Balearen: 2.731 Anrufe, 92 Prozent wegen Gewalt
Bis Juni 2026 suchten 2.731 Frauen Hilfe beim 24-Stunden-Telefon des IBDona auf den Balearen. 91,8 Prozent der Anrufe betrafen Gewalt gegen Frauen. In Palma auf Mallorca stellte IBDona-Direktorin Cati Salom die Bilanz am 3. September 2026 vor.
Die Zahl der Anrufe liegt 36 Prozent über dem gleichen Zeitraum des Vorjahres. Salom nannte die Entwicklung besorgniserregend, betonte aber zugleich, dass der Dienst inzwischen mehr Frauen erreiche.
Die meisten Anrufe betreffen Gewalt gegen Frauen
2.507 Anrufe standen im Zusammenhang mit geschlechtsspezifischer Gewalt. Weitere 124 Anrufe betrafen sexuelle Gewalt, 100 weitere Formen von Gewalt gegen Frauen.
Der Begleitdienst organisierte 311 Begleitungen, davon 294 wegen geschlechtsspezifischer Gewalt. Insgesamt wurden 86 Frauen begleitet, einige von ihnen mehrfach.
Im Sommer steigt die Gewalt laut IBDona
Nach Angaben Saloms nimmt geschlechtsspezifische Gewalt in den Sommermonaten zu. Als Gründe nannte sie mehr gemeinsame Zeit in den Paarbeziehungen, stärkere Isolation von Frauen und häufigere Kontakte getrennter Eltern mit gemeinsamen Kindern.
Das IBDona führt den Anstieg der Anrufe auch auf eine stärkere Verbreitung des kostenlosen Angebots in mehreren Sprachen zurück. Für Betroffene und Fachkräfte ist der Begleitdienst unter der kostenlosen Nummer 900.178.989 erreichbar.
Themen: Palma
Quelle: Europa Press / Mallorca.com