Balearen fordern in Brüssel feste EU-Hilfe für Fischerei
Für die Fischerei der Balearen steht ab 2028 die künftige EU-Finanzierung auf dem Spiel. Die für Fischerei zuständigen Vertreter der Balearen trafen sich am Donnerstag in Brüssel mit Verantwortlichen aus Andalusien, Katalonien, der Valencianischen Gemeinschaft und Murcia. Gemeinsam sprachen sie mit dem europäischen Kommissar für Fischerei und Ozeane, Costas Kadis, über die Sorgen der Mittelmeerflotte.
Im Mittelpunkt stand die Zeit nach 2027, wenn der aktuelle Finanzrahmen endet. Die beteiligten Mittelmeerregionen verlangen eine eigene, stabile und ausreichend ausgestattete Finanzierung für Fischerei und Aquakultur.
Bisheriger Fischereifonds soll umgebaut werden
Der Europäische Meeres-, Fischerei- und Aquakulturfonds, kurz Fempa, könnte im Finanzzeitraum 2028 bis 2034 seinen Status als eigenständiger Fonds verlieren. Nach den vorliegenden Plänen soll er in ein größeres Haushaltsinstrument integriert werden.
Ursprünglich sah der Vorschlag 2.000 Millionen Euro vor, die speziell für die Fischerei geschützt sind. Die Europäische Kommission stellte später 4.000 Millionen Euro in Aussicht. Den Mittelmeerregionen geht es nach Angaben der andalusischen Regierung nicht allein um die Summe, sondern auch darum, dass die Mittel sichtbar bleiben und tatsächlich bei der Fischerei ankommen.
Die Gelder sollen unter anderem die Modernisierung und Dekarbonisierung der Flotte, die handwerkliche Fischerei, Aquakultur und die Vermarktung unterstützen. Auch Häfen, Fischmärkte, Kühlketten und die Rückverfolgbarkeit von Produkten nennt die Junta de Andalucía als mögliche Bereiche.
Debatte über Fangtage ab 2027
Die fünf Regionen besprachen in Brüssel auch die Fangmöglichkeiten für 2027 und die Reform des Mehrjahresplans für das westliche Mittelmeer, kurz MAP. Andalusien fordert dabei ausdrücklich, keine weiteren Fangtage zu verlieren. Diese Forderung erhob der andalusische Minister Ramón Fernández-Pacheco, nicht die Balearen einzeln.
Andalusien verlangt zudem andere Kriterien für mögliche Kürzungen von Fangtagen. Die Region verweist auf frühere Einschnitte wie verringerte Fangzeiten, Schonzeiten, Schließungen und zeitweise Stilllegungen. Fernández-Pacheco plädiert für ein flexibleres, stärker regional ausgerichtetes Modell mit wirtschaftlichen und sozialen Indikatoren sowie wissenschaftlichen Grundlagen.
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Quelle: Europa Press / Mallorca.com