44 Prozent in Europas Städten: Kauf nur unter 50 m²
Für viele Menschen in Europas Städten reicht ein Durchschnittseinkommen nur noch für eine Wohnung mit weniger als 50 Quadratmetern. Das zeigt eine am Donnerstag, 3. September, veröffentlichte Studie der Technischen Universität Wien. Die Forscher sehen darin Zeichen einer wachsenden Wohnungskrise – besonders in dicht besiedelten Städten und Gemeinden.
44 Prozent der europäischen Stadtbevölkerung leben laut Studie in einer Stadt, in der mit einem durchschnittlichen Einkommen weniger als 50 Quadratmeter Wohnfläche bezahlbar sind. Das entspricht etwa einem kleinen Einzimmerapartment oder Studio.
Kredit reicht oft nicht für 75 Quadratmeter
Mehr als 70 Prozent der europäischen Bevölkerung leben demnach in Regionen, in denen eine Hypothek mit 30 Jahren Laufzeit höchstens 75 Quadratmeter Wohnfläche ermöglicht. Grundlage sind jeweils regionale Durchschnittseinkommen.
Für ihre Karten werteten die Autoren 22 Millionen Immobilienanzeigen aus 30 europäischen Ländern aus. Besonders stark betroffen sind laut Untersuchung unter anderem Gebiete nahe Paris, Berlin und Madrid. Portugal, Polen und die Niederlande zählt die Studie zu den besonders unerschwinglichen Ländern.
Ferienregionen geraten zusätzlich unter Druck
Auch beliebte Tourismusregionen an Küsten und in Berggebieten sind laut Studie weniger bezahlbar als andere Gegenden. Eigentümer von Zweitwohnungen und Mieter für Kurzaufenthalte verteuerten dort den Markt und drängten Einheimische aus den Wohnorten.
Besonders trifft die Entwicklung Menschen, die neu auf den Immobilienmarkt kommen oder aus privaten oder beruflichen Gründen häufig umziehen. Die Forscher nennen zudem die geringe Zahl verfügbarer Mietwohnungen in ländlichen Regionen als Problem.
Die Untersuchung basiert auf geschätzten Angebotspreisen und nicht auf tatsächlich gezahlten Verkaufspreisen. Unterschiede zwischen einzelnen Vierteln sowie weitere Hürden wie notwendige Anzahlungen flossen nicht in die Berechnung ein.
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Quelle: Europa Press / Mallorca.com