Sánchez räumt Fehler ein: Warnung zu Balearen, nicht Ceuta
Ein Polizeibericht über Seeankünfte auf den Balearen galt nach Darstellung von Pedro Sánchez nicht der Grenze zu Ceuta. Der spanische Regierungschef sagte am Donnerstag in Madrid, vor der massenhaften Einreise nach Ceuta habe es keine außergewöhnliche Warnung gegeben, die Ausmaß und Wahrscheinlichkeit vorausgesagt habe. Zugleich räumte er ein, dass bei den Nachrichtendiensten „Dinge nicht funktioniert“ hätten.
Bericht bezog sich auf die Balearen
Sánchez bestätigte, dass die Polizei eine Woche vor der Krise ein hohes Risiko erwähnt hatte. Dieser Bericht habe sich jedoch „ausschließlich“ auf maritime Ankünfte auf der Halbinsel und den Balearen bezogen – nicht auf Ceuta.
Auch eine europäische Agentur hatte laut Sánchez lediglich routinemäßig über die bessere Nutzbarkeit der Migrationsroute und über registrierte Zahlen im Quartal informiert. Der Bericht habe nichts vorhergesagt, was auch nur annähernd der späteren Lage in Ceuta entsprochen habe.
180.000 waren keine Prognose
Das Nationale Geheimdienstzentrum hatte im Monat vor der massenhaften Einreise zwei Berichte an mehrere Institutionen weitergegeben. Darin hieß es, die Übertritte über den Wellenbrecher nähmen zu; empfohlen wurde, „äußerste Vorsicht“ walten zu lassen.
Am 29. Juli ging zudem eine Nachricht an Guardia Civil und Regierungsvertretung, die auf einen Aufruf in sozialen Netzwerken für den folgenden Tag hinwies. Die darin genannte Zahl von 180.000 Personen sei laut Sánchez keine Prognose für Grenzübertritte gewesen, sondern die Mitgliederzahl einer Facebook-Gruppe, in der der Aufruf kursierte.
Regierung kündigt neue Kontrollen an
Eine Information des Nationalen Zentrums für Einwanderung und Grenzen vom 29. Juli bewertete weitere Einreisen schwimmend als wahrscheinlich, die Folgen aber als niedrig bis mittel. Einen koordinierten Vorstoß mit Schwimmversuchen und Sprüngen über den Zaun stufte die Stelle als gering bis mittel wahrscheinlich ein.
Sánchez kündigte an, Europol um eine spezielle Mission zur Beobachtung irregulärer Migration in Ceuta zu bitten. Außerdem überprüfe Spanien die gemeinsamen Koordinierungs- und Warnmechanismen mit Marokko. Die verfügbaren Mittel seien bei der Krise überfordert gewesen, sagte der Regierungschef.
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Quelle: Europa Press / Mallorca.com