UNICEF: 100 Euro pro Kind gegen Kinderarmut
Zum Schulstart geraten viele Familien in Spanien zusätzlich unter Druck: Material, schulische Aktivitäten und Nachmittagsangebote kosten Geld. UNICEF Spanien warnt in Madrid am 2. September, dass Kinderarmut die Bildungschancen beeinträchtigt, und fordert einen universellen Zuschuss für die Betreuung und Erziehung von Kindern.
Nach Angaben der Organisation leben in Spanien rund 2,23 Millionen Kinder mit dem Risiko monetärer Armut. Der Schulbeginn gebe vielen Kindern zwar Stabilität und Unterstützung. Für andere Familien verstärke er jedoch Gefühle von Ungleichheit und Ausgrenzung, erklärte UNICEF-Präsidentin Mª Ángeles Espinosa.
Schulstart verschärft den Druck
Die zusätzlichen Ausgaben zum neuen Schuljahr erschweren laut UNICEF den Kauf von Schulmaterial. Sie können auch verhindern, dass Kinder an schulischen und außerschulischen Aktivitäten teilnehmen. Gleichzeitig müssten Familien in dieser Phase Anträge für Stipendien und Schulhilfen erledigen.
Kinderarmut ende aber nicht mit dem Schulstart, betonte Espinosa. Chancengleichheit brauche neben guter Bildung auch umfassende wirtschaftliche Sicherheit und Schutz.
100 Euro könnten Armut deutlich senken
Eine universelle, nach Einkommen gestaffelte Leistung von 100 Euro monatlich pro Kind könnte die Kinderarmut in Spanien laut einer UNICEF-Studie um 3,6 Prozentpunkte senken. Das entspreche 11,2 Prozent weniger Kindern in Armut; mehr als 270.000 Kinder könnten die Situation verlassen.
Die Organisation nennt auch Beträge zwischen 100 und 200 Euro monatlich als mögliche Maßnahme. Zudem fordert UNICEF die Autonomen Gemeinschaften auf, ihre Mindesteinkommen und Hilfen für Familien mit gefährdeten Kindern besser abzusichern.
Gefordert werden höhere und breiter zugängliche Leistungen, die mit anderen Hilfen und Einkommen vereinbar sind. UNICEF verlangt außerdem eine bessere Abstimmung zwischen Verwaltungen, eine soziale zentrale Anlaufstelle und automatische Verbindungen zwischen Mindesteinkommen, dem Mindesteinkommen Ingreso Mínimo Vital und Bildungshilfen wie Essens-, Material- oder Transportzuschüssen.
Quelle: Europa Press / Mallorca.com