Consell auf Mallorca: Dorfleben, Märkte und Alltag

Consell liegt im Inneren Mallorcas, in einer Landschaft aus Feldern und Weinbergen zwischen der Hauptstadtregion und den Orten des Raiguer. Das Dorf ist kein klassisches Besichtigungsziel mit einer langen Reihe berühmter Monumente. Seine Stärke liegt vielmehr darin, einen verständlichen Ausschnitt des mallorquinischen Alltags zu zeigen: ein überschaubarer Ortskern, Geschäfte für den täglichen Bedarf und zwei sehr unterschiedliche Marktwelten.
Für Besucher eignet sich Consell vor allem als bewusst gewählter Zwischenstopp. Der reguläre Dorfmarkt passt zu einem ruhigen Rundgang über die Plaça Major, während der große Flohmarkt ein eigenes Ausflugsziel für Menschen ist, die nach alten Möbeln, Büchern, Werkzeugen, Schallplatten oder ungewöhnlichen Fundstücken suchen. Beide Erlebnisse sollte man nicht verwechseln: Der eine Markt gehört in den Dorfkern, der andere ist ein weitläufiger Basar am Ortseingang.
Auch als Wohnort verdient Consell eine eigenständige Betrachtung. Die im Ort stark vertretenen Lebensmittelgeschäfte und persönlichen Dienstleistungen sprechen für einen Alltag, der nicht allein auf Feriengäste ausgerichtet ist. Zugleich bleibt die Lage praktisch für Menschen, die regelmäßig in Richtung Palma oder in benachbarte Orte wie Binissalem fahren. Wer Strandpromenaden, Nachtleben und eine große touristische Infrastruktur vor der Haustür sucht, ist hier dagegen am falschen Platz.
Consell lohnt sich besonders für Reisende und Residenten, die das Inselinnere nicht nur als Durchgangsraum betrachten. Der Ort erklärt sich weniger durch einzelne Höhepunkte als durch seine Maßstäbe: kurze Wege im Kern, eine landwirtschaftlich geprägte Umgebung und ein Wochenrhythmus, der von Versorgung, Markt und lokalem Geschäftsleben bestimmt wird.
Sehenswürdigkeiten in Consell
Sehenswert ist vor allem das Zusammenspiel von Dorfplatz und angrenzenden Straßen. Ein Rundgang funktioniert deshalb am besten ohne starre Liste: Der Ort wird verständlich, wenn man den Dorfplatz, die angrenzenden Straßen und das lokale Geschäftsleben betrachtet.
Plaça Major
Die Plaça Major ist der naheliegende Ausgangspunkt, um Consell zu lesen. Hier konzentriert sich das öffentliche Dorfleben, und hier wird auch der reguläre Wochenmarkt rund um das Rathaus und in den angrenzenden Straßen aufgebaut. Außerhalb der Marktzeit wirkt der Platz wesentlich ruhiger. Gerade dieser Wechsel zeigt, dass die Plaça kein dekorativer Fremdenverkehrsschauplatz ist, sondern ein tatsächlich genutzter Mittelpunkt.
Für einen Rundgang empfiehlt es sich, nicht nur den Platz selbst anzusehen, sondern auch einige der anschließenden Straßen einzubeziehen. Consell entfaltet keinen abgeschlossenen Altstadtkern mit großen Besucherströmen; auch Gewerbeflächen und die offene Landschaft des Raiguer gehören zum Charakter des Dorfes.
Can Cunso
Can Cunso ist ein belegtes Beispiel dafür, wie ältere Bausubstanz in Consell weitergenutzt wird. Die Anlage besteht aus drei benachbarten Häusern, deren Ursprünge in das 19. Jahrhundert zurückreichen. Steinwände, Holzbalken und eine schlichte Bauweise verweisen auf ländliche Wohnformen, die nicht für touristische Inszenierung entstanden, sondern aus familiärer Nutzung hervorgegangen sind.
Zu den Häusern gehört Cas Padrins, das sich seit 1878 im Besitz der Familie befindet, die mit der Anlage verbunden ist. Die Gebäude wurden später renoviert und werden heute als Unterkünfte genutzt. Can Cunso ist deshalb kein öffentliches Museum und sollte nicht wie eine frei zugängliche Sehenswürdigkeit behandelt werden. Als Beispiel zeigt der Komplex jedoch, wie traditionelle Architektur im Gemeindegebiet erhalten und an eine neue Nutzung angepasst werden kann. Wer in der Umgebung unterwegs ist, sollte private Grundstücke und Zufahrten selbstverständlich respektieren.
Dorfkern und Ortsrand
Zum Ort gehören die Plaça Major, kleine Geschäfte, landwirtschaftliche Flächen und Gewerbenutzungen. Besonders deutlich wird die unterschiedliche Nutzung an Markttagen: Während der traditionelle Markt den öffentlichen Mittelpunkt belebt, entfaltet sich der Flohmarkt in einem anders geprägten Bereich am Ortseingang.
Dieser Ortsrand ist nicht im klassischen Sinn schön herausgeputzt, aber für das Verständnis Consells wichtig. Er macht sichtbar, dass das Dorf zugleich Wohnort, Versorgungsplatz, Arbeitsort und Handelsplatz ist. Wer ausschließlich nach repräsentativen Fassaden sucht, wird schnell fertig sein; wer sich dagegen für die tatsächliche Struktur eines mallorquinischen Binnenortes interessiert, findet hier mehr zu beobachten.
Der Wochenmarkt
In Consell müssen zwei Märkte klar auseinandergehalten werden. Der reguläre Wochenmarkt ist ein kleiner Dorfmarkt auf der Plaça Major, der große Flohmarkt dagegen eine weitläufige Veranstaltung im Gewerbegebiet am Ortseingang. Sie unterscheiden sich bei Lage, Waren und Atmosphäre so deutlich, dass sie praktisch zwei verschiedene Gründe für einen Besuch darstellen.
Wochenmarkt auf der Plaça Major
Der traditionelle Wochenmarkt versammelt seine Stände rund um die Plaça Major, vor dem Rathaus und in den unmittelbar angrenzenden Straßen. Zum Angebot gehören frische Erzeugnisse, Pflanzen und Dinge des täglichen Bedarfs. Der Markt richtet sich damit nicht nur an Ausflügler, sondern erfüllt eine erkennbare Versorgungsfunktion für den Ort.
Seine Stärke liegt gerade in der überschaubaren Größe. Es geht nicht um ein stundenlanges Einkaufsprogramm oder eine auf Urlauber zugeschnittene Schau, sondern um den normalen Rhythmus eines Dorfzentrums. Ein Marktbesuch lässt sich gut mit einem kurzen Rundgang verbinden. Wer große Kunsthandwerksreihen, ein umfangreiches Souvenirangebot oder die Dimensionen bekannter Inselmärkte erwartet, sollte die Erwartungen entsprechend anpassen.
Flohmarkt am Ortseingang
Der sonntägliche Flohmarkt ist wesentlich größer und hat mit dem regulären Lebensmittelmarkt nur wenig gemeinsam. Er findet im Gewerbegebiet am Ortseingang statt und zieht private Verkäufer ebenso an wie Händler, die regelmäßig mit Gebrauchtwaren und Antiquitäten handeln. Das Gelände wirkt eher wie ein weitläufiger Basar als wie ein klassischer Dorfmarkt.
Das Sortiment reicht von gebrauchter Kleidung, Spielzeug, Büchern, Schallplatten und Haushaltswaren bis zu alten Elektroteilen, Möbeln, Türen, Fenstern und Toren. Zwischen echten Dachbodenfunden stehen Antiquitäten, spezialisierte Waren und einzelne Neuprodukte. Gerade diese Unordnung macht den Reiz aus, verlangt aber Zeit und Aufmerksamkeit. Wer nur frisches Obst, Gemüse oder Käse kaufen möchte, ist auf dem Flohmarkt nicht am richtigen Ort.
Der Flohmarkt verändert den sonst ruhigen Ortsrand spürbar. Mehr Besucher, offene Betriebe und das große Warenvolumen sorgen für eine völlig andere Atmosphäre als an gewöhnlichen Tagen. Für die Planung bedeutet das: Der Flohmarkt sollte als Hauptziel betrachtet werden, nicht als beiläufiger Halt auf einem engen Ausflugsprogramm.
Einkaufen und Handwerk
Das örtliche Geschäftsprofil ist deutlich alltagsnäher. Lebensmittelhandel und persönliche Dienstleistungen prägen das Angebot stärker als touristischer Einzelhandel. Für Residenten ist das wichtiger als für Tagesgäste: Der Kern deckt regelmäßige Besorgungen ab, ohne den Charakter eines regionalen Einkaufszentrums anzunehmen.
Lebensmittel und täglicher Bedarf
Supermärkte und Lebensmittelgeschäfte gehören zu den besonders stark vertretenen Branchen in Consell. Gemeinsam mit dem kleinen Wochenmarkt bilden sie die sichtbare Basis der örtlichen Nahversorgung. Für Bewohner bedeutet dies, dass nicht jede alltägliche Besorgung automatisch mit einer Fahrt in einen größeren Nachbarort verbunden sein muss. Für Besucher sind diese Geschäfte nützlich, wenn der Aufenthalt in einer Finca oder einem Ferienhaus im Inselinneren stattfindet.
Der Einkauf bleibt in seinen Maßstäben dörflich. Für eine sehr breite Fachhandelsauswahl, große Einkaufszentren oder ausgedehnte Ladenbummel ist Consell nicht gedacht. Gerade darin unterscheidet sich der Ort von Palma und den touristischen Küstenzentren.
Trinxets
Auf dem großen Flohmarkt werden auch Trinxets angeboten, regionale Taschenmesser mit charakteristisch gebogener Klinge. Wer sich dafür interessiert, sollte Verarbeitung, Herkunft und Verwendungszweck beim jeweiligen Anbieter erfragen, denn zwischen gebrauchten Stücken, handwerklichen Erzeugnissen und neuer Handelsware kann es Unterschiede geben. Ein Trinxet ist kein dekoratives Spielzeug; beim Kauf und beim Transport gelten die einschlägigen Vorschriften, insbesondere bei Flugreisen.
Persönliche Dienstleistungen
Friseur-, Kosmetik- und ähnliche Betriebe sind im örtlichen Branchenbild ebenfalls auffällig vertreten. Für einen Reiseführer mag das zunächst unspektakulär wirken, für die Einschätzung als Wohnort ist es aber aufschlussreich. Für Menschen, die einen Umzug erwägen, ist dies ein wichtiger Unterschied: Consell bietet kein städtisches Vollsortiment, besitzt aber ein lokales Netz für wiederkehrende Alltagswege. Spezialisierte Einkäufe und größere Besorgungen werden weiterhin Fahrten in größere Orte oder nach Palma erfordern.
Betriebe und Dienstleister vor Ort
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Aktivitäten und Ausflüge
Consell ist vor allem ein Ausgangspunkt für langsame Erkundungen des Inselinneren. Die Umgebung aus Weinbergen, Feldern und Siedlungen des Raiguer eignet sich für Reisende, die Mallorca jenseits der Küstenorte kennenlernen möchten. Die Aktivität besteht hier nicht in einem einzelnen spektakulären Ziel, sondern in der Verbindung von Dorf, Markt und Landschaft.
Spaziergang durch Consell
Ein Spaziergang beginnt sinnvollerweise an der Plaça Major und führt durch die angrenzenden Wohnstraßen bis zu den Übergängen am Ortsrand. Dabei lassen sich Plaça Major, angrenzende Straßen und das lokale Geschäftsleben beobachten. Auf Markttage abgestimmt, erhält derselbe Weg einen deutlich lebhafteren Charakter.
Der Rundgang ist eher eine konzentrierte Ortsbegegnung als eine große Besichtigung. Es gibt keinen Anlass, von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit zu hetzen. Interessant ist die Art, wie öffentlicher Raum im Alltag genutzt wird. Private Grundstücke und Unterkünfte sind dabei nicht als zugängliche Ausstellungsorte zu verstehen.
Landschaft des Raiguer
Die Felder und Weinberge rund um Consell bestimmen die Einordnung des Ortes und erklären, weshalb sich das Dorf anders anfühlt als ein Ferienzentrum an der Küste. Für Ausfahrten durch das Inselinnere ist Consell daher ein guter Orientierungspunkt.
Wer zu Fuß oder mit dem Fahrrad außerhalb des Kerns unterwegs sein möchte, sollte die gewählte Strecke vorab prüfen. Landstraßen sind nicht automatisch Spazier- oder Radwege, und die Eignung hängt von Verkehrsaufkommen, Straßenbreite und genauer Route ab. Eine landschaftlich reizvolle Umgebung allein garantiert noch keine geschützte Verbindung.
Binissalem und Palma
Das benachbarte Binissalem ist eine naheliegende Fortsetzung für einen Ausflug durch den Raiguer. Consell eignet sich dabei für Markt und Dorfbeobachtung, während ein weiterer Ort dem Tag zusätzliche Struktur gibt. Die Nähe der Siedlungen macht eine Kombination sinnvoller als den Versuch, Consell allein mit einem ganztägigen Besichtigungsprogramm zu füllen.
Palma bietet den deutlichen Gegenpol: Hauptstadt, große Einkaufs- und Kulturangebote sowie ein wesentlich dichteres Stadtleben. Wer im Inselinneren wohnt, kann Consell als ruhige Basis betrachten und gezielt für städtische Erledigungen oder Besichtigungen nach Palma fahren. Für einen einzigen Ausflugstag sollte allerdings entschieden werden, ob der Schwerpunkt auf dem ländlichen Raiguer oder auf der Hauptstadt liegen soll.
Anreise und Mobilität
Consells Lage im Inselinneren erleichtert die Einordnung: Der Ort liegt auf der Achse zwischen dem Großraum Palma und den Gemeinden des Raiguer. Für Autofahrer ist er daher kein abgelegener Endpunkt, sondern ein Dorf, das sich in Fahrten durch die Inselmitte einbauen lässt. Die letzte Etappe führt aus dem übergeordneten Straßennetz in einen kompakten Ortskern mit schmaleren Straßen und lokalem Verkehr.
Anreise mit dem Auto
Mit dem Auto ist Consell besonders praktisch, wenn zusätzlich der Flohmarkt, ländliche Unterkünfte oder mehrere Orte der Umgebung besucht werden sollen. Für den normalen Dorfbesuch ist es sinnvoll, nicht bis unmittelbar an die Plaça Major heranzufahren. Ein Stellplatz am Rand des Kerns erspart unnötige Fahrten durch die zentralen Straßen und ermöglicht den restlichen Weg zu Fuß.
Am Flohmarkttag ist mit deutlich mehr Zielverkehr im Bereich des Gewerbegebiets und am Ortseingang zu rechnen. Die Veranstaltung zieht viele private Besucher und professionelle Händler an; entsprechend sollte mehr Zeit für Zufahrt und Orientierung eingeplant werden. Zufahrten zu Betrieben, Privatgrundstücken und Wohnhäusern müssen freigehalten werden.
Anreise mit dem Bus
Consell und seine Umgebung sind an den öffentlichen Busverkehr angeschlossen. Welche Haltestelle und Verbindung praktisch ist, hängt vom Ausgangsort und vom konkreten Ziel im Gemeindegebiet ab; die aktuellen Linien und Haltepunkte werden auf der Seite separat angezeigt. Für einen Besuch des Dorfkerns ist nach der Ankunft ein Fußweg einzuplanen, dessen Länge von der gewählten Haltestelle abhängt.
Ohne Auto eignet sich vor allem ein klar umrissener Besuch im Zentrum. Wer dagegen den Flohmarkt, eine Unterkunft außerhalb des Ortskerns und weitere Dörfer an einem Tag verbinden möchte, muss Anschlüsse und Fußwege sorgfältiger abstimmen. In einem ländlichen Gemeindegebiet ist die bloße Existenz einer Busverbindung nicht gleichbedeutend mit städtischer Taktung oder einer direkten Verbindung zu jedem Ziel.
Mobilität vor Ort
Der zentrale Bereich lässt sich gut zu Fuß erfassen. Für alltägliche Wege innerhalb des Kerns ist die Überschaubarkeit ein Vorteil; außerhalb des bebauten Orts ändern sich die Bedingungen jedoch rasch. Unterkünfte auf dem Land, Gewerbeflächen und verstreute Ziele können deutlich weniger bequem erreichbar sein als die Plaça Major.
Für Residenten hängt die Eignung eines Lebens ohne eigenes Auto deshalb stark von der genauen Wohnadresse und den regelmäßigen Zielen ab. Wer hauptsächlich im Kern einkauft und Busverbindungen nutzt, hat andere Voraussetzungen als jemand, der täglich zu einer Finca, zu wechselnden Arbeitsorten oder in mehrere Nachbargemeinden gelangen muss.
Buslinien nach Consell im Überblick
| Linie | Strecke | Fahrten/Tag | Erste Fahrt | Letzte Fahrt |
|---|---|---|---|---|
| 304 | Inca - Sencelles - Palma | 60 | 06:35 | 22:05 |
Aus den offiziellen GTFS-Fahrplandaten (TIB/SFM), ohne Echtzeit. Die Zahlen fassen alle Halte im Ort zusammen; Fahrten an Wochenenden und Feiertagen weichen ab — vor der Fahrt beim Betreiber prüfen.
Anfahrt mit dem Bus
Biniali (47005) · 2,1 km Luftlinie
- 304Inca - Sencelles - Palma · Täglich
Camps de vinyes 1 (53017) · 2,4 km Luftlinie
- 304Inca - Sencelles - Palma · Täglich
Camps de vinyes 2 (53018) · 2,5 km Luftlinie
- 304Inca - Sencelles - Palma · Täglich
Fahrplandaten: offizielle GTFS-Daten (TIB/EMT), ohne Echtzeit — Zeiten vor Fahrtantritt beim Betreiber prüfen.
Leben in Consell
Als Wohnort spricht Consell Menschen an, die einen überschaubaren mallorquinischen Binnenort suchen und städtische Vielfalt nicht unmittelbar vor der Haustür benötigen. Der Alltag ist stärker auf lokale Versorgung, persönliche Dienstleistungen und Wege in die Umgebung ausgerichtet als auf Hotels, Strandbetrieb oder saisonale Unterhaltung. Das ist kein touristisches Defizit, sondern eine andere Form von Lebensqualität und Organisation.
Nahversorgung im Ortskern
Die starke Präsenz von Supermärkten und Lebensmittelgeschäften schafft eine belastbare Grundlage für tägliche Einkäufe. Hinzu kommen der Wochenmarkt und Betriebe aus dem Bereich Friseur und Kosmetik. Der Ortskern wird dadurch regelmäßig genutzt und besitzt Funktionen, die unabhängig von Ferienzeiten bestehen.
Für die Wohnortwahl sollte dennoch zwischen Grundversorgung und umfassender Infrastruktur unterschieden werden. Consell ersetzt weder die Fachhandelsbreite Palmas noch die Angebote eines größeren regionalen Zentrums. Wer häufig spezialisierte Waren oder Dienstleistungen benötigt, wird Fahrten einplanen. Innerhalb des Dorfes sind die Wege dagegen überschaubar, sofern die Wohnung zentral liegt.
Pendeln in Richtung Palma
Die Lage zwischen Palma und den Orten des Raiguer macht Consell grundsätzlich für Pendler interessant. Entscheidend ist nicht nur die Strecke auf der Karte, sondern die Kombination aus Wohnadresse, Arbeitsplatz, Arbeitszeit und gewähltem Verkehrsmittel. Mit dem Auto lässt sich der Ort in den Verkehrsraum der Inselmitte einordnen; mit öffentlichen Verkehrsmitteln müssen die jeweils aktuellen Verbindungen und Umstiege geprüft werden.
Wer regelmäßig pendelt, sollte die Strecke zu den tatsächlich üblichen Zeiten testen. Marktverkehr, die Zufahrt aus dem Dorfkern und der letzte Weg von einer Haltestelle können die Alltagstauglichkeit stärker beeinflussen als eine abstrakte Entfernungsangabe. Für unregelmäßige Arbeitsorte oder späte Rückfahrten bietet ein eigenes Fahrzeug mehr Flexibilität.
Wohnen im Kern und außerhalb
Im Kern liegen Geschäfte, Dienstleistungen und öffentlicher Raum näher beieinander. Dort passt Consell zu Menschen, die Wege gern zu Fuß erledigen und bewusst in einer dörflichen Nachbarschaft leben möchten. Zugleich sind Marktaufbau, Anlieferungen und lokale Veranstaltungen in zentralen Lagen stärker wahrnehmbar.
Außerhalb des Kerns prägen Felder, Weinberge, einzelne Anwesen und Gewerbezonen das Umfeld. Historische Häuser wie die Anlage Can Cunso zeigen, dass ältere ländliche Bausubstanz teils renoviert und neu genutzt wird. Solche Lagen können mehr Abstand zum Dorfleben bieten, erhöhen aber meist die Bedeutung des Autos. Vor einer Wohnentscheidung sollte daher nicht nur das Gebäude, sondern auch der reale Weg zu Einkauf, Haltestelle und Arbeitsplatz betrachtet werden.
Alltag im Winter
Consell ist nicht von einem Strand, einer Hotelzone oder einer sommerlichen Ausgehmeile abhängig. Lebensmittelhandel, Dienstleistungen und der traditionelle Dorfmarkt richten sich wesentlich an die lokale Bevölkerung. Das bedeutet nicht, dass jeder Betrieb unverändert geöffnet ist oder dass im Winter ein großes Freizeitangebot besteht. Wer gerade diese Beständigkeit sucht, dürfte Consell passender finden als einen Ferienort, dessen öffentliches Leben stark mit der Saison schwankt.
Wissenswertes für den Besuch
Consell verlangt weniger Vorbereitung als ein großes Kulturziel, aber die Wahl des Besuchstages verändert das Erlebnis grundlegend. Für einen ruhigen Eindruck empfiehlt sich ein gewöhnlicher Werktag. Wer den traditionellen Markt erleben möchte, sollte sich am eingeblendeten Markttermin orientieren. Der sonntägliche Flohmarkt ist dagegen ein eigenständiges Vorhaben mit mehr Verkehr, größerem Gelände und einem völlig anderen Warenangebot.
Zeitplanung
Für Plaça Major, angrenzende Straßen und einen Eindruck vom Ortsrand genügt ein kompakter Aufenthalt. Mehr Zeit ist sinnvoll, wenn der reguläre Markt ausführlich besucht, in Ruhe eingekauft oder der Rundgang mit einem Nachbarort verbunden wird. Der Flohmarkt lässt sich schwerer knapp takten, weil das Gelände weitläufig ist und das Suchen einen großen Teil des Erlebnisses ausmacht.
Der Ort eignet sich für aufmerksames Beobachten, Einkaufen und eine Kombination mit weiteren Zielen im Raiguer. Wer diese Maßstäbe akzeptiert, erlebt Consell nicht als unvollständige Sehenswürdigkeit, sondern als funktionierenden Binnenort.
Marktbesuch
Beim Dorfmarkt ist die Plaça Major der richtige Orientierungspunkt. Der Flohmarkt liegt dagegen am Ortseingang im Gewerbegebiet. Eine Navigationssuche nur nach „Markt Consell“ kann deshalb zum falschen Markt führen. Vor der Abfahrt sollte geklärt werden, ob frische Erzeugnisse und Alltagswaren oder Gebrauchtwaren, Möbel und Antiquitäten gesucht werden.
Für den Flohmarkt sind feste Schuhe und eine tragbare Einkaufslösung praktischer als ein enges Besichtigungsprogramm. Große Gegenstände wie Möbel, Türen oder Tore lassen sich nicht spontan wie ein Souvenir mitnehmen. Bei Trinxets und anderen Messern müssen Transport- und Gepäckregeln berücksichtigt werden.
Parken und Rücksichtnahme
Im Zentrum ist ein Stellplatz am Rand des Kerns meist die angenehmere Ausgangslage als die Suche direkt an der Plaça. Rund um Märkte können Straßen durch Stände, Lieferverkehr und zusätzliche Besucher stärker beansprucht sein. Beschilderung, temporäre Sperrungen und freizuhaltende Zufahrten haben Vorrang vor der kürzesten Gehstrecke.
Der Flohmarkt belebt ein Gewerbegebiet, in dem weiterhin Grundstückszufahrten und betriebliche Flächen liegen. Nicht jede freie Fläche ist automatisch ein Parkplatz. Dasselbe gilt für ländliche Wege und private Einfahrten außerhalb des Dorfes.
Sinnvolle Kombinationen
Ein Besuch lässt sich besonders schlüssig mit Binissalem und einer Fahrt durch die Landschaft des Raiguer verbinden. So entsteht ein Ausflug, der Dorfleben, Markt und landwirtschaftlich geprägtes Inselinneres zusammenführt. Palma ist ebenfalls erreichbar, bildet aber einen so starken Kontrast, dass beide Orte besser mit einem klaren zeitlichen Schwerpunkt geplant werden.
Für einen Strandtag ist Consell kein unmittelbarer Anlaufpunkt. Es gibt weder Küstenpromenade noch Badebucht im Ort. Wer Meer und Dorf verbinden möchte, muss eine Weiterfahrt einplanen und sollte Consell als separaten Abschnitt des Tages behandeln.
Essen, Trinken und Übernachten in Consell
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