Down España fordert inklusiven Schulplan ohne Tricks
Zum Start des neuen Schuljahrs fehlt in Spanien weiter ein verbindlicher Plan für inklusive Bildung. Down España fordert die Regierung deshalb auf, den strategischen Plan dringend zu verabschieden. Nach Angaben des Verbands hat der Ministerrat ihn bis heute nicht gebilligt und keinen offiziellen Zeitplan für die Einführung vorgelegt.
Der Plan ist seit der Bildungsreform LOMLOE von 2020 vorgesehen. Down España kritisiert, dass Schüler mit Down-Syndrom dadurch weiter nicht verlässlich die Unterstützung erhielten, die sie für eine hochwertige Bildung benötigten.
Kritik an getrenntem Unterricht
Inklusive Bildung bedeutet nach Darstellung des Verbands, dass alle Schüler gleichberechtigt teilnehmen und mit den nötigen Hilfen im regulären Umfeld lernen können. Es reiche nicht, ein Kind mit Down-Syndrom an einer Regelschule anzumelden, es aber die meiste Zeit in speziellen Klassen oder anderen Modellen vom Rest der Gruppe zu trennen.
María Oñez aus dem Vorstand von Down España nennt diese Praxis keine inklusive Bildung, sondern „Tricks“. Sie fordert von Behörden und Schulen mehr Abstimmung und den ernsthaften Willen, die nötigen Veränderungen umzusetzen.
UNO-Kommission drängt auf Veränderungen
Auch der UNO-Ausschuss für die Rechte von Menschen mit Behinderungen hat Spanien laut Down España mehrfach zu einem inklusiveren Schulsystem aufgefordert. Die Ausgrenzung von Schülern mit Behinderung aus dem regulären System habe der Ausschuss als diskriminierend bewertet.
Zum Schulbeginn startet der Verband zudem die Kampagne „Tengo un compañero con síndrome de Down“. Im Mittelpunkt steht Víctor, ein Schüler mit Down-Syndrom an einer inklusiven Schule. Aussagen von Lehrern, Mitschülern, Verband und Familie sollen zeigen, dass inklusive Bildung allen Schülern zugutekommen kann.
Quelle: Europa Press / Mallorca.com