Sehenswürdigkeiten

en Figuera – Palmas historische Uhr und Glocke

en Figuera, Mallorca
Foto Fitti, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 (Zuschnitt/Skalierung via mallorca.com)Bearbeitungen dieses Bildes stehen unter derselben Lizenz.

Mitten an der Plaça de Cort begegnet Besuchern ein Stück Stadtgeschichte, das leicht übersehen wird: en Figuera, die historische Uhr mit ihrer namensgebenden Glocke am Rathaus von Palma. Wer nur auf die monumentale Fassade schaut, nimmt das Ensemble vielleicht als dekoratives Detail wahr. Tatsächlich regelte sein Vorgänger bereits im Mittelalter den Tagesrhythmus der Stadt.

En Figuera ist kein Museum und kein eigenständiges Gebäude. Die Sehenswürdigkeit gehört zum Rathaus und lässt sich von der Plaça de Cort aus betrachten. Ihr Reiz liegt weniger in einer aufwendigen Besichtigung als in der Verbindung von Technik-, Stadt- und Alltagsgeschichte: Über Jahrhunderte machte eine weithin hörbare Glocke die Zeit zu einer gemeinsamen öffentlichen Angelegenheit.

Der kurze Halt lohnt sich besonders für Reisende, die Palmas Altstadt nicht nur als Abfolge großer Bauwerke erleben möchten. En Figuera erzählt von einer Epoche, in der eine mechanische Uhr noch eine technische Besonderheit war, die Stunden anders gezählt wurden als heute und ein Sturm den vertrauten Zeitmesser schließlich an einen neuen Standort zwang.

Geschichte und Bedeutung

Die Torre de les Hores

Die Geschichte beginnt nicht am heutigen Rathaus. Im Jahr 1386 kaufte der mallorquinische Große und Allgemeine Rat den Dominikanern einen Turm am oberen Ende der heutigen Carrer del Conqueridor ab, nur unweit des späteren Rathauses. Dort wurden eine mechanische Uhr und eine schwere Glocke eingerichtet. Der Turm erhielt einen Namen, der seine Aufgabe unmissverständlich beschrieb: Torre de les Hores, der Turm der Stunden.

Für das spätmittelalterliche Palma war eine solche Anlage weit mehr als ein komfortabler Zeitmesser. En Figuera gehörte zu den frühen Turmuhren Spaniens. Ihr Glockenschlag verwandelte Zeit in ein öffentliches Signal. Er strukturierte den Tag über Dächer, Straßen und Plätze hinweg und war unabhängig davon hörbar, ob jemand das Zifferblatt sehen konnte.

Die ursprüngliche Glocke wog 1.880 Kilogramm. Gefertigt wurde sie von Pere Joan Higuera, einem Silberschmied, dessen Name auf das Ensemble überging. Die bis heute gebräuchliche Bezeichnung en Figuera verweist daher nicht einfach auf einen Ort oder auf einen Feigenbaum. Sie bewahrt in leicht veränderter Form den Namen des Handwerkers, der die erste Glocke schuf.

Stunden nach dem Sonnenlauf

Besonders aufschlussreich ist die ursprüngliche Art der Zeitrechnung. Die mittelalterliche Uhr folgte nicht dem heute selbstverständlichen, durchgehenden System von 24 Stunden. Stattdessen arbeitete sie mit zwei Zyklen, die sich am Sonnenlauf orientierten. Der erste begann bei Sonnenaufgang, der zweite bei Sonnenuntergang. Eine Stunde nach dem Aufgang der Sonne erklang die erste Stunde; nach dem Sonnenuntergang setzte die Zählung erneut ein.

Der Glockenschlag bezeichnete folglich keine ganzjährig unveränderliche Uhrzeit im modernen Sinn. Er übersetzte den Wechsel von Tag und Nacht in eine hörbare Ordnung. Gerade dieser Unterschied macht en Figuera kulturgeschichtlich interessant: Die Uhr erinnert daran, dass selbst etwas so alltäglich Scheinendes wie die Einteilung des Tages historisch gewachsen ist.

Wer heute auf die Rathausfassade blickt, sieht deshalb nicht bloß einen Vorläufer moderner öffentlicher Uhren. En Figuera steht für eine Zeitauffassung, die stärker an Licht und Dunkelheit gebunden war. Der Beginn des Tages wurde nicht allein durch abstrakte Zahlen festgelegt, sondern durch den tatsächlichen Sonnenaufgang über der Stadt.

Neuguss und Sturm

Zu Beginn des 17. Jahrhunderts war die erste Glocke beschädigt und von Rissen durchzogen. Joan Cardell goss sie 1680 neu. Die daraus hervorgegangene Glocke ist die heutige en Figuera; mit 1.843 Kilogramm blieb sie ein außerordentlich schweres Instrument. Eine lateinische Inschrift am unteren Teil der Glocke enthält religiöse Anrufungen, darunter Hinweise auf Christus, den Löwen aus dem Stamm Juda, Maria und die heilige Anna.

Der alte Stunden-Turm blieb jedoch nicht dauerhaft erhalten. Ein Tornado beschädigte ihn so schwer, dass er abgebrochen wurde. Uhr und Glocke zogen 1848 an das Rathaus an der Plaça de Cort um. Dieser Ortswechsel erklärt, warum ein mittelalterlicher Zeitmesser heute zu einem Bauwerk gehört, das nicht sein ursprünglicher Standort war.

Im Jahr 1863 wurde die Uhr nochmals ersetzt. Das neue Werk stammte vom französischen Hersteller Collin und erklang erstmals anlässlich des Geburtstags der spanischen Königin Isabel II. So verbindet die heutige Anlage mehrere historische Schichten: den Ursprung im 14. Jahrhundert, die im 17. Jahrhundert neu gegossene Glocke, den Umzug im 19. Jahrhundert und das ebenfalls aus dem 19. Jahrhundert stammende Uhrwerk.

Was es zu sehen gibt

Die Uhr an der Rathausfassade

Der wichtigste Blick richtet sich zunächst nach oben. En Figuera befindet sich an der Fassade des Rathauses von Palma und ist vom offenen Raum der Plaça de Cort aus zu erfassen. Das Ensemble sollte dabei nicht mit dem gesamten Rathaus gleichgesetzt werden: Die historische Sehenswürdigkeit ist die Verbindung aus Uhr und Glocke, deren Geschichte lange vor dem Einbau an diesem Gebäude begann.

Aus der Distanz erscheint die Uhr als Teil der Rathausarchitektur. Erst mit dem Wissen um ihren früheren Standort wird der Bruch sichtbar, den die Stadtgeschichte hier hinterlassen hat. Was heute fest zur Plaça de Cort zu gehören scheint, stand über Jahrhunderte auf der Torre de les Hores an der Carrer del Conqueridor. Der Blick auf die Fassade ist deshalb zugleich ein Blick auf eine historische Versetzung.

Das Zifferblatt lässt sich als jüngste deutlich sichtbare Ebene einer viel älteren Tradition lesen. Das heutige System geht auf das 1863 eingebaute französische Uhrwerk zurück; die öffentliche Zeitmessung an sich reicht dagegen bis ins Mittelalter. Gerade diese zeitliche Staffelung macht das Objekt interessanter als eine Uhr, die unverändert an ihrem ursprünglichen Platz geblieben wäre.

Die Glocke en Figuera

Der eigentliche Namensgeber ist nicht das Uhrwerk, sondern die Glocke. Sie trägt den Namen, der sich vom Silberschmied Pere Joan Higuera herleitet, und gab ihn an das gesamte Ensemble weiter. Dieser Zusammenhang wird im Vorübergehen leicht verkannt, denn im heutigen Sprachgebrauch wird häufig die Uhr selbst en Figuera genannt.

Die gegenwärtige Glocke entstand beim Neuguss durch Joan Cardell im Jahr 1680. Ihr Gewicht von 1.843 Kilogramm vermittelt eine Vorstellung davon, welche technische Leistung Herstellung, Aufhängung und der spätere Transport zum Rathaus bedeuteten. Als historisches Instrument war sie nicht für die Betrachtung aus nächster Nähe geschaffen, sondern für akustische Reichweite: Ihr Zweck bestand darin, Zeit über den Stadtraum hinweg hörbar zu machen.

An ihrem unteren Bereich befindet sich eine ausführliche lateinische Inschrift. Sie ist keine nüchterne Herstellerangabe, sondern verbindet die Glocke mit der religiösen Vorstellungswelt ihrer Epoche. Christus, Maria, die heilige Anna und der Löwe aus dem Stamm Juda werden darin angerufen. Die Glocke war somit technisches Werkzeug, öffentliches Signal und bedeutungstragendes Objekt zugleich.

Die Plaça de Cort als Standort

Zur Wahrnehmung von en Figuera gehört die Plaça de Cort. Die Uhr und die Glocke befinden sich an der Fassade des Rathauses.

Der Platz ist zugleich der Schlüssel zur ursprünglichen Funktion. Eine öffentliche Uhr musste gesehen oder gehört werden können. En Figuera war kein privates Präzisionsinstrument in einem abgeschlossenen Raum, sondern sprach die Stadt als Gemeinschaft an. Die heutige Lage am Rathaus setzt diesen öffentlichen Charakter fort, auch wenn sich die technische und gesellschaftliche Bedeutung von Turmuhren grundlegend verändert hat.

Wer die Carrer del Conqueridor in den Altstadtrundgang einbezieht, kann zudem die geringe räumliche Distanz zwischen dem früheren Stunden-Turm und dem heutigen Standort nachvollziehen. Der Tornado vertrieb Uhr und Glocke zwar aus ihrer ursprünglichen Architektur, nicht aber aus dem historischen Zentrum Palmas.

Mehrere Epochen in einem Objekt

En Figuera lässt sich am besten nicht als Werk aus einem einzigen Guss betrachten, sondern als historisches Gefüge. Vom ersten Ensemble aus dem 14. Jahrhundert blieb die Tradition der öffentlichen Zeitansage erhalten. Die Glocke gehört in ihrer heutigen Form ins 17. Jahrhundert, der Standort am Rathaus und das Uhrwerk in das 19. Jahrhundert.

Diese Schichtung erklärt auch, warum die Sehenswürdigkeit äußerlich unscheinbarer wirken kann, als es ihre Geschichte erwarten lässt. Es gibt keinen Rundgang durch mittelalterliche Räume und keine erhaltene Torre de les Hores. Das Wesentliche steckt in den Beziehungen zwischen Handwerker, Glocke, Zeitrechnung, zerstörtem Turm und neuer Rathausfassade. Wer diese Zusammenhänge kennt, sieht an der Plaça de Cort nicht nur eine Uhr, sondern ein über Jahrhunderte weitergegebenes städtisches Gedächtnis.

Der Besuch

Der erste Blick vom Platz

En Figuera befindet sich an der oberen Gebäudepartie der Rathausfassade. Uhr und Glocke sind über dem öffentlichen Raum angeordnet.

En Figuera eignet sich eher für einen konzentrierten historischen Halt als für eine lange Einzelbesichtigung. Es gibt keine belegte feste Rundgangsdauer. Wer nur das Zifferblatt fotografieren möchte, ist schnell fertig; wer die Geschichte der alten Sonnenstunden, der Glockengüsse und des Standortwechsels nachvollzieht, wird deutlich länger an der Fassade verweilen.

Bei Tageslicht sind die architektonische Einordnung und die Einzelheiten der oberen Fassade leichter zu erfassen. Eine verlässliche Tageszeit mit garantiert wenig Andrang lässt sich nicht nennen. Der Vorteil dieses Außenobjekts besteht darin, dass der Blick nicht an einen geführten Rundgang durch Innenräume gebunden ist. Bei größerem Betrieb auf dem Platz kann die Betrachtung einfach auf einen späteren Moment des Altstadtspaziergangs verschoben werden.

Hören statt nur sehen

Historisch war en Figuera vor allem zum Hören bestimmt. Die Glocke machte Stunden öffentlich. Bei der Betrachtung hilft daher ein kleiner Perspektivwechsel: Nicht allein das Zifferblatt, sondern die Reichweite des Glockenschlags bildete den Kern der Anlage.

Das alte System mit zwei am Sonnenlauf ausgerichteten Zyklen lässt sich direkt vor Ort besonders gut vergegenwärtigen. Nach Sonnenaufgang begann die Zählung, nach Sonnenuntergang setzte sie neu ein. Der heutige Blick auf eine gewöhnlich wirkende öffentliche Uhr führt damit zu einer ungewöhnlichen Frage: Wie hätte derselbe Platz geklungen, als die Stunde noch nicht nach einem durchgehenden modernen Tagesraster angegeben wurde?

Aktuelle Öffnungszeiten und Eintrittsbedingungen sind nicht erfasst und sollten vor dem Besuch geprüft werden, sofern ein Zugang zum Rathaus geplant ist. Für die historische Einordnung von en Figuera ist jedoch bereits der Blick von der Plaça de Cort entscheidend. Die Sehenswürdigkeit erschließt sich an der Außenseite des Gebäudes; ein Innenbesuch ist nicht Voraussetzung, um ihre Position und ihre Rolle im Stadtraum zu verstehen.

Ein kurzer Halt mit Vorbereitung

Ohne Hintergrundwissen kann en Figuera zwischen den stärkeren Eindrücken der Altstadt leicht untergehen. Eine knappe Vorbereitung verändert die Erfahrung erheblich. Hilfreich sind vor allem drei Gedanken: Der Name gehört ursprünglich zur Glocke, die Anlage stand zunächst auf einem anderen Turm, und die mittelalterliche Uhr zählte Stunden nach Sonnenaufgang und Sonnenuntergang.

Mit Kindern lässt sich daraus eine kleine Suchaufgabe machen: Wo befinden sich Uhr und Glocke, und warum musste die ganze Stadt ihren Schlag hören können? Gerade die Verbindung aus sichtbarer Uhr, schwerer Glocke und einer heute fremd wirkenden Zeitrechnung kann dennoch einen verständlichen Einstieg in die Stadtgeschichte geben.

Anfahrt

Vom Flughafen nach Palma

Vom Flughafen Palma führt die Fahrt zunächst über die Ma-19 in die Inselhauptstadt. Bis Palma sind es 11 Straßenkilometer; die Fahrt dauert rund 20 Minuten. Diese Werte gelten ausdrücklich für die Strecke bis Palma und nicht für eine direkte Vorfahrt bis en Figuera. Das letzte Stück führt in das historische Stadtzentrum zur Plaça de Cort und hängt vom innerstädtischen Verkehr sowie vom gewählten Ausgangspunkt ab.

En Figuera besitzt keine vom Rathaus losgelöste Zufahrt. Das Ziel für die Orientierung ist die Plaça de Cort. Die Uhr befindet sich an der Rathausfassade und wird vom Platz aus betrachtet.

Mit dem Bus ins Zentrum

Mehrere Bushaltestellen liegen rund um den historischen Kern. Besonders eindeutig führt bereits der Haltestellenname Plaça de Cort zum richtigen Platz; auch Plaça d’en Coll und Plaça del Mercat eignen sich als Ausgangspunkte für das letzte Stück zu Fuß. Welche Verbindung im Einzelfall passt, hängt vom Startpunkt in Palma ab.

Vom Ausstieg an zählt nicht mehr eine weithin sichtbare Turmspitze als Orientierung, sondern die Rathausfassade an der Plaça de Cort.

Das letzte Stück zu Fuß

Der Zugang über die Altstadt gehört bereits zum Besuchserlebnis. Zwischen den engeren Straßen öffnet sich die Plaça de Cort. Dort befindet sich en Figuera an der Rathausfassade.

Als Zielangabe sind Palma, Plaça de Cort und Rathaus eindeutig.

Buslinien nach en Figuera im Überblick

LinieStreckeFahrten/TagErste FahrtLetzte Fahrt
35Aquàrium - Pl. Reina | Catedral807:1015:20
3Pont d'Inca / Joan Carles I607:3710:06
20Portopí - Son Espases607:1708:51
25s'Arenal - Pl. Reina | Catedral609:4512:41

Aus den offiziellen GTFS-Fahrplandaten (TIB/SFM), ohne Echtzeit. Die Zahlen fassen alle Halte im Ort zusammen; Fahrten an Wochenenden und Feiertagen weichen ab — vor der Fahrt beim Betreiber prüfen.

Anfahrt mit dem Bus

  • 662-pl. de Cort · 0,0 km Luftlinie

    • CCCircular Centre Ciutat · 08:00–08:00 · Täglich
  • 663-pl. d'en Coll · 0,2 km Luftlinie

    • CCCircular Centre Ciutat · 08:00–08:00 · Täglich
  • 106-pl. del Mercat · 0,2 km Luftlinie

    • 3Pont d'Inca / Joan Carles I · 08:00–08:00 · Täglich
    • 4Ses Illetes - Pl. Columnes · 08:00–08:00 · Täglich
    • 7Son Gotleu - Son Serra - Sa Vileta / Son Vida · 08:00–08:00 · Täglich
    • 20Portopí - Son Espases · 06:06–22:40 · Täglich
  • 52-pl. del Mercat · 0,2 km Luftlinie

    • 4Ses Illetes - Pl. Columnes · 08:00–08:00 · Täglich
    • 7Son Gotleu - Son Serra - Sa Vileta / Son Vida · 08:00–08:00 · Täglich
    • 20Portopí - Son Espases · 06:06–22:40 · Täglich
    • 35Aquàrium - Pl. Reina | Catedral · 06:21–22:41 · Täglich
  • 664-pl. de sa Quartera · 0,3 km Luftlinie

    • CCCircular Centre Ciutat · 08:00–08:00 · Täglich
  • 453-pl. de la Reina - Catedral · 0,3 km Luftlinie

    • 25s'Arenal - Pl. Reina | Catedral · 06:36–21:01 · Täglich
  • 986-pl. de la Reina - Catedral · 0,3 km Luftlinie

    • 35Aquàrium - Pl. Reina | Catedral · 06:21–22:41 · Täglich
    • CCCircular Centre Ciutat · 08:00–08:00 · Täglich
  • 105-pl. de Joan Carles I - Catedral · 0,3 km Luftlinie

    • 3Pont d'Inca / Joan Carles I · 08:00–08:00 · Täglich
    • 4Ses Illetes - Pl. Columnes · 08:00–08:00 · Täglich
    • 7Son Gotleu - Son Serra - Sa Vileta / Son Vida · 08:00–08:00 · Täglich
    • 20Portopí - Son Espases · 06:06–22:40 · Täglich
  • 7-pl. de la Reina - Catedral · 0,3 km Luftlinie

    • 35Aquàrium - Pl. Reina | Catedral · 06:21–22:41 · Täglich
  • 1048-pl. de Joan Carles I · 0,4 km Luftlinie

    • 25s'Arenal - Pl. Reina | Catedral · 06:36–21:01 · Täglich
    • 35Aquàrium - Pl. Reina | Catedral · 06:21–22:41 · Täglich
  • 985-pl. de Joan Carles I · 0,4 km Luftlinie

    • CCCircular Centre Ciutat · 08:00–08:00 · Täglich
  • 53-pl. de Joan Carles I - Catedral · 0,4 km Luftlinie

    • 4Ses Illetes - Pl. Columnes · 08:00–08:00 · Täglich
    • 7Son Gotleu - Son Serra - Sa Vileta / Son Vida · 08:00–08:00 · Täglich
    • 20Portopí - Son Espases · 06:06–22:40 · Täglich

Fahrplandaten: offizielle GTFS-Daten (TIB/EMT), ohne Echtzeit — Zeiten vor Fahrtantritt beim Betreiber prüfen.

In der Umgebung

Die Plaça de Cort

En Figuera gehört zu jenen Sehenswürdigkeiten, bei denen Standort und Objekt kaum voneinander zu trennen sind. Die Plaça de Cort ist nicht nur der Platz vor der Uhr, sondern ihr heutiger öffentlicher Resonanzraum. Hier lässt sich nachvollziehen, weshalb eine schwere Glocke für die städtische Zeitordnung sinnvoll war: Ihr Signal richtete sich nicht an einzelne Besucher eines Gebäudes, sondern an die Menschen in der Stadt.

Der Aufenthalt sollte deshalb nicht auf ein schnelles Foto der oberen Fassade reduziert werden. Gleichzeitig erschließt sich die Rolle des Rathauses als repräsentativer neuer Standort, nachdem die beschädigte Torre de les Hores abgebrochen worden war.

Palmas Altstadt

Die Lage macht en Figuera zu einem passenden Bestandteil eines Rundgangs durch das historische Palma. Die Altstadt selbst, der Kathedralbereich und die Banys Àrabs lassen sich thematisch gut mit dem Besuch verbinden. Ausführliche Abstecher sind dafür nicht nötig: Schon die Gegenüberstellung unterschiedlicher Epochen zeigt, wie viele historische Schichten im Zentrum eng nebeneinanderliegen.

Besonders sinnvoll ist eine Verbindung mit der Carrer del Conqueridor. In ihrem oberen Bereich befand sich die frühere Torre de les Hores, bevor der Tornado sie beschädigte. Der Turm ist nicht erhalten; dennoch hilft der Weg, den Umzug von Uhr und Glocke im Stadtraum nachzuvollziehen. Aus einer abstrakten Jahreszahl wird so eine konkrete Ortsveränderung innerhalb des alten Palma.

Wer den Kathedralbereich oder die arabischen Bäder besucht, erlebt größere und räumlich zugängliche Monumente. En Figuera setzt dazu einen bewusst kleineren Akzent. Die Uhr erzählt nicht von einem abgeschlossenen Sakral- oder Wohnraum, sondern von der Ordnung des täglichen Lebens: Wann begann eine Stunde, wer konnte sie hören und wie bewahrte die Stadt ihren Zeitmesser nach dem Verlust des alten Turms?

Wissenswertes für den Besuch

Der frühere Uhrturm

En Figuera ist die historische Uhr mit Glocke am Rathaus von Palma. Plaça de Cort in Palma ist die richtige Orientierung.

Ebenso wenig sollte ein freistehender mittelalterlicher Uhrturm erwartet werden. Die Torre de les Hores wurde nach den Schäden durch einen Tornado abgebrochen. Erhalten und an das Rathaus versetzt wurden Uhr und Glocke; das heutige Ensemble erzählt den Verlust des ursprünglichen Bauwerks gerade durch seinen neuen Standort.

Blickwinkel und Ausrüstung

Für die Betrachtung ist keine besondere Ausrüstung erforderlich.

Für Fotografien und die genaue architektonische Einordnung bietet Tageslicht bessere Voraussetzungen. Die Glockeninschrift befindet sich am unteren Teil der Glocke, wurde jedoch nicht als Ausstellungstext für Leser auf dem Platz angelegt. Der historische Gewinn entsteht vor allem aus dem vorbereiteten Blick.

Besuch mit Kindern

Kinder können en Figuera gut als kurze Station eines Stadtrundgangs erleben. Anschaulich sind das Gewicht der Glocke, ihre Aufgabe als öffentliches Signal und die frühere Zählung ab Sonnenaufgang und Sonnenuntergang.

Ihre Stärke liegt in einer überschaubaren Geschichte, die sich direkt mit einem sichtbaren Gegenstand verbinden lässt. Bei einem längeren Altstadttag eignet sich en Figuera deshalb eher als konzentrierte Entdeckung zwischen größeren Besichtigungen als als alleiniger Programmpunkt.

Vorher aktuell prüfen

Konkrete Öffnungszeiten und Eintrittspreise sind nicht erfasst. Wer zusätzlich zum Außenblick das Rathaus betreten oder an einem besonderen Besichtigungsangebot teilnehmen möchte, sollte die aktuellen Bedingungen vorab prüfen. Zeiten und Zugangsregeln können sich ändern.

Für den Blick von der Plaça de Cort bleibt die Fassade der entscheidende Ort. En Figuera erschließt sich nicht über eine Abfolge von Innenräumen, sondern über genaues Hinsehen und historisches Einordnen. Wer den Namen der Glocke, das alte System der Sonnenstunden und den Umzug nach dem Tornado kennt, entdeckt an einer scheinbar vertrauten Rathausuhr eines der eigenwilligsten Zeugnisse von Palmas öffentlicher Zeitmessung.

Insider-Tipps von Einheimischen

  • Nicht nur aufs Zifferblatt sehen

    Der Name en Figuera gehört ursprünglich zur Glocke, nicht allein zur Uhr. Beim Blick auf die Rathausfassade lohnt es sich daher, das gesamte Ensemble zu suchen und an seine frühere Aufgabe als weithin hörbares Zeitsignal zu denken.

  • Die Sonnenstunden mitdenken

    Die mittelalterliche Uhr zählte in zwei Zyklen: nach Sonnenaufgang und erneut nach Sonnenuntergang. Dieses Wissen macht aus dem kurzen Fassadenblick eine kleine Reise in eine heute fremde Ordnung des Tages.

  • Ein paar Schritte zurückgehen

    Direkt vor dem Rathaus ist der Blickwinkel auf en Figuera ungünstig. Von weiter draußen auf der Plaça de Cort lässt sich die Lage von Uhr und Glocke an der Fassade wesentlich besser erfassen.

  • Den verlorenen Turm suchen

    Die ursprüngliche Torre de les Hores stand am oberen Ende der Carrer del Conqueridor. Ein Abstecher dorthin hilft, den Umzug von Uhr und Glocke nach der Beschädigung des Turms durch einen Tornado räumlich nachzuvollziehen.

26°C Palma
Was ist en Figuera in Palma genau?
En Figuera bezeichnet die historische Uhr mit ihrer namensgebenden Glocke am Rathaus von Palma auf der Plaça de Cort. Es handelt sich weder um ein eigenständiges Museum noch um einen erhaltenen mittelalterlichen Uhrturm. Das erste Ensemble wurde im 14. Jahrhundert auf der Torre de les Hores eingerichtet. Nach der Beschädigung dieses Turms durch einen Tornado kamen Uhr und Glocke 1848 an das Rathaus. Sehenswert ist vor allem die Verbindung aus früher öffentlicher Zeitmessung, Glockengeschichte und dem späteren Standortwechsel.
Warum lohnt sich ein Besuch von en Figuera?
Der Besuch lohnt sich, weil en Figuera einen alltäglichen Gegenstand in ein überraschendes historisches Zeugnis verwandelt. Das erste Ensemble gehörte zu den frühen Turmuhren Spaniens und regelte den Tagesablauf der Stadt durch ein öffentliches Zeitsignal. Besonders ungewöhnlich ist das ursprüngliche Zeitsystem: Die Stunden wurden in zwei am Sonnenlauf orientierten Zyklen gezählt. Wer diesen Hintergrund kennt, sieht an der Rathausfassade nicht bloß ein Zifferblatt, sondern ein Stück mittelalterlicher Alltagsorganisation.
Woher stammt der Name en Figuera?
Der Name geht auf die Glocke und ihren Hersteller zurück. Die ursprüngliche Glocke wurde von Pere Joan Higuera gefertigt, einem Silberschmied. Sein Name ging in veränderter Form auf die Glocke und später auf das gesamte Uhrenensemble über. Gemeint ist die historische Uhr mit Glocke am Rathaus von Palma auf der Plaça de Cort. Der eigentliche Namensgeber des Ensembles ist somit nicht das Uhrwerk, sondern die Glocke, die der öffentlichen Zeitansage diente.
Wie alt sind Uhr und Glocke von en Figuera?
Die Tradition reicht bis 1386 zurück, als der Große und Allgemeine Rat einen Turm von den Dominikanern kaufte und dort eine mechanische Uhr sowie die erste Glocke einrichten ließ. Die heutige Glocke ist jedoch nicht das ursprüngliche Instrument: Nachdem ihr Vorgänger beschädigt worden war, goss Joan Cardell sie 1680 neu. Das heutige Uhrwerk stammt wiederum aus dem Jahr 1863 und wurde vom französischen Hersteller Collin gefertigt. En Figuera vereint somit Bestandteile und Traditionen aus mehreren Jahrhunderten.
Was kann man an en Figuera konkret sehen?
Zu sehen ist das Uhren- und Glockenensemble an der Fassade des Rathauses von Palma. Historisch besonders wichtig ist die schwere, 1680 neu gegossene Glocke, die den Namen en Figuera trägt. An ihrem unteren Bereich befindet sich eine lateinische Inschrift mit religiösen Anrufungen. Ein erhaltener mittelalterlicher Stunden-Turm gehört dagegen nicht zur Besichtigung, da die alte Torre de les Hores abgebrochen wurde. Das heutige Ensemble verbindet die Glocke aus dem 17. Jahrhundert mit dem im Jahr 1863 eingebauten Uhrwerk.
Welche Öffnungszeiten und Eintrittspreise gelten für en Figuera?
Aktuelle Öffnungszeiten und Eintrittspreise sind nicht erfasst und sollten vor dem Besuch geprüft werden, wenn ein Zugang zum Rathaus oder ein besonderes Besichtigungsangebot geplant ist. Zeiten und Zugangsbedingungen können sich ändern. Für das Verständnis von en Figuera ist der Blick von der Plaça de Cort entscheidend, denn Uhr und Glocke befinden sich an der Rathausfassade. Die historische Sehenswürdigkeit lässt sich daher bereits von außen einordnen; ein Rundgang durch Innenräume ist für den grundlegenden Eindruck nicht erforderlich.
Wie erreicht man en Figuera vom Flughafen Palma?
Vom Flughafen Palma führt die Fahrt über die Ma-19 zunächst nach Palma. Bis zur Stadt sind es 11 Straßenkilometer, und die Fahrt dauert rund 20 Minuten. Diese Angaben gelten ausdrücklich nur bis Palma, nicht bis unmittelbar vor die Rathausfassade. Das letzte Stück führt in das historische Zentrum zur Plaça de Cort. Für die Navigation sollte deshalb das Rathaus beziehungsweise die Plaça de Cort als Ziel verwendet werden. Bushaltestellen befinden sich unter anderem an der Plaça de Cort, der Plaça d’en Coll und der Plaça del Mercat; von dort geht es zu Fuß weiter.
Wie viel Zeit sollte man für en Figuera einplanen?
Eine feste Besichtigungsdauer ist nicht vorgegeben. En Figuera ist ein kompaktes Außenobjekt und lässt sich als kurzer Halt in einen Altstadtrundgang einbauen. Wer lediglich die Rathausfassade und das Zifferblatt betrachtet, benötigt nur wenig Zeit. Interessanter wird der Aufenthalt, wenn zusätzlich die Geschichte der Glocke, das frühere System der Sonnenstunden und der Umzug von der Torre de les Hores nachvollzogen werden. Auch ein Abstecher zur Carrer del Conqueridor, wo der alte Stunden-Turm stand, erweitert den Besuch sinnvoll.
Wann lässt sich en Figuera am besten und mit wenig Andrang ansehen?
Eine verlässlich ruhige Tageszeit ist nicht belegt. Weil en Figuera an der Außenfassade des Rathauses liegt, bleibt die Betrachtung jedoch flexibel und ist nicht an den Beginn eines geführten Innenrundgangs gebunden. Tageslicht erleichtert es, die Position von Uhr und Glocke in der Fassade zu erkennen. Ist die Plaça de Cort bei der ersten Ankunft belebt, kann die Station ohne großen Aufwand später in den Altstadtspaziergang aufgenommen werden. Die Sehenswürdigkeit befindet sich an der Rathausfassade und ist Teil des öffentlichen Stadtraums.
Ist en Figuera für einen Besuch mit Kindern geeignet?
Als kurze Station ist en Figuera auch für Familien geeignet, besonders wenn die Geschichte anschaulich erzählt wird. Kinder können Uhr und Glocke an der Fassade suchen und die Aufgabe des Glockenschlags als öffentliches Zeitsignal nachvollziehen. Gut verständlich ist auch das alte Prinzip, bei dem die Stundenzählung nach Sonnenaufgang und nach Sonnenuntergang jeweils neu begann. Das Gewicht der Glocke und der Umzug des Ensembles nach der Beschädigung der Torre de les Hores bieten weitere konkrete Anknüpfungspunkte für die Stadtgeschichte.
Was lässt sich mit dem Besuch in der Nähe verbinden?
En Figuera liegt mitten im historischen Palma und lässt sich ohne zusätzlichen Ausflug in einen Altstadtrundgang aufnehmen. Naheliegende thematische Verbindungen sind die Altstadt selbst, der Kathedralbereich und die Banys Àrabs. Besonders passend ist außerdem die Carrer del Conqueridor: An ihrem oberen Ende stand die frühere Torre de les Hores, auf der Uhr und Glocke ursprünglich eingerichtet waren. Der Turm ist nicht erhalten, doch der Weg zwischen altem und heutigem Standort macht den Umzug des Ensembles innerhalb des Stadtzentrums nachvollziehbar.
Wo befindet sich en Figuera?
En Figuera befindet sich an der Fassade des Rathauses von Palma auf der Plaça de Cort. Für Karten und Navigation können Palma, Plaça de Cort oder Ajuntament de Palma als Ziel angegeben werden. Die Sehenswürdigkeit ist kein separates Gebäude, sondern ein historisches Ensemble aus Uhr und Glocke am Rathaus. In der Umgebung liegen die Bushaltestellen Plaça de Cort, Plaça d’en Coll und Plaça del Mercat. Der frühere Standort war die Torre de les Hores am oberen Ende der Carrer del Conqueridor.