Spanien drängt vor EU-Erweiterung auf Katalanisch
Spanien will die Anerkennung von Katalanisch, Galicisch und Baskisch als EU-Amtssprachen vor einer Erweiterung der Europäischen Union voranbringen. Am 22. September soll das Thema im Rat für Allgemeine Angelegenheiten in Brüssel wieder auf die Agenda kommen. Eine Entscheidung ist dort aber nicht geplant.
Staatssekretär Fernando Sampedro erwartet nach eigenen Worten, dass die Forderung geklärt wird, bevor neue Staaten der EU beitreten. Spanien unterstützt die Erweiterung ausdrücklich. Mit Albanien und Montenegro stehen bereits zwei besonders weit fortgeschrittene Kandidaten bereit, deren Beitritt weitere Amtssprachen in die EU-Regeln bringen würde.
Spanien verweist auf 20 Millionen Sprecher
Sampedro sagte, die Erwartungen von 20 Millionen Europäern müssten durch eine Einigung erfüllt werden. Katalanisch, Galicisch und Baskisch sind seit rund 40 Jahren Amtssprachen in einem EU-Mitgliedstaat. Für die Anerkennung auf EU-Ebene braucht Spanien jedoch die Zustimmung aller 27 Mitgliedstaaten.
Die Regierung hatte die Aufnahme der drei Sprachen in die EU-Sprachenregelung im August 2023 beantragt. Im Juli 2025 scheiterte die Forderung erneut an Vorbehalten von etwa zehn Ländern, angeführt von Deutschland.
Kosten und Rechtsfragen bleiben umstritten
Spanien hat angeboten, die zusätzlichen Kosten selbst zu tragen. Die Europäische Kommission beziffert diese auf rund 132 Millionen Euro jährlich, orientiert am Fall des Irischen. Zudem schlug Madrid vor, die Anerkennung ab 2027 zunächst nur teilweise umzusetzen: Übersetzt würden dann die Verordnungen des Rates und des Europäischen Parlaments, die in der vorherigen Legislaturperiode 3 Prozent aller Rechtsakte ausmachten.
Deutschland hält dennoch an rechtlichen Bedenken fest. Nach Darstellung des juristischen Dienstes des Rates könnte eine Änderung der EU-Verträge nötig sein. Ein Dialog zwischen Madrid und Berlin brachte bislang keine Annäherung.
Themen: Politik
Quelle: Europa Press / Mallorca.com