Casal Solleric in Palma: Barockpalast und Gegenwartskunst
Am Passeig des Born genügt ein Schritt durch das Portal, und Palma zeigt ein anderes Gesicht. Hinter der repräsentativen Fassade des Casal Solleric öffnet sich ein historischer Innenhof, über dem eine große Treppenanlage zu den einst herrschaftlichen Räumen führt. Heute begegnen sich hier barocke Architektur und zeitgenössische Kunst – nicht als museale Kulisse, sondern in einem weiterhin genutzten Kulturhaus.
Das Casal Solleric lohnt sich deshalb auf zwei Ebenen: Wer sich für Palmenser Stadtpaläste interessiert, findet einen der anschaulichsten öffentlich zugänglichen Innenräume dieser Bautradition. Wer wegen der Kunst kommt, erlebt wechselnde Ausstellungen, die von Fotografie und Installationen bis zu Design, Comic und konzeptuellen Arbeiten reichen können. Oft werden dabei nicht nur neutrale Säle bespielt, sondern auch Hof, Treppen und andere Teile des Hauses.
Der Charakter des Besuchs hängt stark vom aktuellen Programm ab. Das Gebäude bleibt jedoch die Konstante: der Übergang von der belebten Flaniermeile in den Hof, das Wechselspiel der Geschosse und die schmiedeeisernen Details der Treppe. Gerade diese Verbindung macht den Ort auch für Reisende interessant, die kein klassisches Kunstmuseum mit fester Sammlung suchen. So eignet sich das Casal Solleric als eigenständiger Kulturtermin ebenso wie als konzentrierte Pause während eines Altstadtspaziergangs. Kunstinteressierte können länger in den Ausstellungen bleiben; Architekturfreunde sollten zumindest Hof, Treppe und die zum Born gerichtete Galerie aufmerksam betrachten.
Geschichte und Bedeutung
Das Haus der Familie Morell
Der Palast entstand in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts für die Familie Morell, eine der wohlhabenden Familien des damaligen Palma. Der Bau wird auf die Jahre zwischen 1763 und 1775 datiert und zählt zu den späten großen Stadtpalästen der Inselhauptstadt. In einer Zeit, in der gesellschaftlicher Rang auch über Architektur sichtbar gemacht wurde, verband das Haus private Wohnräume mit einer repräsentativen Abfolge aus Portal, Hof und monumentalem Aufgang.
Mit der Familie ist auch der heutige Name verbunden. Der Sohn des Bauherrn wurde später Marquis von Solleric; aus dem einst ebenfalls als Ca’n Morell bezeichneten Familiensitz wurde im allgemeinen Sprachgebrauch das Casal Solleric. Das „Solleric“ verweist hier also auf den Adelstitel und das Haus in Palma – nicht auf eine Sehenswürdigkeit in Sóller.
Der Entwurf wird dem mallorquinischen Architekten Gaspar Palmer zugeschrieben. Für die bildhauerischen und schmiedeeisernen Dekorationen nennen mehrere Darstellungen den italienischen Künstler Antonio Soldati. Seine Beteiligung erklärt den deutlich italienisch geprägten Akzent, der sich besonders an den Metallarbeiten und am plastischen Schmuck ablesen lässt. Zugleich zeigen die Anlage und einzelne Dekorelemente Einflüsse des italienischen und französischen Barocks.
Vom Adelspalast zum Kunstzentrum
Über lange Zeit blieb das Gebäude eine herrschaftliche Residenz. Einen grundlegenden Wandel leitete der Erwerb durch die Stadt Palma im Jahr 1975 ein. Nach einer umfassenden Umgestaltung wurde der Palast 1985 als Ausstellungs- und Dokumentationszentrum für zeitgenössische Kunst eröffnet. Die neue Nutzung machte Räume öffentlich zugänglich, die ursprünglich der Selbstdarstellung und dem Alltag einer privilegierten Familie gedient hatten.
Dieser Funktionswechsel ist für das heutige Erlebnis entscheidend. Das Casal Solleric wurde nicht zu einem historischen Hausmuseum, in dem eine adelige Wohnung möglichst vollständig rekonstruiert wird. Stattdessen nutzt Palma den Altbau als aktiven Kulturort. Ausstellungen, Präsentationen und weitere Formate reagieren auf die verschiedenen Ebenen und Raumtypen des Palastes. Die historische Architektur bleibt sichtbar, wird aber immer wieder anders gelesen und inszeniert.
Seit seiner Eröffnung als Kunstzentrum konzentriert sich das Programm vor allem auf moderne und zeitgenössische Positionen. In der Vergangenheit waren neben Malerei und Fotografie auch Design, Comics und grafische Arbeiten vertreten. Ebenso wurden Werke international bekannter Fotografen sowie Beiträge junger lokaler und internationaler Künstler gezeigt. Diese programmatische Offenheit hat das Casal Solleric zu einem festen Schauplatz der Gegenwartskultur in Palma gemacht.
Ein öffentliches Haus am Born
Dass ein ehemaliger Adelspalast heute unmittelbar vom Passeig des Born aus betreten werden kann, besitzt eine eigene stadtgeschichtliche Aussage. Die repräsentative Architektur, einst auf eine begrenzte gesellschaftliche Öffentlichkeit zugeschnitten, dient nun dem Zugang zu Kunst und Kultur. Der Hof bildet dabei den Auftakt eines öffentlichen Rundgangs.
Das Casal Solleric steht damit zugleich für zwei Epochen Palmas: für die wohlhabende Stadtgesellschaft des 18. Jahrhunderts und für den späteren Anspruch, historisches Erbe kulturell weiterzunutzen. Anders als in einem reinen Baudenkmal bleibt das Haus durch wechselnde Ausstellungen in Bewegung. Bei wiederholten Besuchen kann dieselbe Treppe, derselbe Hof oder derselbe Saal durch eine neue künstlerische Arbeit völlig anders wirken.
Was es zu sehen gibt
Die Fassade am Passeig des Born
Von der Flaniermeile aus präsentiert sich das Casal Solleric als geordneter Stadtpalast. Die Fassade verrät noch nicht, wie stark sich das Gebäude hinter dem Eingang in die Tiefe entwickelt. Besonders markant ist die Galerie mit fünf Bogenöffnungen zum Born. Sie gibt dem oberen Bereich Rhythmus und verweist zugleich auf die repräsentative Hauptetage des Hauses.
Es lohnt sich, vor dem Eintritt kurz Abstand zu nehmen und die Fassade als Ganzes zu betrachten. Erst danach wird deutlich, wie sorgfältig der Übergang von der öffentlichen Straße in die halb offene Welt des Palastes komponiert ist. Das Portal bildet nicht bloß einen Zugang zu Ausstellungssälen, sondern eröffnet eine architektonische Abfolge, die für herrschaftliche Häuser in Palma typisch war.
Der Innenhof
Der Hof ist das räumliche Herz des Casal Solleric. Wer vom Born hereinkommt, gelangt aus dem Stadtverkehr in einen klar gefassten, von Bögen und Galerien gegliederten Raum. Hier erschließt sich der Aufbau des Hauses auf einen Blick: unten der Zugang, darüber die Treppen und Umgänge, an die sich die verschiedenen Bereiche des Palastes anschließen.
Gerade weil der Hof nicht mit historischen Möbeln überladen ist, treten seine Proportionen deutlich hervor. Die Blickachsen führen nach oben, zu Brüstungen, Bögen und Treppenläufen. Besucher bewegen sich nicht einfach durch einen Korridor, sondern durch einen repräsentativ gestalteten Raum, der bisweilen selbst Teil des Ausstellungsprogramms wird. Ortsbezogene Installationen können die Bewegungswege verändern oder dazu anregen, einen vertrauten Architekturteil neu wahrzunehmen. Deshalb sollte der Blick nicht nur den Kunstwerken gelten: Auch die Übergänge zwischen Stein, Metall, offenen Flächen und den angrenzenden Innenräumen gehören zur Erfahrung.
Die imperiale Treppe
Der auffälligste Weg nach oben führt über die imperiale Treppe. Bei diesem Treppentyp entwickelt sich der Aufgang repräsentativ über mehrere Läufe und wird selbst zum Schaustück. Im Casal Solleric verbinden sich dabei Architektur und schmiedeeiserne Dekoration. Die Metallarbeiten, die Antonio Soldati zugeschrieben werden, setzen feinere Linien gegen die massiveren steinernen Bauteile.
Die Treppe sollte nicht nur als Verbindung zur nächsten Ausstellungsebene betrachtet werden. Vom unteren Bereich eröffnen sich andere Perspektiven als von den Podesten und oberen Umgängen. Wer langsam hinaufgeht und sich zwischendurch umwendet, erkennt, wie Hof, Treppenarme und Galerien aufeinander abgestimmt sind. Dies ist einer der Punkte, an denen der ehemalige Palast am stärksten als Bühne gesellschaftlicher Repräsentation lesbar wird.
Auch zeitgenössische Kunst kann hier unmittelbarer wirken als in einem abgeschlossenen Saal. Arbeiten an Treppen, Geländern oder Blickachsen treten in einen Dialog mit der Bewegung der Besucher. Der Rundgang wird dadurch weniger linear: Man sieht manches zuerst aus der Ferne, nähert sich über die Stufen und entdeckt später aus der Gegenrichtung eine weitere Ansicht.
Hauptgeschoss, Zwischengeschoss und Erdgeschoss
Das Gebäude besitzt drei Geschosse und bietet deutlich unterschiedliche Ausstellungssituationen. Genutzt werden unter anderem das Hauptgeschoss, ein Zwischengeschoss und Bereiche im Erdgeschoss. Hinzu kommt der als Espai Quatre bezeichnete Ausstellungsraum. Der Rundgang kann deshalb je nach Programm durch große repräsentative Zimmer, kleinere Räume und stärker abgeschlossene Zonen führen.
Diese Vielfalt ist eine Stärke des Hauses. Fotografische Serien benötigen andere Bedingungen als raumgreifende Installationen; grafische Blätter entfalten sich anders als Installationen oder Projektionen. Das Casal Solleric kann solche Formate auf mehrere Räume verteilen, ohne dass der historische Charakter vollständig hinter einer einheitlichen Museumsarchitektur verschwindet.
Zum Rundgang gehörte in der dokumentierten Nutzung auch der Aljub, der ebenfalls für künstlerische Präsentationen eingesetzt wurde. Ob alle Räume bei einem konkreten Besuch geöffnet und bespielt sind, hängt vom laufenden Programm und von Umbauphasen zwischen Ausstellungen ab.
Wechselnde Ausstellungen
Eine dauerhaft gleichbleibende Sammlungsausstellung ist hier nicht das Zentrum. Das Casal Solleric arbeitet mit temporären Projekten, weshalb Thema, Umfang und künstlerische Medien wechseln. Gezeigt wurden zeitgenössische Kunst und Fotografie ebenso wie Comic, Design und Druckgrafik. Einzel- und Gruppenausstellungen können sich über mehrere Teile des Hauses verteilen oder sehr konzentriert nur einen bestimmten Raum besetzen.
Für Besucher bedeutet das: Das Gebäude lässt sich verlässlich planen, der konkrete Kunstinhalt hingegen sollte vorab im aktuellen Programm geprüft werden. Eine Ausstellung kann still und dokumentarisch angelegt sein, eine andere mit Projektionen oder raumbezogenen Eingriffen arbeiten. Gelegentlich werden Hof und Treppen bewusst einbezogen, statt nur als Verkehrsflächen zwischen den Sälen zu dienen.
Der reizvollste Blick entsteht häufig dort, wo historische und aktuelle Gestaltung unmittelbar zusammentreffen. Eine Installation vor barocken Bögen, eine Fotoserie in ehemaligen Repräsentationsräumen oder eine Arbeit entlang der Treppe verändert die Wahrnehmung beider Seiten. Die Kunst erhält eine räumliche Spannung; der Palast verliert für einen Moment seine scheinbare Selbstverständlichkeit und wird wieder als gestalteter Ort sichtbar.
Der Besuch
Vom Portal in den Hof
Ein sinnvoller Rundgang beginnt nicht mit Eile an der ersten Saaltür, sondern im Eingangsbereich. Der Hof vermittelt die Grundstruktur des Hauses und hilft bei der Orientierung. Von hier lässt sich erkennen, welche Ebenen aktuell zugänglich sind und ob eine Ausstellung bereits im Erdgeschoss beginnt oder erst über die Treppe fortgesetzt wird.
Danach bietet es sich an, die geöffnete Ausstellung Raum für Raum zu verfolgen, ohne die Architektur nur als Hintergrund zu behandeln. An den Übergängen lohnt ein Blick zurück in den Hof. Gerade von den oberen Bereichen zeigt sich, wie geschickt die Erschließung des Palastes angelegt wurde. Am Ende kann der Rundgang wieder dort ausklingen, wo er begonnen hat: im Hof mit dem Blick zur Treppe und hinaus auf den Born.
Da das Programm wechselt, gibt es keinen dauerhaft verbindlichen Parcours. Manche Projekte verteilen sich über mehrere Geschosse, andere konzentrieren sich auf einzelne Räume. Die Hinweise am Eingang geben deshalb den besseren Takt vor als die Erwartung eines klassischen Museumswegs mit festgelegter chronologischer Reihenfolge.
Wie viel Zeit einplanen?
Für einen Rundgang durch die Architektur und eine laufende Ausstellung sind je nach Umfang etwa ein bis zwei Stunden eine brauchbare Orientierung. Wer vor allem Hof und Treppe sehen möchte, kann den Besuch kompakter halten. Fotografie, Videoprojektionen, umfangreiche Textbeiträge oder mehrere parallel laufende Ausstellungen verlängern den Aufenthalt deutlich.
Die Qualität des Besuchs hängt weniger davon ab, jeden Raum rasch abzuhaken, als von kurzen Pausen an den räumlichen Übergängen. Das Casal Solleric erschließt sich beim Wechsel zwischen Hof, Treppe, Galerie und Sälen. Selbst wenn einzelne künstlerische Positionen nicht dem persönlichen Geschmack entsprechen, bleibt genügend zu entdecken, um das Haus als historischen Palast zu verstehen.
Für Familien oder Reisegruppen ist ein klarer Schwerpunkt hilfreich. Eine kleine Auswahl von Werken, die Treppe und der Hof ergeben oft einen stimmigeren Besuch als der Versuch, jede Beschriftung vollständig zu lesen. Wer sich intensiv mit zeitgenössischer Kunst beschäftigt, sollte dagegen ausreichend Spielraum für audiovisuelle Arbeiten und mehrere Ausstellungsebenen lassen.
Programm, Öffnung und Eintritt
Vor dem Besuch empfiehlt sich ein Blick auf die aktuellen Angaben des Hauses. Konkrete Öffnungszeiten sollten daher unmittelbar vor dem Termin über die offiziellen Informationen geprüft werden. Dasselbe gilt für die jeweils aktuellen Eintrittsregelungen. Da diese Angaben nicht dauerhaft unveränderlich sind, ist eine kurze Kontrolle vorab verlässlicher als ältere Reiseberichte.
Besonders wichtig ist die Programmprüfung für alle, die wegen einer bestimmten Kunstform kommen: Das Casal Solleric kann gleichzeitig Fotografie, Installation oder grafische Arbeiten zeigen, muss aber nicht bei jedem Besuch alle diese Bereiche abdecken.
Anfahrt und Parken
Vom Flughafen Palma bis ins Zentrum
Vom Flughafen Palma führt die Straßenroute über die Ma-19 in die Inselhauptstadt. Bis Palma sind es 11 Straßenkilometer; die Fahrt dauert rund 20 Minuten. Diese Angaben gelten ausdrücklich für die Strecke bis Palma, nicht bis unmittelbar vor das Portal des Casal Solleric. Die tatsächliche Gesamtzeit hängt danach vom innerstädtischen Verkehr, der gewählten Parkmöglichkeit und dem Fußweg durch das Zentrum ab.
Das letzte Stück führt in den dicht bebauten Innenstadtbereich rund um den Passeig des Born. Für Autofahrer ist es daher meist sinnvoller, ein Parkziel am Rand der Altstadt anzusteuern und den Weg zum Palast zu Fuß fortzusetzen. Wer direkt nach der Landung nach Palma fährt, sollte außerdem bedenken, dass Gepäck den kurzen Altstadtweg unhandlicher macht. Der Zugang liegt unmittelbar am städtischen Passeig des Born.
Parken am Rand der Altstadt
Eine praktische Option ist, in einem öffentlichen Parkbereich oder Parkhaus außerhalb der engsten Altstadtgassen zu parken. Als Ausweichmöglichkeit wird unter anderem der Parkplatz Carrer del Moll am Camí de l’Escullera genannt. Er verfügt über rund 300 Stellplätze und liegt nur wenig weiter von der Altstadt entfernt als die Parkmöglichkeiten Marina oder Parc de la Mar. Von dort wird der Besuch mit einem Spaziergang ins Zentrum verbunden.
Diese Lösung erspart die Suche in den Straßen unmittelbar rund um den Born. Gerade an gut besuchten Tagen kann es sinnvoll sein, nicht auf den nächstmöglichen Stellplatz zu bestehen. Die Wege durch das Zentrum sind Teil des Stadterlebnisses, während enge Zufahrten, Einbahnregelungen und dichter Verkehr die Suche nahe der Sehenswürdigkeit unnötig verlängern können.
Parkbedingungen und Zufahrtsregeln können sich ändern. Vor der Fahrt sollte deshalb geprüft werden, welche Innenstadtbereiche aktuell befahrbar sind und ob das gewählte Parkziel geöffnet ist. Ausgewiesene Tarife oder Zeitbegrenzungen der Parkflächen sind von den Besuchsregelungen des Casal Solleric unabhängig.
Zu Fuß und mit dem Bus
Innerhalb des Zentrums ist der Palast gut zu Fuß erreichbar. Von der Plaça de Cort führt ein kurzer Altstadtweg zum Passeig des Born. Auch von den Bereichen rund um die Plaça del Mercat gelangt man ohne komplizierten Umweg dorthin. Das letzte Stück lässt sich am besten am Born orientieren, dessen breite, baumbestandene Achse deutlich leichter zu erkennen ist als einzelne Gassen der Altstadt.
Mehrere Stadtbushaltestellen liegen in der näheren Innenstadt. Je nach Linie endet die Fahrt an der Plaça de Cort, an der Plaça del Mercat oder in einem angrenzenden Bereich; anschließend folgt ein Fußweg. Da Linienführungen und Abfahrten wechseln können, sollte die passende Verbindung für den Besuchstag aktuell geprüft werden.
Für einen ganzen Tag in Palma ist die Anreise ohne Auto oft die ruhigere Variante. Das Casal Solleric liegt nicht isoliert, sondern mitten in einem Gebiet, in dem viele Ziele zu Fuß aufeinanderfolgen. Zwischen Born, Altstadt und Hafenrand entstehen dadurch sinnvolle Rundgänge, ohne nach jeder Station erneut einen Parkplatz suchen zu müssen.
Buslinien nach Casal Solleric im Überblick
| Linie | Strecke | Fahrten/Tag | Erste Fahrt | Letzte Fahrt |
|---|---|---|---|---|
| 35 | Aquàrium - Pl. Reina | Catedral | 8 | 07:10 | 15:20 |
| 3 | Pont d'Inca / Joan Carles I | 6 | 07:37 | 10:06 |
| 20 | Portopí - Son Espases | 6 | 07:17 | 08:51 |
| 25 | s'Arenal - Pl. Reina | Catedral | 6 | 09:45 | 12:41 |
Aus den offiziellen GTFS-Fahrplandaten (TIB/SFM), ohne Echtzeit. Die Zahlen fassen alle Halte im Ort zusammen; Fahrten an Wochenenden und Feiertagen weichen ab — vor der Fahrt beim Betreiber prüfen.
Anfahrt mit dem Bus
662-pl. de Cort · 0,1 km Luftlinie
- CCCircular Centre Ciutat · 08:00–08:00 · Täglich
106-pl. del Mercat · 0,2 km Luftlinie
- 3Pont d'Inca / Joan Carles I · 08:00–08:00 · Täglich
- 4Ses Illetes - Pl. Columnes · 08:00–08:00 · Täglich
- 7Son Gotleu - Son Serra - Sa Vileta / Son Vida · 08:00–08:00 · Täglich
- 20Portopí - Son Espases · 06:06–22:40 · Täglich
52-pl. del Mercat · 0,2 km Luftlinie
- 4Ses Illetes - Pl. Columnes · 08:00–08:00 · Täglich
- 7Son Gotleu - Son Serra - Sa Vileta / Son Vida · 08:00–08:00 · Täglich
- 20Portopí - Son Espases · 06:06–22:40 · Täglich
- 35Aquàrium - Pl. Reina | Catedral · 06:21–22:41 · Täglich
663-pl. d'en Coll · 0,2 km Luftlinie
- CCCircular Centre Ciutat · 08:00–08:00 · Täglich
105-pl. de Joan Carles I - Catedral · 0,3 km Luftlinie
- 3Pont d'Inca / Joan Carles I · 08:00–08:00 · Täglich
- 4Ses Illetes - Pl. Columnes · 08:00–08:00 · Täglich
- 7Son Gotleu - Son Serra - Sa Vileta / Son Vida · 08:00–08:00 · Täglich
- 20Portopí - Son Espases · 06:06–22:40 · Täglich
1048-pl. de Joan Carles I · 0,3 km Luftlinie
- 25s'Arenal - Pl. Reina | Catedral · 06:36–21:01 · Täglich
- 35Aquàrium - Pl. Reina | Catedral · 06:21–22:41 · Täglich
985-pl. de Joan Carles I · 0,3 km Luftlinie
- CCCircular Centre Ciutat · 08:00–08:00 · Täglich
53-pl. de Joan Carles I - Catedral · 0,3 km Luftlinie
- 4Ses Illetes - Pl. Columnes · 08:00–08:00 · Täglich
- 7Son Gotleu - Son Serra - Sa Vileta / Son Vida · 08:00–08:00 · Täglich
- 20Portopí - Son Espases · 06:06–22:40 · Täglich
986-pl. de la Reina - Catedral · 0,3 km Luftlinie
- 35Aquàrium - Pl. Reina | Catedral · 06:21–22:41 · Täglich
- CCCircular Centre Ciutat · 08:00–08:00 · Täglich
453-pl. de la Reina - Catedral · 0,3 km Luftlinie
- 25s'Arenal - Pl. Reina | Catedral · 06:36–21:01 · Täglich
664-pl. de sa Quartera · 0,3 km Luftlinie
- CCCircular Centre Ciutat · 08:00–08:00 · Täglich
7-pl. de la Reina - Catedral · 0,3 km Luftlinie
- 35Aquàrium - Pl. Reina | Catedral · 06:21–22:41 · Täglich
Fahrplandaten: offizielle GTFS-Daten (TIB/EMT), ohne Echtzeit — Zeiten vor Fahrtantritt beim Betreiber prüfen.
In der Umgebung
Passeig des Born
Schon der Standort macht das Casal Solleric zu einem unkomplizierten Teil eines Palma-Tages. Der Passeig des Born ist Flaniermeile, Einkaufsachse und Verbindung zwischen verschiedenen Bereichen des historischen Zentrums. Vor dem Palast herrscht städtische Bewegung; hinter dem Portal beginnt der ruhigere, klar gegliederte Hof. Dieser unmittelbare Kontrast gehört zu den stärksten Eindrücken des Besuchs.
Nach der Ausstellung bietet es sich an, den Born nicht nur als Durchgangsstraße zu behandeln. Von hier führen Wege in die Einkaufsstraßen, zur Plaça del Mercat und tiefer in die Altstadt. Wer das Haus zuerst besucht, kann die anschließend betrachteten Paläste und Fassaden besser einordnen: Das Casal Solleric zeigt exemplarisch, welche räumliche Tiefe sich hinter einer repräsentativen Straßenfront verbergen kann.
Palmas Altstadt
In Richtung Plaça de Cort verdichtet sich das historische Stadtbild. Der Platz und die umliegenden Gassen lassen sich ohne lange Anfahrt mit dem Casal Solleric verbinden. Weiter südlich liegen die monumentalen Bereiche um die Kathedrale La Seu und den Parc de la Mar. Sie setzen einen anderen architektonischen Schwerpunkt und eignen sich deshalb gut als Fortsetzung: vom barocken Adelspalast zur kirchlichen Architektur Palmas.
Eine solche Kombination muss nicht als straffer Sehenswürdigkeiten-Marathon angelegt werden. Das Casal Solleric funktioniert besonders gut als Innenraumstation zwischen längeren Wegen durch die Stadt. Im Sommer bietet das steinerne Haus zudem eine Unterbrechung von Sonne und Hitze, bevor der Spaziergang durch die offenen Plätze und Gassen weitergeht. Auch Can Balaguer lässt sich als weiterer Kulturort in den Rundgang einbeziehen. Das Casal Solleric bleibt dabei der Ort, an dem die historische Hülle besonders konsequent mit wechselnder Gegenwartskunst konfrontiert wird.
Kunst in Palma
Für einen Tag mit Schwerpunkt auf moderner und zeitgenössischer Kunst lässt sich das Casal Solleric mit Es Baluard oder der Fundación Juan March verbinden. Die Häuser verfolgen unterschiedliche Konzepte: Hier steht ein wechselnd bespielter Barockpalast im Mittelpunkt, dort begegnen Besucher umfangreicheren musealen Zusammenhängen und Sammlungen. Gerade dieser Unterschied verhindert Wiederholungen.
Wer nur begrenzte Zeit hat, sollte die Kombination nach dem aktuellen Programm auswählen. Eine Fotoausstellung im Casal Solleric kann gut mit einem weiteren Kunsthaus harmonieren; ein aufwendiges Installationsprojekt verlangt möglicherweise mehr Aufmerksamkeit und macht eine zusätzliche große Ausstellung am selben Tag weniger sinnvoll. Durch die zentrale Lage bleiben beide Möglichkeiten offen.
Auch ohne weiteres Museum führt der Weg nach dem Besuch rasch zurück in das alltägliche Palma. Cafés, Geschäfte und Plätze beginnen praktisch vor der Tür. Das Casal Solleric verlangt daher keinen eigenen Ausflugstag, sondern lässt sich präzise zwischen andere Stationen setzen – mit genügend Zeit, damit Hof und Treppe nicht bloß im Vorübergehen erscheinen.
Wissenswertes für den Besuch
Was man erwarten sollte
Das Casal Solleric ist kein klassisches Museum mit einer dauerhaft ausgestellten Sammlung und einem Rundgang durch feststehende kunsthistorische Epochen. Im Mittelpunkt stehen temporäre Ausstellungen und kulturelle Projekte. Wer wegen eines bestimmten Künstlers, einer fotografischen Schau oder einer Installation kommt, sollte vorab kontrollieren, ob die betreffende Ausstellung noch läuft und welche Räume dafür genutzt werden.
Ebenso wenig handelt es sich um einen vollständig eingerichteten Adelspalast. Historische Möbelensembles und rekonstruierte Wohnsituationen sind nicht das Hauptthema. Die Architektur selbst – Hof, Treppe, Galerien und Raumfolge – erzählt die Geschichte des Hauses. Die Säle dienen jedoch der Gegenwartskunst und können je nach Projekt bewusst reduziert, verdunkelt oder stark verändert wirken.
Zwischen zwei Ausstellungen kann der Eindruck deutlich knapper ausfallen als während eines umfangreichen Programms. Architekturinteressierte finden dennoch ihren Schwerpunkt im Hof und an der Treppe. Für Kunstreisende lohnt die vorherige Programmprüfung umso mehr.
Kleidung und Verhalten im Haus
Für den Besuch ist keine besondere Ausrüstung nötig. Bequeme Schuhe sind dennoch sinnvoll, weil das Casal Solleric meist Teil eines längeren Weges durch Palmas Zentrum ist und sich die Ausstellungen über mehrere Ebenen verteilen können. Der Boden eines historischen Hauses und die Treppen verlangen mehr Aufmerksamkeit als ein vollständig ebener Neubau.
An heißen Tagen bildet der Innenraum eine angenehme Unterbrechung des Stadtspaziergangs. Sonnenschutz bleibt daher für den Weg über den Born und durch die umliegenden Straßen wichtig, auch wenn ein Teil des Besuchs im Inneren stattfindet. Bei Foto- oder Videoinstallationen empfiehlt sich zudem ein ruhiges Tempo. Projektionen erschließen sich oft erst nach einigen Minuten, und manche Arbeiten verändern ihre Wirkung mit dem Standort.
Mit Kindern
Das Haus kann auch mit Kindern funktionieren, besonders wenn der Besuch auf wenige konkrete Entdeckungen konzentriert wird. Der Innenhof, die große Treppe, die Bögen und die wechselnden Perspektiven sind leichter zugänglich als lange kunsthistorische Texte. Installationen, Fotografien oder Comic-Ausstellungen können je nach Programm zusätzliche Anknüpfungspunkte bieten.
Nicht jede zeitgenössische Ausstellung ist jedoch ausdrücklich für Kinder konzipiert. Themen, empfindliche Objekte und audiovisuelle Inhalte wechseln. Eltern sollten daher das aktuelle Programm prüfen und im Haus auf Abstände zu frei stehenden Werken achten. Ein kompakter Rundgang mit Hof, Treppe und ausgewählten Räumen ist häufig sinnvoller als der Anspruch, sämtliche Ausstellungstexte zu lesen.
Für kleinere Kinder lässt sich der Besuch als Suchaufgabe gestalten: Wo beginnen die Treppenläufe, wie viele Ebenen sind vom Hof aus sichtbar, und an welchen Stellen treffen alte Bauteile auf neue Kunst? So bleibt die Aufmerksamkeit bei belegbaren Merkmalen des Gebäudes, ohne die Ausstellung in eine bloße Durchgangsstation zu verwandeln.
Insider-Tipps von Einheimischen
Erst im Hof stehen bleiben
Nicht sofort zur ersten Ausstellung weitergehen. Vom Zentrum des Innenhofs lässt sich die Raumordnung des Palastes besonders gut erfassen: Portal, Bögen, Galerien und die imperiale Treppe erscheinen hier als zusammenhängende Inszenierung.
Auf der Treppe umdrehen
Die Treppe wirkt nicht nur von unten. Auf den Podesten lohnt der Blick zurück in den Hof: Aus der erhöhten Perspektive werden die aufeinander abgestimmten Treppenläufe, Umgänge und schmiedeeisernen Geländer deutlich.
Fünf Bögen am Born suchen
Vor dem Eintritt kurz die obere Fassade betrachten. Die Galerie mit fünf Bogenöffnungen ist eines der markanten äußeren Merkmale des Palastes und lässt sich im Straßenbild leichter übersehen als der eindrucksvolle Innenhof.
Programm vor Architekturroute
Die Ausstellungen wechseln und können sich auf Hauptgeschoss, Zwischengeschoss, Erdgeschoss, Espai Quatre, Hof oder Aljub verteilen. Ein kurzer Programmcheck zeigt, welche Gebäudeteile beim aktuellen Besuch tatsächlich bespielt werden.
Mit der Altstadt verbinden
Das Casal Solleric lässt sich besonders schlüssig in einen Fußweg zwischen Passeig des Born, Plaça de Cort und der südlichen Altstadt einbauen. So wird der Palast zur ruhigen Innenraumstation zwischen belebten Straßen und Plätzen.