
Palmas bestgehütetes Geheimnis
Du stehst in der Carrer de les Caputxines, einer der schmalsten und stimmungsvollsten Gassen der Altstadt von Palma, keine zwei Minuten von der Rambla entfernt. Die Nummer 13 bietet dir keinen Hinweis: keine leuchtende Aufschrift, kein Türsteher, keine großflächige Fensterfront. Nur eine dezente Tür — und wer weiß, wie er hereinkommt, klingelt oder schickt eine Nachricht für den Code. Genau so soll es sein.
Das Door 13 trägt die Speakeasy-Idee nicht als Dekoration, sondern als Haltung. Die Prohibition-Ästhetik der 1920er-Jahre sitzt hier tief: Bartender in Hosenträgern bewegen sich hinter der Theke wie in einem Film-Noir-Clip, die Beleuchtung hält sich dämmerig, und auf den Wänden drängen sich Gemälde, Skulpturen und Vintage-Spiegel, von denen einige käuflich sind. Mismatched Sofas und Sessel aus verschiedenen Jahrzehnten laden zum Versinken ein. Kaum hast du die Tür hinter dir geschlossen, ist der Trubel der Altstadt endgültig draußen.
Das erste, was du siehst
Direkt beim Eintreten empfängt dich ein großformatiges Kunstwerk mit mächtigen Flügeln — das unverwechselbare Markenzeichen des Hauses. Es setzt sofort den Ton: hier passiert etwas, das sich von der Masse abhebt.
Cocktails, die kein Barführer listet
Die Cocktail-Karte ist bewusst kurz gehalten, aber hinter jedem Drink steckt Handwerk. Die Bartender entwickeln ihre Kreationen vor Ort, arbeiten mit erlesenen Spirituosen und unerwarteten Zutaten, und servieren alles auf eine Weise, die mindestens so unterhaltsam ist wie der Geschmack selbst. Wer lieber stöbert als bestellt, findet eine ausgedehnte Auswahl an Whiskys, Gins und weiteren Destillaten — dazu Wein und durchdacht komponierte Mocktails für alle, die keinen Alkohol trinken. Die Karte ist kein Katalog, sondern eine Einladung zum Gespräch mit dem Barkeeper.
Livemusik, die nicht in den Lautsprecher gehört
An mehreren Abenden in der Woche verwandelt sich das ohnehin intime Lokal vollständig: Eine Liveband nimmt die kleine Bühne ein, und der Raum schwingt mit. Jazz und Swing dominieren das Repertoire, Flamenco-Gitarren tauchen ebenso auf wie Nouvelle-Vague-inspirierte Sets — ein Programm, das konsequent auf Atmosphäre setzt statt auf Lautstärke. Es gibt keine Dancefloor-Mechanik, keine DJ-Pults: Musik hier ist Konversationsstoff, kein Hintergrundteppich. Wer einen Platz haben möchte, reserviert im Voraus — der Raum fasst wenig, und an Abenden mit Live-Act füllt er sich schnell.
Das Viertel macht den Rahmen
Das Nobis Hotel Palma liegt praktisch nebenan, und das sagt viel über das Quartier: Wer hier nach einem guten Abend sucht, weiß, was er tut. Die Caputxines-Gasse liegt in jenem Teil der Altstadt, in dem Boutique-Hotels, konzeptionelle Restaurants und Design-Ateliers einander ablösen, Kreuzfahrttouristen aber selten hinfinden. Die Adresse bedient ein Publikum, das Palma nicht von der Rambla aus kennt, sondern von der zweiten und dritten Gasse dahinter — Einheimische, Langzeitbesucher und Hotel-Gäste, die mehr wollen als eine Cocktailkarte mit Hochglanzfotos.
Für wen ist das Door 13?
Für dich, wenn du einen Abend suchst, der sich anfühlt wie ein Insider-Tipp — und der es auch ist. Für einen romantischen Ausklang nach einem Abendessen in der Altstadt. Für die erste Nacht auf der Insel, wenn du den Ton setzen willst. Und für jeden, dem ein handgemachter Cocktail mehr wert ist als ein überfüllter Tresen. Hunde sind willkommen, das Mobiltelefon darf ruhig in der Tasche bleiben.




