Die weißen Gaze-Vorhänge wehen im Meereswind, silberne Mobile drehen sich träge über dem Sonnendeck, und vor dir öffnet sich der Blick über die Playa de Muro bis hinüber zum Port d'Alcúdia — ein Panorama, das man nach einem Strandtag in der Hinterhand haben will. Royal Beach Gastrosenses war genau das: der Ort, an dem der Strand aufhört und der Abend anfängt. Eine Geschichte, die inzwischen abgeschlossen ist — aber eine, die es lohnt, nachzuerzählen.

Konzept
Universal Beach Hotels betrieb diesen Mix aus Beachclub, Bar und Restaurant oberhalb des Strandes — mit Zugang direkt durch die Dünen. Das Selbstverständnis: ein Ort für Liebhaber guten Essens, guter Musik und guter Cocktails an einem der schönsten Aussichtspunkte Nord-Mallorcas. Kein lärmiger Strandkiosk, kein überfüllter Partyclub, sondern ein Lounge-Konzept, das sich als „elegant, funky" beschrieb und damit nicht übertrieb. Saisonbetrieb, nur im Sommer.

Atmosphäre & Design
Wer durch die Dünen nach oben stieg, betrat eine andere Welt. Auf dem Sonnendeck übergroße weiße Kunststoff-Sofas, unter der halb überdachten Terrasse Korb-Sofas und Daybeds. Wehende weiße Gaze-Vorhänge, silberne Dekoration, die sich im Wind drehte — das alles fühlte sich nicht zusammengewürfelt an, sondern gesetzt. Im verglasten Restaurant-Bereich konnte man den Bartenders beim Arbeiten zuschauen; im Sommer öffnete sich die raumhohe Fensterfront vollständig, die Grenze zwischen Lounge und Meeresluft verschwand. Lounge-Musik im Hintergrund, an manchen Tagen der Saison live. Gäste beschrieben es als chic und überraschend entspannt — ein Ort, der seinen Stil nicht durch Lautstärke durchsetzte.
Küche & Cocktails
Die Karte war das Mutigste am ganzen Konzept: japanisch, spanisch und eklektisch, alles auf einmal — und es funktionierte. Der Oriental Tasting Platter wurde zur stillen Signatur: California Rolls mit Sojasauce und Wasabi, Gyoza in Sweet-Chili-Sauce, Chicken-Teriyaki-Spieße auf einem Teller. Daneben Patatas Bravas, Pamboli, Poke Bowls, Ceviche, Pad Thai, Risotto und fangfrischer Fisch des Tages — auf der Fleischseite Steak-Tatar im Knochen serviert, Lammschulter, Entrecôte. Das täglich wechselnde Tagesmenü mit drei Gängen: Rindercarpaccio, Seeteufel-Ravioli mit Riesengarnelen, Mango-Schaum mit Weißer Schokolade. Vegetarisch und vegan abgedeckt.
Die Cocktails waren eine eigene Kategorie. Die Bartender pressten und shook frisches Obst, die Drinks kamen in Größen von normal bis fünf Liter — das Ballon-Glas-Format war buchstäblich die Abmeldung vom Rest des Strandtags. Wer den Riesencocktail mit dem Sonnenuntergang über der Bucht kombinierte, hatte seinen Mallorca-Moment gefunden.
Für wen & welche Anlässe
Paare zum Sundowner, Freundesgruppen, die einen Mittagssnack direkt in einen langen Abend übergehen lassen wollten, Familien mit dem Wunsch nach echtem Essen in Strandnähe ohne Sand auf dem Teller — Royal Beach war erstaunlich breit aufgestellt, ohne seinen Charakter zu verlieren. Preisniveau moderat, weit entfernt von den Hochpreiszonen im Südwesten der Insel. Der Blick über die Bucht gehörte dazu, ohne Aufpreis.
Nachfolger: NU Mallorca
Royal Beach Gastrosenses existiert nicht mehr; am selben Standort, Carrer Flamencs 5, betreibt heute **NU Mallorca** den Beachclub. Wer die Adresse ansteuert, landet beim Nachfolger — was kein Nachteil ist, denn die Lage ist dieselbe: einer der schönsten Aussichtspunkte der Bucht von Alcúdia, Playa de Muro, Nordmallorca.




