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Mallorca-Gedenken: Kritik am Govern ohne Kommission

Verantwortlich für den Inhalt: Frank Menze

Geplante Gedenkstätten für Opfer der Bombardierungen auf Mallorca stoßen auf Widerstand: Memòria de Mallorca wirft dem Govern vor, die Projekte ohne die zuständige Kommission voranzutreiben. Die Organisation äußerte sich am Donnerstag, 3. September 2026, in Palma. Sie fordert, dass Opferverbände einbezogen werden und die technische Kommission für Demokratische Erinnerung die Vorhaben kennt und billigt.

Muro de la Dignidad de Palma, en recuerdo de las víctimas de los bombardeos de la Guerra Civil.
Europa Press

Nach Angaben von Memòria de Mallorca hat die balearische Regierung zudem den autonomen Erinnerungsplan nicht ausgearbeitet, den das Gesetz verlange. Die Vereinigung kritisiert, dass die geplanten Denkmäler der Kommission nicht zuvor vorgestellt worden seien.

Forderung nach vollständigem historischen Kontext

Memòria de Mallorca betont, ihre Kritik richte sich nicht gegen die Anerkennung der Opfer der Bombardierungen. Diese seien Opfer eines Krieges infolge eines Staatsstreichs gegen die rechtmäßige Regierung der Zweiten Republik gewesen. Öffentliche Denkmäler dürften die Ereignisse jedoch nicht losgelöst vom Kontext darstellen und andere Opfer unsichtbar machen oder relativieren.

Die Organisation verweist auf historische Untersuchungen, nach denen auf Mallorca mehr als 2.300 Menschen aus politischen und ideologischen Gründen ermordet und verfolgt wurden. Sie seien weder im Kampf noch durch Kriegshandlungen gestorben.

Namenlisten und weitere Denkmäler gefordert

Nach eigenen Untersuchungen mit Experten geht Memòria de Mallorca von 5.000 Todesopfern der Bombardierungen aus. Die Vereinigung verlangt deshalb eine Namensliste über die Kommission für Demokratische Erinnerung. Sie soll Namen, Alter, Gemeinde, Datum und Ort des Todes sowie weitere Daten zur Identifizierung enthalten.

Zudem fordert die Organisation ein Denkmal mit den Namen von mehr als 4.000 zivilen Opfern der Bombardierungen durch die Besatzung des Schiffs „Baleares“. Ein weiteres Denkmal mit den Namen von mehr als 6.000 Opfern der Luftwaffe des nationalen Lagers, die von Mallorca aus an der Festlandküste eingesetzt wurde, soll am Passeig de Sagrera stehen.

Memòria de Mallorca wirft dem Govern außerdem einen Widerspruch vor: Die Regierung habe für die Aufhebung des Gesetzes über Demokratische Erinnerung und Anerkennung auf den Balearen gestimmt, präsentiere nun aber Initiativen als Politik der demokratischen Erinnerung.

Quelle: Europa Press / Mallorca.com