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Wassertemperatur Mallorca im Februar: kalt, klar, Mandelblüte

Wassertemperatur Mallorca Februar

Wer im Februar ans Mittelmeer denkt, denkt selten ans Baden – und das zu Recht: Dies ist der Monat, in dem das Wasser rund um Mallorca seinen Jahrestiefstand erreicht, während an Land längst die Mandelbäume blühen und die Sonne schon kräftiger scheint. Diese Kluft zwischen Luft und Meer macht den Februar zu einem der aufschlussreichsten Monate, um die Trägheit des Mittelmeers zu verstehen.

Wassertemperatur im Februar

Die kurze Antwort: Nein, im Februar ist Baden im eigentlichen Sinn kaum etwas für empfindliche Gemüter. Das Meer rund um Mallorca misst in diesem Monat im Mittel 13,7 °C – damit liegt es an seinem jährlichen Tiefpunkt und deutlich unter jener Schwelle, an der die meisten Menschen Wasser als angenehm empfinden. Wer im Sommer bei sommerlicher Wärme ins Meer springt, kennt das Gefühl von Wasser, das sich kaum kühler anfühlt als die Luft; im Februar ist es umgekehrt: Selbst an einem sonnigen, schon frühlingshaft milden Tag bleibt das Wasser deutlich kühler, als das Wetter an Land vermuten lässt. Für die meisten gilt Wasser in diesem Bereich als kühl bis kalt – tauglich für einen kurzen, bewussten Sprung hinein, nicht für ausgedehntes Schwimmen ohne Schutz.

Der Februar ist damit, gemessen an der Wassertemperatur, der kälteste Monat des Jahres auf Mallorca – kälter noch als der Januar, obwohl die Luft zu diesem Zeitpunkt bereits spürbar an Kraft gewinnt. Genau diese Verschiebung ist es, die den Februar so besonders macht: Während an Land die ersten warmen Tage 15,7 °C erreichen und die Sonne im Schnitt 6,1 h scheint, braucht das Meer noch Wochen, um auf diese Erwärmung zu reagieren. Es ist, als würde das Wasser dem Kalender eine ganze Jahreszeit hinterherhinken.

Diese Kluft zeigt sich besonders eindrücklich, wenn man bedenkt, dass der Februar zugleich der Höhepunkt der Mandelblüte ist: Auf den Feldern rund um Sa Pobla, Santa Maria oder im Vorland der Tramuntana stehen die Bäume in voller weiß-rosa Blüte, während das Meer wenige Kilometer weiter noch im Winterschlaf verharrt. Wer im Februar auf die Insel kommt, erlebt somit zwei Jahreszeiten gleichzeitig: einen fast schon frühlingshaften Auftakt an Land und einen Winter, der sich im Wasser noch hartnäckig hält.

Februar im Jahresvergleich
Februar im Jahresvergleich — Datenbasis: AEMET-Normalperiode 1991-2020, Station Palma

Warum das Meer der Luft hinterherhinkt

Der Grund für diese Verzögerung liegt in einer einfachen physikalischen Tatsache: Wasser hat eine deutlich höhere Wärmekapazität als Luft. Um die gleiche Menge Energie in Wasser zu speichern oder wieder abzugeben, braucht es ein Vielfaches dessen, was für Luft nötig wäre. Während sich die Lufttemperatur über Mallorca binnen weniger Tage komplett wandeln kann – ein Kaltlufteinbruch, ein paar Tage Sonne, schon ist alles anders –, reagiert das Mittelmeer nur behäbig auf Veränderungen. Es speichert die Wärme des Sommers monatelang und gibt sie erst mit großer Verspätung wieder ab; umgekehrt braucht es im Frühjahr lange, bis die zurückkehrende Sonnenkraft überhaupt beim Wasser ankommt.

Diese Trägheit lässt sich gut an den Jahreshöhepunkten beider Systeme ablesen. Die Luft über Mallorca erreicht ihre höchsten Werte bereits im Hochsommer: Der Juli zählt zu den heißesten Lufmonaten mit Höchstwerten um 29,7 °C. Das Meer dagegen braucht länger, um diese Wärme aufzunehmen – sein eigenes Maximum liegt erst im August, wenn es im Schnitt 26,2 °C erreicht. Diese Verschiebung um rund einen Monat ist keine Ausnahme, sondern die Regel: Das Wasser hinkt der Sonne das ganze Jahr über hinterher, im Sommer ebenso wie im Winter.

Am deutlichsten wird diese Verzögerung jedoch nicht im Sommer, sondern im Frühjahr. Genau in den Monaten, in denen die Luft am schnellsten wärmer wird, bleibt das Meer noch fest im Winter verankert. Während die Lufttemperatur im April bereits auf 19,3 °C klettert und sich damit spürbar frühlingshaft anfühlt, liegt die Wassertemperatur zur gleichen Zeit erst bei 14,9 °C – kaum höher als im Winter selbst. Die Kluft zwischen beiden Werten erreicht in diesen Wochen ihren größten Abstand im gesamten Jahresverlauf. Wer im April oder Mai an Land schon T-Shirt-Wetter genießt, findet im Meer noch immer winterliche Temperaturen vor – ein Kontrast, der sich erst im Laufe des Frühsommers wieder schließt, wenn beide Systeme sich langsam annähern.

Für den Februar bedeutet das: Er markiert den Moment, in dem diese Trägheit noch nicht einmal begonnen hat, sich aufzulösen. Das Wasser hat den Tiefpunkt seines eigenen Jahreszyklus erreicht, während die Luft bereits erste Anzeichen von Frühling zeigt. Erst in den kommenden Wochen beginnt sich diese Schere langsam zu schließen, auch wenn sie – wie der Blick auf April und Mai zeigt – zunächst noch größer wird, bevor sie sich wieder schließt.

Wo das Wasser im Februar am wärmsten ist

Auch wenn Mallorca eine überschaubare Insel ist, unterscheidet sich die Wassertemperatur je nach Küstenabschnitt spürbar – gerade im Winter, wenn jedes Grad zählt. Flache, geschützte Buchten erwärmen sich tagsüber schneller und kühlen nachts auch schneller wieder ab, halten aber über mehrere sonnige Tage hinweg tendenziell mehr Wärme als tiefes, offenes Wasser. Das gilt besonders für den Süden und Osten der Insel: Buchten wie jene rund um Es Trenc, Colònia de Sant Jordi oder die Bucht von Alcúdia sind flach, weiträumig von Land umschlossen und bekommen viel Sonne ab – Bedingungen, unter denen sich das Wasser im Vergleich zu tieferen Küstenabschnitten etwas rascher erwärmt.

Der Nordwesten der Insel liegt dagegen anders: Die Küste vor der Serra de Tramuntana, etwa bei Sóller oder Banyalbufar, fällt vielerorts steil und tief ins Meer ab. Hier muss deutlich mehr Wasservolumen erwärmt oder abgekühlt werden, und die Küste liegt zudem exponierter gegenüber Wind und Strömungen aus offener See. In der Folge bleibt das Wasser hier im Winter tendenziell kühler als in den flachen Buchten im Süden und Osten.

Wichtig ist dabei allerdings eine Einschränkung: Für einzelne Buchten und Strände liegen keine eigenen, gesicherten Messreihen vor – die Unterschiede zwischen den Küstenabschnitten lassen sich daher nur der Tendenz nach beschreiben, nicht mit konkreten Werten für einzelne Orte belegen. Die hier genannten Gegenden dienen als Beispiele für ein allgemeines Muster: flach und windgeschützt bedeutet meist etwas wärmer, tief und offen meist etwas kühler. Wer im Februar überhaupt ins Wasser möchte, findet die vergleichsweise mildesten Bedingungen daher eher an den geschützten Buchten des Ostens und Südens als an der exponierten Nordwestküste.

Das Meer im Februar gegen den Rest des Jahres

Betrachtet man den gesamten Jahresverlauf der Wassertemperatur, liegt der Februar an einem Extrempunkt: Er ist der kälteste Monat des Jahres, während das Meer im August mit 26,2 °C sein wärmstes Niveau erreicht. Zwischen diesen beiden Polen liegt die gesamte Bandbreite, die das Mittelmeer rund um Mallorca im Jahresverlauf durchläuft – vom winterlichen Tiefpunkt bis zur sommerlichen Badewärme. Im Mittel über das ganze Jahr gesehen misst das Wasser 18,9 °C, ein Wert, der deutlich über dem liegt, was der Februar zu bieten hat.

Besonders aufschlussreich wird der Blick auf jenen Kalendermonat, der der Luft nach ähnlich kühl vorkommt wie der Februar, aber auf der anderen Seite des Sommers liegt: der Dezember. Beide Monate sind etwa gleich weit vom heißesten Luftmonat des Jahres entfernt und weisen deshalb eine vergleichbare Lufttemperatur auf – im Februar liegt sie bei 10,4 °C, im Dezember bei 11,4 °C. Bei der Wassertemperatur zeigt sich dagegen ein ganz anderes Bild: Im Dezember misst das Meer noch 16,0 °C, spürbar mehr als im Februar mit seinen 13,7 °C. Der Grund liegt genau in jener Trägheit, die das Mittelmeer prägt: Im Dezember zehrt das Wasser noch von der Wärme des Sommers, die es über Monate gespeichert hat, während im Februar diese Reserven längst aufgebraucht sind und der winterliche Tiefpunkt erreicht ist.

Diese Asymmetrie macht deutlich, dass man die Jahreszeiten des Meeres nicht eins zu eins mit jenen an Land gleichsetzen kann. Während an Land Dezember und Februar ähnlich kühl wirken, liegt zwischen beiden Monaten im Wasser ein deutlicher Unterschied – ein Beleg dafür, wie lange das Mittelmeer braucht, um auf den Wechsel der Jahreszeiten zu reagieren, und wie sehr sich diese Verzögerung gerade im Winterhalbjahr bemerkbar macht.

Baden, Schnorcheln, Tauchen: was sich jetzt lohnt

Bei einer Wassertemperatur von 13,7 °C ist ein normaler Badeanzug oder eine Boardshort für die meisten Menschen keine angenehme Option mehr – der Körper verliert in kühlem Wasser deutlich schneller Wärme als in Luft gleicher Temperatur, und ohne Schutz wird ein längerer Aufenthalt im Meer schnell unangenehm bis riskant. Wer dennoch schwimmen möchte, kommt im Februar kaum an einem Neoprenanzug vorbei. Für kurze Bäder reicht ein dünnerer Anzug, wer länger im Wasser bleiben oder gar Sport betreiben möchte, etwa Freiwasserschwimmen, profitiert von einem dickeren Neopren mit gutem Rumpfschutz.

Für Schnorchler gilt Ähnliches: Ohne Neopren wird selbst ein kurzer Blick unter die Wasseroberfläche schnell zu einer frostigen Angelegenheit. Mit einem passenden Anzug lässt sich das jedoch gut kompensieren, und die Belohnung ist eine überraschend gute Sicht: Im Winter ist das Algenwachstum im Mittelmeer deutlich geringer als im Sommer, die Wassersäule enthält weniger Schwebteilchen, und das kühle Wasser bremst auch das Wachstum von Plankton spürbar. Die Folge ist häufig eine klarere Sicht unter Wasser als in den warmen Sommermonaten, in denen Algenblüte und reger Badebetrieb die Sicht eher trüben.

Für Taucherinnen und Taucher ist der Februar deshalb trotz der niedrigen Temperatur eine interessante Zeit: Mit einem ausreichend dicken Neoprenanzug oder einem Trockenanzug lässt sich die Kälte gut ausgleichen, während die klare Sicht Formationen und Meereslebewesen oft schärfer zeigt als im Hochsommer. Wer Wärme über alles stellt, sollte den Februar meiden oder zumindest die Erwartungen anpassen; wer gute Sicht und Ruhe unter Wasser sucht und sich technisch entsprechend ausrüstet, findet im Februar durchaus lohnende Bedingungen vor.

Häufige Fragen

Ist der Februar der kälteste Monat für das Meer auf Mallorca?
Ja, mit rund 13,7 Grad erreicht das Wasser im Februar knapp den niedrigsten Wert des Jahres. Damit ist der Februar klimatisch der ungünstigste Monat zum Baden.
Kann man im Februar auf Mallorca noch Wassersport betreiben?
Mit Neoprenanzug ist Wassersport wie Tauchen oder Stand-up-Paddling grundsätzlich möglich, ohne Schutzkleidung wird das Wasser bei rund 14 Grad aber schnell unangenehm. Die meisten Wassersportler pausieren im Februar.
Wie kalt fühlt sich das Meer im Februar wirklich an?
Bei rund 13,7 Grad gilt das Wasser als sehr frisch, ein kurzes Eintauchen ist eher ein Kälteschock als ein entspanntes Bad. Für gemütliches Schwimmen ist es zu dieser Zeit klar zu kalt.
Wann wird das Wasser nach dem Februar wieder wärmer?
Ab März steigt die Wassertemperatur nur sehr langsam, spürbar wärmer wird es erst im Mai und Juni. Bis zur eigentlichen Badesaison braucht das Meer also noch einige Monate.

Was im Februar auf Mallorca geht

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Das lohnt sich jetzt

  • Strandspaziergänge in der Nebensaison ohne Trubel genießen.
  • Wanderungen in der Serra de Tramuntana als Alternative zum Wasser.