Coliving auf Mallorca
Coliving löst ein Problem, das jeder kennt, der länger als einen Urlaub und kürzer als ein Jahr auf Mallorca bleiben will: Der reguläre Mietmarkt verlangt Jahresverträge, Kaution und meist eine spanische Steuernummer, während die Ferienwohnung nach der dritten Woche unbezahlbar wird. Coliving-Häuser vermieten stattdessen monatsweise, möbliert, mit Arbeitsplatz und ohne den Papierkrieg. Der Preis liegt entsprechend über einer normalen Miete — Nomadico etwa startet bei rund 890 Euro im Monat — enthält dafür aber Nebenkosten, Reinigung, Internet und die Gemeinschaftsflächen.
Der eigentliche Unterschied zur Wohnung liegt aber nicht im Vertrag, sondern im Alltag. Die meisten Häuser organisieren ein Wochenprogramm: gemeinsame Abendessen, Yoga am Morgen, Wanderungen, gelegentlich Bootstouren. Für jemanden, der ohne Netzwerk auf die Insel kommt, ist das der schnellste Weg zu Kontakten — man zieht ein und kennt nach drei Tagen zwölf Leute. Wer dagegen Ruhe sucht oder mit Familie kommt, ist mit einer eigenen Wohnung und einer Coworking-Mitgliedschaft meist besser bedient.
Auf Mallorca haben sich zwei Lager herausgebildet. In Palma und an der Playa de Palma liegen die städtischen Häuser: Villa mit Pool in Son Armadans, Stadthaus an der Avinguda Joan Miró, Strandnähe in S'Arenal. Sie leben von der Nähe zu Restaurants, Flughafen und Coworking-Szene. Im Inselinneren — Búger, Llubí — steht das Gegenmodell: kleinere Häuser in Dörfern, mit Blick auf Felder statt auf Verkehr, dafür ohne Auto schwer erreichbar. Wer dort bucht, sollte die Busanbindung vorher prüfen und einen Mietwagen einkalkulieren.
Vor der Buchung lohnen drei Fragen. Erstens die Mindestaufenthaltsdauer: Sie liegt meist bei einem Monat, einzelne Häuser nehmen auch Wochen. Zweitens der Arbeitsplatz — ein Schreibtisch im Schlafzimmer ist etwas anderes als ein eigener Arbeitsraum, und wer viele Videocalls hat, braucht einen Rückzugsort, den nicht alle Häuser bieten. Drittens die Saison: Im Sommer sind die Häuser voll und die Community international, im Winter wird es in den Dorflagen sehr ruhig, und manche Häuser schließen ganz.
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