Der Innenhof riecht nach lauwarmem Abend und altem Stein. Über den Olivenbäumen hängen tausend kleine Lichter, Musik setzt ein — und plötzlich schießen Fontänen in die Höhe, Laser malen Muster in die mallorquinische Nacht. Wer das erste Mal hierherkommt, versteht in diesem Moment, warum diese Finca am Fuß der Serra de Tramuntana jahrelang als „das Las Vegas der Balearen“ galt. Der Vergleich hinkt natürlich — eine Herrenhaus-Finca aus dem 16. Jahrhundert hat eine Seele, die kein Boulevard-Casino je entwickeln wird.

Konzept
Was als schlichte Abende auf einem ländlichen Landgut begann, wuchs über Jahrzehnte zu einem der aufwendigsten Unterhaltungsorte der gesamten Balearen. Familie Whittaker, die das Anwesen kaufte und Stück für Stück ausbaute, etablierte hier Weltklasse-Showtainment: Cabaret, Flamenco, Live-Orchester, Magie, Akrobatik und zuletzt ein Ensemble aus ehemaligen Cirque-du-Soleil-Artisten, das Abend für Abend bis zu tausend Gäste in seinen Bann zog.
Nach dem Tod der Gründerin und einer Phase der Neuausrichtung führen Dominic Miles und Paul Abrey das Haus weiter — heute primär als exklusive Eventvenue. Hochzeiten in historischem Gemäuer, Gala-Abende und Corporate-Events für Kunden wie Sony, BMW und Universal prägen den heutigen Alltag. Öffentliche Abend-Shows laufen saisonal; wer eine Vorstellung erleben möchte, sollte vorab schauen, was gerade im Programm steht.

Die Show — Was hier möglich ist
Die letzten großen Produktionen setzen den Maßstab. „Ohalá“ erzählte als Familienshow die Traumreise eines Vaters, der seiner Tochter vorliest — der Held verfolgt seine Prinzessin durchs Mittelmeer, durch Stürme bis hin zu einer Unterwasserszene mit fliegenden Meerjungfrauen, alles getragen von Akrobatik, Licht, Film und einem eigens komponierten Soundtrack. „Exhibit“ — für Erwachsene — drehte das Spektrum um: Luftakrobatik, zeitgenössischer Tanz, elektronischer Soundtrack, 3D-Projektionen und futuristisches Bühnendesign mit Darstellern direkt aus dem Cirque-du-Soleil.
Der Rahmen ist das „Gran Teatro“: ein Auditorium mit beweglicher Bühne, Fontänen und Lasern — und nach eigener Angabe einer der größten LED-Wände, die je in einen europäischen Showraum eingebaut wurden. Die Technik ist real; die Wirkung auf das Publikum noch echter. Ticket-Kategorien reichten historisch von Seitenplätzen mit überraschend gutem Frontblick bis zu VIP-Sofabooths in bester Position und integrierten Stage-Seats, die buchstäblich wenige Meter vom Geschehen entfernt waren.
Atmosphäre — Sieben Räume, eine Finca
Sieben eigenständige Räume lassen sich separat oder kombiniert bespielen, jeder mit eigenem Charakter. Die „Sa Tafona“ — eine restaurierte Steinölmühle im Kerngebäude — ist heute Weinkeller und Hochzeitssaal: rund 300 Quadratmeter, 150 Sitzplätze oder über 250 Menschen bei einem Stehempfang, Gewölbestein der alten Schule. Das Theater-Interieur wurde zuletzt komplett neu gestaltet: vergrößerte Bühne, beidseitige Großleinwände, modernes Licht.
Bevor die Theatertüren aufgehen, spielt sich die eigentliche Ouvertüre im Innenhof ab: beleuchtete Olivenbäume, Cocktails unter freiem Himmel, Livemusik im Foyer — und dann die synchronisierte Fontänen-und-Laser-Show. Ein Moment, den auch Vielreisende nicht einfach wegschieben.
Edén
Wer nach der Show noch nicht genug hat, folgt einem beleuchteten Blätterdach-Tunnel in den Gartenclub „Edén“: lange Bar, DJ-Bühne über einem Wasserbecken, Terrassen-Sofas, Hochtische. Das Publikum ist elegant gekleidet — und weiß warum.
Für wen & welche Anlässe
Hochzeitspaare mit Blick auf die Tramuntana-Bergkulisse. Firmen, die einen Rahmen mit echter theatraler Infrastruktur suchen. Und Paare oder Gruppen, die einen unvergesslichen Abend wollen, wenn eine öffentliche Show läuft. Das House of Son Amar füllt eine Nische, die auf Mallorca niemand sonst besetzt.
Insider-Tipp
Früh kommen lohnt: Der Innenhof mit Olivenbäumen und Fairy-Lights ist kein Vorspann, sondern ein eigenes Erlebnis — und die Fontänenshow beginnt, bevor die Theatertüren aufgehen. Die Adresse am km 10,8 der Palma-Sóller-Straße ist für Palma-Taxis weitgehend unbekanntes Terrain; wer kein eigenes Auto hat, bucht besser vorab den Transfer-Service des Hauses.




