en Figuera – Palmas historische Uhr und Glocke

Mitten an der Plaça de Cort begegnet Besuchern ein Stück Stadtgeschichte, das leicht übersehen wird: en Figuera, die historische Uhr mit ihrer namensgebenden Glocke am Rathaus von Palma. Wer nur auf die monumentale Fassade schaut, nimmt das Ensemble vielleicht als dekoratives Detail wahr. Tatsächlich regelte sein Vorgänger bereits im Mittelalter den Tagesrhythmus der Stadt.
En Figuera ist kein Museum und kein eigenständiges Gebäude. Die Sehenswürdigkeit gehört zum Rathaus und lässt sich von der Plaça de Cort aus betrachten. Ihr Reiz liegt weniger in einer aufwendigen Besichtigung als in der Verbindung von Technik-, Stadt- und Alltagsgeschichte: Über Jahrhunderte machte eine weithin hörbare Glocke die Zeit zu einer gemeinsamen öffentlichen Angelegenheit.
Der kurze Halt lohnt sich besonders für Reisende, die Palmas Altstadt nicht nur als Abfolge großer Bauwerke erleben möchten. En Figuera erzählt von einer Epoche, in der eine mechanische Uhr noch eine technische Besonderheit war, die Stunden anders gezählt wurden als heute und ein Sturm den vertrauten Zeitmesser schließlich an einen neuen Standort zwang.
Geschichte und Bedeutung
Die Torre de les Hores
Die Geschichte beginnt nicht am heutigen Rathaus. Im Jahr 1386 kaufte der mallorquinische Große und Allgemeine Rat den Dominikanern einen Turm am oberen Ende der heutigen Carrer del Conqueridor ab, nur unweit des späteren Rathauses. Dort wurden eine mechanische Uhr und eine schwere Glocke eingerichtet. Der Turm erhielt einen Namen, der seine Aufgabe unmissverständlich beschrieb: Torre de les Hores, der Turm der Stunden.
Für das spätmittelalterliche Palma war eine solche Anlage weit mehr als ein komfortabler Zeitmesser. En Figuera gehörte zu den frühen Turmuhren Spaniens. Ihr Glockenschlag verwandelte Zeit in ein öffentliches Signal. Er strukturierte den Tag über Dächer, Straßen und Plätze hinweg und war unabhängig davon hörbar, ob jemand das Zifferblatt sehen konnte.
Die ursprüngliche Glocke wog 1.880 Kilogramm. Gefertigt wurde sie von Pere Joan Higuera, einem Silberschmied, dessen Name auf das Ensemble überging. Die bis heute gebräuchliche Bezeichnung en Figuera verweist daher nicht einfach auf einen Ort oder auf einen Feigenbaum. Sie bewahrt in leicht veränderter Form den Namen des Handwerkers, der die erste Glocke schuf.
Stunden nach dem Sonnenlauf
Besonders aufschlussreich ist die ursprüngliche Art der Zeitrechnung. Die mittelalterliche Uhr folgte nicht dem heute selbstverständlichen, durchgehenden System von 24 Stunden. Stattdessen arbeitete sie mit zwei Zyklen, die sich am Sonnenlauf orientierten. Der erste begann bei Sonnenaufgang, der zweite bei Sonnenuntergang. Eine Stunde nach dem Aufgang der Sonne erklang die erste Stunde; nach dem Sonnenuntergang setzte die Zählung erneut ein.
Der Glockenschlag bezeichnete folglich keine ganzjährig unveränderliche Uhrzeit im modernen Sinn. Er übersetzte den Wechsel von Tag und Nacht in eine hörbare Ordnung. Gerade dieser Unterschied macht en Figuera kulturgeschichtlich interessant: Die Uhr erinnert daran, dass selbst etwas so alltäglich Scheinendes wie die Einteilung des Tages historisch gewachsen ist.
Wer heute auf die Rathausfassade blickt, sieht deshalb nicht bloß einen Vorläufer moderner öffentlicher Uhren. En Figuera steht für eine Zeitauffassung, die stärker an Licht und Dunkelheit gebunden war. Der Beginn des Tages wurde nicht allein durch abstrakte Zahlen festgelegt, sondern durch den tatsächlichen Sonnenaufgang über der Stadt.
Neuguss und Sturm
Zu Beginn des 17. Jahrhunderts war die erste Glocke beschädigt und von Rissen durchzogen. Joan Cardell goss sie 1680 neu. Die daraus hervorgegangene Glocke ist die heutige en Figuera; mit 1.843 Kilogramm blieb sie ein außerordentlich schweres Instrument. Eine lateinische Inschrift am unteren Teil der Glocke enthält religiöse Anrufungen, darunter Hinweise auf Christus, den Löwen aus dem Stamm Juda, Maria und die heilige Anna.
Der alte Stunden-Turm blieb jedoch nicht dauerhaft erhalten. Ein Tornado beschädigte ihn so schwer, dass er abgebrochen wurde. Uhr und Glocke zogen 1848 an das Rathaus an der Plaça de Cort um. Dieser Ortswechsel erklärt, warum ein mittelalterlicher Zeitmesser heute zu einem Bauwerk gehört, das nicht sein ursprünglicher Standort war.
Im Jahr 1863 wurde die Uhr nochmals ersetzt. Das neue Werk stammte vom französischen Hersteller Collin und erklang erstmals anlässlich des Geburtstags der spanischen Königin Isabel II. So verbindet die heutige Anlage mehrere historische Schichten: den Ursprung im 14. Jahrhundert, die im 17. Jahrhundert neu gegossene Glocke, den Umzug im 19. Jahrhundert und das ebenfalls aus dem 19. Jahrhundert stammende Uhrwerk.
Was es zu sehen gibt
Die Uhr an der Rathausfassade
Der wichtigste Blick richtet sich zunächst nach oben. En Figuera befindet sich an der Fassade des Rathauses von Palma und ist vom offenen Raum der Plaça de Cort aus zu erfassen. Das Ensemble sollte dabei nicht mit dem gesamten Rathaus gleichgesetzt werden: Die historische Sehenswürdigkeit ist die Verbindung aus Uhr und Glocke, deren Geschichte lange vor dem Einbau an diesem Gebäude begann.
Aus der Distanz erscheint die Uhr als Teil der Rathausarchitektur. Erst mit dem Wissen um ihren früheren Standort wird der Bruch sichtbar, den die Stadtgeschichte hier hinterlassen hat. Was heute fest zur Plaça de Cort zu gehören scheint, stand über Jahrhunderte auf der Torre de les Hores an der Carrer del Conqueridor. Der Blick auf die Fassade ist deshalb zugleich ein Blick auf eine historische Versetzung.
Das Zifferblatt lässt sich als jüngste deutlich sichtbare Ebene einer viel älteren Tradition lesen. Das heutige System geht auf das 1863 eingebaute französische Uhrwerk zurück; die öffentliche Zeitmessung an sich reicht dagegen bis ins Mittelalter. Gerade diese zeitliche Staffelung macht das Objekt interessanter als eine Uhr, die unverändert an ihrem ursprünglichen Platz geblieben wäre.
Die Glocke en Figuera
Der eigentliche Namensgeber ist nicht das Uhrwerk, sondern die Glocke. Sie trägt den Namen, der sich vom Silberschmied Pere Joan Higuera herleitet, und gab ihn an das gesamte Ensemble weiter. Dieser Zusammenhang wird im Vorübergehen leicht verkannt, denn im heutigen Sprachgebrauch wird häufig die Uhr selbst en Figuera genannt.
Die gegenwärtige Glocke entstand beim Neuguss durch Joan Cardell im Jahr 1680. Ihr Gewicht von 1.843 Kilogramm vermittelt eine Vorstellung davon, welche technische Leistung Herstellung, Aufhängung und der spätere Transport zum Rathaus bedeuteten. Als historisches Instrument war sie nicht für die Betrachtung aus nächster Nähe geschaffen, sondern für akustische Reichweite: Ihr Zweck bestand darin, Zeit über den Stadtraum hinweg hörbar zu machen.
An ihrem unteren Bereich befindet sich eine ausführliche lateinische Inschrift. Sie ist keine nüchterne Herstellerangabe, sondern verbindet die Glocke mit der religiösen Vorstellungswelt ihrer Epoche. Christus, Maria, die heilige Anna und der Löwe aus dem Stamm Juda werden darin angerufen. Die Glocke war somit technisches Werkzeug, öffentliches Signal und bedeutungstragendes Objekt zugleich.
Die Plaça de Cort als Standort
Zur Wahrnehmung von en Figuera gehört die Plaça de Cort. Die Uhr und die Glocke befinden sich an der Fassade des Rathauses.
Der Platz ist zugleich der Schlüssel zur ursprünglichen Funktion. Eine öffentliche Uhr musste gesehen oder gehört werden können. En Figuera war kein privates Präzisionsinstrument in einem abgeschlossenen Raum, sondern sprach die Stadt als Gemeinschaft an. Die heutige Lage am Rathaus setzt diesen öffentlichen Charakter fort, auch wenn sich die technische und gesellschaftliche Bedeutung von Turmuhren grundlegend verändert hat.
Wer die Carrer del Conqueridor in den Altstadtrundgang einbezieht, kann zudem die geringe räumliche Distanz zwischen dem früheren Stunden-Turm und dem heutigen Standort nachvollziehen. Der Tornado vertrieb Uhr und Glocke zwar aus ihrer ursprünglichen Architektur, nicht aber aus dem historischen Zentrum Palmas.
Mehrere Epochen in einem Objekt
En Figuera lässt sich am besten nicht als Werk aus einem einzigen Guss betrachten, sondern als historisches Gefüge. Vom ersten Ensemble aus dem 14. Jahrhundert blieb die Tradition der öffentlichen Zeitansage erhalten. Die Glocke gehört in ihrer heutigen Form ins 17. Jahrhundert, der Standort am Rathaus und das Uhrwerk in das 19. Jahrhundert.
Diese Schichtung erklärt auch, warum die Sehenswürdigkeit äußerlich unscheinbarer wirken kann, als es ihre Geschichte erwarten lässt. Es gibt keinen Rundgang durch mittelalterliche Räume und keine erhaltene Torre de les Hores. Das Wesentliche steckt in den Beziehungen zwischen Handwerker, Glocke, Zeitrechnung, zerstörtem Turm und neuer Rathausfassade. Wer diese Zusammenhänge kennt, sieht an der Plaça de Cort nicht nur eine Uhr, sondern ein über Jahrhunderte weitergegebenes städtisches Gedächtnis.
Der Besuch
Der erste Blick vom Platz
En Figuera befindet sich an der oberen Gebäudepartie der Rathausfassade. Uhr und Glocke sind über dem öffentlichen Raum angeordnet.
En Figuera eignet sich eher für einen konzentrierten historischen Halt als für eine lange Einzelbesichtigung. Es gibt keine belegte feste Rundgangsdauer. Wer nur das Zifferblatt fotografieren möchte, ist schnell fertig; wer die Geschichte der alten Sonnenstunden, der Glockengüsse und des Standortwechsels nachvollzieht, wird deutlich länger an der Fassade verweilen.
Bei Tageslicht sind die architektonische Einordnung und die Einzelheiten der oberen Fassade leichter zu erfassen. Eine verlässliche Tageszeit mit garantiert wenig Andrang lässt sich nicht nennen. Der Vorteil dieses Außenobjekts besteht darin, dass der Blick nicht an einen geführten Rundgang durch Innenräume gebunden ist. Bei größerem Betrieb auf dem Platz kann die Betrachtung einfach auf einen späteren Moment des Altstadtspaziergangs verschoben werden.
Hören statt nur sehen
Historisch war en Figuera vor allem zum Hören bestimmt. Die Glocke machte Stunden öffentlich. Bei der Betrachtung hilft daher ein kleiner Perspektivwechsel: Nicht allein das Zifferblatt, sondern die Reichweite des Glockenschlags bildete den Kern der Anlage.
Das alte System mit zwei am Sonnenlauf ausgerichteten Zyklen lässt sich direkt vor Ort besonders gut vergegenwärtigen. Nach Sonnenaufgang begann die Zählung, nach Sonnenuntergang setzte sie neu ein. Der heutige Blick auf eine gewöhnlich wirkende öffentliche Uhr führt damit zu einer ungewöhnlichen Frage: Wie hätte derselbe Platz geklungen, als die Stunde noch nicht nach einem durchgehenden modernen Tagesraster angegeben wurde?
Aktuelle Öffnungszeiten und Eintrittsbedingungen sind nicht erfasst und sollten vor dem Besuch geprüft werden, sofern ein Zugang zum Rathaus geplant ist. Für die historische Einordnung von en Figuera ist jedoch bereits der Blick von der Plaça de Cort entscheidend. Die Sehenswürdigkeit erschließt sich an der Außenseite des Gebäudes; ein Innenbesuch ist nicht Voraussetzung, um ihre Position und ihre Rolle im Stadtraum zu verstehen.
Ein kurzer Halt mit Vorbereitung
Ohne Hintergrundwissen kann en Figuera zwischen den stärkeren Eindrücken der Altstadt leicht untergehen. Eine knappe Vorbereitung verändert die Erfahrung erheblich. Hilfreich sind vor allem drei Gedanken: Der Name gehört ursprünglich zur Glocke, die Anlage stand zunächst auf einem anderen Turm, und die mittelalterliche Uhr zählte Stunden nach Sonnenaufgang und Sonnenuntergang.
Mit Kindern lässt sich daraus eine kleine Suchaufgabe machen: Wo befinden sich Uhr und Glocke, und warum musste die ganze Stadt ihren Schlag hören können? Gerade die Verbindung aus sichtbarer Uhr, schwerer Glocke und einer heute fremd wirkenden Zeitrechnung kann dennoch einen verständlichen Einstieg in die Stadtgeschichte geben.
Anfahrt
Vom Flughafen nach Palma
Vom Flughafen Palma führt die Fahrt zunächst über die Ma-19 in die Inselhauptstadt. Bis Palma sind es 11 Straßenkilometer; die Fahrt dauert rund 20 Minuten. Diese Werte gelten ausdrücklich für die Strecke bis Palma und nicht für eine direkte Vorfahrt bis en Figuera. Das letzte Stück führt in das historische Stadtzentrum zur Plaça de Cort und hängt vom innerstädtischen Verkehr sowie vom gewählten Ausgangspunkt ab.
En Figuera besitzt keine vom Rathaus losgelöste Zufahrt. Das Ziel für die Orientierung ist die Plaça de Cort. Die Uhr befindet sich an der Rathausfassade und wird vom Platz aus betrachtet.
Mit dem Bus ins Zentrum
Mehrere Bushaltestellen liegen rund um den historischen Kern. Besonders eindeutig führt bereits der Haltestellenname Plaça de Cort zum richtigen Platz; auch Plaça d’en Coll und Plaça del Mercat eignen sich als Ausgangspunkte für das letzte Stück zu Fuß. Welche Verbindung im Einzelfall passt, hängt vom Startpunkt in Palma ab.
Vom Ausstieg an zählt nicht mehr eine weithin sichtbare Turmspitze als Orientierung, sondern die Rathausfassade an der Plaça de Cort.
Das letzte Stück zu Fuß
Der Zugang über die Altstadt gehört bereits zum Besuchserlebnis. Zwischen den engeren Straßen öffnet sich die Plaça de Cort. Dort befindet sich en Figuera an der Rathausfassade.
Als Zielangabe sind Palma, Plaça de Cort und Rathaus eindeutig.
Buslinien nach en Figuera im Überblick
| Linie | Strecke | Fahrten/Tag | Erste Fahrt | Letzte Fahrt |
|---|---|---|---|---|
| 35 | Aquàrium - Pl. Reina | Catedral | 8 | 07:10 | 15:20 |
| 3 | Pont d'Inca / Joan Carles I | 6 | 07:37 | 10:06 |
| 20 | Portopí - Son Espases | 6 | 07:17 | 08:51 |
| 25 | s'Arenal - Pl. Reina | Catedral | 6 | 09:45 | 12:41 |
Aus den offiziellen GTFS-Fahrplandaten (TIB/SFM), ohne Echtzeit. Die Zahlen fassen alle Halte im Ort zusammen; Fahrten an Wochenenden und Feiertagen weichen ab — vor der Fahrt beim Betreiber prüfen.
Anfahrt mit dem Bus
662-pl. de Cort · 0,0 km Luftlinie
- CCCircular Centre Ciutat · 08:00–08:00 · Täglich
663-pl. d'en Coll · 0,2 km Luftlinie
- CCCircular Centre Ciutat · 08:00–08:00 · Täglich
106-pl. del Mercat · 0,2 km Luftlinie
- 3Pont d'Inca / Joan Carles I · 08:00–08:00 · Täglich
- 4Ses Illetes - Pl. Columnes · 08:00–08:00 · Täglich
- 7Son Gotleu - Son Serra - Sa Vileta / Son Vida · 08:00–08:00 · Täglich
- 20Portopí - Son Espases · 06:06–22:40 · Täglich
52-pl. del Mercat · 0,2 km Luftlinie
- 4Ses Illetes - Pl. Columnes · 08:00–08:00 · Täglich
- 7Son Gotleu - Son Serra - Sa Vileta / Son Vida · 08:00–08:00 · Täglich
- 20Portopí - Son Espases · 06:06–22:40 · Täglich
- 35Aquàrium - Pl. Reina | Catedral · 06:21–22:41 · Täglich
664-pl. de sa Quartera · 0,3 km Luftlinie
- CCCircular Centre Ciutat · 08:00–08:00 · Täglich
453-pl. de la Reina - Catedral · 0,3 km Luftlinie
- 25s'Arenal - Pl. Reina | Catedral · 06:36–21:01 · Täglich
986-pl. de la Reina - Catedral · 0,3 km Luftlinie
- 35Aquàrium - Pl. Reina | Catedral · 06:21–22:41 · Täglich
- CCCircular Centre Ciutat · 08:00–08:00 · Täglich
105-pl. de Joan Carles I - Catedral · 0,3 km Luftlinie
- 3Pont d'Inca / Joan Carles I · 08:00–08:00 · Täglich
- 4Ses Illetes - Pl. Columnes · 08:00–08:00 · Täglich
- 7Son Gotleu - Son Serra - Sa Vileta / Son Vida · 08:00–08:00 · Täglich
- 20Portopí - Son Espases · 06:06–22:40 · Täglich
7-pl. de la Reina - Catedral · 0,3 km Luftlinie
- 35Aquàrium - Pl. Reina | Catedral · 06:21–22:41 · Täglich
1048-pl. de Joan Carles I · 0,4 km Luftlinie
- 25s'Arenal - Pl. Reina | Catedral · 06:36–21:01 · Täglich
- 35Aquàrium - Pl. Reina | Catedral · 06:21–22:41 · Täglich
985-pl. de Joan Carles I · 0,4 km Luftlinie
- CCCircular Centre Ciutat · 08:00–08:00 · Täglich
53-pl. de Joan Carles I - Catedral · 0,4 km Luftlinie
- 4Ses Illetes - Pl. Columnes · 08:00–08:00 · Täglich
- 7Son Gotleu - Son Serra - Sa Vileta / Son Vida · 08:00–08:00 · Täglich
- 20Portopí - Son Espases · 06:06–22:40 · Täglich
Fahrplandaten: offizielle GTFS-Daten (TIB/EMT), ohne Echtzeit — Zeiten vor Fahrtantritt beim Betreiber prüfen.
In der Umgebung
Die Plaça de Cort
En Figuera gehört zu jenen Sehenswürdigkeiten, bei denen Standort und Objekt kaum voneinander zu trennen sind. Die Plaça de Cort ist nicht nur der Platz vor der Uhr, sondern ihr heutiger öffentlicher Resonanzraum. Hier lässt sich nachvollziehen, weshalb eine schwere Glocke für die städtische Zeitordnung sinnvoll war: Ihr Signal richtete sich nicht an einzelne Besucher eines Gebäudes, sondern an die Menschen in der Stadt.
Der Aufenthalt sollte deshalb nicht auf ein schnelles Foto der oberen Fassade reduziert werden. Gleichzeitig erschließt sich die Rolle des Rathauses als repräsentativer neuer Standort, nachdem die beschädigte Torre de les Hores abgebrochen worden war.
Palmas Altstadt
Die Lage macht en Figuera zu einem passenden Bestandteil eines Rundgangs durch das historische Palma. Die Altstadt selbst, der Kathedralbereich und die Banys Àrabs lassen sich thematisch gut mit dem Besuch verbinden. Ausführliche Abstecher sind dafür nicht nötig: Schon die Gegenüberstellung unterschiedlicher Epochen zeigt, wie viele historische Schichten im Zentrum eng nebeneinanderliegen.
Besonders sinnvoll ist eine Verbindung mit der Carrer del Conqueridor. In ihrem oberen Bereich befand sich die frühere Torre de les Hores, bevor der Tornado sie beschädigte. Der Turm ist nicht erhalten; dennoch hilft der Weg, den Umzug von Uhr und Glocke im Stadtraum nachzuvollziehen. Aus einer abstrakten Jahreszahl wird so eine konkrete Ortsveränderung innerhalb des alten Palma.
Wer den Kathedralbereich oder die arabischen Bäder besucht, erlebt größere und räumlich zugängliche Monumente. En Figuera setzt dazu einen bewusst kleineren Akzent. Die Uhr erzählt nicht von einem abgeschlossenen Sakral- oder Wohnraum, sondern von der Ordnung des täglichen Lebens: Wann begann eine Stunde, wer konnte sie hören und wie bewahrte die Stadt ihren Zeitmesser nach dem Verlust des alten Turms?
Wissenswertes für den Besuch
Der frühere Uhrturm
En Figuera ist die historische Uhr mit Glocke am Rathaus von Palma. Plaça de Cort in Palma ist die richtige Orientierung.
Ebenso wenig sollte ein freistehender mittelalterlicher Uhrturm erwartet werden. Die Torre de les Hores wurde nach den Schäden durch einen Tornado abgebrochen. Erhalten und an das Rathaus versetzt wurden Uhr und Glocke; das heutige Ensemble erzählt den Verlust des ursprünglichen Bauwerks gerade durch seinen neuen Standort.
Blickwinkel und Ausrüstung
Für die Betrachtung ist keine besondere Ausrüstung erforderlich.
Für Fotografien und die genaue architektonische Einordnung bietet Tageslicht bessere Voraussetzungen. Die Glockeninschrift befindet sich am unteren Teil der Glocke, wurde jedoch nicht als Ausstellungstext für Leser auf dem Platz angelegt. Der historische Gewinn entsteht vor allem aus dem vorbereiteten Blick.
Besuch mit Kindern
Kinder können en Figuera gut als kurze Station eines Stadtrundgangs erleben. Anschaulich sind das Gewicht der Glocke, ihre Aufgabe als öffentliches Signal und die frühere Zählung ab Sonnenaufgang und Sonnenuntergang.
Ihre Stärke liegt in einer überschaubaren Geschichte, die sich direkt mit einem sichtbaren Gegenstand verbinden lässt. Bei einem längeren Altstadttag eignet sich en Figuera deshalb eher als konzentrierte Entdeckung zwischen größeren Besichtigungen als als alleiniger Programmpunkt.
Vorher aktuell prüfen
Konkrete Öffnungszeiten und Eintrittspreise sind nicht erfasst. Wer zusätzlich zum Außenblick das Rathaus betreten oder an einem besonderen Besichtigungsangebot teilnehmen möchte, sollte die aktuellen Bedingungen vorab prüfen. Zeiten und Zugangsregeln können sich ändern.
Für den Blick von der Plaça de Cort bleibt die Fassade der entscheidende Ort. En Figuera erschließt sich nicht über eine Abfolge von Innenräumen, sondern über genaues Hinsehen und historisches Einordnen. Wer den Namen der Glocke, das alte System der Sonnenstunden und den Umzug nach dem Tornado kennt, entdeckt an einer scheinbar vertrauten Rathausuhr eines der eigenwilligsten Zeugnisse von Palmas öffentlicher Zeitmessung.
Insider-Tipps von Einheimischen
Nicht nur aufs Zifferblatt sehen
Der Name en Figuera gehört ursprünglich zur Glocke, nicht allein zur Uhr. Beim Blick auf die Rathausfassade lohnt es sich daher, das gesamte Ensemble zu suchen und an seine frühere Aufgabe als weithin hörbares Zeitsignal zu denken.
Die Sonnenstunden mitdenken
Die mittelalterliche Uhr zählte in zwei Zyklen: nach Sonnenaufgang und erneut nach Sonnenuntergang. Dieses Wissen macht aus dem kurzen Fassadenblick eine kleine Reise in eine heute fremde Ordnung des Tages.
Ein paar Schritte zurückgehen
Direkt vor dem Rathaus ist der Blickwinkel auf en Figuera ungünstig. Von weiter draußen auf der Plaça de Cort lässt sich die Lage von Uhr und Glocke an der Fassade wesentlich besser erfassen.
Den verlorenen Turm suchen
Die ursprüngliche Torre de les Hores stand am oberen Ende der Carrer del Conqueridor. Ein Abstecher dorthin hilft, den Umzug von Uhr und Glocke nach der Beschädigung des Turms durch einen Tornado räumlich nachzuvollziehen.