In Santa Maria del Camí, keine zehn Autominuten von Palma entfernt, führt eine schmale Straße zu einem Weingut, das seinen Namen bewusst klein hält: 7103 Petit Celler. Gegründet 2013 von Josep Cànaves und Sebastià Ordines, hat sich der Betrieb in wenigen Jahren eine klare Haltung erarbeitet – Wein ausschließlich aus einheimischen mallorquinischen Rebsorten, angebaut auf eigenen Reben, die zwischen jungen Stöcken und bis zu sechzig Jahre alten Pflanzen reichen. Statt auf internationale Sorten zu setzen, bekennt sich das Haus zu Premsal Blanc, Giró Ros, Callet und Mantonegro – Namen, die man auf Mallorca kennt, anderswo aber selten liest.

Das Sortiment liest sich wie ein kleines Kompendium der Insel: ein Blanc aus Premsal Blanc und Giró Ros, ein sortenreiner 40 Braces Blanc aus Giró Ros, ein Espumós Ancestral aus hundert Prozent Callet, dazu halbtrockene und trockene Rotweine, Roséweine und Süßweine, alle konsequent auf eine einzige oder zwei einheimische Sorten gestützt. Namen wie Negre Jove, Rosat Semidolç, Blanc Semidolç oder 40 Braces Negre stehen jeweils für eine bestimmte Rebsorte und eine bestimmte Ausbaustufe, nicht für austauschbare Verschnitte. Ergänzt wird die Palette durch zwei Vermouths – Au Idò aus Premsal Blanc und No Passis Pena aus Mantonegro – sowie eine eigene Sangria aus Mantonegro und Callet. Wer mag, kann hier auch einen Vi de Gel aus Premsal Blanc probieren, eine Rarität, die zeigt, dass man sich in diesem kleinen Keller nicht mit dem Naheliegenden zufriedengibt.
Besucher werden nicht einfach durch einen Verkaufsraum geführt, sondern in eine echte Weinprobe eingeladen: Wiederholt loben Gäste die Ausführlichkeit und Kompetenz der Erklärungen, die von mehreren Gastgebern – darunter Namen wie Miguel, Jaume und Eli – mit sichtlicher Leidenschaft vermittelt werden. Zur Verkostung gehört häufig eine Auswahl lokaler Spezialitäten: Käse, Charcuterie, Sobrasada und das typisch mallorquinische Pa amb oli werden als Begleitung zu den Weinen serviert und in den Rückmeldungen der Gäste auffällig oft eigens erwähnt. Die Atmosphäre wird durchweg als klein, familiär und einladend beschrieben, mit Blick auf die umliegenden Berge – ein Gegenentwurf zum industriellen Weintourismus. Mehrere Besucher berichten zudem von größeren privaten Gruppenverkostungen, die auf Anfrage organisiert werden, was auf eine gewisse Flexibilität im Empfang von Gästen hindeutet.

Das Haus versteht sich selbst als Handwerksbetrieb mit begrenzter Produktion, dessen Philosophie sich in dem Leitsatz "de la tierra al vino" – von der Erde zum Wein – zusammenfassen lässt: ein bewusster Bezug zur eigenen Scholle und den überlieferten Rebsorten der Insel, statt zu austauschbaren internationalen Cuvées. Wer ein Fläschchen mitnehmen möchte, muss keine lange Anfahrt fürchten: kostenlose Parkplätze stehen bereit, der Eingang ist barrierefrei, Karten- und kontaktlose Zahlung werden akzeptiert. Auch ein Lieferservice wird angeboten, was die Reichweite des kleinen Kellers über die Insel hinaus verlängert – ein Umstand, den auch Gäste bestätigen, die Flaschen ins Ausland verschickt bekommen haben.
7103 Petit Celler ist damit kein Ort für große Kellerbesichtigungen mit Bustouren, sondern für alle, die mallorquinischen Wein aus erster Hand verstehen wollen – direkt von den Menschen, die ihn machen, in unmittelbarer Nähe zu den Reben, aus denen er stammt.
Ausstattung & Services
Parken
- Kostenlos
Barrierefrei
- Eingang
Zahlung
- Kreditkarte
- EC-/Debitkarte
- Kontaktlos
Service
- Lieferung



