Palma: Bis zu 19.000 fordern Sánchez-Rücktritt
Tausende Menschen füllen am Mittwochabend die Plaça de Cort in Palma und fordern den Rücktritt von Spaniens Regierungschef Pedro Sánchez. Die Stadt Palma zählt 19.000 Teilnehmer, die Regierungsdelegation auf den Balearen spricht nach Angaben der Nationalpolizei von rund 8.000. Die Demonstration begann um 20.00 Uhr und richtete sich als Solidaritätskundgebung an Ceuta.
Auslöser war die Einreise von mehr als 70.000 Migranten Ende Juli. Zu der landesweiten Aktion hatte der Spanische Verband der Gemeinden und Provinzen aufgerufen. Unter den Teilnehmern in Palma waren Ministerpräsidentin Marga Prohens, Bürgermeister Jaime Martínez sowie Vertreter der ceutischen Gemeinschaft auf Mallorca.
Parolen für Ceuta und gegen Sánchez
Viele Demonstranten schwenkten spanische Flaggen und sangen die Nationalhymne. Wiederholt riefen sie Parolen zur Unterstützung Ceutas sowie Rücktrittsforderungen an Sánchez. Einzelne Teilnehmer zeigten vorverfassungsrechtliche Symbole, riefen Franco-Huldigungen oder skandierten Parolen gegen König Felipe.
Bürgermeister Martínez verlas vor dem Rathaus ein Manifest. Darin sprach er von einer „außergewöhnlichen Belastung“ für Ceuta und forderte von der spanischen Regierung Sicherheit und Kontrolle an der Grenze, die nötigen Ressourcen für die Stadt sowie die Rückführung der Menschen, die nach seiner Darstellung illegal eingereist waren. Zugleich wandte er sich gegen Hass und Rassismus.
Die Kundgebung blieb nach Angaben der Quelle mehr als eine Stunde lang friedlich. Erst nach dem offiziellen Ende kam es kurz zu Unruhe: Als über die Lautsprecher am Rathaus ein Lied von Aitana lief, skandierte eine wachsende Gruppe weiter gegen Sánchez, bis die Musik abgestellt wurde.
Weitere Kundgebungen auf Mallorca
Prohens bezeichnete die Lage in Ceuta gegenüber Medien als „das Schwerste der jüngeren demokratischen Geschichte“. Sie behauptete unter Verweis auf Polizeidokumente, die bei der Justiz lägen, es habe sich nicht um eine Migrationskrise, sondern um einen organisierten Angriff auf die Grenze gehandelt.
Auch in Marratxí, Llucmajor, Valldemossa, Andratx auf Mallorca, Algaida, Sineu, Llubí, Alcúdia, Santa Margalida, Inca und weiteren Orten der Insel fanden Kundgebungen statt. Dort nahmen laut Regierungsdelegation und Guardia Civil zusammen rund 2.281 Menschen teil.
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Quelle: Europa Press / Mallorca.com