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Nus de sa Corbata – Mallorcas berühmter Krawattenknoten

Nus de sa Corbata, Mallorca
Malopez 21, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 (Zuschnitt/Skalierung via mallorca.com)Bearbeitungen dieses Bildes stehen unter derselben Lizenz.

Mitten im grauen Kalkstein der Serra de Tramuntana vollführt die Straße ein Manöver, das zunächst kaum zu begreifen ist: Sie dreht sich, überquert sich selbst und verschwindet unter der eigenen Fahrbahn. Der Nus de sa Corbata, mallorquinisch für „Krawattenknoten“, ist der markanteste Abschnitt der Bergstraße nach Sa Calobra.

Die Attraktion besteht nicht aus einem Gebäude, das man betritt, sondern aus Straße, Brücke und Landschaft. Gerade darin liegt ihr Reiz: Erst während der Fahrt erschließt sich die Kurve als technische Lösung; von einem sicheren Standpunkt am Straßenrand wird anschließend sichtbar, wie geschickt sie in den felsigen Hang gelegt wurde. Der kurze Halt lohnt besonders für Menschen, die sich für Straßenbau, Fotografie oder die Kulturlandschaft der Tramuntana interessieren. Auch für Rennradfahrer ist der Knoten ein bekanntes Etappenziel. Wer nur möglichst schnell zur Küste möchte, übersieht dagegen leicht, dass hier nicht allein die Aussicht, sondern das Bauwerk selbst die Sehenswürdigkeit ist.

Geschichte und Bedeutung

Die oft erzählte Ursprungsgeschichte beginnt mit einer Krawatte: Dem Ingenieur soll die Idee für die ungewöhnliche Schleife beim Binden eines Knotens gekommen sein. Ob der Einfall tatsächlich so entstand, lässt sich kaum vom späteren Mythos trennen. Treffend ist das Bild dennoch, denn der Straßenverlauf zieht sich an dieser Stelle wie ein gebundenes Band übereinander.

Planung der Straße

Die Straße nach Sa Calobra entstand in den frühen 1930er-Jahren. Bei ihrer Planung stellte sich eine schwierige Aufgabe: Die abgelegene Küste sollte auf einer befahrbaren Straße erreichbar werden, doch zwischen dem Hochland und dem Meer liegt stark gegliedertes Karstgebirge. Eine geradlinige Trasse hätte hier weder zur Steigung noch zur Geländeform gepasst.

Die Fahrbahn folgt deshalb den natürlichen Konturen, wechselt in engen Kehren die Richtung und verliert schrittweise an Höhe. Sprengungen wurden nur begrenzt eingesetzt; stattdessen stützten Mauern aus örtlichem Kalkstein große Teile der Strecke. Der Nus de sa Corbata löst dabei einen besonders schwierigen Geländesprung: Durch die Schleife konnte die Straße verlängert und die Steigung kontrolliert werden, ohne eine noch schärfere gewöhnliche Kehre anzulegen.

Straßenbau als Kulturlandschaft

Die Bedeutung des Knotens reicht damit über eine originelle Kurvenform hinaus. Er zeigt, wie moderner Verkehrsbau und überlieferte mallorquinische Steinbautechnik zusammenwirkten. Fachleute für Trockenmauerwerk, die sogenannten margers, errichteten Stützwände, mit denen die Fahrbahn am Hang gehalten wurde. Das traditionelle Trockenmauerwerk gehört zu jener gewachsenen Kulturlandschaft, die seit 2011 als UNESCO-Welterbe anerkannt ist.

Heute erfüllt der Nus de sa Corbata weiterhin seine ursprüngliche Aufgabe als Teil einer befahrenen Straße und ist zugleich zu einem Sinnbild der Route nach Sa Calobra geworden. Autofahrer erleben ihn als überraschenden Richtungswechsel, Radfahrer als markanten Punkt einer anspruchsvollen Bergstrecke und Fotografen als seltenes Beispiel dafür, dass eine Straße selbst zum Motiv werden kann.

Was es zu sehen gibt

Der entscheidende Moment dauert während der Fahrt nur kurz: Die obere Fahrbahn beschreibt einen weiten Bogen, läuft über eine gemauerte Brücke und führt anschließend auf einem tieferen Niveau unter sich selbst hindurch. Erst beim Blick zurück setzt sich die Bewegung im Kopf zu einem vollständigen Knoten zusammen.

Die 270-Grad-Schleife

Das Herzstück ist die 270-Grad-Kurve. Sie ist keine bloße Serpentine, sondern eine räumliche Schleife, bei der sich zwei Ebenen derselben Straße kreuzen. Von oben erscheint zunächst der gebogene Straßenrand, während die untere Spur teilweise im Gelände verschwindet. Von einem seitlichen Blickwinkel wird deutlicher, wie die Fahrbahn Höhe abbaut und zugleich die Richtung wechselt.

Gerade diese Lesbarkeit macht den Ort interessant. Andere Gebirgsstraßen beeindrucken durch eine Folge enger Kehren; hier lässt sich eine einzelne ingenieurtechnische Idee beobachten. Wer den Blick nicht nur auf die Aussicht richtet, erkennt, dass jeder Abschnitt der Kurve eine Aufgabe übernimmt: Der Bogen gewinnt Strecke, die Brücke schafft die Kreuzung, und die untere Passage führt die Trasse weiter in Richtung Küste.

Die Steinbogenbrücke

An der Überkreuzung trägt eine einbogige Brücke die obere Fahrbahn. Ihr Mauerwerk aus hellem Kalkstein passt sich farblich an den umgebenden Fels an. Im Bogen sitzen sorgfältig zugerichtete Keilsteine, die gemeinsam einen stabilen Ring bilden. Darüber schließen Brüstungen mit bearbeiteten Decksteinen die Fahrbahn ab.

Aus der Nähe lohnt es sich, den Blick zwischen Bogen und Stützmauern wandern zu lassen. Die Brücke wirkt nicht wie ein nachträglich aufgesetztes Einzelbauwerk, sondern geht optisch in die Mauern und Felshänge über, sodass die technische Konstruktion fast wie ein Bestandteil des Berges erscheint. Dennoch bleibt ihr Aufbau gut erkennbar: oben die befahrene Straße, darunter der schattigere Durchlass und ringsum das unregelmäßige Gestein der Tramuntana.

Die Trockenmauern

Weniger auffällig, aber für das Bauwerk ebenso wichtig, sind die Stützmauern entlang der Trasse. Sie fangen den Hang ab und schaffen ein tragfähiges Bett für die Fahrbahn. Verwendet wurde örtlicher Stein, dessen raue Oberflächen und gedeckte Farben den Übergang zwischen gebauter und natürlicher Landschaft weich erscheinen lassen.

Wer auf Details achtet, entdeckt unterschiedliche Arten der Bearbeitung: regelmäßig gesetzte Partien am Brückenbogen, gröber wirkende Flächen in den Stützwänden und sauber abgeschlossene Mauerkronen an den Brüstungen. Der Nus de sa Corbata ist deshalb nicht nur aus der Distanz sehenswert. Seine Qualität zeigt sich ebenso in den kleinen konstruktiven Übergängen, die beim raschen Durchfahren leicht übersehen werden.

Der Blick auf die Passstraße

Rund um den Knoten öffnet sich der Blick auf weitere Abschnitte der kurvenreichen Ma-2141. Fahrbahnbänder tauchen zwischen Felsen auf, verschwinden hinter Geländekanten und setzen sich tiefer am Hang fort. Autos, Reisebusse und Radfahrer geben der Landschaft einen Maßstab und machen zugleich deutlich, dass dies kein stillgelegtes Denkmal, sondern eine aktive Verkehrsverbindung ist.

Der eindrucksvollste Gesamteindruck entsteht dort, wo obere Schleife, Brücke und untere Durchfahrt gleichzeitig zu sehen sind. Ein Teleobjektiv hebt die Geometrie der Straße hervor; ein weiterer Bildausschnitt zeigt dagegen, wie zurückhaltend sich das helle Mauerwerk in das Karstgebirge einfügt.

Der Besuch

Am Nus de sa Corbata beginnt die Besichtigung meist schon im Fahrzeug. Die Straße nähert sich dem Knoten über weitere Kurven, der Blick bleibt jedoch auf die Fahrbahn gerichtet. Erst beim Überqueren der Brücke und beim anschließenden Unterfahren derselben Spur wird das Prinzip körperlich erfahrbar. Ein sicherer Halt danach liefert die zweite Perspektive: Nun lässt sich die gerade gefahrene Linie von außen nachvollziehen.

Durchfahren und zurückblicken

Für den eigentlichen Knoten genügt ein kurzer Aufenthalt, wenn lediglich die Kurvenform betrachtet und fotografiert werden soll. Mehr Zeit lohnt sich, sobald Brückenbogen, Steinsetzung und Verlauf der anschließenden Straße bewusst studiert werden. Das Erlebnis konzentriert sich auf das Bauwerk und seine Lage im Gebirge.

Wer fotografieren möchte, sollte nicht beim ersten sichtbaren Stück Asphalt aussteigen wollen. Die Schleife erschließt sich nur aus passenden Winkeln vollständig, während an anderen Stellen ein Teil durch Felsen oder Straßenböschungen verdeckt bleibt. Vor jeder Aufnahme ist es daher wichtiger, einen sicheren Stand außerhalb der Fahrbahn zu finden, als der vermeintlich perfekten Perspektive zu folgen.

Verkehr auf der Ma-2141

Die Szenerie verändert sich mit jedem Fahrzeug. Reisebusse zeigen besonders anschaulich, warum die Kurven sorgfältig geplant werden mussten; Radfahrer machen die Steigung sichtbar, die aus dem Auto weniger auffällt. Gleichzeitig verlangt genau dieser Verkehr Aufmerksamkeit. Personen am Straßenrand sollten nicht unvermittelt die Fahrbahn betreten, und Fahrzeuge dürfen den Verkehrsfluss nicht für ein Foto blockieren.

In stark besuchten Zeiten treffen Ausflugsverkehr, Motorräder, Mietwagen und Fahrräder auf engem Raum zusammen. Der Nus de sa Corbata wirkt dann lebhaft, aber auch unruhiger. Am späten Nachmittag sind die großen Ausflugsbusse häufig bereits auf dem Rückweg, sodass sich die Straßenform mit weniger Ablenkung betrachten lässt. Das ersetzt jedoch keine vorsichtige Fahrweise: Auch zu ruhigeren Zeiten bleibt die Kurve Teil einer öffentlichen Bergstraße.

Besuch statt Besichtigungstermin

Für den Nus de sa Corbata sind in den vorliegenden Besuchsdaten weder feste Öffnungszeiten noch ein Eintrittspreis erfasst. Da Straßenverhältnisse und Zufahrten im Gebirge Änderungen unterliegen können, sollten aktuelle Hinweise vor der Fahrt geprüft werden. Wer den Knoten als Zwischenhalt auf dem Weg zur Küste einplant, benötigt keinen langen Besichtigungsblock; entscheidender ist genügend zeitlicher Spielraum für die kurvenreiche Strecke.

Anfahrt und Parken

Die letzten Kilometer sind der eigentliche Auftakt zur Sehenswürdigkeit. Der Nus de sa Corbata liegt auf der Ma-2141 zwischen dem Coll dels Reis und Sa Calobra. Diese Straße ist schmal, kurvenreich und zugleich bei Autos, Reisebussen, Motorrädern und Fahrrädern beliebt. Die Fahrzeit lässt sich deshalb nicht wie auf einer gewöhnlichen Überlandstraße betrachten, denn Gegenverkehr und langsame Fahrzeuge können das Tempo deutlich bestimmen.

Ab Palma und vom Flughafen

Ab Palma Zentrum führt die erfasste Route bis Cala Tuent über die Ma-13 und die Ma-2130. Sie umfasst 69 Straßenkilometer, die Fahrt dauert rund 109 Minuten. Vom Flughafen Palma beginnt die Route auf der Ma-30, wechselt anschließend auf die Ma-13 und die Ma-2130. Bis Cala Tuent sind es 72 Straßenkilometer bei rund 105 Minuten Fahrzeit.

Diese Messwerte gelten ausdrücklich für Cala Tuent, nicht für einen Stellplatz direkt am Nus de sa Corbata. Der Krawattenknoten liegt auf der Ma-2141 im gemeinsamen Gebirgszugang zu den Küstenbuchten. Bei der Navigation sollte deshalb die Sehenswürdigkeit selbst als Zwischenziel kontrolliert werden, statt die für Cala Tuent gemessenen Werte als punktgenaue Ankunftszeit am Knoten zu verstehen.

Die Ma-2141

Vom Bergsattel aus zieht sich die Ma-2141 in zahlreichen Richtungswechseln durch das Karstgelände. Gerade bei der ersten Fahrt ist Zurückhaltung sinnvoll. Die Aussicht verführt zum seitlichen Blick, während hinter der nächsten Kurve bereits ein Bus oder ein bergauf fahrender Radfahrer auftauchen kann. Wer zu Reisekrankheit neigt oder enge Bergstraßen als belastend empfindet, sollte die Kurvenfolge bei der Ausflugsplanung berücksichtigen.

Der Knoten wird in beiden Fahrtrichtungen erlebt, doch die Wahrnehmung unterscheidet sich. Auf dem Weg hinunter zur Küste steht der überraschende Übergang von der oberen auf die untere Ebene im Vordergrund. Bei der Rückfahrt lässt sich die Konstruktion bereits vorab erkennen und bewusster verfolgen. Wer ohnehin nach Cala Tuent oder Sa Calobra fährt, kann den Ort somit aus zwei Blickrichtungen erleben.

Sicher anhalten

Nus de sa Corbata bleibt in erster Linie ein Straßenabschnitt. Ein Halt kommt nur dort infrage, wo das Fahrzeug vollständig und regelkonform außerhalb der Fahrbahn stehen kann. Enge Kurven, Brückenränder und Einmündungen sind keine Fotoplätze. Falls keine sichere Möglichkeit frei ist, sollte weitergefahren werden; auf der Rückfahrt ergibt sich häufig eine neue Gelegenheit.

Auch zu Fuß ist der Straßenraum mit Vorsicht zu behandeln. Zwischen einem abgestellten Fahrzeug und einem geeigneten Blickwinkel können Kurven mit eingeschränkter Sicht liegen. Der sicherste Besuch ist deshalb kein spontanes Bremsmanöver, sondern ein ruhiger Zwischenstopp, bei dem zuerst Verkehr und Standfläche geprüft werden und erst danach die Kamera zum Einsatz kommt.

In der Umgebung

Nach der konzentrierten Geometrie des Krawattenknotens öffnet sich weiter unten die Küstenlandschaft. Der Nus de sa Corbata lässt sich deshalb besonders gut in einen Tagesausflug einbauen, bei dem die Straße nicht nur Zubringer, sondern Teil des Ziels ist. Für mehrere große Programmpunkte bleibt wegen der langen und kurvenreichen Anfahrt dennoch weniger Zeit, als ein Blick auf die Inselkarte vermuten lässt.

Cala Tuent

Cala Tuent liegt abgeschieden an der Nordwestküste und wird von den Bergen der Serra de Tramuntana eingerahmt. Die Bucht passt gut zu einem Besuch des Nus de sa Corbata, weil beide Orte denselben Charakterzug teilen: Ihre Wirkung entsteht aus dem unmittelbaren Übergang zwischen Kalkgebirge und Küste. Nach dem technischen Blick auf Brücke und Stützmauern steht dort die natürliche Landschaft im Mittelpunkt.

Die Zufahrt zur Bucht bleibt kurvenreich, und der Strand ist eher naturbelassen als komfortorientiert. Wer Cala Tuent mit dem Krawattenknoten verbindet, sollte den Ausflug daher nicht wie einen schnellen Abstecher zu einem Stadtstrand planen. Sinnvoller ist ein großzügiger Tagesrahmen, in dem die Fahrt selbst, ein sicherer Halt am Nus de sa Corbata und Zeit an der Küste Platz finden.

Sa Calobra und Torrent de Pareis

Folgt man der Ma-2141 weiter, erreicht man Sa Calobra. Der kleine Küstenort und der Zugang zum Torrent de Pareis sind die bekanntesten Ziele am Ende der Serpentinenstraße. Sie erklären zugleich, warum am Krawattenknoten besonders viel Ausflugsverkehr unterwegs ist. Der Stopp am Nus de sa Corbata lässt sich gut auf der Hin- oder Rückfahrt einordnen, ohne dass daraus ein eigenes umfangreiches Besichtigungsprogramm werden muss.

Für die Kombination sollte ausreichend Reserve eingeplant werden. Der Verkehr auf der Bergstraße, der Aufenthalt an der Küste und der Rückweg durch die Tramuntana beanspruchen mehr Aufmerksamkeit als eine gewöhnliche Strandfahrt. Wer den Nus de sa Corbata bewusst erleben möchte, setzt ihn nicht bloß als Fotopause zwischen dicht getaktete Ziele.

Lluc und Gorg Blau

Auf der Anfahrt durch das Gebirge liegen mit dem Kloster Lluc und dem Stausee Gorg Blau weitere bekannte Ziele der Tramuntana. Beide bieten sich eher als mögliche Stationen einer sorgfältig gewählten Route an als als Pflichtprogramm desselben Tages. Lluc setzt einen kulturgeschichtlichen Akzent, während der Gorg Blau den Blick auf die Hochgebirgslandschaft lenkt.

Gerade beim Nus de sa Corbata gilt: Weniger Stationen schaffen mehr Wahrnehmung. Wer jede Kurve nur als Strecke zwischen Sehenswürdigkeiten behandelt, verpasst den eigentlichen Reiz dieses Ortes. Die Straße erzählt hier selbst von Gelände, Steinhandwerk und der Kunst, einen schwierigen Weg befahrbar zu machen.

Insider-Tipps von Einheimischen

  • Den Knoten erst lesen

    Nicht nur die Aussicht fotografieren: Am aussagekräftigsten ist ein Blickwinkel, aus dem obere Fahrbahn, Steinbogenbrücke und untere Durchfahrt gemeinsam sichtbar werden. Erst dann erschließt sich die 270-Grad-Schleife vollständig.

  • Auf den Brückenbogen achten

    Viele Blicke folgen sofort den Fahrzeugen. Sehenswert sind ebenso die keilförmig gesetzten Steine des Brückenbogens, die bearbeiteten Decksteine der Brüstung und der Übergang zu den gröberen Stützmauern.

  • Später ruhiger erleben

    Am späten Nachmittag sind die großen Ausflugsbusse häufig bereits auf dem Rückweg. Die Kurve lässt sich dann oft ruhiger betrachten – sie bleibt jedoch eine befahrene Bergstraße, auf der jederzeit Verkehr auftauchen kann.

  • Beide Richtungen nutzen

    Auf der Talfahrt überrascht das Über- und Unterqueren der eigenen Spur. Bei der Rückfahrt ist die Konstruktion bereits bekannt und lässt sich bewusster verfolgen. Beide Perspektiven zeigen den Knoten unterschiedlich.

Der Ort dazu

Cala Tuent im Ortsporträt
24°C Cala Tuent
Was ist der Nus de sa Corbata und warum lohnt sich der Halt?
Der Nus de sa Corbata ist eine 270-Grad-Straßenschleife auf der Ma-2141 zwischen dem Coll dels Reis und Sa Calobra. Der Name bedeutet „Krawattenknoten“, weil die Fahrbahn einen Bogen beschreibt, sich auf einer gemauerten Brücke selbst überquert und anschließend auf tieferem Niveau unter der oberen Spur hindurchführt. Der Halt lohnt nicht nur wegen der Berglandschaft: Zu sehen ist eine konkrete ingenieurtechnische Lösung, mit der die steile Tramuntana-Trasse an das Gelände angepasst wurde. Kalksteinmauern, Brückenbogen und Straßenverlauf bilden zusammen die eigentliche Sehenswürdigkeit.
Welche Öffnungszeiten gelten und kostet der Besuch Eintritt?
Für den Nus de sa Corbata sind in den vorliegenden Besuchsdaten weder feste Öffnungszeiten noch ein Eintrittspreis erfasst. Es handelt sich nicht um ein Museum oder ein abgeschlossenes Ausstellungsgelände, sondern um einen weiterhin befahrenen Abschnitt der Ma-2141. Vor der Anreise sollten deshalb vor allem aktuelle Hinweise zur Zufahrt und zu möglichen Verkehrsbeeinträchtigungen geprüft werden. Der Besuch erfolgt als kurzer, sicherer Zwischenhalt auf der Bergstraße; ein Anspruch auf jederzeit verfügbare Haltemöglichkeiten lässt sich daraus nicht ableiten.
Wie erfolgt die Anfahrt zum Nus de sa Corbata ab Palma oder dem Flughafen?
Ab Palma Zentrum verläuft die erfasste Route bis Cala Tuent über die Ma-13 und die Ma-2130. Sie umfasst 69 Straßenkilometer, die Fahrt dauert rund 109 Minuten. Vom Flughafen Palma führt die Route über Ma-30, Ma-13 und Ma-2130; bis Cala Tuent sind es 72 Straßenkilometer und rund 105 Minuten. Diese Werte gelten ausdrücklich für Cala Tuent und nicht punktgenau für den Krawattenknoten. Der Nus de sa Corbata selbst liegt auf der Ma-2141 zwischen Coll dels Reis und Sa Calobra. Er sollte daher in der Navigation als eigenes Zwischenziel kontrolliert werden.
Wie lange sollte man für den Besuch des Krawattenknotens einplanen?
Der Nus de sa Corbata ist eher ein konzentrierter Zwischenhalt als eine ausgedehnte Besichtigung. Wer die Schleife einmal durchfährt, die Konstruktion von einem sicheren Standpunkt betrachtet und einige Fotos aufnimmt, benötigt dafür keinen langen eigenen Programmpunkt. Mehr Zeit lohnt sich für den Brückenbogen, die Trockenmauern und unterschiedliche Blickrichtungen. Für die Tagesplanung ist jedoch die kurvenreiche An- und Rückfahrt wichtiger als die reine Aufenthaltsdauer: Gegenverkehr, Busse und Radfahrer können das Tempo auf der Ma-2141 bestimmen.
Wann ist am Nus de sa Corbata mit weniger Andrang zu rechnen?
Am späten Nachmittag sind viele große Ausflugsbusse bereits auf dem Rückweg, sodass die Straße häufig ruhiger wirkt als während der stark frequentierten Ausflugszeit. Das kann das Betrachten und Fotografieren der Schleife angenehmer machen. Vollständig leer ist die Ma-2141 deshalb nicht: Mietwagen, Motorräder und Fahrräder sind weiterhin möglich, und die Kurve bleibt aktiver Verkehrsraum. Die beste Besuchszeit ist somit nicht nur eine Frage des Andrangs, sondern auch der eigenen Sicherheit und der verfügbaren, regelkonformen Möglichkeit zum Anhalten.
Eignet sich der Nus de sa Corbata für einen Besuch mit Kindern?
Der Nus de sa Corbata liegt unmittelbar an einer kurvenreichen, befahrenen Bergstraße. Die Sehenswürdigkeit besteht aus der Straße, der Brücke und den angrenzenden Stützmauern; zugleich bleibt die Ma-2141 eine aktive Verkehrsverbindung für Autos, Reisebusse, Motorräder und Fahrräder. Enge Kurven und teilweise eingeschränkte Sicht verlangen besondere Aufmerksamkeit. Ein Halt kommt nur dort infrage, wo das Fahrzeug vollständig und regelkonform außerhalb der Fahrbahn stehen kann. Auch zu Fuß sollte die Fahrbahn nicht unvermittelt betreten werden.
Was lässt sich mit dem Besuch in der Nähe verbinden?
Naheliegend sind Cala Tuent sowie Sa Calobra mit dem Zugang zum Torrent de Pareis. Beide Küstenziele liegen im selben abgeschiedenen Teil der Serra de Tramuntana und machen verständlich, weshalb die Ma-2141 so stark als Ausflugsstraße wahrgenommen wird. Auf der Gebirgsroute kommen außerdem das Kloster Lluc und der Stausee Gorg Blau als mögliche Stationen infrage. Wegen der langen, kurvenreichen Fahrten sollte daraus jedoch keine zu dichte Liste werden. Ein stimmiger Ausflug verbindet den Krawattenknoten mit einer Küstenbucht oder einem ausgewählten Ziel im Hochland.
Worauf muss man beim Fotografieren am Nus de sa Corbata achten?
Das aussagekräftigste Motiv zeigt möglichst gleichzeitig die obere Fahrbahn, den gemauerten Brückenbogen und die untere Passage. Nicht jeder Straßenrand bietet diesen Winkel, und ein gutes Foto rechtfertigt weder das Blockieren der Fahrbahn noch das Betreten einer unübersichtlichen Kurve. Zuerst sollten eine regelkonforme Abstellmöglichkeit, der laufende Verkehr und ein sicherer Stand geprüft werden. Ein weiter Bildausschnitt zeigt die Einpassung in das Karstgebirge; mit engerem Ausschnitt treten die 270-Grad-Geometrie und die Steinmetzdetails am Bogen stärker hervor.