Cova des Moro bei Cales de Mallorca

An Mallorcas Ostküste öffnet sich die Cova des Moro unmittelbar am Meer in einer stark verwitterten Felswand. Hinter dem auffälligen, an einen umgedrehten Bootsrumpf erinnernden Eingang liegt ein naturbelassener Karsthohlraum mit Tropfsteinformen und archäologischen Spuren. Gerade diese Verbindung aus Landschaft, Erdgeschichte und früher menschlicher Nutzung macht den Ort bemerkenswert.
Die Höhle richtet sich an Besucher, die einen eigenständigen Ausflug abseits beleuchteter Besucherwege suchen. Schon der Zugang gehört zum Erlebnis: Der Küstenpfad führt über felsiges Gelände, am Ende folgt ein kurzer Abstieg. Im Inneren gibt es keine künstliche Beleuchtung. Tageslicht dringt nur durch den Eingang und kleinere Öffnungen in den Fels, während die hinteren Bereiche dunkel bleiben.
Die Cova des Moro darf nicht mit der viel besuchten Badebucht Caló des Moro bei Santanyí und ebenso wenig mit der gleichnamigen Höhle auf der Insel Sa Dragonera verwechselt werden. Gemeint ist hier ausschließlich die Höhle im Gemeindegebiet von Manacor, unweit von Cala Falcó und der Küste bei Cales de Mallorca.
Ein Besuch lohnt sich weniger wegen einer langen Abfolge spektakulär inszenierter Säle als wegen des unveränderten Charakters des Ortes. Der große Hauptraum, die mächtigen Tropfsteinbildungen, das gedämpfte Licht und die sichtbaren Hinweise auf archäologische Untersuchungen lassen erkennen, warum die Höhle über sehr unterschiedliche Epochen hinweg Menschen anzog.
Geschichte und Bedeutung
Lange bevor an Mallorcas Küsten Ferienorte entstanden, boten natürliche Höhlen Schutz, Orientierung und Räume für Handlungen, die heute nur noch über archäologische Spuren erschlossen werden können. Die Cova des Moro gehört zu diesen über einen langen Zeitraum genutzten Orten. Sie wird sowohl als Wohnhöhle als auch als zeitweise rituell genutzter Platz eingeordnet; ihre Belegung reicht nach der archäologischen Beschreibung von den ersten Besiedlungsphasen Mallorcas bis in die islamische Epoche.
Die frühesten Nutzungsphasen
Die Lage direkt an der Küste machte die Höhle zugleich geschützt und weithin erkennbar. Im Bereich des Eingangs stehen große Steine, die mit der prähistorischen Nutzung in Verbindung gebracht werden. Auch archäologische Untersuchungsflächen im Hauptraum verweisen darauf, dass es sich nicht lediglich um eine geologische Sehenswürdigkeit handelt.
Welche Tätigkeit in welchem Teil der Höhle stattfand, lässt sich vor Ort nicht wie in einem Museum ablesen. Die Einordnung als Wohn- und Ritualhöhle macht vielmehr deutlich, dass sich ihre Funktion im Lauf der Zeit wandelte. Natürliche Karsthöhlen bewahren solche Hinterlassenschaften häufig besser als offene Plätze, weil Wind und Regen im Inneren abgeschwächt wirken. Gleichzeitig können spätere Nutzer ältere Schichten verlagern oder überprägen. Gerade in der Cova des Moro ist diese Abfolge unterschiedlicher Nutzungsphasen archäologisch von Bedeutung.
Von der Vorgeschichte bis zur islamischen Zeit
Der Name bedeutet sinngemäß „Maurenhöhle“, doch er beschreibt nicht allein die frühere Geschichte des Ortes. Die Nutzung begann bereits in vorgeschichtlicher Zeit und setzte sich über mehrere kulturelle Epochen fort. Die Bezeichnung lenkt daher leicht auf nur eine Phase, obwohl die Höhle einen wesentlich längeren Zeitraum menschlicher Anwesenheit dokumentiert.
Die wiederholte Nutzung erklärt sich auch durch ihre räumliche Form. Hinter dem großen Eingang liegt ein geräumiger Saal, dessen einzelne Bereiche durch Stalagmiten und andere Kalkablagerungen gegliedert werden. Solche natürlichen Nischen konnten zu verschiedenen Zeiten unterschiedlich wahrgenommen und verwendet werden, ohne dass Mauern oder eigens errichtete Räume nötig waren.
Erforschung der Höhle
Systematische speläologische Untersuchungen und erste Entnahmen von Fossilien des ausgestorbenen Myotragus balearicus begannen in den siebziger Jahren. Der Fundzusammenhang ist bedeutsam, weil die Höhle nicht nur Zeugnisse menschlicher Nutzung, sondern auch Material zur Naturgeschichte der Balearen bewahrt.
Spätere archäologische Arbeiten konzentrierten sich unter anderem auf den Hauptraum. Vor Ort ist deshalb kein vollständig unberührter Höhlenboden zu erwarten: Bereiche mit Grabungsspuren gehören zur jüngeren Forschungsgeschichte. Die Cova des Moro ist heute zugleich Naturraum, archäologischer Fundplatz und Ziel einer anspruchsvolleren Küstenwanderung. Diese drei Ebenen sollten beim Besuch zusammen gedacht werden.
Was es zu sehen gibt
Der erste starke Eindruck entsteht noch vor dem Betreten. Mehrere horizontal geöffnete Zugänge liegen in einer vom Meer stark erodierten Felswand. Besonders auffällig ist der große, naviform beschriebene Eingang: Seine Kontur erinnert an die Form eines Bootskörpers und hebt sich deutlich von den unregelmäßigen Rissen des übrigen Kalkfelsens ab.
Der naviforme Eingang
Am Eingang treffen die beiden bestimmenden Elemente des Ortes unmittelbar aufeinander: Draußen liegt die offene Küste, während der Fels wenige Schritte weiter einen großen Teil des Tageslichts schluckt. Die Öffnung ist nicht das Portal eines Bauwerks, sondern das Ergebnis natürlicher Karst- und Erosionsprozesse. Dennoch besitzt sie eine klare, beinahe architektonische Wirkung.
In diesem Bereich fallen auch die großen, aufgestellten oder abgestützten Steine auf, die als Hinweis auf die prähistorische Nutzung der Höhle gelten. Sie sollten nicht versetzt oder als Sitz- und Kletterhilfe verwendet werden. Ihr Wert liegt gerade darin, dass ihre Lage im Zusammenhang mit dem Fundplatz erhalten bleibt.
Der große Hauptraum
Hinter dem Eingang weitet sich die Cova des Moro zu einer überraschend geräumigen Halle. Die Höhle erreicht insgesamt eine Länge von 60 Metern; zwischen ihren Höhenstufen liegen 16 Meter. Diese Zahlen beschreiben jedoch nur bedingt den Raumeindruck. Prägend ist vor allem der Gegensatz zwischen der breiten Eingangssituation und den dunkleren, durch Kalkformationen gegliederten Bereichen dahinter.
Der Hauptraum besitzt keine gemauerten Wände. Stalagmitische Formationen teilen ihn optisch in mehrere Zonen und schaffen Durchblicke, Nischen und natürliche Begrenzungen. Große Säulen reichen stellenweise vom Boden bis zur Decke. Dadurch kann der Raum fast wie eine Halle mit tragenden Pfeilern wirken, obwohl sämtliche Formen durch Ablagerungen im Kalkstein entstanden sind.
Tropfsteine und Karstformen
Geologisch handelt es sich um eine Tropfstein- und Karsthöhle im Kalkstein. Wasser löst auf seinem Weg durch das Gestein Kalk und lagert ihn im Hohlraum wieder ab. So entstanden die Stalagmiten, Säulen und weiteren Formationen, welche die große Kammer strukturieren. Die interessantesten Ansichten ergeben sich nicht nur beim Blick nach oben, sondern auch entlang des Bodens, wo die Ablagerungen natürliche Schwellen und voneinander abgesetzte Bereiche bilden.
Die Formationen sind keine belastbaren Klettergriffe. Berührungen können ihre Oberfläche verschmutzen oder beschädigen; zugleich ist feuchter Kalk rutschig. Wer die räumliche Wirkung erfassen möchte, bleibt besser auf bereits erkennbaren Trittbereichen und betrachtet die Säulen mit etwas Abstand.
Lichtöffnungen und Dunkelzonen
Elektrische Beleuchtung gibt es in der Cova des Moro nicht. Ein Teil des Lichts fällt durch den Haupteingang ein, zusätzlich dringt durch kleinere Spalten etwas Helligkeit in den Fels. Nahe der Öffnung lassen sich Konturen und Oberflächen deshalb noch im natürlichen Gegenlicht erkennen, doch weiter innen verschwinden Details rasch im Dunkeln.
Dieser Wechsel ist ein wesentlicher Teil der Besuchserfahrung. Vom Inneren aus zeichnet sich der Eingang als helle Öffnung zur Küste ab; in entgegengesetzter Richtung lösen sich die Umrisse der Tropfsteinformen zunehmend auf. Eine eigene Lampe dient hier nicht der Inszenierung, sondern der sicheren Orientierung und dem Schutz des Fundplatzes.
Archäologische Spuren
Im Hauptraum fanden archäologische Ausgrabungen statt. Der Fundplatz erschließt sich über seine räumlichen Merkmale: den geschützten Saal, die gegliederten Bereiche, die Steine am Eingang und die erkennbaren Untersuchungszonen. Die Höhle verlangt daher einen aufmerksamen Blick. Was zunächst wie eine rein natürliche Halle erscheint, war über lange Zeit auch ein menschlich genutzter Raum. Lose Steine, Bodenflächen und Ablagerungen sind deshalb nicht bloß Teil einer rauen Kulisse, sondern können archäologischen Zusammenhang besitzen.
Der Besuch
Der Ausflug beginnt auf einem Küstenweg. Eine häufig beschriebene Route startet am Strand von s’Estany d’en Mas und folgt einem gut erkennbaren Pfad über die Felsen in südlicher Richtung. Eine weitere Zugangsmöglichkeit setzt an der Ma-4014 an. Für den Zustieg werden etwa 30 Minuten genannt; am Ende ist ein kurzer Abstieg über den Fels zu bewältigen.
Vom Küstenpfad zum Eingang
Über weite Abschnitte verläuft der Weg auf dem Gelände oberhalb der Küste. Der Untergrund bleibt natürlich und kann aus festem Kalk, losen Steinen und unebenen Trittflächen bestehen. Kurz vor der Höhle wird der Zugang anspruchsvoller. Der letzte Abstieg ist zwar kurz, verlangt aber Trittsicherheit und sollte nicht mit einer gewöhnlichen Promenade verwechselt werden.
Die reizvollere Variante beginnt nach der vorliegenden Routenbeschreibung bei s’Estany d’en Mas, weil sie länger an der Küste entlangführt. Der alternative Start an der Ma-4014 kann direkter wirken, entbindet jedoch ebenfalls nicht von der Orientierung im freien Gelände. An beiden Ausgangspunkten können Abstellmöglichkeiten stark nachgefragt sein.
Im Höhlenraum
Nach dem Betreten lohnt es sich, dem Auge zunächst Zeit zur Anpassung zu geben. Direktes Gegenlicht vom Eingang lässt die dunkleren Teile anfangs schwärzer erscheinen, als sie nach kurzer Gewöhnung wirken. Erst dann treten die großen Säulen, die Gliederung des Hauptraums und einzelne Öffnungen deutlicher hervor.
Der Besuch besteht aus vorsichtigem Erkunden und anschließendem Rückweg über denselben Zugang. Weil die Höhle keine elektrische Beleuchtung hat und der Boden uneben ist, bestimmt die langsamste Person der Gruppe das Tempo. Für die Zeitplanung ist der Zustieg ebenso wichtig wie die Höhle selbst: Allein der Hinweg beansprucht nach der Routenbeschreibung etwa 30 Minuten, hinzu kommen Erkundung und Rückweg.
Tageslicht und Besucheraufkommen
Ein Besuch bei ausreichendem Tageslicht ist besonders sinnvoll. Die Höhle bleibt zwar auch dann in weiten Teilen dunkel, doch der Küstenpfad, der kurze Abstieg und der Eingangsbereich lassen sich leichter beurteilen. Vor einsetzender Dunkelheit sollte genügend Reserve für den vollständigen Rückweg bleiben.
Eine verlässliche ruhige Uhrzeit lässt sich nicht nennen. Bekannt ist lediglich, dass die möglichen Ausgangspunkte und Parkbereiche gut besucht sein können. Wer anderen Gruppen im engen Zugang ausweichen möchte, plant daher zeitlichen Spielraum ein und wartet gegebenenfalls an einer sicheren Stelle, statt beim Abstieg zu drängen.
Zugang und aktueller Status
Feste Öffnungszeiten und ein Eintrittspreis sind für die Cova des Moro nicht erfasst. Da es sich zugleich um einen Naturraum und einen archäologischen Fundplatz handelt, können Zugangssituation, Schutzmaßnahmen oder lokale Regelungen verändert werden. Vor der Fahrt sollte deshalb geprüft werden, ob der Weg aktuell zugänglich ist und welche Vorgaben vor Ort gelten.
Die Höhle besitzt keine elektrische Beleuchtung, und der Zugang erfolgt über natürliches Gelände. Wer eine komfortabel erschlossene Tropfsteinhöhle sucht, findet hier nicht das passende Ziel. Wer dagegen einen ursprünglichen Höhlenraum mit archäologischem Kontext erleben möchte, erhält einen ungewöhnlich unmittelbaren Eindruck.
Anfahrt und Parken
Die angegebenen Straßenrouten führen zunächst nach Cales de Mallorca, nicht unmittelbar bis an den Höhleneingang. Das ist bei der Navigation wichtig: Die Cova des Moro besitzt weder einen Vorplatz noch einen direkt anfahrbaren Besucherparkplatz. Vom Küstengebiet aus folgt ein eigenständig zu planender Zustieg zu Fuß.
Vom Flughafen Palma
Vom Flughafen Palma beträgt die Straßenstrecke bis Cales de Mallorca 62 Kilometer. Die Fahrt dauert rund 55 Minuten und führt über die Ma-19, anschließend über die Ma-5120 und die Ma-4010. Diese Angabe endet im Ferienort. Für das letzte Stück zum gewählten Ausgangspunkt des Küstenwegs ist zusätzliche Fahr- und Gehzeit einzuplanen.
Wer sich der Höhle von s’Estany d’en Mas nähert, beginnt dort am Strandbereich mit dem Küstenpfad. Die zweite beschriebene Variante setzt an der Ma-4014 an. Beide Wege treffen nicht auf einen ausgebauten Besuchereingang, sondern führen über freies, felsiges Gelände zur Küste.
Vom Zentrum Palmas
Ab Palma Zentrum sind es auf der Straße 67 Kilometer bis Cales de Mallorca. Die Fahrt dauert rund 64 Minuten. Die Route verläuft über die Ma-15, die Ma-4015 und die Ma-4014. Auch hier beziehen sich Kilometer und Fahrzeit ausdrücklich auf Cales de Mallorca; die Weiterfahrt zum Ausgangspunkt und der Fußweg zur Höhle kommen hinzu.
Die Ma-4014 ist zugleich für einen der beschriebenen Zustiege von Bedeutung. Parken sollte nur dort erfolgen, wo es eindeutig erlaubt ist und das Fahrzeug weder Zufahrten noch den Straßenverkehr behindert. Die Küstenlage rechtfertigt kein Abstellen auf unbefestigten Flächen oder vor abgesperrten Wegen.
Parken am Ausgangspunkt
Als mögliche Startbereiche werden die Ma-4014 und s’Estany d’en Mas genannt. An beiden können Stellplätze knapp sein. Ein garantierter Höhlenparkplatz existiert nicht, und die eigentliche Cova des Moro wird stets zu Fuß erreicht. Bei der Planung sollte daher nicht nur ein Navigationspunkt, sondern auch eine legale Alternative für das Abstellen des Fahrzeugs berücksichtigt werden.
Der Küstenzugang kann sich durch Sperrungen oder geänderte Eigentums- und Schutzregelungen verändern. Absperrungen und örtliche Hinweise haben Vorrang vor älteren Wegbeschreibungen. Abkürzungen quer durch Vegetation oder über nicht freigegebene Grundstücke sind keine geeignete Alternative.
Anreise mit dem Bus
Als Haltestelle im weiteren Gebiet ist Punta Reina mit der Kennung 33041 erfasst. Sie liegt jedoch nicht am Höhleneingang. Für die Verbindung zwischen Haltestelle, einem geeigneten Ausgangspunkt und dem anschließenden Küstenweg muss die aktuelle Linien- und Wegeplanung gesondert geprüft werden. Wegen des felsigen Zustiegs ersetzt die Busfahrt in keinem Fall den Fußmarsch.
Buslinien nach Cova des Moro im Überblick
| Linie | Strecke | Fahrten/Tag | Erste Fahrt | Letzte Fahrt |
|---|---|---|---|---|
| 427 | Cala Mendia - Portocristo | 48 | 08:09 | 22:17 |
Aus den offiziellen GTFS-Fahrplandaten (TIB/SFM), ohne Echtzeit. Die Zahlen fassen alle Halte im Ort zusammen; Fahrten an Wochenenden und Feiertagen weichen ab — vor der Fahrt beim Betreiber prüfen.
Anfahrt mit dem Bus
Punta Reina (33041) · 1,9 km Luftlinie
- 427Cala Mendia - Portocristo · Täglich
Platja de Cala Mendia 1 (33039) · 2,1 km Luftlinie
- 427Cala Mendia - Portocristo · Täglich
Fahrplandaten: offizielle GTFS-Daten (TIB/EMT), ohne Echtzeit — Zeiten vor Fahrtantritt beim Betreiber prüfen.
In der Umgebung
Cales de Mallorca ist der praktische Bezugspunkt für die Anfahrt und bietet den deutlichen Kontrast zur Höhle: Hier prägen Ferienunterkünfte, Straßen und touristische Infrastruktur die Küste, während die Cova des Moro nur zu Fuß über natürliches Gelände erreicht wird. Wer im Ort wohnt, sollte den Ausflug deshalb eher als kleine Küstenwanderung denn als kurze Besichtigung zwischen zwei Programmpunkten verstehen.
Cales de Mallorca
Der Ferienort eignet sich für die Vorbereitung des Ausflugs und als Orientierung im Straßennetz des Inselostens. Die angegebenen Fahrzeiten aus Palma und vom Flughafen enden hier. Von Cales de Mallorca aus muss die Weiterfahrt zum passenden Ausgangspunkt separat geplant werden; die Höhle selbst liegt nicht an einer innerörtlichen Straße mit ausgeschildertem Empfangsbereich. Für den Tagesablauf ist Cales de Mallorca vor allem nach dem Höhlenbesuch nützlich, denn Verpflegung, Erholung und andere praktische Bedürfnisse können im besiedelten Küstenbereich eingeplant werden.
Cala Falcó und s’Estany d’en Mas
Die Cova des Moro wird auch als Höhle von Cala Falcó bezeichnet. Dieser Küstenabschnitt ist der unmittelbare landschaftliche Rahmen des Fundplatzes. Die Nähe zum Meer erklärt die waagerecht in der erodierten Felswand liegenden Öffnungen und prägt den gesamten Zustieg.
S’Estany d’en Mas dient als Ausgangspunkt der landschaftlich besonders reizvollen Wegvariante. Vom Strand führt ein erkennbarer Pfad auf die Felsen und anschließend an der Küste entlang nach Süden. Die Verbindung ist vor allem für Besucher interessant, die den Weg selbst als Teil des Ausflugs betrachten und genügend Zeit für Hin- und Rückweg reservieren.
Cala Varques
Cala Varques lässt sich mit einer Erkundung der Küstenlandschaft verbinden. Die Bucht liegt in derselben von Kalkfelsen und Höhlen geprägten Gegend und wird in Routenbeschreibungen als benachbartes Ziel genannt. Eine Kombination verlängert den Tag allerdings deutlich und sollte nicht dazu verleiten, den Rückweg von der Cova des Moro bis in die Dämmerung aufzuschieben.
Entlang der Klippen liegen weitere Höhlenöffnungen. Sie sind jedoch nicht automatisch ebenso zugänglich wie die Cova des Moro. Manche Hohlräume erfordern besondere Ausrüstung oder Erfahrung. Für einen gewöhnlichen Ausflug sollte daher nicht von einer Öffnung zur nächsten improvisiert werden.
Der Ort dazu
Cales de Mallorca im OrtsporträtWissenswertes für den Besuch
In der Cova des Moro gibt es keine elektrische Beleuchtung. Die wichtigste Vorbereitung besteht deshalb in geeigneter Ausrüstung und einer realistischen Einschätzung des Zugangs.
Schuhe und Beleuchtung
Feste Schuhe mit griffiger Sohle sind für den Küstenpfad, den kurzen Abstieg und den unebenen Höhlenboden die angemessene Wahl. Glatte Sohlen erschweren den Halt auf losem Gestein und Kalk. Eine Stirnlampe ist praktischer als eine Handlampe, weil beim Abstieg und beim Gehen im Inneren beide Hände frei bleiben. Zusätzlich sollte eine unabhängige Ersatzlichtquelle mitgeführt werden.
Das Licht dient vor allem dazu, Tritte und Hindernisse zu erkennen. Tropfsteine, Grabungsbereiche und mögliche archäologische Spuren sollten weder betreten noch als Ablage genutzt werden. Auch scheinbar robuste Kalksäulen können empfindliche Oberflächen besitzen.
Küste, Sonne und Wetter
Der Zustieg verläuft über offenes Küstengelände. Schutz vor Sonne und ausreichend Trinkwasser gehören daher zur Ausrüstung, selbst wenn die Höhle innen kühl und schattig wirkt. Nach Regen kann Kalkfels rutschiger sein; starker Wind erschwert insbesondere das sichere Gehen nahe der Küste und beim letzten Abstieg.
Vor dem Betreten sollte stets genügend Zeit für den Rückweg einkalkuliert werden. Eine Stirnlampe macht aus einem Küstenpfad bei Dunkelheit keinen ausgebauten Wanderweg. Tageslicht bleibt für die Orientierung außerhalb der Höhle die wichtigste Sicherheitsreserve.
Besuch mit Kindern
Mit Kindern ist der Ausflug nur dann sinnvoll, wenn sie auf unebenem Fels sicher gehen und den Anweisungen am Abstieg zuverlässig folgen können. Der Weg ist nicht für Kinderwagen ausgelegt. Im Inneren kommen Dunkelheit, unregelmäßiger Boden und empfindliche Formationen hinzu. Kleine Kinder sollten an ausgesetzten oder rutschigen Stellen unmittelbar begleitet werden.
Die Höhle ist kein Abenteuerspielplatz. Klettern an Säulen, Rennen im Hauptraum und das Versetzen von Steinen gefährden nicht nur die Besucher, sondern auch den archäologischen Fundplatz. Familien sollten vorab erklären, dass der Ort trotz seines freien Zugangs ähnlich umsichtig behandelt werden muss wie eine Ausgrabungsstätte.
Was nicht zu erwarten ist
Die Cova des Moro besitzt keine elektrische Beleuchtung; ihr Reiz liegt gerade in der unverstellten Begegnung mit dem Ort. Wer langsam eintritt, das Auge an die Dunkelheit gewöhnt und die Gliederung des Hauptraums betrachtet, erkennt mehr als bei einem schnellen Foto am Eingang. Zugleich gilt eine klare Grenze: Dunkle Abzweigungen oder schwierigere Passagen sind ohne Höhlenerfahrung und geeignete Ausrüstung kein sinnvoller Teil eines spontanen Besuchs.
Insider-Tipps von Einheimischen
Licht doppelt absichern
Die Höhle besitzt keine elektrische Beleuchtung. Eine Stirnlampe hält beim Abstieg und auf dem unebenen Boden beide Hände frei; eine zweite, unabhängige Lichtquelle verhindert, dass ein technischer Ausfall den Rückweg erschwert.
Erst an die Dunkelheit gewöhnen
Am Eingang kurz warten, statt sofort tief in den Hauptraum zu gehen. Nach der Anpassung an das schwache Licht treten die großen Säulen und die natürliche Gliederung der Halle wesentlich deutlicher hervor.
Küstenroute ab s’Estany d’en Mas
Die Route vom Strand von s’Estany d’en Mas gilt als die landschaftlich reizvollere Variante. Sie folgt dem Küstenfels nach Süden und macht bereits den etwa 30-minütigen Zustieg zu einem wesentlichen Teil des Ausflugs.
Eingangssteine beachten
Am naviformen Höhleneingang fallen große, mit der prähistorischen Nutzung verbundene Steine auf. Viele gehen daran vorbei, obwohl gerade sie zeigen, dass die Cova des Moro mehr als ein natürlicher Hohlraum ist.
Cala Varques kombinieren
Die benachbarte Cala Varques lässt sich in einen längeren Küstentag einbeziehen. Dafür sollte früh genug begonnen werden, damit Höhlenbesuch und vollständiger Rückweg noch bei ausreichendem Tageslicht stattfinden.