Museu Monogràfic de Pol·lèntia: Roms Spuren in Alcúdia

Das Museu Monogràfic de Pol·lèntia bewahrt jene Dinge, die in den Ruinen der römischen Stadt leicht übersehen würden: Münzen, Schmuck, Geschirr, Inschriften und kleine Gegenstände des häuslichen Lebens. In den Mauern eines früheren Hospitals in Alcúdias Altstadt erzählen sie davon, wie Menschen in Pol·lèntia wohnten, aßen, handelten, ihre Götter verehrten und ihre Toten bestatteten.
Gerade seine überschaubare Größe macht das Museum wertvoll. Es versucht nicht, die gesamte römische Geschichte des Mittelmeerraums zu erzählen, sondern bleibt konsequent bei einem Ort: Pol·lèntia. Fast jedes Exponat führt gedanklich zurück zur nahe gelegenen Ausgrabungsstätte mit ihren Häusern, dem Forum und dem Theater. Wer zuerst das Museum besucht, erkennt draußen eher, welche Lebenswelt hinter Fundamenten und Mauerzügen stand. Wer von den Ruinen kommt, sieht wiederum die dort nur angedeutete Stadt in den Vitrinen plötzlich im Detail. Empfehlenswert ist das Haus deshalb für Geschichtsinteressierte, Familien mit neugierigen Kindern und alle, die Alcúdia nicht nur als mittelalterliche Altstadt erleben möchten.
Geschichte und Bedeutung
Die wichtigste Idee hinter dem Museum war von Anfang an ungewöhnlich konkret: Die ausgegrabenen Objekte sollten nicht als beliebige Sammlung römischer Altertümer erscheinen, sondern mit ihrem Herkunftsort verbunden bleiben. Das Museu Monogràfic de Pol·lèntia wurde als Außenstelle des Museu de Mallorca geschaffen, um die Funde aus der antiken Stadt dort zu erklären, wo ihre Mauern noch im Boden von Alcúdia liegen.
Pol·lèntias Blütezeit
Den Kern der Sammlung bilden Stücke aus dem ersten und zweiten Jahrhundert, der Zeit größter Entfaltung Pol·lèntias. Dieser Schwerpunkt ist im Rundgang deutlich zu spüren. Die Objekte berichten nicht nur von repräsentativen öffentlichen Bauten, sondern ebenso von Mahlzeiten, Hauskulten, handwerklich gefertigtem Geschirr und persönlichem Schmuck. So entsteht kein abstraktes Bild einer „Römerstadt“, sondern das Porträt einer konkreten Stadtgesellschaft auf Mallorca.
Das Museum ist dabei eng an die archäologische Arbeit gebunden. Seine Bestände stammen aus den Grabungskampagnen in Pol·lèntia; Fundort und ursprünglicher Gebrauch bestimmen, wie sie eingeordnet werden. Ein Stück aus dem Forum erzählt daher etwas anderes als ein Gegenstand aus einem Wohnhaus oder einer Nekropole. Diese Herkunft ist der Schlüssel zum Verständnis der Ausstellung.
Vom Hospital zum Museum
Untergebracht ist die Sammlung im Hospitalet, einem ehemaligen städtischen Hospital. Schon das Gebäude führt damit zwei weit auseinanderliegende Zeitschichten Alcúdias zusammen: Hinter einer historischen Altstadtfassade werden Zeugnisse einer Stadt gezeigt, die lange vor dem mittelalterlichen Alcúdia existierte.
Die Museumseinrichtung wurde als Außenstelle des Museu de Mallorca geschaffen; 1987 öffnete das Museum in dem früheren Hospital. Verwaltet wird es in Zusammenarbeit mit der Stadt Alcúdia. Diese lokale Verankerung erklärt den monografischen Charakter: Hier geht es nicht um möglichst viele Epochen oder spektakuläre Leihgaben, sondern um die archäologische Überlieferung Pol·lèntias.
Ein Schlüssel zur Ausgrabungsstätte
Seine eigentliche Bedeutung zeigt sich beim Wechsel zwischen Vitrine und Ruine. Auf dem Grabungsgelände lassen Grundmauern die Größe von Häusern und öffentlichen Plätzen erkennen. Im Museum kommen die Oberflächen, Materialien und persönlichen Spuren hinzu: beschrifteter Stein, geformte Keramik, Glas, Metall und Schmuck. Erst beides zusammen vermittelt, wie die antike Stadt gebaut war und wie sich das Leben in ihr abspielte.
Das Haus ist deshalb weniger eine Schatzkammer als ein Übersetzungsort. Es überträgt archäologische Befunde in verständliche Alltagsszenen und gibt unscheinbaren Fundstücken ihren Zusammenhang zurück. Gerade ein Tischgefäß oder eine Münze kann dabei mehr Nähe erzeugen als ein großer Mauerrest, weil Funktion und menschlicher Gebrauch unmittelbar vorstellbar werden.
Was es zu sehen gibt
Der Rundgang folgt keiner bloßen Abfolge schöner Einzelstücke. Die Ausstellung ordnet Pol·lèntia nach Lebensbereichen: Auf der einen Seite steht die öffentliche Stadt mit Forum, Theater und Nekropolen, auf der anderen das private Leben in Haus, Küche und häuslicher Religion. Diese Gliederung hilft, auch kleinere Objekte richtig zu lesen.
Forum und öffentliche Stadt
Das Forum war das Zentrum des öffentlichen Lebens. Entsprechend gehören die dort gefundenen Zeugnisse zu den repräsentativsten Stücken des Museums. Besonders hervorzuheben sind drei Marmorskulpturen aus dem Forumsbereich. Sie erinnern daran, dass zwischen den heute sichtbaren Fundamenten einst gestaltete öffentliche Räume mit Bildwerken und Inschriften lagen.
Neben Skulpturen vermitteln Steintafeln und Inschriften eine weitere Ebene römischer Öffentlichkeit. Im Museum lassen sich solche Oberflächen aus der Nähe betrachten, während draußen vor allem ihre architektonischen Zusammenhänge sichtbar werden. Münzen gehören ebenfalls in dieses Bild: Zwischen großen Marmorstatuen und kleinen Metallstücken wird deutlich, wie unterschiedlich öffentliche Ordnung im Alltag präsent sein konnte.
Theater und Freizeit
Ein eigener Teil des Ausstellungskonzepts behandelt Theater und Freizeit. Das ist eine wichtige Ergänzung zur archäologischen Stätte, denn ein antikes Theater erschließt sich im Gelände vor allem über seine Form. Die zugehörigen Funde lenken den Blick dagegen auf die Menschen, die solche Orte nutzten, und auf die gesellschaftliche Rolle öffentlicher Unterhaltung.
Im Gesamtbild der Ausstellung steht das Theater nicht isoliert, sondern gehört ebenso wie das Forum zur organisierten Stadt. Beide Bereiche zeigen, dass Pol·lèntia weit mehr als eine Ansammlung von Wohnhäusern war: Öffentliche Versammlung, Repräsentation und Freizeit besaßen eigene Räume und hinterließen jeweils andere archäologische Spuren.
Häuser und häusliche Religion
Im privaten Bereich werden die Dimensionen kleiner, aber nicht weniger aussagekräftig. Hier begegnen Besucher Gegenständen aus dem Haus, Zeugnissen häuslicher Religionsausübung sowie Dingen, die bei der Zubereitung und beim Servieren von Speisen verwendet wurden. Gefäße aus Keramik und Bronze, Gläser und Amphoren zeigen, wie viele Materialien in einem römischen Haushalt zusammentrafen. Amphoren und Tischgeschirr ergänzen den Einblick in Haus, Speisenzubereitung und Tischservice; unterschiedliche Formen und Materialien verdeutlichen die Vielfalt der ausgestellten Gefäße.
Zu den markanten Funden gehört ein weiblicher Bronzekopf. Er gab dem Haus in der Portella, in dem er entdeckt wurde, seinen modernen archäologischen Namen. Solche Benennungen gehören zum Arbeitsalltag der Archäologie: Ein charakteristischer Fund wird zum Orientierungspunkt für einen Gebäudekomplex, dessen antiker Name nicht überliefert ist. Wer anschließend die Portella besucht, trägt dieses kleine Porträt gedanklich mit hinaus zu den Mauern.
Schmuck, Glas und persönliche Dinge
Schmuckstücke und Glasobjekte gehören zur Ausstellung. Anders als monumentale Architektur lagen solche Dinge in der Hand, wurden getragen, benutzt oder im Haus aufbewahrt. Ihre oft geringe Größe verlangt einen langsameren Blick. Gerade hier lohnt es sich, nicht nur nach dem kunstvollsten Exponat zu suchen, denn die Aussage entsteht aus dem Nebeneinander verschiedener Materialien: grobe Vorratskeramik neben feinerem Geschirr, Metall neben Glas, Alltagsgerät neben Schmuck. Dadurch wird die materielle Spannweite eines Haushalts fassbar, ohne dass eine rekonstruierte Wohnszene nötig wäre.
Auch Fragmente von Mosaiken gehören zur Sammlung. Im Museum erscheinen sie nicht als vollständig erhaltene Prunkböden, sondern als archäologische Teile eines verlorenen Ganzen.
Nekropole und Cornelius Atticus
Der Bereich zu den Nekropolen führt aus dem Alltag in die römische Bestattungskultur. Grabbeigaben zeigen, welche Gegenstände den Verstorbenen mitgegeben wurden oder im Umfeld der Bestattung erhalten blieben. Besondere Aufmerksamkeit verdient die Inschrift des Cornelius Atticus. Ein überlieferter Name verändert die Wahrnehmung: Aus einer anonymen antiken Bevölkerung tritt für einen Moment eine einzelne Person hervor. Solche Inschriften gehören zu den stärksten Exponaten des Museums, weil sie Sprache, Erinnerung und Stein unmittelbar verbinden.
Der Nekropolenbereich bildet einen ruhigen Gegenpol zu Forum und Haushalt. Er macht deutlich, dass die archäologische Erzählung einer Stadt nicht an deren Straßen und Häusern endet. Auch der Umgang mit Tod und Erinnerung gehörte zur Ordnung Pol·lèntias und hinterließ Gegenstände, Texte und räumliche Spuren.
Der Besuch
Am sinnvollsten beginnt der Rundgang mit einer einfachen Frage: Stammt das betrachtete Stück aus dem öffentlichen oder dem privaten Bereich? Diese Unterscheidung trägt durch die Ausstellung und verhindert, dass Keramik, Münzen, Skulpturen und Inschriften nur als voneinander getrennte Fundstücke wahrgenommen werden.
Museum zuerst, Ruinen danach
Wer Museum und Ausgrabungsstätte am selben Tag sehen möchte, sollte zunächst die Vitrinen besuchen. Dort werden Begriffe wie Forum, Hauskult, Tischservice und Nekropole mit konkreten Objekten gefüllt. Auf dem Gelände lassen sich die Mauerreste danach leichter als Teile einer bewohnten Stadt verstehen. Besonders der Bronzekopf aus der Portella und die Marmorskulpturen aus dem Forumsbereich schaffen direkte gedankliche Verbindungen zwischen beiden Orten.
Die umgekehrte Reihenfolge funktioniert ebenfalls, verändert aber den Blick. Nach einem Gang durch die Ruinen wirken die Exponate wie Nahaufnahmen: Aus einem Hausgrundriss werden Gefäße und Schmuck, aus dem Forum werden Skulpturen und Inschriften. Wer genügend Zeit hat, verbindet beide Perspektiven bewusst miteinander.
Dauer und Tempo
Für das kompakte Museum sind etwa 30 bis 45 Minuten ein brauchbarer Richtwert. Das genügt für einen konzentrierten Rundgang, bei dem die Hauptgruppen der Sammlung und die herausragenden Einzelstücke betrachtet werden. Wer Inschriften, Keramikformen und Fundzusammenhänge genauer studiert, kann sich entsprechend länger aufhalten.
Zeitdruck ist hier unnötig. Die Stärke des Hauses liegt nicht in einer riesigen Zahl von Sälen, sondern im genauen Hinsehen. Ein kurzer Halt vor dem Bronzekopf, den drei Marmorskulpturen und der Inschrift des Cornelius Atticus bringt mehr als ein rasches Abgehen sämtlicher Vitrinen.
Besuchszeit und Einlass
Das Museum ist dienstags bis freitags sowie samstags jeweils von 9:00 bis 14:30 Uhr geöffnet. Da sich Regelungen ändern können, empfiehlt sich vor der Anfahrt eine aktuelle Prüfung, besonders wenn Museum und Grabungsgelände kombiniert werden sollen. Der Eintritt ist kostenpflichtig; ein verlässlicher aktueller Preis ist vor dem Besuch zu prüfen.
Ein Beginn am frühen Vormittag lässt innerhalb des ausgewiesenen Zeitfensters den größten Spielraum. Das ist besonders praktisch, wenn anschließend noch die römische Stadt und Alcúdias historisches Zentrum auf dem Programm stehen.
Anfahrt und Parken
Die Fernanreise endet zunächst in Alcúdia. Das Museu Monogràfic de Pol·lèntia liegt nicht auf dem Grabungsgelände südlich der Altstadt, sondern innerhalb des historischen Zentrums an der Carrer de Sant Jaume. Für die letzte Etappe ist daher die Altstadt selbst das Ziel; von ihren Zugängen geht es durch die historischen Straßen zum Museum.
Vom Flughafen Palma
Vom Flughafen Palma führt die Route zunächst über die Ma-30 und anschließend auf der Ma-13 nach Alcúdia. Die Straßenstrecke bis Alcúdia beträgt 58 Kilometer, die Fahrt dauert rund 45 Minuten. Diese Zeitangabe gilt ausdrücklich nur bis Alcúdia. Für das letzte Stück zum Museum kommen die Orientierung am Altstadtrand und der Weg in das historische Zentrum hinzu.
Da das Haus innerhalb der Altstadt liegt, sollte die Navigation nicht mit der archäologischen Zone von Pol·lèntia verwechselt werden. Museum und Ausgrabung gehören inhaltlich zusammen, befinden sich jedoch nicht am selben Eingang. Wer beide besuchen möchte, plant den Wechsel als kurzen Weg zwischen Altstadt und Grabungsbereich ein.
Von Palma Zentrum
Aus dem Zentrum von Palma verläuft die Anfahrt über die Ma-13. Bis Alcúdia sind es 55 Straßenkilometer; die Fahrt dauert rund 49 Minuten. Auch hier bezeichnen Kilometer und Fahrzeit die Strecke bis Alcúdia, nicht bis unmittelbar vor die Museumstür. Innerhalb des Ortes führt das letzte Stück in Richtung historisches Zentrum.
Für Autofahrer ist es zweckmäßig, sich zunächst an den Zufahrten zur Altstadt zu orientieren und erst dann den Fußweg zum Museum aufzunehmen. Konkrete Parkmöglichkeiten und Zufahrtsregelungen können sich ändern und sollten vor Ort beachtet werden. Das Museum selbst ist ein Altstadtziel, kein frei stehender Komplex mit weithin sichtbarer Zufahrt.
Mit dem Bus und zu Fuß
Für die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln sind besonders die Haltestellen Centre històric und Pol·lèntia als Orientierungspunkte relevant. Centre històric passt zum Museumsstandort innerhalb der Altstadt; Pol·lèntia verweist auf den Bereich der römischen Ausgrabungen. Welche Haltestelle praktischer ist, hängt daher davon ab, ob zuerst die Sammlung oder das Außengelände besucht wird.
Vom Port d’Alcúdia bestehen Busverbindungen zur Haltestelle Centre històric. Nach dem Ausstieg wird der Museumsbesuch zum Altstadtspaziergang: Die Carrer de Sant Jaume liegt innerhalb des historischen Straßennetzes, und das ehemalige Hospital fügt sich in die vorhandene Bebauung ein. Ein deutliches Freigelände wie an der Ausgrabung ist hier nicht zu erwarten.
Buslinien nach Museu Monogràfic de Pol·lèntia im Überblick
| Linie | Strecke | Fahrten/Tag | Erste Fahrt | Letzte Fahrt |
|---|---|---|---|---|
| 324 | Can Picafort - Alcúdia | 378 | 00:01 | 23:52 |
| 302 | Can Picafort - Palma | 185 | 00:01 | 23:55 |
| 322 | Pollença - Port d'Alcúdia | 115 | 07:00 | 23:55 |
| 315 | Sa Pobla - Badia d'Alcúdia | 105 | 06:53 | 23:29 |
| 327 | Alcúdia - Estany Petit | 96 | 07:47 | 23:42 |
| A32 | Can Picafort - Aeroport | 62 | 00:06 | 23:17 |
| 325 | Alcúdia - Cala Rajada | 45 | 08:27 | 22:38 |
| 323 | Alcanada - Es Mal Pas | 14 | 08:10 | 21:10 |
Aus den offiziellen GTFS-Fahrplandaten (TIB/SFM), ohne Echtzeit. Die Zahlen fassen alle Halte im Ort zusammen; Fahrten an Wochenenden und Feiertagen weichen ab — vor der Fahrt beim Betreiber prüfen.
Anfahrt mit dem Bus
Pol·lèntia (3033) · 0,2 km Luftlinie
- 302Can Picafort - Palma · Täglich
- 315Sa Pobla - Badia d'Alcúdia · Täglich
- 322Pollença - Port d'Alcúdia · Täglich
- 323Alcanada - Es Mal Pas · Täglich
- 324Can Picafort - Alcúdia · Täglich
- 325Alcúdia - Cala Rajada · Täglich
Entre-mar-i-estany 2 (3065) · 1,3 km Luftlinie
- 302Can Picafort - Palma · Täglich
- 315Sa Pobla - Badia d'Alcúdia · Täglich
- 322Pollença - Port d'Alcúdia · Täglich
- 324Can Picafort - Alcúdia · Täglich
- 325Alcúdia - Cala Rajada · Täglich
- 327Alcúdia - Estany Petit · Täglich
- A32Can Picafort - Aeroport · Täglich
Entre-mar-i-estany 1 (3064) · 1,3 km Luftlinie
- 302Can Picafort - Palma · Täglich
- 315Sa Pobla - Badia d'Alcúdia · Täglich
- 322Pollença - Port d'Alcúdia · Täglich
- 324Can Picafort - Alcúdia · Täglich
- 325Alcúdia - Cala Rajada · Täglich
- 327Alcúdia - Estany Petit · Täglich
- A32Can Picafort - Aeroport · Täglich
Pla del Pinar 2 (3063) · 1,6 km Luftlinie
- 302Can Picafort - Palma · Täglich
- 315Sa Pobla - Badia d'Alcúdia · Täglich
- 324Can Picafort - Alcúdia · Täglich
- 325Alcúdia - Cala Rajada · Täglich
- 327Alcúdia - Estany Petit · Täglich
- A32Can Picafort - Aeroport · Täglich
Av. Tucà (3032) · 1,6 km Luftlinie
- 327Alcúdia - Estany Petit · Täglich
Fahrplandaten: offizielle GTFS-Daten (TIB/EMT), ohne Echtzeit — Zeiten vor Fahrtantritt beim Betreiber prüfen.
In der Umgebung
Nur wenige Museen lassen sich so schlüssig mit ihrem Fundort verbinden. In Alcúdia liegen Sammlung, römische Ruinen und mittelalterliche Stadtstruktur nah genug beieinander, um drei sehr unterschiedliche Zeitebenen in einem gemeinsamen Rundgang zu erleben.
Die römische Stadt Pol·lèntia
Die naheliegendste Ergänzung ist die archäologische Zone von Pol·lèntia. Dort kehren die im Museum behandelten Themen in größerem Maßstab wieder: Wohnbereiche, Forum und Theater lassen sich als Stadträume nachvollziehen. Das Museum liefert dazu die beweglichen Funde, während das Außengelände Grundrisse, Wege und räumliche Beziehungen zeigt.
Besonders lohnend ist der Vergleich zwischen dem Bronzekopf und dem nach ihm benannten Haus in der Portella sowie zwischen den Marmorskulpturen und ihrem Fundbereich am Forum. Nicht jedes Objekt lässt sich draußen einem sichtbaren Punkt zuordnen, doch die Gliederung der Ausstellung schärft den Blick für öffentliche und private Zonen.
Alcúdias historisches Zentrum
Das Museum selbst liegt mitten in Alcúdias historischem Kern. Dadurch beginnt der Ortswechsel zwischen römischer und mittelalterlicher Geschichte bereits an der Tür: Die Sammlung befindet sich in einem früheren Hospital, umgeben von der später entstandenen Altstadt.
Ein Spaziergang durch die Gassen und entlang der mittelalterlichen Mauern setzt den Museumsbesuch in eine neue Perspektive. Das heutige Alcúdia überlagert die römische Vergangenheit nicht einfach, sondern steht neben ihr. Gerade diese Nähe erklärt, warum das Museum im Ort sinnvoller wirkt als eine weit entfernte Präsentation der Funde.
Altstadt und Ausgrabung als gemeinsamer Rundgang
Für einen halben Kulturtag bietet sich eine klare Abfolge an: zuerst das Museum, danach die römische Stadt und anschließend ein Rundgang durch Alcúdias Altstadt. So führt der Weg vom einzelnen Gegenstand über die antike Stadtanlage zur mittelalterlichen und heutigen Stadt.
Wer lieber im Freien beginnt, kann die Reihenfolge umdrehen und im Museum gezielt nach den Dingen suchen, deren ursprünglichen Zusammenhang er gerade gesehen hat. In beiden Fällen sollte zwischen Museu Monogràfic und Ausgrabungszone unterschieden werden. Der ähnliche Name bezeichnet zwei Besuchsorte mit verschiedenen Aufgaben: hier die Fundstücke und ihre Erklärung, dort die erhaltenen Strukturen im Gelände.
Der Ort dazu
Alcúdia im OrtsporträtWissenswertes für den Besuch
Das Museu Monogràfic de Pol·lèntia ist kein großes Erlebnismuseum und keine Rekonstruktion einer vollständigen Römerstadt. Der Reiz liegt im Original: echte Fundstücke, geordnet nach ihrem Platz im öffentlichen und privaten Leben Pol·lèntias. Wer mit dieser Erwartung eintritt, wird auch kleine Keramikfragmente und unscheinbare Gebrauchsgegenstände ernst nehmen.
Vorbereitung auf die Sammlung
Archäologische Grundkenntnisse sind nicht nötig. Hilfreich ist lediglich, sich die zwei Leitbegriffe der Ausstellung zu merken: öffentlich und privat. Forum, Theater und Nekropolen gehören zur ersten großen Erzählebene; Haus, häusliche Religion, Speisenzubereitung und Tischservice führen in die zweite. Diese Ordnung macht den Rundgang auch ohne lange Vorbereitung verständlich.
Bei knapper Zeit sollten die drei Marmorskulpturen vom Forum, der weibliche Bronzekopf und die Inschrift des Cornelius Atticus nicht übergangen werden. Danach lohnt ein Blick auf die Gefäße, Gläser und Schmuckstücke, weil gerade sie den Abstand zwischen antiker Geschichte und alltäglicher Erfahrung verkürzen.
Mit Kindern
Für Kinder ist die kompakte Größe günstiger als ein weitläufiges Museum, sofern der Besuch als Spurensuche gestaltet wird. Gut erkennbare Aufgaben ergeben sich direkt aus der Sammlung: ein Gefäß, ein Stück Schmuck, eine Münze, ein Mosaikfragment oder der kleine Bronzekopf. So bleibt der Rundgang an konkreten Dingen orientiert.
Interaktive Stationen oder eine inszenierte Römerwelt sollten nicht vorausgesetzt werden. Das Museum arbeitet vor allem mit archäologischen Originalen und deren Einordnung. Besonders sinnvoll ist deshalb die Verbindung mit der Ausgrabungsstätte, wo sich die zuvor betrachteten Themen auf Häuser, Forum und Theater übertragen lassen.
Kleidung und Schuhwerk
Für den Museumsraum selbst ist keine besondere Ausrüstung erforderlich. Festes, bequemes Schuhwerk wird dann wichtig, wenn der Besuch mit Alcúdias Altstadt und dem archäologischen Gelände verbunden wird. Dort kommen historische Straßen und unebener Untergrund hinzu. Das Museum lässt sich zwar einzeln besuchen, gewinnt aber deutlich durch diesen Ortswechsel.
Wer im Sommer Museum und Ruinen kombiniert, sollte den Innenbesuch zeitlich als ruhigeren Teil des Programms betrachten und die Bedingungen auf dem Außengelände bei der Planung berücksichtigen. Da das Museum nur bis zum frühen Nachmittag geöffnet ist, gehört die Reihenfolge besser vorab festgelegt als spontan ans Ende eines langen Altstadtrundgangs gesetzt.
Namen richtig unterscheiden
Pol·lèntia und Pollença werden häufig verwechselt. Das Museum behandelt die römische Stadt Pol·lèntia bei Alcúdia und befindet sich in Alcúdia. Es ist kein Museum im heutigen Ort Pollença. Auch innerhalb Alcúdias ist zwischen dem Museu Monogràfic in der Altstadt und der archäologischen Zone südlich davon zu unterscheiden. Beide gehören thematisch zusammen, haben aber getrennte Standorte und unterschiedliche Besuchserlebnisse.
Insider-Tipps von Einheimischen
Erst Vitrine, dann Ruine
Beginnt der Rundgang im Museum, lassen sich Forum, Portella und Nekropolen anschließend auf dem Grabungsgelände leichter einordnen. Besonders der Bronzekopf und die Marmorskulpturen schaffen direkte Verbindungen.
Drei Figuren vom Forum
Die drei Marmorskulpturen aus dem Forumsbereich gehören zu den wichtigsten Exponaten. Sie zeigen, dass zwischen den heute sichtbaren Fundamenten einst repräsentative Bildwerke standen.
Der Kopf, der ein Haus benannte
Der weibliche Bronzekopf ist nicht nur ein feines Einzelstück: Er gab dem Haus in der Portella, in dem er gefunden wurde, seinen modernen archäologischen Namen.
Auf Cornelius Atticus achten
Zwischen Keramik und Gebrauchsgegenständen verdient die Inschrift des Cornelius Atticus besondere Aufmerksamkeit. Durch den überlieferten Namen tritt aus der anonymen Stadtbevölkerung eine einzelne Person hervor.
Nicht nur Prunkstücke suchen
Die Alltagsgefäße sind für das Verständnis Pol·lèntias ebenso wichtig wie Skulpturen. Keramik, Amphoren, Glas und Tischgeschirr erzählen gemeinsam von Vorrat, Zubereitung und Mahlzeiten.