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Spanien beschließt Regeln für verständliche Behördeninfos

Verantwortlich für den Inhalt: Frank Menze

Behördeninfos, Verkehr, Arzttermine und öffentliche Räume sollen in ganz Spanien leichter verständlich werden – damit auch auf Mallorca. Der Ministerrat hat am Dienstag, 1. September, die erste Verordnung zu grundlegenden Standards für kognitive Barrierefreiheit beschlossen. Sie gilt im gesamten Staatsgebiet.

Archivo - Ejemplo de una mesa electoral accesible cognitivamente.
Europa Press

Die Regelung soll Menschen mit Verständnisschwierigkeiten ermöglichen, ihre Rechte und Pflichten gleichberechtigt und ohne Diskriminierung wahrzunehmen. Kognitive Barrierefreiheit bezeichnet laut Sozialministerium das Recht, Informationen und Kommunikation im Umfeld zu verstehen und Tätigkeiten ohne Diskriminierung leichter erledigen zu können.

Klare Sprache, Piktogramme und technische Hilfen

Informationen und Kommunikation müssen künftig leicht verständlich sein und in zugänglichen Formaten angeboten werden. Genannt werden klare Sprache, Leichte Sprache, unterstützende und alternative Kommunikationssysteme, Ton, Piktogramme, visuelle Hilfen und technische Angebote. Dafür dürfen weder zusätzliche Kosten noch Verzögerungen entstehen.

Die Vorgaben richten sich unter anderem an Menschen mit geistiger Behinderung, erworbener Hirnschädigung, Autismus, psychischen Problemen oder Zerebralparese. Sie beziehen außerdem ältere Menschen mit kognitivem Abbau, Menschen ohne ausreichende Lese- und Schreibkenntnisse sowie Migranten ein, die die Sprachen Spaniens nicht beherrschen.

Regeln für Ämter, Verkehr und Gesundheit

Die Verordnung erfasst Telekommunikation, öffentliche Räume, Gebäude, Verkehr, öffentliche Dienstleistungen und Gesundheitsangebote. Auch Kontakte mit Behörden und Justiz, Wahlen, Kultur- und Denkmalschutz sowie Arbeitsplätze gehören dazu. Für jeden Bereich sollen besondere Pflichten festgelegt werden.

Das spanische Zentrum für kognitive Barrierefreiheit arbeitet nach Angaben des Ministeriums bereits an Leitfäden für öffentliche Stellen und private Einrichtungen. Zudem entwickelt das Zentrum zugänglichere Verfahren etwa für die Steuererklärung, das Mindesteinkommen, den Personalausweis und die Regularisierung von Migranten.

Themen: Migration · Kultur · Politik

Quelle: Europa Press / Mallorca.com