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Katalanisch zurück im EU-Rat: Spanien startet neuen Anlauf

Verantwortlich für den Inhalt: Frank Menze

Nach mehr als einem Jahr Pause soll Katalanisch am 22. September wieder im Rat der Europäischen Union in Brüssel zur Sprache kommen. Spanien will dann auch Euskera und Galicisch erneut als offizielle EU-Sprachen auf die Agenda setzen. Eine Entscheidung ist bei dem Treffen der 27 EU-Staaten aber nicht vorgesehen.

Archivo - Las banderas de la Unión Europea ondean frente al edificio Berlaymont en Bruselas, sede de la Comisión Europea.
Europa Press

Die spanische Regierung hat beantragt, das Thema beim Rat für Allgemeine Angelegenheiten als sogenannten Punkt „Verschiedenes“ zu behandeln. Das gibt Spanien nur wenige Minuten, um sein Anliegen vorzustellen. Andere Delegationen können Stellung nehmen, konkrete Beschlüsse können dort jedoch nicht fallen.

Deutschland und weitere Staaten bleiben skeptisch

Zuletzt hatten die Minister im Juli 2025 über den Antrag beraten. Damals scheiterte Spanien am Widerstand und an den Vorbehalten mehrerer Staaten, darunter Deutschland. Für die Anerkennung der drei in Spanien kooffiziellen Sprachen braucht es im EU-Rat Einstimmigkeit.

Außenminister José Manuel Albares erklärt, 20 der 27 Mitgliedstaaten stellten sich nicht gegen die Anerkennung. Andere europäische Quellen sprechen allerdings von mindestens zehn Delegationen mit Zweifeln. Deutschland hält vor allem rechtliche Fragen für ungeklärt und verweist auf die Einschätzung des juristischen Dienstes des Rates, wonach möglicherweise die EU-Verträge geändert werden müssten.

Spanien verweist auf Kosten und EU-Erweiterung

Spanien begründet den neuen Vorstoß auch mit der geplanten Erweiterung der Europäischen Union um Länder wie Albanien oder Montenegro. Aus Sicht der Regierung wäre es schwer vermittelbar, das Sprachregime für neue Mitgliedstaaten zu ändern, aber Katalanisch, Euskera und Galicisch nicht aufzunehmen.

Madrid hat zugesagt, die zusätzlichen Kosten zu übernehmen. Die Europäische Kommission veranschlagt sie auf rund 132 Millionen Euro pro Jahr und orientiert sich dabei am Fall des Gälischen. Zudem schlug die Regierung im Frühjahr 2025 eine teilweise Einführung ab 2027 vor: Übersetzt würden zunächst nur Verordnungen des Rates und des Europäischen Parlaments. Das wären laut Spanien 3 Prozent aller Rechtsakte in der vorherigen Legislaturperiode.

Themen: Politik

Quelle: Europa Press / Mallorca.com