EU prüft mehr Fangtage für Balearen-Schleppnetzfischer
Für Schleppnetzfischer auf den Balearen könnten künftig mehr Tage auf See möglich sein. Die Europäische Kommission prüft Änderungen am Mehrjahresplan für die demersale Fischerei im westlichen Mittelmeer. Dabei sollen die Fangtage der gesamten Schleppnetzflotte nicht mehr von der Lage nur einer einzelnen Art abhängen.
Joan Simonet, Minister für Landwirtschaft, Fischerei und Umwelt der Balearen, begrüßte den Vorstoß nach einem Treffen am Donnerstag mit EU-Fischereikommissar Costas Kadis. Auch Vertreter aus Katalonien, der Valencianischen Gemeinschaft, Murcia und Andalusien nahmen teil.
Mehr Fangtage sind noch nicht beschlossen
Kadis räumte nach Angaben der Balearen-Regierung ein, dass Teile der bisherigen Regelung korrigiert werden müssten. Die Kommission arbeite an einem Vorschlag, der aus Sicht der Regierung günstiger und vernünftiger ausfallen soll.
Ein Plus bei den Fangtagen käme jedoch nicht automatisch. Die Details müssen erst in den nächsten Vorschlägen festgelegt und anschließend von den Mitgliedstaaten verhandelt werden. Änderungen, die den rechtlichen Rahmen betreffen, brauchen laut Kadis zudem mehr Zeit.
Simonet mahnte deshalb zur Vorsicht, sieht aber Grund zur Hoffnung. Die Fischer seien nach Jahren der Einschränkungen müde und warteten auf Entscheidungen, die die wirtschaftliche Zukunft ihrer Tätigkeit sichern.
Fangaufwand sinkt seit zehn Jahren deutlich
Nach Angaben des Ministers sank der Fischereiaufwand der balearischen Flotte in zehn Jahren um mehr als 50 Prozent. Zugleich liegen die angelandeten Fänge rund 40 Prozent unter dem Durchschnitt der vergangenen 30 Jahre.
Kadis erklärte bei dem Treffen, wissenschaftliche Indikatoren zeigten weniger Überfischung und bessere Bestände. Die sozioökonomischen Indikatoren hätten sich aber nicht im gleichen Tempo entwickelt.
Simonet warb außerdem für mehr Mitentscheidung vor Ort und dafür, Inselcharakter sowie ökologische, wirtschaftliche und soziale Besonderheiten stärker zu berücksichtigen. Kadis sagte Unterstützung für dieses Modell zu. Auf den Balearen liegen nach Regierungsangaben mehr als 40 Prozent der Meeresfläche im Natura-2000-Netz; rund 67.000 Hektar sind Meeresfischereireservate.
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Quelle: Europa Press / Mallorca.com