Baleares-Handel sieht bis zu 510 Millionen Euro Umsatzrisiko
Dem Handel auf den Balearen könnten bis 2030 zwischen 420 und 510 Millionen Euro an Umsätzen entgehen. Die Handelsvereinigung Afedeco in Palma macht große Online-Plattformen aus Ländern außerhalb der Europäischen Union dafür verantwortlich und fordert strengere Kontrollen.
Die Zahl ist eine orientierende Schätzung, die Afedeco aus dem Anteil der Balearen am spanischen Handel ableitet. Grundlage ist eine Studie von Análisis Económico Integral für Anged: Für ganz Spanien beziffert sie die möglicherweise abgezogenen Umsätze bis 2030 auf 22.000 bis 27.000 Millionen Euro. Bis zu 94.500 Arbeitsplätze könnten betroffen sein.
Kritik an ungleichen Kosten und Kontrollen
Afedeco-Präsidentin Joana Manresa betont, dass sich die Kritik nicht gegen das Internet oder die Wahlfreiheit der Kunden richte. Das Problem seien unterschiedliche Bedingungen: Lokale Geschäfte arbeiteten unter strengen Vorgaben, während viele Plattformen aus Ländern außerhalb der Europäischen Union nach Ansicht des Verbands nicht dieselben Kosten und Pflichten trügen.
Formal müssten auch diese Anbieter europäische Regeln einhalten. Die wirksame Kontrolle von Millionen Sendungen und Produkten sei jedoch unzureichend, kritisiert Manresa. Dadurch entstehe ein Nachteil für Betriebe, die Vorschriften einhalten.
5.900 Millionen Billigsendungen in einem Jahr
2025 kamen nach Angaben von Afedeco rund 5.900 Millionen Sendungen mit geringem Wert in die Europäische Union. Das waren mehr als 25 Prozent mehr als im Vorjahr; mehr als 90 Prozent stammten aus Ländern wie China.
Diese Menge erschwere es den Behörden, Sicherheit, Kennzeichnung, Rückverfolgbarkeit und Verbraucherschutz bei allen Produkten zu prüfen. Afedeco verlangt deshalb stärkere Zollkontrollen, bessere Inspektionen, lückenlose Rückverfolgbarkeit und wirksame Verantwortung der Plattformen.
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Quelle: Europa Press / Mallorca.com