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Robert Graves: Das Schriftstellerhaus in Deià

Robert Graves, Mallorca
Retogenes, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 (Zuschnitt/Skalierung via mallorca.com)Bearbeitungen dieses Bildes stehen unter derselben Lizenz.

Am Rand von Deià steht ein Haus, das eher bewahrt als inszeniert wirkt. Robert Graves lebte und arbeitete hier über Jahrzehnte; heute führt das Museum durch seine privaten Räume, seine Arbeitswelt und einen Garten, dessen Gestaltung in die Zeit der ersten Bewohner zurückreicht. Unter seinem eigentlichen Namen Ca n’Alluny gehört das Anwesen zu den persönlichsten Kulturorten im Nordwesten Mallorcas.

Der Reiz liegt nicht in einer monumentalen Architektur, sondern entsteht aus der Nähe zu einem Schriftstellerleben: Schreibtische tragen noch Arbeitsgeräte und persönliche Dinge, Bücher und Manuskripte verweisen auf ein ungewöhnlich umfangreiches Werk, und draußen schließen Oliven, Zitrusbäume und Nutzgarten unmittelbar an das Haus an. Vieles sieht so aus, als habe jemand die Arbeit nur für einen Gang in den Garten unterbrochen.

Auch ohne vertiefte Kenntnis seiner Bücher lohnt der Besuch. Die Casa erklärt, wie aus dem britischen Kriegsdichter und Romanautor ein Wahlmallorquiner wurde, der Deià nicht bloß als Kulisse betrachtete. Wer Ich, Claudius, Kaiser und Gott oder Claudius der Gott kennt, begegnet dem Entstehungsumfeld bedeutender Texte; wer Graves erst hier entdeckt, erhält einen anschaulichen Einstieg in Biografie und Werk.

Vor allem aber ist Ca n’Alluny ein Gegenentwurf zum großen, dicht bestückten Museum. Haus und Garten verlangen Aufmerksamkeit für kleine Dinge. Gerade Literaturinteressierte, Gartenfreunde und Besucher, die Deiàs Künstlergeschichte verstehen möchten, finden hier mehr als eine Sammlung von Erinnerungsstücken: einen erhaltenen Lebens- und Arbeitsort.

Geschichte und Bedeutung

Die Ankunft in Deià

Der Weg nach Deià begann mit einer Empfehlung, die zugleich Warnung war. Gertrude Stein soll Robert Graves und der amerikanischen Dichterin Laura Riding Mallorca als Paradies beschrieben haben – unter der Voraussetzung, dass man es dort aushalte. Graves und Riding kamen 1929 auf die Insel und entschieden sich für das damals noch abgelegene Deià. Hinter Graves lagen der Erste Weltkrieg, dessen psychische Folgen ihn lange begleiteten, ein als bedrückend empfundenes akademisches Umfeld in Oxford und eine zunehmend instabile private und finanzielle Lage.

Die Wahl des Ortes war deshalb mehr als ein mediterraner Tapetenwechsel. Graves suchte Abstand von Großbritannien und von der Gesellschaft, mit der er in seiner Autobiografie Good-Bye to All That abrechnete. Deià bot ihm Landschaft und Rückzug, ohne ihn völlig von der Welt abzuschneiden. In Majorca Observed schrieb er später über Menschen, Bräuche und Landschaften der Insel. Das Dorf wurde für ihn damit nicht nur zum Wohnort, sondern auch zum Gegenstand und Resonanzraum seines Schreibens.

Ca n’Alluny

1932 ließen Graves und Riding das Haus am Ortsrand errichten. Der Name Ca n’Alluny lässt sich sinngemäß als „Haus in der Ferne“ verstehen und passt zu seiner Lage etwas außerhalb des Dorfkerns. Zwischen alten Olivenbäumen entstand kein repräsentativer Landsitz, sondern ein Wohn- und Arbeitshaus, dessen Maßstab bis heute überschaubar bleibt. Hier betrieb Graves mit Riding auch eine eigene Druckpresse. Unter dem Namen Seizin Press erschienen Bücher und Gedichte; in dieser ersten produktiven Phase auf Mallorca entstanden zudem Werke, die seinen internationalen Ruf festigten, darunter die Claudius-Romane und Count Belisarius.

Das Haus war dennoch keine abgeschlossene Schriftstellerklause. Freunde aus Literatur und Kunst kamen nach Ca n’Alluny und blieben teils für längere Zeit. So lässt sich an diesem Ort ein Stück jener Entwicklung nachvollziehen, die Deià später den Ruf einer internationalen Künstlerkolonie einbrachte. Graves war dabei nicht der einzige kreative Bewohner des Dorfes, aber über Jahrzehnte eine seiner prägenden Figuren.

Abschied, Rückkehr und Museum

Mit Beginn des Spanischen Bürgerkriegs mussten Graves und Riding Mallorca 1936 verlassen. Es folgten der Zweite Weltkrieg und eine insgesamt zehnjährige Unterbrechung. Erst 1946 kehrte Graves zurück, nun mit Beryl und seiner Familie. Ca n’Alluny wurde erneut zum dauerhaften Lebensmittelpunkt. Der Schriftsteller blieb bis zu seinem Tod 1985 in Deià; sein schlichtes Grab befindet sich auf dem kleinen Friedhof des Dorfes.

Nach Beryls Tod 2003 ging das Anwesen in öffentliche beziehungsweise institutionelle Obhut über. Haus und Garten wurden behutsam restauriert und für Besucher angepasst. Beim Garten orientierte man sich ausdrücklich an Anlage und Bepflanzung der 1930er-Jahre. Im Sommer 2006 öffnete Ca n’Alluny als Museum. Heute ist es zugleich Sitz der Robert Graves Foundation, die Haus, Garten und literarisches Erbe betreut.

Die Bedeutung des Museums liegt gerade in dieser Kontinuität. Es erinnert nicht nur an einen britischen Dichter und Romancier, sondern dokumentiert eine dauerhafte kulturelle Verbindung zwischen Mallorca und der englischsprachigen Literatur. Graves kam als Fremder, kehrte nach Krieg und Exil zurück und wurde Teil der Geschichte Deiàs. Das Haus macht diesen Prozess besser sichtbar, als eine rein biografische Ausstellung es könnte.

Was es zu sehen gibt

Der Einführungsfilm

Der Rundgang beginnt nicht sofort zwischen Schreibtisch und Bücherregal, sondern mit einem Film über Graves’ Leben und Werk. Er dauert 15 Minuten und verbindet historische Fotografien, Filmaufnahmen und Interviewmaterial. Das ist mehr als ein vorgeschalteter Lebenslauf: Die Bilder geben den Räumen, die anschließend folgen, ihre zeitliche Tiefe. Wer Graves bislang nur dem Namen nach kannte, versteht danach, weshalb Kriegserfahrung, Trennung von England und Rückkehr nach Mallorca für sein Schreiben so wichtig waren. Zugleich hilft der Film dabei, das Museum richtig zu lesen: Die Einführung stellt den Zusammenhang her, das Haus liefert danach die Anschauung und öffnet den Ort, an dem ein erheblicher Teil dieser Arbeit entstand.

Die Arbeitszimmer

Die stärksten Räume sind die beiden Arbeitszimmer. Ihre hölzernen Schreibtische stehen mit Schreibmaschine, Büchern und persönlichen Gegenständen so da, dass der Arbeitsprozess beinahe greifbar wird. Gerade diese Zurückhaltung macht Eindruck: Eine sorgfältig bewahrte Ordnung aus Möbeln, Werkzeugen und Dingen des täglichen Gebrauchs prägt die Räume.

An den Schreibtischen wird sichtbar, dass Schreiben für Graves nicht bloß Inspiration, sondern geregelte Arbeit war. Manuskripte und Bücher verbinden den privaten Raum mit dem veröffentlichten Werk. Eine chronologische Darstellung der Bibliografie zeigt Titel und Erscheinungsdaten und verdeutlicht, wie weit das Schaffen über die bekannten historischen Romane hinausreichte. Die schiere Folge der Veröffentlichungen bildet einen wirkungsvollen Kontrast zur Ruhe des Zimmers, in dem sie vorbereitet wurden.

Besondere Aufmerksamkeit verdienen die kleinen Spuren des Gebrauchs: die Schreibmaschine als Werkzeug, die Anordnung der Gegenstände und die Nähe zwischen Arbeitsfläche und Bücherbestand. Sie erzählen mehr über Graves als ein dekoratives Porträt. Das Museum versucht nicht, den Autor als entrücktes Genie zu präsentieren, sondern zeigt einen Menschen, der in diesem Haus lebte und arbeitete.

Wohnräume und persönliche Dinge

Auch jenseits der Arbeitszimmer bleibt Ca n’Alluny erkennbar ein bewohntes Haus. Originale Möbel, persönliche Gegenstände, Bücher und Dokumente stehen nicht isoliert in neutralen Vitrinen, sondern in ihrem häuslichen Zusammenhang. Dadurch lässt sich die Grenze zwischen Arbeit und Alltag verfolgen: Literatur entstand hier nicht in einem separaten Institut, sondern mitten in einem Familienhaus.

Diese Atmosphäre erklärt, weshalb ein langsamer Rundgang ergiebiger ist als das schnelle Abhaken einzelner Exponate. Die Räume erzählen durch Beziehungen: Ein Manuskript gewinnt neben dem Schreibtisch eine andere Wirkung als in einer Bibliothek; ein Möbelstück verweist auf die Familie und die Gäste, die Ca n’Alluny über die Jahre aufsuchten. Selbst die bescheidene Größe des Hauses trägt zum Verständnis bei, denn Graves’ internationales Netzwerk traf sich an einem Ort, der persönlich und überschaubar blieb.

Zum historischen Alltag des Anwesens gehörte auch technische Selbsthilfe. Ein ausgestellter Generator versorgte Ca n’Alluny zwischen 1935 und 1963. Solche Geräte mögen neben Manuskripten zunächst nebensächlich wirken, machen aber die Bedingungen des Lebens am damaligen Ortsrand konkret. Der literarische Rückzug war keineswegs frei von praktischer Arbeit.

Garten, Oliven und Zitrusbäume

Hinter den Innenräumen wechselt die Erzählung ins Freie. Der Garten wurde nach dem historischen Grundriss und der Bepflanzung der 1930er-Jahre wiederhergestellt. Alte Olivenbäume verbinden das Gelände mit der Kulturlandschaft Deiàs; Zypressen, Bougainvilleen und weitere mediterrane Pflanzen geben den Wegen Struktur. Hinzu kommen Nutzflächen, die zeigen, dass der Garten nicht nur der Aussicht und Erholung diente.

Besonders charakteristisch sind der Gemüsegarten und die Zitruspflanzungen. Graves legte einen Orangenhain mit Bitterorangen und Mandarinen an und verwendete die Früchte unter anderem für Marmelade. Das ist eines jener kleinen Details, die Ca n’Alluny von einer abstrakten Dichtergedenkstätte unterscheiden. Zwischen Bäumen und Beeten wird ein Alltag sichtbar, in dem Schreiben, Familie, Selbstversorgung und das Klima Mallorcas nebeneinanderstanden.

Von Teilen des Gartens öffnen sich Blicke zur Küste, zum Meer und auf die Berge der Serra de Tramuntana. Trotzdem ist er kein klassischer Aussichtspunkt, den man nur für ein Foto aufsucht. Seine Wirkung entfaltet sich im Zusammenhang mit dem Haus: draußen die von Graves gewählte Landschaft, drinnen die Texte und Arbeitsmittel, mit denen er auf sie reagierte. Das Verweilen im Garten gehört daher zum Rundgang und sollte nicht als bloßer Ausgang behandelt werden.

Der Besuch

Vom Film ins Haus

Der vorgesehene Ablauf beginnt mit dem 15-minütigen Einführungsfilm und führt danach durch die erhaltenen Wohn- und Arbeitsräume in den Garten. Diese Reihenfolge ist sinnvoll, denn viele Gegenstände erklären sich besser, wenn Graves’ Lebensstationen bereits bekannt sind. Wer mit seinen Büchern vertraut ist, kann anschließend gezielt auf Manuskripte, Bibliografie und Arbeitsplätze achten; ohne Vorwissen schafft der Film eine ausreichende Grundlage.

Für den gesamten Besuch gibt es keine sinnvoll festzuschreibende Standarddauer. Der Film setzt einen festen Auftakt, danach hängt die Zeit stark davon ab, wie eingehend Texte, Bücher, persönliche Gegenstände und Garten betrachtet werden. Für einen schnellen Fotostopp eignet sich das Haus kaum. Wer die Räume wirklich auf sich wirken lässt und auch den Garten einbezieht, sollte nicht zu knapp planen.

Ruhe statt Besuchermassen

Die Stiftung formuliert selbst den Anspruch, nicht möglichst viele Menschen durch das Haus zu führen, sondern etwas von der Ruhe erfahrbar zu machen, die Graves hier fand. Diese Haltung prägt den Besuch: Ca n’Alluny ist ein kleines Schriftstellerhaus, und die Nähe zu Originalschauplätzen ist sein eigentliches Ausstellungsprinzip.

In stark besuchten Reisezeiten kann Deià dennoch voll werden, und auch das Parken wird dann schwieriger. Wer es einrichten kann, kommt eher am Tag und räumt vor allem für die Anfahrt etwas Reserve ein. Außerhalb der Hauptreisezeit wird die Atmosphäre im Ort und im Museum meist ruhiger; ein dokumentierter Winterbesuch berichtet lediglich von einer Handvoll weiterer Gäste. Eine Garantie für Leere ist das nicht, wohl aber ein nachvollziehbarer Hinweis für alle, die Ca n’Alluny möglichst still erleben möchten.

Vorher aktuell informieren

Öffnungszeiten und Eintritt sind bewusst nicht als dauerhafte Angaben in diesen Text aufgenommen, da sie sich ändern können. Vor der Fahrt empfiehlt sich deshalb ein Blick auf die aktuell veröffentlichten Besuchsinformationen des Museums. Das ist besonders wichtig, weil das Haus kein täglich und zu jeder Tageszeit zugängliches Gelände ist. Auch wer den Museumsbesuch mit Dorf, Friedhof oder Küste verbinden möchte, sollte den Tag zuerst um den Zugang zu Ca n’Alluny herum planen.

Anfahrt und Parken

Von Palma und vom Flughafen

Vom Flughafen Palma führt die Fahrt bis Deià über Ma-20, Ma-1110 und Ma-10. Die Straßenstrecke beträgt 32 Kilometer, die Fahrt dauert rund 48 Minuten. Vom Zentrum Palmas sind es bis Deià 27 Straßenkilometer; über Ma-1110 und Ma-10 dauert die Fahrt rund 52 Minuten. Diese Werte gelten jeweils bis Deià, nicht bis zu einem garantierten Parkplatz unmittelbar am Museum.

Der letzte Abschnitt verläuft auf der Ma-10 durch die Serra de Tramuntana. Ca n’Alluny liegt am nördlichen Ortsrand von Deià, an der Ausfallstraße Richtung Sóller. Das Tor befindet sich in einem Kurvenbereich, weshalb bei der Annäherung Aufmerksamkeit wichtiger ist als die Suche nach einem weithin sichtbaren Museumsbau. Das Anwesen wirkt von der Straße aus zurückhaltend und kündigt sich nicht wie eine große touristische Anlage an.

Die angegebene Fahrzeit sollte nicht als Parkzeit verstanden werden. Gerade an gut besuchten Tagen kann die Suche nach einem Stellplatz in Deià länger dauern. Die kurvenreiche Zufahrt über die Tramuntana verlangt zudem ein ruhiges Tempo, auch wenn das Navigationsgerät eine scheinbar knappe Ankunft kalkuliert.

Parken in Deià

Am Haus selbst gibt es keine Besucherparkplätze. Geparkt wird daher in Deià, soweit reguläre Stellflächen verfügbar sind; das letzte Stück führt zu Fuß zum Museum. In Zeiten hohen Andrangs kann die Parkplatzsuche im Dorf schwierig sein. Frühes Ankommen ist deshalb weniger ein Tipp für einen vermeintlich leeren Ausstellungsraum als eine praktische Strategie, um die Anfahrt nicht mit einer langen Suche zu beginnen.

Vom Dorfzentrum ist Ca n’Alluny in einem kurzen Fußweg erreichbar. Da das Haus etwas außerhalb liegt, sollte Gepäck im Fahrzeug bleiben und für den Weg ein wenig Zeit eingeplant werden. Wer nach dem Museum noch durch den steilen alten Ortskern zum Friedhof hinaufgehen möchte, tut gut daran, den Standort des Fahrzeugs so zu wählen, dass nicht jeder Abschnitt erneut gefahren werden muss.

Mit dem Bus

Deià wird mit dem Linienbus aus Richtung Palma, Valldemossa und Sóller erreicht; als passende Verbindung wird die Linie 203 genannt. Für das Museum kommen die Haltestellen in Deià oder bei S’Empeltada infrage. Von dort geht es zu Fuß weiter. S’Empeltada liegt näher am Anwesen, während ein Ausstieg im Dorf sinnvoll sein kann, wenn der Museumsbesuch mit dem historischen Ortskern verbunden werden soll.

Der Bus vermeidet die Parkplatzsuche, bindet den Besuch aber an den aktuellen Fahrplan. Da die Ma-10 die zentrale Verkehrsachse dieses Abschnitts der Tramuntana ist, sollte vorab auch die Rückfahrt geprüft werden. Die Fußwege zwischen Haltestelle, Museum und Dorf sind Teil des Ausflugs; Ca n’Alluny besitzt keinen separaten Verkehrsknoten direkt am Eingang.

Buslinien nach Robert Graves im Überblick

LinieStreckeFahrten/TagErste FahrtLetzte Fahrt
203Valldemossa / Deià22506:2522:50

Aus den offiziellen GTFS-Fahrplandaten (TIB/SFM), ohne Echtzeit. Die Zahlen fassen alle Halte im Ort zusammen; Fahrten an Wochenenden und Feiertagen weichen ab — vor der Fahrt beim Betreiber prüfen.

Anfahrt mit dem Bus

  • S'Empeltada 1 (18003) · 0,1 km Luftlinie

    • 203Valldemossa / Deià · Täglich
  • S'Empeltada 2 (18004) · 0,1 km Luftlinie

    • 203Valldemossa / Deià · Täglich
  • Deià 1 (18002) · 0,5 km Luftlinie

    • 203Valldemossa / Deià · Täglich
  • Deià 2 (18010) · 0,5 km Luftlinie

    • 203Valldemossa / Deià · Täglich
  • Es Clot 1 (18011) · 0,8 km Luftlinie

    • 203Valldemossa / Deià · Täglich
  • Es Clot 2 (18001) · 0,8 km Luftlinie

    • 203Valldemossa / Deià · Täglich
  • Llucalcari 1 (18005) · 1,3 km Luftlinie

    • 203Valldemossa / Deià · Täglich
  • Llucalcari 2 (18006) · 1,3 km Luftlinie

    • 203Valldemossa / Deià · Täglich
  • Sa Foradada (18009) · 1,5 km Luftlinie

    • 203Valldemossa / Deià · Täglich

Fahrplandaten: offizielle GTFS-Daten (TIB/EMT), ohne Echtzeit — Zeiten vor Fahrtantritt beim Betreiber prüfen.

In der Umgebung

Deià

Nach dem stillen Haus wirkt Deià wie die Fortsetzung seiner Geschichte. Steinhäuser ziehen sich am Hang hinauf, und die Berge der Serra de Tramuntana treten dicht an den Ort heran. Graves entschied sich nicht zufällig für diesen Platz: Das Dorf bot Abgeschiedenheit, Landschaft und zugleich eine Verbindung nach Palma. Später kamen weitere Schriftsteller, Künstler und Akademiker, sodass Deiàs Ruf als Künstlerort weit über Mallorca hinausreichte.

Der alte Ortskern lässt sich gut an den Museumsbesuch anschließen. Dabei zeigt sich allerdings auch die topografische Realität hinter den schönen Ansichten: Wege und Gassen steigen merklich an. Wer vom Haus zum oberen Dorfteil geht, erlebt nicht nur eine hübsche Kulisse, sondern versteht besser, wie eng Siedlung, Terrassenlandschaft und Gebirge hier zusammenliegen.

Kirche und Friedhof

Auf dem kleinen Friedhof bei der Kirche liegt Robert Graves begraben. Das Grab ist schlicht und leicht zu übersehen; gerade dadurch bildet es einen starken Gegenpunkt zu seinem umfangreichen Werk. Ein Gang dorthin ist keine notwendige Verlängerung des Museums, schließt die Biografie aber räumlich ab: unten beziehungsweise am Ortsrand das Haus des langen Arbeitslebens, oben im Dorf die letzte Ruhestätte.

Der Weg zum Friedhof führt durch den ansteigenden Ortskern und sollte deshalb nicht als beiläufiger Abstecher ohne zusätzlichen Fußweg eingeplant werden. Inhaltlich ist die Verbindung jedoch besonders stimmig, weil sie Robert Graves nicht von Deià trennt. Haus und Grab liegen nicht in einem künstlichen Gedenkbezirk, sondern an zwei Punkten jenes Ortes, der für ihn zur Heimat wurde.

Küste und Tramuntana

Wer einen ganzen Tag in der Gegend verbringt, kann den Museumsbesuch mit Cala Deià oder einem weiteren Ziel entlang der Ma-10 verbinden. Die Bucht zeigt die felsige Küstenseite des Gemeindegebiets, während die Straße Richtung Valldemossa oder Sóller weitere Perspektiven auf die Tramuntana eröffnet. Solche Kombinationen sollten allerdings nicht zulasten der Ruhe im Haus zu eng getaktet werden.

Literarisch Interessierte können Deià außerdem als Station einer größeren Kulturroute verstehen. In der westlichen Tramuntana erinnern mehrere Orte an Schriftsteller, Reisende und Künstler, die Mallorca beschrieben oder zeitweise hier lebten. Ca n’Alluny bleibt darunter besonders anschaulich, weil nicht nur ein Name oder eine Texttafel erhalten ist, sondern der konkrete Wohn- und Arbeitsort.

Der Ort dazu

Deià im Ortsporträt

Wissenswertes für den Besuch

Für wen sich das Museum eignet

Das Haus spricht vor allem Menschen an, die Freude an Literatur, Biografien, historischen Wohnräumen oder Gärten haben. Vorkenntnisse sind hilfreich, aber nicht nötig; der Einführungsfilm ordnet Graves’ Leben und die wichtigsten Werkbereiche ein. Wer vorab eines seiner Gedichte, einen Abschnitt aus Good-Bye to All That oder einige Seiten eines Claudius-Romans liest, wird im Arbeitszimmer dennoch leichter Verbindungen herstellen.

Mit Kindern funktioniert der Besuch am besten, wenn sie sich auf ein echtes Wohnhaus und einzelne Gegenstände einlassen können. Zu sehen sind Schreibmaschine, Arbeitsplätze, Bücher, persönliche Dinge und Gartenbereiche – keine auf Bewegung oder Spiel ausgelegte Erlebniswelt. Der Film zu Beginn und die Abwechslung zwischen Innenräumen und Garten geben dem Rundgang eine klare Struktur.

Kleidung und Wege

Für Haus und Garten genügt alltagstaugliche Kleidung, doch festes, bequemes Schuhwerk ist für die Kombination mit Deià sinnvoll. Der Ortskern liegt am Hang, und der Weg zur Kirche und zum Friedhof steigt an. Auch zwischen Bushaltestelle, Museum und Dorf fallen Fußwege an. Wer nur wegen eines Innenraums mit glatten Museumsgängen kommt, unterschätzt daher leicht den Charakter des gesamten Ausflugs.

Der Garten bietet Bäume und bepflanzte Bereiche. Sonnen- und Regenschutz sollten nach Wetterlage auch dann bedacht werden, wenn der eigentliche Schwerpunkt in den Innenräumen liegt. Für einen längeren Spaziergang durch Deià oder hinunter in Richtung Küste gelten ohnehin andere Anforderungen als für den kompakten Museumsrundgang.

Was man nicht erwarten sollte

Der Bestand gewinnt aus seinem ursprünglichen Ort: Möbel stehen in den Räumen, für die sie bestimmt waren; Schreibtische und Schreibmaschine verweisen auf tatsächliche Arbeit; der Garten bleibt Teil des Haushalts. Wer spektakuläre Effekte sucht, könnte die Präsentation als zurückhaltend empfinden. Wer genau hinsieht, erkennt gerade darin ihre Stärke.

Ebenso wenig ist das Anwesen ein beliebig zugänglicher Aussichtsgarten. Meer- und Bergblicke gehören zur Erfahrung, doch der Zweck des Besuchs bleibt das Leben und Werk von Robert Graves. Fotografieren, Landschaftsschauen und der Rundgang durch Deià lassen sich gut damit verbinden, sollten die leisen Details im Haus aber nicht überlagern. Die bleibende Erinnerung ist oft kein Panorama, sondern ein Schreibtisch, an dem zwischen mallorquinischem Alltag und Weltliteratur gearbeitet wurde.

Insider-Tipps von Einheimischen

  • Die Schreibtische genau ansehen

    In den beiden Arbeitszimmern nicht nur auf die Schreibmaschine achten. Die Anordnung von Büchern, Arbeitsgeräten und persönlichen Dingen vermittelt besonders anschaulich, wie selbstverständlich Graves’ Schreiben zum Alltag in Ca n’Alluny gehörte.

  • Zeit für den Nutzgarten lassen

    Der Garten ist kein bloßer Ausgang. Orangenhain, Mandarinen, Bitterorangen und Gemüseflächen erzählen vom bewirtschafteten Anwesen; Graves nutzte die Zitrusfrüchte unter anderem, um Marmelade herzustellen.

  • S’Empeltada statt Parkplatzsuche

    Wer mit der Linie 203 anreist, kann bei S’Empeltada aussteigen und erreicht das nahe Anwesen zu Fuß. Der Ausstieg im Dorf ist dagegen praktischer, wenn anschließend der alte Ortskern und Graves’ Grab besucht werden sollen.

  • Das schlichte Grab suchen

    Auf dem Friedhof bei der Kirche liegt Graves’ schlichte Grabstätte. Sie ist leicht zu übersehen und wirkt gerade deshalb wie ein passender Abschluss nach dem persönlichen, zurückhaltend präsentierten Wohnhaus.

  • Den Generator nicht übersehen

    Zwischen Manuskripten und Möbeln fällt das technische Gerät leicht aus dem Blick: Ein Generator versorgte das Anwesen zwischen 1935 und 1963 und erinnert daran, wie praktisch der Alltag am damaligen Ortsrand organisiert werden musste.

30°C Deià
Was ist das Robert-Graves-Museum in Deià?
Das Museum befindet sich in Ca n’Alluny, dem ehemaligen Wohn- und Arbeitshaus des britischen Dichters und Schriftstellers Robert Graves. Er ließ das Haus 1932 zusammen mit Laura Riding am Rand von Deià errichten und lebte nach seiner Rückkehr 1946 bis zu seinem Tod 1985 dort. Zu sehen sind erhaltene Wohnräume, zwei Arbeitszimmer, Manuskripte, Bücher, persönliche Gegenstände und der nach seiner historischen Anlage restaurierte Garten. Es handelt sich also nicht um eine beliebige Ausstellung über Graves, sondern um seinen tatsächlichen Lebensmittelpunkt auf Mallorca.
Warum lohnt sich der Besuch auch ohne Vorkenntnisse über Robert Graves?
Der Besuch beginnt mit einem 15-minütigen Film, der Graves’ Biografie, sein Werk und seine Verbindung zu Mallorca verständlich einordnet. Danach lassen sich Schreibtische, Schreibmaschine, Manuskripte und persönliche Gegenstände als Spuren eines konkreten Arbeitslebens lesen. Auch der Garten erzählt von mehr als Literatur: Oliven, Zitruspflanzungen und Nutzflächen zeigen den Alltag des Anwesens. Wer historische Wohnhäuser, Gärten oder die Künstlergeschichte Deiàs interessant findet, braucht daher keinen Claudius-Roman gelesen zu haben, um Ca n’Alluny etwas abzugewinnen.
Welche Öffnungszeiten und Eintrittspreise gelten?
Aktuelle Öffnungszeiten und Eintrittspreise sollten unmittelbar vor dem Besuch in den offiziellen Besuchsinformationen geprüft werden, da beide Angaben Änderungen unterliegen können. Das Haus ist kein frei zugängliches Außengelände, weshalb sich eine spontane Anfahrt ohne Kontrolle der Besuchszeiten nicht empfiehlt. Sinnvoll ist es, zuerst den möglichen Museumsbesuch festzulegen und anschließend Dorf, Friedhof oder Küste darum herum zu planen. Der reguläre Rundgang beginnt mit einem Einführungsfilm und setzt sich danach in Haus und Garten fort.
Wie lange dauert ein Besuch im Robert-Graves-Haus?
Eine verbindliche Gesamtdauer lässt sich nicht sinnvoll festlegen. Der Einführungsfilm dauert 15 Minuten; anschließend folgen die Wohnräume, zwei Arbeitszimmer, die bibliografische Darstellung, persönliche Gegenstände und der Garten. Wer nur einen knappen Überblick sucht, geht naturgemäß schneller hindurch als jemand, der Manuskripte und Arbeitsplätze eingehend betrachtet. Da der besondere Reiz aus kleinen Details und der ruhigen Atmosphäre entsteht, sollte der Besuch nicht zwischen zwei eng getaktete Programmpunkte gequetscht werden. Zusätzlich ist Zeit für den Fußweg vom Parkplatz oder von der Bushaltestelle einzuplanen.
Wann ist es im Museum und in Deià am ruhigsten?
Eine feste, garantiert ruhige Uhrzeit lässt sich nicht nennen. Praktisch ist jedoch eine Ankunft eher am Tag, vor allem weil die Parkplatzsuche in Deià bei starkem Andrang schwierig werden kann. Außerhalb der Hauptreisezeit ist die Chance auf eine stille Besichtigung größer; von einem Winterbesuch wird beispielsweise nur eine Handvoll weiterer Gäste berichtet. Die Stiftung selbst möchte ausdrücklich keine Massenabfertigung, sondern die Ruhe des Hauses vermitteln. Vor dem Besuch sollten dennoch die aktuellen Zugangsdaten geprüft werden, damit die Anreise nicht vor verschlossenen Türen endet.
Wie gelangt man vom Flughafen Palma nach Deià?
Vom Flughafen Palma führt die Route bis Deià über Ma-20, Ma-1110 und Ma-10. Die Straßenstrecke beträgt 32 Kilometer, und die Fahrt dauert rund 48 Minuten. Diese Angaben reichen bis Deià und nicht bis zu einem reservierten Stellplatz am Museum. Ca n’Alluny liegt am nördlichen Ortsrand an der Straße Richtung Sóller; das Tor befindet sich in einem Kurvenbereich. Da am Haus keine Besucherparkplätze zur Verfügung stehen, muss für die Stellplatzsuche im Dorf und den anschließenden Fußweg zusätzliche Zeit einkalkuliert werden.
Wie gelangt man vom Zentrum Palmas zum Robert-Graves-Museum?
Vom Zentrum Palmas sind es bis Deià 27 Straßenkilometer. Die Fahrt über Ma-1110 und Ma-10 dauert rund 52 Minuten. Auch hier bezieht sich die Zeit auf Deià, nicht auf einen Parkplatz direkt vor Ca n’Alluny. Der letzte Abschnitt folgt der kurvenreichen Tramuntana-Straße, bevor das Museum am nördlichen Rand des Ortes erreicht wird. Weil das Anwesen selbst keine Besucherparkplätze hat und reguläre Stellflächen in Deià an gut besuchten Tagen knapp sein können, empfiehlt sich eine Zeitreserve über die reine Fahrtdauer hinaus.
Kann man das Museum mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen?
Ja. Deià wird unter anderem mit der Buslinie 203 aus Richtung Palma, Valldemossa und Sóller bedient. Für das Museum eignen sich die Haltestellen in Deià oder bei S’Empeltada. Von beiden geht es zu Fuß weiter; S’Empeltada liegt näher am Anwesen, während der Ausstieg im Dorf gut zu einem anschließenden Rundgang durch den Ortskern passt. Vor der Fahrt sollte der aktuelle Fahrplan einschließlich der Rückverbindung geprüft werden. Der Bus ist besonders attraktiv, weil damit die oft schwierige Parkplatzsuche in Deià entfällt.
Ist das Robert-Graves-Museum für Kinder interessant?
Das hängt stärker vom Interesse als vom Alter ab. Das Museum zeigt ein echtes Wohn- und Arbeitshaus mit Schreibmaschine, Büchern, Manuskripten, Möbeln, persönlichen Dingen und Garten. Es gibt einen 15-minütigen Einführungsfilm, der dem Rundgang eine verständliche Grundlage gibt, und der Wechsel zwischen Innenräumen und Außenbereich sorgt für Abwechslung. Für Kinder, die Geschichten, historische Häuser oder die Arbeitsweise eines Schriftstellers spannend finden, kann der Besuch sehr anschaulich sein.
Was kann man mit dem Museumsbesuch in Deià verbinden?
Besonders naheliegend ist ein Spaziergang durch den alten Ortskern hinauf zur Kirche und zum kleinen Friedhof, auf dem Robert Graves begraben liegt. Das schlichte Grab ergänzt den Besuch des Wohnhauses, verlangt wegen der Hanglage aber einen zusätzlichen Anstieg. Wer mehr Zeit hat, kann auch Cala Deià oder ein weiteres Ziel entlang der Ma-10 einplanen. Haus, Dorf und Küstenlandschaft sollten nicht zu eng getaktet werden: Der Reiz von Ca n’Alluny liegt gerade darin, Arbeitsräume und Garten ohne Eile wahrzunehmen.
Was sind die wichtigsten Exponate und Bereiche des Hauses?
Im Mittelpunkt stehen die beiden Arbeitszimmer mit hölzernen Schreibtischen, Schreibmaschine, Büchern und persönlichen Arbeitsgegenständen. Hinzu kommen Originalmöbel, Manuskripte und eine chronologische Darstellung von Graves’ Veröffentlichungen. Bemerkenswert ist außerdem ein Generator, der das Anwesen zwischen 1935 und 1963 versorgte und den praktischen Alltag am damaligen Ortsrand dokumentiert. Draußen setzt sich die Erzählung im restaurierten Garten mit alten Oliven, Zypressen, Bougainvilleen, Gemüseflächen sowie Bitterorangen- und Mandarinenbäumen fort.
Gibt es Parkplätze direkt am Robert-Graves-Haus?
Nein, am Haus stehen keine Besucherparkplätze zur Verfügung. Das Fahrzeug muss auf einer regulären Stellfläche in Deià abgestellt werden, anschließend führt der Weg zu Fuß zum Museum am nördlichen Ortsrand. In stark besuchten Zeiten kann das Parken im Dorf schwierig sein, weshalb eine frühere Ankunft und eine realistische Zeitreserve sinnvoll sind. Eine gute Alternative ist die Anreise mit der Buslinie 203 und der Fußweg ab Deià oder S’Empeltada. Die angegebenen Fahrzeiten aus Palma und vom Flughafen schließen die Parkplatzsuche ausdrücklich nicht ein.