Balearen: 2.731 Hilferufe, fast 92 Prozent wegen Gewalt
Im ersten Halbjahr 2026 gingen beim 24-Stunden-Dienst des IBDona auf den Balearen 2.731 Hilferufe von Frauen ein. 91,8 Prozent davon betrafen Gewalt gegen Frauen, die IBDona als „violencia machista“ bezeichnet. Die Direktorin Cati Salom stellte die Zahlen am Donnerstag in Palma auf Mallorca vor.
Am häufigsten suchten Frauen Hilfe, die geschlechtsspezifische Gewalt erlebt hatten. Danach folgten Anrufe wegen sexualisierter Gewalt und anderer Formen von Gewalt. Der Februar brachte mit 508 die meisten Anrufe. Laut Salom waren spanische Frauen zwischen 31 und 40 Jahren die größte Gruppe unter den Betroffenen.
Im Sommer rechnet IBDona mit mehr Gewalt
Nach Angaben von Salom nimmt geschlechtsspezifische Gewalt in den Sommermonaten zu. Sie führt dies vor allem auf die längere gemeinsame Zeit von Paaren, eine stärkere Isolation von Frauen und häufigere Kontakte getrennter Eltern mit gemeinsamen Kindern zurück.
Salom nannte die Zahlen besorgniserregend. Schon wenn nur eine Frau Hilfe brauche, sei das ein Grund zur Sorge, sagte sie.
311 Begleitungen für betroffene Frauen
Der Dienst organisierte 311 Begleitungen für Frauen, davon 294 wegen geschlechtsspezifischer Gewalt, fünf wegen sexualisierter Gewalt und neun wegen anderer Formen von Gewalt gegen Frauen. Insgesamt wurden 86 Frauen begleitet, einige von ihnen mehrfach.
IBDona führt den wachsenden Zuspruch auf die stärkere Verbreitung des kostenlosen Angebots auf Spanisch, Mallorquinisch und weiteren Sprachen zurück. Nach Angaben der Einrichtung deckt ein Projekt mit Ansprechpartnern in lokalen Gremien 85 Prozent der Gemeinden auf allen Inseln ab. Angehörige erhalten am Telefon Beratung, betroffene Frauen werden an persönliche und spezialisierte Hilfsangebote vermittelt. Der 24-Stunden-Dienst verfolgt die Fälle nach eigenen Angaben weiter.
Quelle: Europa Press / Mallorca.com