Ärzte drohen mit unbefristetem Streik gegen Gesetz
Ärzte und Fachärzte drohen mit einem unbefristeten Streik gegen den Entwurf für das Estatuto Marco, ein Gesetz zu ihren Arbeitsbedingungen. Die Berufsvereinigung APEMYF kündigte den Schritt am 1. September in Madrid an. Sie fordert Regierung und Parlamentsfraktionen auf, aus ihrer Sicht unzumutbare Regelungen zu ändern.
Der vom Ministerrat gebilligte Gesetzentwurf ignoriere die Forderungen der Ärzteschaft, erklärte APEMYF. Nach Angaben der Vereinigung kann die Arbeitszeit für Ärzte und Fachärzte bis zu 75 Stunden pro Woche betragen. Diese Regelung gelte für andere Gesundheitsberufe nicht in derselben Form.
Kritik an 24-Stunden-Diensten
Besonders kritisiert APEMYF die Beibehaltung von 24-Stunden-Diensten. Im Entwurf erscheinen sie zwar als freiwillige Möglichkeit. In der Praxis könnten jedoch die sogenannten „Erfordernisse des Dienstes“ ausschlaggebend sein, so die Vereinigung.
Zu lange Arbeitszeiten, 24-Stunden-Dienste und fehlende Erholung führten zu Erschöpfung, erhöhten das Risiko von Fehlern und erschwerten eine Versorgung der Patienten in höchster Qualität, warnt APEMYF. Die Organisation wirft der Regierung vor, trotz dieser Folgen an dem Projekt festzuhalten.
Nächste Schritte am 9. September
Die Unión Médica y Facultativa (UMYF) will am Mittwoch, 9. September, die nächsten Schritte nach der Billigung des Estatuto Marco bekannt geben. APEMYF macht klar: Falls Regierung und Parlament den Entwurf nicht korrigieren, sei die Vereinigung bereit, einen unbefristeten Streik zu beginnen.
Die Gruppierung sieht die Regelungen für Ärzte und Fachärzte als besonders belastend an. Sie kritisiert zudem, dass das Projekt nach ihrer Darstellung mit Unterstützung allgemeiner Gewerkschaften und der Berufsgewerkschaft der Pflegekräfte vorangetrieben wird.
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Quelle: Europa Press / Mallorca.com