Sánchez greift 6-Millionen-Penthouse in Madrid an
Mit einem Seitenhieb auf ein Penthouse für mehr als 6 Millionen Euro hat Pedro Sánchez in Madrid seine Wohnungspolitik verteidigt. Der spanische Regierungschef sprach am Montag über den angespannten Wohnungsmarkt und stellte dem umstrittenen Kauf der Regionalregierung ein Angebot mit bezahlbaren Wohnungen gegenüber. Das Penthouse sollte nach Angaben der Regionalregierung Verwaltungsräume beherbergen und steht inzwischen zum Verkauf.
Sánchez bezog sich indirekt auf Madrids Regionalpräsidentin Isabel Díaz Ayuso, ohne ihren Namen zu nennen. Während viele Menschen etwa 40 Quadratmeter zum Wohnen suchten, seien 200 Quadratmeter Terrasse vorgesehen gewesen, kritisierte er. Für viele werde die Wohnungssuche zur „Hindernisbahn“, weil Mieten teils mehr als die Hälfte des Gehalts verschlängen.
800 Wohnungen im neuen Portal
Im Mittelpunkt seines Auftritts stand Casa 47, die staatliche Wohnungs- und Bodenagentur. Ihr neues Portal zeigt laut Sánchez bereits 800 verfügbare Wohnungen. Bald sollen weitere 1.500 Wohnungen aus dem gesamten Staatsgebiet hinzukommen.
Die Mieten sollen sich an Wohnung und wirtschaftlicher Lage der jeweiligen Gemeinde orientieren. Wer über Casa 47 eine Wohnung erhält, soll nach den Angaben von Sánchez höchstens 30 Prozent seines Einkommens für die Miete zahlen. Die Verträge starten mit einer Laufzeit von 14 Jahren und können bis auf 75 Jahre verlängert werden.
Sánchez fordert Eingriff in den Wohnungsmarkt
Der Regierungschef bezeichnete den Wohnungsmarkt als „kaputt“ und kündigte an, seine Regierung werde mit allen verfügbaren Mitteln eingreifen. Nach seinen Angaben hat sie mehr als 1.200 bezahlbare Immobilien mobilisiert. Später sprach Sánchez von mehr als 120.000 mobilisierten Wohnungen für erschwingliche Mieten.
Zudem verwies er auf den staatlichen Wohnungsplan 2026 bis 2030 mit 7.000 Millionen Euro. Im ersten Quartal dieses Jahres seien 2.800 neue Wohnungen ausgeschrieben worden. Das sei das höchste öffentliche Ausschreibungsvolumen seit 18 Jahren, sagte Sánchez.
Themen: Wohnen & Immobilien · Politik
Quelle: Europa Press / Mallorca.com