gilt als Wohnsitz der ersten weiblichen eremitischen Kongregation Mallorcas.
Das Leben der Frauen beschränkte sich nicht auf Gebet und Klausur. Überliefert sind eine Klosterschule und eine Bibliothek sowie Aufgaben in Wirtschaft, Altenpflege und Krankenpflege. Mit weiteren Schwestern wuchs auch die Anlage. Zwischen 1414 und 1564 kamen Räume hinzu, die für ein geregeltes Gemeinschaftsleben notwendig waren: Kapitelsaal, Dormitorium, Refektorium und Küche.
Schließung und Rückkehr religiösen Lebens
1564 wurde die Schließung des Klosters angeordnet. Erst 1638 öffnete die Anlage wieder. In den folgenden Jahrhunderten wechselten die religiösen Gemeinschaften, und auch das Bauwerk veränderte sein Gesicht. Eine tiefgreifende Erneuerung im 18. Jahrhundert gab der ursprünglich gotischen Kirche barocke Züge; im späten 19. Jahrhundert orientierte eine weitere Umgestaltung das Erscheinungsbild wieder an der Gotik. Daher wirkt die Fassade heute neugotisch, obwohl die Wurzeln des Heiligtums bis ins Mittelalter zurückreichen.
Heute dient die Mare de Déu del Puig nicht mehr als geschlossenes Kloster. Sie empfängt Besucher und wird kirchlich als einfache Herberge genutzt, ohne ihren Charakter als Wallfahrtsheiligtum verloren zu haben.
Was es zu sehen gibt
Schon der erste Blick auf die Anlage erklärt, warum der Ort mehr als eine Bergkapelle war. Sandsteinmauern umfassen einen kompakten Komplex aus Kirche, ehemaligen Gemeinschaftsräumen und Verteidigungsbauten. Die Architektur wirkt zurückhaltend und zweckmäßig. Gerade diese Schlichtheit lässt erkennen, dass das Leben hier von Abgeschiedenheit, gemeinsamer Arbeit und religiösem Alltag geprägt war.
Die Klosterkirche
Die Kirche ist der geistliche Mittelpunkt der Mare de Déu del Puig. Ihre Geschichte begann mit der im 14. Jahrhundert errichteten und 1355 geweihten Kapelle. Spätere Umbauten überformten das mittelalterliche Bauwerk mehrfach: Im 18. Jahrhundert erhielt es eine barocke Gestalt, bevor die neugotische Erneuerung des späten 19. Jahrhunderts wieder bewusst an ältere Formen anknüpfte.
Im Inneren befindet sich das Bild der Mare de Déu del Puig, auf das sich sowohl die Verehrung als auch die Fundlegende beziehen. Der Raum sollte nicht wie ein Kunstmuseum betrachtet werden. Seine Wirkung liegt in der Verbindung zwischen dem verehrten Marienbild, dem schlichten Kirchenraum und dem langen Weg, den Gläubige und Ausflügler bis hierher zurückgelegt haben. Wer vom hellen Bergweg eintritt, erlebt den Kontrast zwischen der offenen Landschaft und dem geschlossenen Andachtsraum besonders deutlich.
Der Kapitelsaal und die Exvotos
Der frühere Kapitelsaal gehörte zu den zentralen Räumen des klösterlichen Zusammenlebens. Hier trat die Gemeinschaft zu Beratungen zusammen und ordnete ihre Angelegenheiten. Heute dient er als kleine Museumskammer, in der Exvotos aufbewahrt werden. Solche Votivgaben wurden aus Dankbarkeit oder in der Hoffnung auf Hilfe gestiftet und machen die persönliche Seite der Wallfahrt sichtbar.
Zwischen der großen Pestgeschichte und den nüchternen Daten der Klostergründung erzählen diese Gegenstände von individuellen Bitten. Sie erinnern daran, dass Menschen nicht nur wegen der Aussicht auf den Puig stiegen, sondern mit Sorge, Hoffnung oder Dank. Der Kapitelsaal ist deshalb einer der Räume, in denen sich die religiöse Bedeutung des Ortes am unmittelbarsten erschließt.
Das Refektorium
Das Refektorium war der Speisesaal der Gemeinschaft und gehört zu den markantesten erhaltenen Klosterräumen. Seine Funktion lässt sich ohne aufwendige Inszenierung verstehen: lange gemeinsame Mahlzeiten, ein abgeschlossener Alltag und die Versorgung einer Gemeinschaft, die weit oberhalb des Ortes lebte. Überlieferte Eindrücke heben den Geruch von Holzrauch hervor, der den Raum noch lange mit seiner früheren Nutzung verband.
Zusammen mit Küche, Dormitorium und Kapitelsaal zeigt das Refektorium, dass die Mare de Déu del Puig kein einzelnes Gotteshaus war. Hinter der Kapelle entstand ein vollständiger Lebens- und Arbeitsort. Die Räume erzählen weniger durch kostbare Ausstattung als durch Proportionen, Materialien und ihre Stellung zueinander.
Wehrmauer und Verteidigungsturm
Ein Kloster auf einem freien Berggipfel war gut sichtbar, aber nicht automatisch sicher. Deshalb erhielt die Anlage gegen Ende des Mittelalters eine Befestigung mit Mauern und einem kräftigen Wehrturm. Die Verteidigungsbauten sollten Schutz vor Angriffen bieten und geben dem Heiligtum bis heute sein beinahe burgartiges Äußeres.
Der Turm ist mehr als eine malerische Ergänzung. Er macht deutlich, wie eng religiöses Leben und Schutzbedürfnis auf Mallorca verbunden sein konnten. Vom Vorplatz und von den Außenbereichen lässt sich gut erkennen, wie kompakt sich die Gebäude innerhalb des ummauerten Gipfelbereichs zusammendrängen.
Der Panoramablick
Die Aussicht öffnet sich in mehrere Richtungen. Zu sehen sind die Buchten von Pollença und Alcúdia, die Serra de Tramuntana, die Ebene des Pla de Mallorca und die Landschaft um Pollença. Als markanter Hintergrund erscheint der Puig de Massanella. Auch die Feuchtgebiete der Albufera de Pollença gehören zum weiten Landschaftsbild.
Dieser Rundblick ist nicht bloß Zugabe, sondern erklärt die Wahl des Ortes. Der isolierte Berg hebt sich aus der Ebene und schafft Abstand zum Alltag im Tal. Zugleich war die exponierte Lage der Grund dafür, dass Schutzmauern nötig wurden. Besonders auf dem Rückweg wechseln die Perspektiven: Nun liegt Pollença unterhalb des Weges, während sich dahinter die Serra de Tramuntana staffelt.
Cova del Dimoni und Cadireta del Bon Jesús
Kurz nach einem Tor im gepflasterten Abschnitt liegen am Weg die Cova del Dimoni und eine kleine, stuhlförmige Felshöhlung. Sie trägt den Namen Cadireta del Bon Jesús. Nach örtlichem Glauben verheißt das Sitzen auf diesem „Stühlchen des guten Jesus“ schwangeren Frauen eine glückliche Geburt.
Das unscheinbare Felsdetail wird leicht übersehen, wenn der Blick nur auf das Kloster gerichtet ist. Es zeigt jedoch, wie sich am Puig christliche Frömmigkeit, Volksglaube und natürliche Geländeformen überlagern. Die kleine Höhlung ist kein monumentales Kunstwerk, aber eine der persönlichsten Geschichten entlang des Aufstiegs.
Der Besuch
Der klassische Besuch beginnt an der Ostseite von Pollença und folgt dem Camí des Puig. Eine Zypressenreihe markiert den Einstieg. Zunächst steigt eine schmale asphaltierte Straße in Kurven durch den bewaldeten Hang. Zwischen den Bäumen öffnen sich erste Blicke auf Pollença; an anderen Stellen spenden sie willkommenen Schatten. Reste des älteren Saumpfads begleiten diesen unteren Abschnitt.
Der historische Aufstieg
Unterwegs passiert der Weg sorgfältig gesetzte Terrassenmauern, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts von Trockenmaurern aus Pollença gebaut wurden. Ebenfalls erhalten ist die Piqueta de l’Ase, eine Tränke, an der früher die Tiere der Reisenden und Pilger versorgt wurden. Solche Details machen den Weg selbst zu einem Teil der Sehenswürdigkeit.
Weiter oben endet der mit Fahrzeugen befahrbare Abschnitt. Dort beginnt ein gepflasterter Saumpfad, der 1994 von den Trockenmaurern des Consell de Mallorca restauriert wurde. Der Untergrund wird unregelmäßiger und verlangt mehr Aufmerksamkeit als die Asphaltstraße. Nach dem Tor folgen die Cova del Dimoni und die Cadireta del Bon Jesús; wenig später zweigt der Camí dels Ermitans ab.
Die offizielle Rundtour auf Hin- und Rückweg ist 4.192 Meter lang und überwindet jeweils 270 Höhenmeter im Auf- und Abstieg. Als reine Gehzeit werden 1 Stunde und 39 Minuten angesetzt. Für ausgiebige Blicke über die Landschaft sollte zusätzliche Zeit bleiben. Ein Besuch ist deshalb eher eine kleine Wanderung mit Kulturziel als ein kurzer Fotostopp.
Zeitplanung vor Ort
Am angenehmsten ist der Ablauf, wenn der Aufstieg nicht unter Zeitdruck steht. Die anhaltende Steigung wirkt trotz der überschaubaren Weglänge deutlich, und an den Kurven ergeben sich immer wieder Gründe für eine Pause. Oben braucht es ebenfalls Ruhe: Die Fernsicht erschließt sich nicht von einem einzigen Punkt, und die einzelnen Klosterteile verdienen einen eigenen Blick.
In warmen Monaten empfiehlt sich ein früher Beginn, weil dann ein größerer Teil des Aufstiegs vor der stärksten Tageswärme liegt. Der Weg führt zwar abschnittsweise durch Bäume, ist aber nicht durchgehend schattig. Wer vor allem fotografieren möchte, findet bei tiefer stehendem Licht mehr Zeichnung in den Sandsteinmauern und in der gestaffelten Landschaft. Für den Abstieg sollte dennoch genügend Tageslicht eingeplant werden.
Aktuelle Zugangszeiten und mögliche Einschränkungen sollten vor dem Aufstieg geprüft werden. Gleiches gilt für den Zugang zu Innenräumen und für Angebote der Herberge, da ein historisches Heiligtum kein durchgehend zugängliches Museum mit einheitlichem Rundgang ist. Auch der Eintritt sollte vorab aktuell erfragt werden.
Anfahrt und Parken
Die überregionalen Fahrangaben führen bis Pollença, nicht bis an das Tor der Mare de Déu del Puig. Vom Flughafen Palma beträgt die Straßenstrecke nach Pollença 57 Kilometer; die Fahrt dauert rund 45 Minuten und verläuft über Ma-30, Ma-13 und Ma-2200. Vom Zentrum Palmas sind es 54 Straßenkilometer. Über Ma-13 und Ma-2200 dauert die Fahrt rund 50 Minuten.
Von Pollença zum Einstieg
Der Ausgangspunkt des historischen Wegs liegt an der Ma-2200 am östlichen Rand von Pollença. Die offizielle Route beginnt beim Kilometer 51,8, rund 300 Meter südlich des Denkmals für den Dichter Costa i Llobera. Eine Reihe von Zypressen und die Beschilderung zum Puig de Maria weisen in den ansteigenden Weg.
Die letzten Kilometerangaben der Anreise beziehen sich ausdrücklich auf Pollença. Ab dort folgt kein normaler Straßenbesuch bis unmittelbar vor das Heiligtum. Der schmale Weg steigt in Kurven an; weiter oben endet die Fahrzeugzufahrt vollständig und geht in den gepflasterten Saumpfad über. Selbst wer einen Teil der unteren Strecke motorisiert zurücklegen könnte, muss das letzte Stück zu Fuß bewältigen.
Parken und öffentlicher Verkehr
Praktischer ist es, das Fahrzeug in Pollença abzustellen und den Aufstieg dort zu beginnen. Direkt am Heiligtum gibt es keinen regulären Besucherparkplatz. Am Einstieg und in der Nähe des Ortsrandes können die Möglichkeiten je nach Auslastung begrenzt sein; die Fahrt in den schmalen Bergweg erspart den entscheidenden Fußweg nicht.
Nahe gelegene Haltestellen sind Pollença 2 (42002), Pollença 1 (42001), Poliesportiu (42004) und CEIP Joan Mas (42005). Von den Haltestellen im Ort führt der weitere Weg zu Fuß zum Einstieg an der Ma-2200 und anschließend bergauf. Bei der Zeitplanung sollte deshalb nicht nur die eigentliche Wanderzeit zählen, sondern auch der Weg zwischen Haltestelle und Beginn des Camí des Puig. Für die Rückfahrt ist ein Zeitpuffer sinnvoll, da der Abstieg auf dem unregelmäßigen Pflaster langsamer ausfallen kann als erwartet.
Buslinien nach Mare de Déu del Puig im Überblick
| Linie | Strecke | Fahrten/Tag | Erste Fahrt | Letzte Fahrt |
|---|---|---|---|---|
| 322 | Pollença - Port d'Alcúdia | 231 | 00:07 | 23:40 |
| 301 | Port de Pollença - Palma | 114 | 06:18 | 22:38 |
| 321 | Cala de Sant Vicenç | 85 | 07:50 | 22:08 |
| 231 | Port de Sóller - Alcúdia | 16 | 10:39 | 20:21 |
Aus den offiziellen GTFS-Fahrplandaten (TIB/SFM), ohne Echtzeit. Die Zahlen fassen alle Halte im Ort zusammen; Fahrten an Wochenenden und Feiertagen weichen ab — vor der Fahrt beim Betreiber prüfen.
Anfahrt mit dem Bus
Pollença 2 (42002) · 0,7 km Luftlinie
- 301Port de Pollença - Palma · Täglich
- 321Cala de Sant Vicenç · Täglich
- 322Pollença - Port d'Alcúdia · Täglich
Pollença 1 (42001) · 0,8 km Luftlinie
- 301Port de Pollença - Palma · Täglich
Poliesportiu (42004) · 1,1 km Luftlinie
- 301Port de Pollença - Palma · Täglich
- 321Cala de Sant Vicenç · Täglich
- 322Pollença - Port d'Alcúdia · Täglich
CEIP Joan Mas (42005) · 1,2 km Luftlinie
- 301Port de Pollença - Palma · Täglich
- 321Cala de Sant Vicenç · Täglich
- 322Pollença - Port d'Alcúdia · Täglich
La Font 2 (42033) · 1,7 km Luftlinie
- 231Port de Sóller - Alcúdia · Täglich
- 301Port de Pollença - Palma · Täglich
- 321Cala de Sant Vicenç · Täglich
- 322Pollença - Port d'Alcúdia · Täglich
Pont Romà 2 (42046) · 1,8 km Luftlinie
- 231Port de Sóller - Alcúdia · Täglich
La Font 1 (42009) · 1,8 km Luftlinie
- 231Port de Sóller - Alcúdia · Täglich
- 301Port de Pollença - Palma · Täglich
- 321Cala de Sant Vicenç · Täglich
- 322Pollença - Port d'Alcúdia · Täglich
Pont Romà 1 (42045) · 1,8 km Luftlinie
- 231Port de Sóller - Alcúdia · Täglich
Fahrplandaten: offizielle GTFS-Daten (TIB/EMT), ohne Echtzeit — Zeiten vor Fahrtantritt beim Betreiber prüfen.
In der Umgebung
Beim Abstieg rückt Pollença mit jeder Kehre näher. Das historische Zentrum ist die naheliegendste Ergänzung zum Klosterbesuch, denn dort begann über Jahrhunderte der Alltag der Menschen, die zum Heiligtum hinaufzogen. Schmale Straßen, Plätze und Kirchen bilden einen deutlichen Gegenpol zur Abgeschiedenheit des Berges.
Pollença
Für einen kombinierten Ausflug bietet es sich an, den Ort erst nach der Wanderung ausführlicher zu erkunden. Dann ist die Lage seiner Dächer, Plätze und Straßen bereits von oben vertraut. Ein Rundgang durch das Zentrum macht sichtbar, wie eng kirchliche Geschichte und Stadtentwicklung in Pollença miteinander verbunden sind.
Wer den Aufstieg früh beginnt, kann den späteren Teil des Tages im Ort verbringen. Umgekehrt ist ein Start nach einem langen Stadtbummel weniger günstig, weil für Hinweg, Heiligtum und Abstieg ausreichend Kraft und Tageslicht bleiben müssen. Die Mare de Déu del Puig funktioniert am besten als Hauptziel des Ausflugs, nicht als kurzer Zusatz am Ende eines vollen Programms.
Die Buchten des Nordens
Vom Gipfel sind die Buchten von Pollença und Alcúdia bereits Teil des Panoramas. Anschließend lassen sich Port de Pollença oder Alcúdia gut als landschaftliche Fortsetzung einordnen: Oben erscheint die Küste als große geografische Form, unten wird sie wieder zum belebten Hafen- und Strandraum. Für einen einzelnen Tag genügt eines dieser Ziele, wenn der Klosterweg nicht zur Nebensache werden soll.
Auch die Serra de Tramuntana prägt den Blick vom Puig. Wer weitere Wanderungen plant, erhält hier eine hervorragende räumliche Einführung in den Norden Mallorcas. Der Aufstieg selbst ist jedoch kein alpiner Bergweg, sondern eine historische Verbindung zwischen Pollença und seinem Heiligtum. Gerade dieser Unterschied macht ihn zu einem geeigneten Einstieg für Reisende, die Landschaft und Kultur gemeinsam erleben möchten.
Der Ort dazu
Pollença im OrtsporträtWissenswertes für den Besuch
Der Weg ist offiziell als Tour mit niedriger Schwierigkeit eingestuft, doch „niedrig“ bedeutet nicht eben. Vom Start bis zum Heiligtum werden kontinuierlich Höhenmeter gewonnen. Die asphaltierte untere Hälfte kann zu einem zu schnellen Tempo verleiten; spätestens auf dem steinigen Saumpfad zahlt sich ein ruhiger Rhythmus aus.
Schuhe, Wasser und Sonne
Feste Schuhe mit griffiger Sohle sind für das restaurierte Pflaster und den felsigeren oberen Abschnitt sinnvoll. Besonders beim Abstieg können glatte oder unregelmäßig gesetzte Steine Aufmerksamkeit verlangen. Wasser sollte bereits in Pollença mitgenommen werden. Die Bäume entlang des gewundenen Wegs spenden abschnittsweise Schatten, doch freie Passagen und der Gipfelbereich liegen offen in der Sonne.
Bei Hitze ist der frühe Tagesbeginn wichtiger als sportlicher Ehrgeiz. Die Kurven und Aussichtslücken eignen sich für kurze Pausen, ohne dass dafür der Weg verlassen werden muss. Auf dem Rückweg sollte mit Reserven gerechnet werden: Bergab werden Knie und Trittsicherheit anders beansprucht als beim Aufstieg.
Mit Kindern
Der Consell de Mallorca führt den Weg als Familienroute, schließt jedoch Kinder unter 3 Jahren aus. Für Kinderwagen und Buggys ist die Strecke ebenfalls nicht geeignet. Der Grund zeigt sich im oberen Teil: Dort endet der Asphalt, und ein gepflasterter, teilweise unregelmäßiger Saumpfad übernimmt.
Mit älteren, bergerfahrenen Kindern kann der Weg wegen seiner klaren Linienführung und der sichtbaren Klosteranlage ein motivierendes Ziel sein. Trotzdem sollten Erwachsene die Steigung, Wärme und den Rückweg realistisch einschätzen. Die Cova del Dimoni, die Cadireta del Bon Jesús und die alte Tiertränke geben unterwegs kleine Etappenziele, ohne den Pfad verlassen zu müssen.
Barrierefreiheit und Erwartungen
Für Rollstühle ist die Route nicht geeignet. Auch der Versuch, den unteren Abschnitt mit einem Fahrzeug abzukürzen, löst dieses Problem nicht, weil die letzte Passage ausschließlich über den historischen Fußweg führt. Menschen mit eingeschränkter Gehfähigkeit sollten insbesondere das Gefälle, das Kopfsteinpflaster und die fehlende Zufahrt bis zum Eingang berücksichtigen.
Zu erwarten ist kein modernes Museum mit vollständig inszenierten Räumen. Die Stärke der Mare de Déu del Puig liegt in den erhaltenen Bauteilen, der religiösen Kontinuität, dem alten Zugangsweg und der Aussicht. Die Anlage erschließt sich am besten denen, die Zeit für Details mitbringen: die Wehrmauer, die Spuren des gemeinschaftlichen Lebens und die kleinen Überlieferungen am Wegesrand.
Insider-Tipps von Einheimischen
Das Felsstühlchen suchen
Kurz nach dem Tor im gepflasterten Wegstück liegt die Cadireta del Bon Jesús neben der Cova del Dimoni. Die kleine stuhlförmige Felshöhlung wird leicht übersehen und ist mit einer Überlieferung über eine glückliche Geburt verbunden.
Blick beim Abstieg
Nicht nur oben stehen bleiben: Beim Rückweg öffnen sich zwischen den Kurven besonders klare Perspektiven auf Pollença und die Serra de Tramuntana. Die Blickrichtung ist nun natürlicher, weil Ort und Gebirge direkt vor dem Wanderer liegen.
Exvotos nicht übersehen
Der frühere Kapitelsaal dient als kleine Museumskammer für Exvotos. Die Votivgaben erzählen die persönliche Seite des Wallfahrtsortes und sind ein wichtiger Gegenpol zur großen Gründungsgeschichte aus dem Pestjahr 1348.
Am Zypressenweg starten
Der historische Aufstieg beginnt an der Ma-2200 beim Kilometer 51,8. Eine Zypressenreihe markiert den Einstieg; unterwegs weisen die Piqueta de l’Ase und Reste des alten Saumpfads auf die frühere Nutzung durch Pilger und Lasttiere hin.
Abzweig zum Fundort
Oberhalb von Cova del Dimoni und Cadireta zweigt der Camí dels Ermitans ab. Er führt zum Clot de la Verge Maria, wo der Überlieferung nach das Marienbild gefunden wurde, das die Entstehung des Heiligtums erklärt.