Der Erdbeer-Daiquiri kommt kalt, das Wasser glitzert keine zwanzig Meter entfernt, und der Wind — der hier sonst kaum einen Tisch am Wasser verschont — erreicht diese Terrasse nicht. Das ist der erste Eindruck im Nusa Dua: du sitzt draußen an der Promenade von Can Picafort, mit dem vollen Panorama über die Bucht von Alcudia, und nichts drängt dich fort.

Konzept
„The Taste of Summer by the Sea“ steht als Leitmotiv hinter dem Nusa Dua Beach Club. Auf der Strandpromenade von Can Picafort im Nordosten Mallorcas spielt das Lokal in einem breiten Zeitfenster: Frühstück mit Meerblick, Mittag, langer Nachmittag mit Cocktails, Sunset-Dinner, Daytime-Party bis in den Abend. Das Versprechen „beach days turn into unforgettable nights“ klingt nach Marketing — aber das Konzept hält es tatsächlich durch. Wer am Morgen zum Frühstück kommt und bis zum DJ-Set abends bleibt, erlebt eine konsistente Atmosphäre statt einen abrupten Stimmungswechsel.
Was die Karte interessant macht, ist die Offenheit gegenüber asiatischen Einflüssen. Die Küchenchefin des Hauses — über ihre Person wird wenig nach außen getragen, ihr Geschlecht aber explizit als Markenzeichen erwähnt — entwickelt Gerichte, die auf dem Mittelmeer fußen und gleichzeitig weiter ausholen.

Küche & Drinks
Auf der Speisekarte stehen spanische Tapas-Logik und asiatische Einflüsse nebeneinander, ohne sich gegenseitig auszuhebeln. Auf der Mittelmeer-Seite: Lachs-Tartar mit Ponzu-Sauce und Heringsrogen, knusprige Panko-Garnelen mit Sweet-Chili-Dip, Ibérico Secreto vom Grill, gegrillte Goldbrasse mit Pilpil-Sauce. Daneben die „World Cuisines“: Mie Goreng nach indonesischer Art, Chicken Tikka Masala, ein Fish Taco mit Petersfisch nach San-Diego-Vorbild und Gua Bao mit geschmortem Schweinebauch und Kimchi-Emulsion. Das klingt nach Fusion-Experiment, liest sich auf dem Tisch aber als kohärenter Ansatz — jede Küche für sich, alle auf derselben Terrasse.
Das Signature-Gericht für Gruppen ist die Meeresfrüchte-Paella: Sepia, Tintenfisch, Krebsscheren und -beine, Garnelen, Kaisergranat, Venusmuscheln und Miesmuscheln in einem Topf. Wer dafür kommt, reserviert vorher. Die Frühstückskarte wird in Bewertungen gut aufgenommen — Lachspoke-Bowl und Club-Sandwich mit Pommes tauchen als konkrete Empfehlungen auf; das „schmackhafte Frühstück“ hat seinen eigenen Stamm an Wiederholungsbesuchern.
Zu trinken: Cocktails aus Premium-Spirituosen — Mojitos, Caipirinhas, Gin & Tonic und der Erdbeer-Daiquiri, der in Gäste-Feedbacks auffällig oft auftaucht. Dazu mallorquinische Weine und lokale Biere. Das Preisniveau bewegt sich im mittleren Segment, was für einen Beachclub mit dieser Lage und Küche eher positiv überrascht.
Atmosphäre
Blau, Beige, Creme, Holz — das Design folgt einem nautischen Thema, ohne es zu überreizen. Natural Materials, modernes Gestell, tropischer Touch. Draußen: Sofas mit Blick aufs Wasser, Sonnenliegen am Ufer, beschattete Terrassenbereiche für die heißen Mittagsstunden. Drinnen: eine gemütliche Lounge als Alternative, wenn die Sonne zu direkt wird. Der entscheidende Ortsvorteil: das Nusa Dua liegt windgeschützt. Wer andere Tische an der Bucht von Alcudia kennt, weiß, wie selten das ist — hier sitzen Gäste auch nachmittags draußen, ohne dass Servietten und Haare Eigenleben entwickeln.
Tagsüber herrscht entspannte Chill-Atmosphäre. Im Sommer beleben DJ-Sets und Live-Musik die Nachmittage und Abende — das Programm wechselt saisonal, konkrete Termine finden sich in der Event-Übersicht weiter unten.
Für wen & welche Anlässe
Paare für das Sunset-Dinner, Familien für einen unkomplizierten Strandtag, Alleinreisende auf der Frühstücksterrasse, Gruppen mit Paella-Ambitionen — das Nusa Dua hat für jeden dieser Anlässe eine echte Funktion. Die Atmosphäre ist offen genug, dass man als Einzelperson nicht deplatziert wirkt, und strukturiert genug, dass eine Gruppe mit Anlass sich gut aufgehoben fühlt. Reservierbare Bereiche für größere Tische sind vorhanden.
Vegetarische Optionen stehen auf der Karte, Allergene sind gekennzeichnet, glutenfreies Brot gibt es auf Anfrage.
Insider-Tipp
In der Hochsaison und an Wochenenden reservieren — insbesondere für Abendessen, Paella-Abende und Gruppen. Reservierungen laufen online über myrestoo.net. Wer die besten Tische direkt an der Wasserkante haben möchte: früh kommen. Die Plätze dort gehen zuerst — und der Unterschied zwischen Meerblick und Blick auf die Rückenlehne des Vordermanns ist real.




