Coves del Drach: Mallorcas Drachenhöhlen bei Porto Cristo

Unter der Ostküste Mallorcas öffnet sich eine Welt aus Kalkstein, Wasser und gedämpftem Licht. Die Coves del Drach bei Porto Cristo führen durch ein weitläufiges Tropfsteinhöhlensystem, dessen Kammern bis zu 25 Meter unter der Oberfläche liegen. Stalaktiten hängen von den Decken, Stalagmiten wachsen ihnen vom Boden entgegen, und dazwischen verläuft ein für Besucher erschlossener Weg durch eine Landschaft, die der einsickernde Regen über sehr lange Zeit geformt hat.
Der berühmteste Moment wartet am Lago Martel. An diesem unterirdischen See wird während jeder regulären Besichtigung ein Live-Konzert gegeben. Musik, Dunkelheit und die Spiegelungen auf dem Wasser machen aus dem Höhlenrundgang eine sorgfältig inszenierte Besuchserfahrung – weniger Expedition als unterirdisches Naturtheater.
Die Höhlen eignen sich für Reisende, die Mallorcas Landschaft jenseits von Stränden und Aussichtspunkten kennenlernen möchten. Auch Familien finden hier ein klar organisiertes Programm mit überschaubarer Dauer. Wer dagegen eine einsame Höhlentour, freie Erkundung oder eine sportliche Unternehmung erwartet, ist an der falschen Adresse: Besucht wird ein beleuchteter Parcours in festgelegten Gruppen.
Für den Ausflug sollte nicht nur die reine Zeit unter Tage eingeplant werden. Vom Parkplatz führt noch ein Weg zum Höhleneingang, und der Einlass ist an ein gebuchtes Zeitfenster gebunden. Anschließend bietet sich Porto Cristo für eine Pause am Hafen oder am Strand an.
Geschichte und Bedeutung
Lange bevor die Coves del Drach zu einer der bekannten Besucherattraktionen Mallorcas wurden, waren ihre Eingänge und unterirdischen Räume den Menschen der Umgebung ein Begriff. Die Betreiberchronik ordnet die erste mögliche schriftliche Erwähnung in das Jahr 1338 ein: In einer Nachricht des Inselgouverneurs Roger de Rovenach an den Bürgermeister von Manacor sollen die Höhlen genannt worden sein. Da die Zuordnung nicht eindeutig ist, markiert dieses Dokument eher den Beginn der überlieferten Geschichte als eine eigentliche Entdeckung.
Der Name Drach
Der Name, der auf Katalanisch mit dem Drachen verbunden ist, erscheint 1632 in Dametos Geschichte des Königreichs Mallorca. Später nahmen Kartografen, Historiker und Reiseschriftsteller die Höhlen in ihre Beschreibungen der Insel auf. Dazu gehörten Kardinal Despuig mit seiner Mallorca-Karte sowie Autoren, die das damals noch wenig erschlossene Inselinnere bereisten. Die Coves del Drach waren damit schon Teil des kulturellen Bildes von Mallorca, bevor eine systematische Vermessung begann.
Der Drachenname passt zur älteren Wahrnehmung von Höhlen als schwer zugängliche, geheimnisvolle Räume. Die heutige Route hat mit einer finsteren Legendenhöhle allerdings wenig gemeinsam: Beleuchtung und Wege machen die Formationen gut sichtbar, während die historische Bezeichnung erhalten blieb.
Friedrich Will und der erste Plan
1880 zeichnete der deutsche Offizier und Entomologe Friedrich Will den frühesten bekannten Plan der Coves del Drach. Er war auf Einladung von Erzherzog Ludwig Salvator nach Mallorca gekommen. Der Erzherzog beschäftigte sich intensiv mit den Balearen und unterstützte wissenschaftliche und landeskundliche Arbeiten. Wills Plan verwandelte den überlieferten Höhlenort erstmals in einen kartierbaren Raum und erfasste unter anderem die Cova Blanca und die Cova Negra.
Wenige Jahre später trug der französische Künstler und Reiseschriftsteller Gaston Vuillier dazu bei, die Höhlen über Mallorca hinaus bekannt zu machen. Er besuchte sie 1888 und veröffentlichte im folgenden Jahr eine ausführliche Schilderung seiner Balearenreise. Seine Verbindung zu Édouard-Alfred Martel wurde für die weitere Erforschung wichtig.
Édouard-Alfred Martel und die moderne Höhlenforschung
Im September 1896 kam der französische Höhlenforscher Édouard-Alfred Martel nach Mallorca. Martel gilt als einer der Begründer der modernen Speläologie. Gemeinsam mit Louis Armand untersuchte er die Coves del Drach unter dem Schutz und mit der Unterstützung Erzherzog Ludwig Salvators. Der Lago Martel ist der große unterirdische See, der heute den dramaturgischen Höhepunkt der Besichtigung bildet.
Auch in der Literatur tauchten die Drachenhöhlen auf. Jules Verne erwähnte sie in seinem Werk „Clovis Dardentor“ und griff dabei die bereits kursierenden Berichte über Seen, Tropfsteingebilde und fantastisch benannte Räume auf. Im 20. Jahrhundert wurden Wege und elektrische Beleuchtung eingerichtet; heute verbindet die Anlage Naturdenkmal und inszenierten Publikumsbetrieb.
Was es zu sehen gibt
Schon die Dimensionen erklären, weshalb die Coves del Drach nicht wie eine einzelne Grotte wirken. Der erschlossene Komplex erstreckt sich annähernd 1.200 Meter in horizontaler Richtung und reicht an seiner tiefsten Stelle bis zu 25 Meter unter die Erdoberfläche. Mehrere Höhlenbereiche gehen ineinander über. Auf dem Weg ändern sich Raumhöhe, Blickachsen und Dichte der Tropfsteine immer wieder, bis sich am Lago Martel eine breite Wasserfläche öffnet.
Cova Negra
Die Cova Negra, die „schwarze Höhle“, gehört zu den historisch früh kartierten Teilen des Systems. Heute setzt die elektrische Beleuchtung Konturen frei, die in der natürlichen Dunkelheit verborgen blieben: Vorsprünge, Deckenformen und Tropfsteine treten aus dem Schatten hervor, während tiefer liegende Partien dunkel bleiben.
Gerade in solchen Abschnitten zeigt sich, wie stark Licht die Wirkung einer Schauhöhle verändert. Einzelne Formationen werden hervorgehoben, andere verschwinden im Hintergrund. Die Beleuchtung ist deshalb nicht bloß Orientierungshilfe, sondern Teil der heutigen Inszenierung.
Cova Blanca
Die Cova Blanca, die „weiße Höhle“, wurde ebenfalls bereits in Friedrich Wills frühem Plan erfasst. An Decken und Böden lassen sich die beiden klassischen Wachstumsrichtungen gut unterscheiden: Stalaktiten hängen herab, Stalagmiten bauen sich von unten auf. Wo beide über lange Zeit zusammentreffen, entstehen säulenartige Gebilde.
Diese Formen sind das Ergebnis von Wasser, das durch den kalkhaltigen Untergrund sickert. Dabei löst es Mineralien und lagert sie in der Höhle wieder ab. Die zugrunde liegenden karbonatischen Gesteine entstanden im oberen Miozän und sind mehrere Millionen Jahre alt. Die sichtbaren Tropfsteine wachsen dagegen weiter, solange mineralhaltiges Wasser nachgeliefert wird.
Cova de Lluís Salvador
Die Cova de Lluís Salvador gehört zu den benannten Bereichen des Höhlensystems. Erzherzog Ludwig Salvators Beschäftigung mit den Balearen und seine Unterstützung von Forschern spielten eine wichtige Rolle bei der wissenschaftlichen Erkundung der Höhlen.
Für Besucher bleibt die historische Benennung meist hinter dem unmittelbaren Eindruck zurück. Formen, die an Vorhänge, Säulen oder erstarrte Kaskaden erinnern, stehen dicht nebeneinander. Solche Vergleiche helfen dem Auge, sind aber keine künstlichen Skulpturen: Sämtliche Grundformen wurden durch Wasser und Kalkablagerung geschaffen.
Cova dels Francesos
Die Cova dels Francesos, die „Höhle der Franzosen“, ist ein weiterer Bereich des Komplexes. Édouard-Alfred Martel und Louis Armand waren mit der Erforschung des Höhlensystems verbunden.
In diesem Teil des Systems wird verständlich, weshalb die Coves del Drach nicht als isolierte Kammern, sondern als zusammenhängende Höhlenlandschaft gelten. Durchgänge führen von enger gefassten Partien in größere Räume; Tropfsteinfelder rahmen die Sicht, und die künstliche Beleuchtung lenkt den Blick auf ausgewählte Strukturen.
Lago Martel
Am Lago Martel wechselt die Szenerie. Statt dicht gestaffelter Felsformen bestimmt nun Wasser den Raum. Der unterirdische See ist ungefähr 115 Meter lang und gilt als einer der großen Höhlenseen dieser Art. Je nach Tiefe und Beleuchtung erscheint das Wasser unterschiedlich gefärbt; seine ruhige Oberfläche nimmt die Konturen der Höhle und die Lichtpunkte auf.
Hier findet das Live-Konzert statt, das zum regulären Besuch gehört. Die Musik wird nicht als Hintergrundbeschallung entlang des Weges gespielt, sondern als eigener Programmpunkt am See. Die Dunkelheit und das Licht auf dem Wasser bündeln die Aufmerksamkeit auf diesen Moment.
Nach dem Konzert kann der Lago Martel mit dem Boot überquert werden; alternativ führt der Besuch zu Fuß weiter. Die Bootspassage ist kurz und kein eigenständiger Höhlenausflug. Ihr Reiz liegt im Perspektivwechsel: Für einen Augenblick wird die Wasserfläche selbst zum Weg durch den unterirdischen Raum.
Der Besuch
Der Rundgang folgt einem festen Ablauf. Eingelassen wird in Gruppen, die Besichtigung selbst ist jedoch nicht geführt. Es gibt also keinen Guide, der an jeder Formation hält oder Fragen beantwortet. Stattdessen bewegt sich die Gruppe auf dem vorgegebenen Weg durch die beleuchteten Höhlenräume bis zum Lago Martel, wo das Konzert beginnt. Anschließend folgt die Wahl zwischen der kurzen Bootspassage und dem Fußweg.
Zeitbedarf und Einlass
Die eigentliche Besichtigung dauert ungefähr eine Stunde. Hinzu kommen der Weg vom Parkplatz zum Eingang und eine sinnvolle Reserve vor dem gebuchten Termin. Der Betreiber empfiehlt, etwa 15 Minuten vor Beginn einzutreffen; der Höhleneingang liegt rund 200 Meter vom Parkplatz entfernt. Wer den Besuch mit Porto Cristo verbindet, sollte deshalb nicht nur die Stunde unter Tage in den Tagesplan schreiben.
Die Eintritte sind zeitlich organisiert. Aktuelle Öffnungszeiten und Eintrittspreise sollten vor dem Ausflug geprüft werden, da sie saisonal angepasst werden können. Online erworbene Eintrittskarten sind an das gewählte Zeitfenster gebunden und können auf dem Mobiltelefon vorgezeigt werden. Der Vorverkauf hilft besonders an stark nachgefragten Tagen, die gewünschte Besuchszeit festzulegen.
Andrang und Tageszeit
Die Coves del Drach gehören zu den bekannten Ausflugszielen im Osten Mallorcas. Entsprechend können die Gruppen in der Hauptreisezeit groß sein. Wer die Höhlen mit möglichst wenig Betrieb erleben möchte, wählt nach Möglichkeit den frühesten verfügbaren Termin des Tages. Spätere Zeitfenster lassen sich dafür gut mit einem vorherigen Aufenthalt am Hafen oder Strand von Porto Cristo verbinden.
Ganz allein wird man auf dem regulären Parcours dennoch nicht unterwegs sein. Der Ablauf ist bewusst auf Gruppen ausgerichtet, und spätestens am Lago Martel versammeln sich die Besucher für das Konzert. Ruhe entsteht dort weniger durch Leere als durch den gemeinsamen Wechsel von Bewegung zu Stille.
Konzert und Abschluss
Alle regulären Besichtigungen folgen demselben Grundprogramm und schließen das Live-Konzert ein. Es ist daher nicht nötig, nach einer besonderen Konzertführung zu suchen. Auch die Bootsfahrt über den Lago Martel ist als Alternative zum Weiterweg zu Fuß Teil des Ablaufs.
Da die Boote nur einen begrenzten Abschnitt zurücklegen, sollte die Fahrt nicht mit einer längeren unterirdischen Bootstour verwechselt werden. Der Schwerpunkt bleibt der Rundgang durch das Höhlensystem. Nach dem See führt die Route zum Ausgang und zurück in den Besucherbereich an der Oberfläche.
Anfahrt und Parken
Die Coves del Drach liegen bei Porto Cristo an Mallorcas Ostküste. Die angegebenen Straßenkilometer und Fahrzeiten beziehen sich auf die Fahrt bis Porto Cristo, nicht exakt bis zum Höhleneingang. Im Ort folgt man der lokalen Ausschilderung zum Gelände; das letzte Stück führt aus dem Ortsbereich zum Besucherparkplatz der Höhlen.
Vom Flughafen Palma
Vom Flughafen Palma sind es auf der Straße 67 Kilometer bis Porto Cristo. Die Fahrt dauert rund 58 Minuten und verläuft über die Ma-15, anschließend über die Ma-4020. Verkehr rund um Palma, Ortsdurchfahrten und die Parkplatzsuche können die tatsächliche Reisezeit verlängern. Für einen fest gebuchten Einlass sollte deshalb zusätzlich zur reinen Fahrzeit eine Reserve eingeplant werden.
Von Palma Zentrum
Aus dem Zentrum von Palma führt die Route ebenfalls über die Ma-15 und die Ma-4020. Bis Porto Cristo sind es 69 Straßenkilometer; die Fahrt dauert rund 65 Minuten. Danach folgt das kurze örtliche Teilstück zum Höhlengelände. Die Strecke quert die Insel weitgehend von West nach Ost und ist direkter als eine Fahrt entlang der Küste.
Parkplatz und öffentlicher Verkehr
Auf dem Gelände gibt es einen großen kostenlosen Parkplatz für Autos, Taxis, Busse, Motorräder und Fahrräder. Übernachten oder nächtliches Abstellen ist dort nicht gestattet, weil das Areal geschlossen wird. Wertgegenstände sollten nicht im Fahrzeug bleiben. Vom Parkplatz sind noch rund 200 Meter bis zum Eingang zurückzulegen; dieser Weg gehört in die Zeitplanung vor dem Einlass.
Auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln lässt sich die Attraktion erreichen. Eine Bushaltestelle befindet sich direkt auf dem Gelände, zusätzlich gibt es einen Taxistand. Dadurch ist kein langer Fußmarsch vom Zentrum Porto Cristos notwendig. Die jeweilige Verbindung sollte dennoch passend zum gebuchten Zeitfenster gewählt werden, da der Einlass an die angegebene Besuchszeit gekoppelt ist.
Buslinien nach Coves del Drach im Überblick
| Linie | Strecke | Fahrten/Tag | Erste Fahrt | Letzte Fahrt |
|---|---|---|---|---|
| 401 | Cala Millor - Palma | 197 | 06:05 | 23:57 |
| 427 | Cala Mendia - Portocristo | 192 | 08:00 | 22:30 |
| A42 | Cala Bona - Aeroport | 166 | 00:02 | 23:02 |
| 424 | Cala Rajada - Portocristo | 129 | 00:05 | 23:56 |
| 425 | Cala Bona - Portocristo | 123 | 08:00 | 22:23 |
| 428 | Cala d'Or - Portocristo | 58 | 08:05 | 21:52 |
Aus den offiziellen GTFS-Fahrplandaten (TIB/SFM), ohne Echtzeit. Die Zahlen fassen alle Halte im Ort zusammen; Fahrten an Wochenenden und Feiertagen weichen ab — vor der Fahrt beim Betreiber prüfen.
Anfahrt mit dem Bus
Coves del Drac 2 (33017) · 0,1 km Luftlinie
- 427Cala Mendia - Portocristo · Täglich
- 428Cala d'Or - Portocristo · Täglich
Coves del Drac 1 (33018) · 0,1 km Luftlinie
- 424Cala Rajada - Portocristo · Täglich
- 425Cala Bona - Portocristo · Täglich
- 427Cala Mendia - Portocristo · Täglich
- 428Cala d'Or - Portocristo · Täglich
Platja de Portocristo (33011) · 0,6 km Luftlinie
- 427Cala Mendia - Portocristo · Täglich
- 428Cala d'Or - Portocristo · Täglich
Mestral 1 (33078) · 1,1 km Luftlinie
- 401Cala Millor - Palma · Täglich
- 424Cala Rajada - Portocristo · Täglich
- 425Cala Bona - Portocristo · Täglich
- A42Cala Bona - Aeroport · Täglich
Mestral 2 (33079) · 1,1 km Luftlinie
- 401Cala Millor - Palma · Täglich
- 424Cala Rajada - Portocristo · Täglich
- 425Cala Bona - Portocristo · Täglich
- A42Cala Bona - Aeroport · Täglich
Cala Anguila - Cala Magrana 1 (33051) · 1,2 km Luftlinie
- 427Cala Mendia - Portocristo · Täglich
Cala Anguila - Cala Magrana 2 (33050) · 1,3 km Luftlinie
- 427Cala Mendia - Portocristo · Täglich
Ctra. Son Servera 1 (33053) · 1,3 km Luftlinie
- 401Cala Millor - Palma · Täglich
- 424Cala Rajada - Portocristo · Täglich
- 425Cala Bona - Portocristo · Täglich
- A42Cala Bona - Aeroport · Täglich
Ctra. Son Servera 2 (33054) · 1,3 km Luftlinie
- 401Cala Millor - Palma · Täglich
- 424Cala Rajada - Portocristo · Täglich
- 425Cala Bona - Portocristo · Täglich
- A42Cala Bona - Aeroport · Täglich
Dinosaurland - Coves Hams (33046) · 1,5 km Luftlinie
- 401Cala Millor - Palma · Täglich
Platja de Cala Mendia 2 (33066) · 2,1 km Luftlinie
- 427Cala Mendia - Portocristo · Täglich
Platja de Cala Mendia 1 (33039) · 2,2 km Luftlinie
- 427Cala Mendia - Portocristo · Täglich
Fahrplandaten: offizielle GTFS-Daten (TIB/EMT), ohne Echtzeit — Zeiten vor Fahrtantritt beim Betreiber prüfen.
In der Umgebung
Nach der Dunkelheit der Höhlen wirkt Porto Cristo besonders hell und offen. Der Küstenort gehört zur Gemeinde Manacor und entwickelte sich um eine geschützte Bucht mit Hafen. Für einen Besuch der Coves del Drach ist er mehr als ein Orientierungspunkt: Hier lassen sich die unterirdische Attraktion, ein Spaziergang am Wasser und eine Pause ohne weitere lange Fahrt miteinander verbinden.
Hafen von Porto Cristo
Am Hafen liegen Freizeitboote neben kleineren, traditionell geprägten Booten. Die Promenade eignet sich für einen ruhigen Anschluss an die zeitlich festgelegte Höhlenbesichtigung. Während unter Tage Wege und Licht den Ablauf bestimmen, öffnet sich hier der Blick über die Bucht. Cafés und Restaurants machen den Hafen zu einer praktischen Station vor einem späteren Termin oder nach dem Rundgang.
Porto Cristo ist touristisch belebt, hat sich aber den Maßstab eines überschaubaren Küstenortes bewahrt. Wer nur für die Höhlen anreist und sofort weiterfährt, sieht wenig von ihrem landschaftlichen Zusammenhang: Das Höhlensystem liegt unmittelbar bei jener Ostküste, deren Kalkgestein und Wasser über lange Zeit an seiner Entstehung beteiligt waren.
Platja de Porto Cristo
Die Platja de Porto Cristo liegt in der geschützten Ortsbucht. Sie bietet sich an, wenn die Höhlenbesichtigung mit Zeit am Meer verbunden werden soll, ohne noch eine weitere Strecke zu fahren. Besonders bei einem späteren Zeitfenster kann der Strand den Vormittag füllen; nach einem frühen Besuch ist er eine naheliegende Station für den restlichen Tag.
Der Kontrast ist reizvoll: zuerst die konstante, gedämpfte Atmosphäre unter Tage, danach Sand, Tageslicht und Hafenwasser. In der Hauptsaison sollte allerdings auch am Ortsstrand mit entsprechendem Betrieb gerechnet werden.
Torre dels Falcons und die Küste
Als weiterer kurzer Programmpunkt lässt sich die Torre dels Falcons einordnen, ein historischer Küstenwachturm bei Porto Cristo. Sie steht für eine ganz andere Seite der Ortsgeschichte als die Höhlen: oben der weite Blick über das Meer, unten das durch Wasser geformte Kalksteinsystem. Für einen kombinierten Ausflug genügt es, den Turm als Aussichtsstopp einzuplanen; die Coves del Drach bleiben der zeitlich gebundene Mittelpunkt des Tages.
Wer weiter entlang der Ostküste fahren möchte, findet bei Porto Cristo zusätzliche Strände und Buchten. Sinnvoll ist dennoch, den Plan nicht zu überladen. Die feste Einlasszeit der Höhlen, die Anfahrt und eine Pause im Ort ergeben bereits einen gut gefüllten halben Tag.
Der Ort dazu
Porto Cristo im OrtsporträtWissenswertes für den Besuch
Unter Tage gelten andere Bedingungen als an Mallorcas Küste. Die Temperatur in den Höhlen bewegt sich nach Angaben des Betreibers zwischen 17 und 21 Grad Celsius. An heißen Tagen ist der Unterschied zur Außenluft deutlich, ohne dass die Coves del Drach deshalb winterlich kalt wären. Eine leichte zusätzliche Schicht kann für empfindliche Besucher angenehm sein.
Schuhe und Kleidung
Die Besichtigung besteht aus einem rund einstündigen Fußweg durch ein Höhlensystem, unterbrochen vom Aufenthalt am Lago Martel. Bequeme, sicher sitzende Schuhe sind dafür zweckmäßiger als Strand- oder Ausgehschuhe. Die hohe Luftfeuchtigkeit gehört zum natürlichen Höhlenklima; Kleidung sollte daher nicht allein auf die Wärme vor dem Eingang abgestimmt werden.
Regen an der Oberfläche verhindert die Besichtigung grundsätzlich nicht. Für die Planung ist das hilfreich, denn der unterirdische Rundgang kann auch an einem weniger strandtauglichen Tag stattfinden. Der Weg zwischen Parkplatz, Eingang und Besuchergebäude liegt allerdings außerhalb der Höhle.
Mit Kindern
Für Kinder ist der Ablauf überschaubar: Tropfsteinräume, ein unterirdischer See, Musik und zum Abschluss die mögliche Bootspassage sorgen für deutliche Wechsel. Eltern sollten dennoch bedenken, dass die Gruppe auf einem festgelegten Parcours bleibt und das Konzert einen ruhigen Moment verlangt. Freies Herumlaufen oder eigenständiges Erkunden ist nicht vorgesehen.
Kinderwagen und andere sperrige Gegenstände dürfen nicht mit in die Höhle. Wer mit dem Auto kommt, lässt den Wagen am besten dort zurück. Ohne Fahrzeug weist das Personal am Eingang einen Abstellplatz zu; die Gepäckaufbewahrung ist nur begrenzt und kann Kinderwagen nicht regulär aufnehmen. Für kleinere Kinder ist deshalb eine geeignete Trage die praktischere Lösung.
Toiletten und Gepäck
Toiletten befinden sich am Eingang und am Ausgang, nicht jedoch innerhalb der Höhle. Vor allem mit Kindern empfiehlt es sich, sie vor Beginn des Rundgangs zu nutzen, denn die Besichtigung dauert ungefähr eine Stunde.
Sperrige Gepäckstücke dürfen ebenfalls nicht mitgeführt werden. Für Besucher ohne Auto steht am Höhleneingang eine begrenzte kostenlose Aufbewahrung für größere Gegenstände wie Koffer oder Fahrradtaschen zur Verfügung. Sie liegt rund 200 Meter vom Parkplatz entfernt. Kleine Wertsachen sollten dagegen am Körper bleiben und nicht sichtbar im geparkten Fahrzeug liegen.
Was nicht zu erwarten ist
Die Coves del Drach sind keine geführte Forschungsexpedition und keine frei begehbare Naturhöhle. Der Weg ist beleuchtet, der Besuch wird in Gruppen organisiert, und der Lago Martel ist als musikalischer Höhepunkt inszeniert. Wer ausführliche geologische Erläuterungen während des Rundgangs erwartet, sollte wissen, dass die Gruppen nicht von einem persönlichen Guide begleitet werden.
Auch die Bootsfahrt ist kein langer Ausflug durch verzweigte Wasserstollen. Sie bildet einen kurzen Abschluss am Lago Martel und kann durch den Fußweg ersetzt werden. Der eigentliche Reichtum liegt in der Folge der Höhlenräume, den Tropfsteinformen und dem Übergang von Fels zu Wasser – nicht in einer möglichst langen Fahrt.
Insider-Tipps von Einheimischen
Den frühesten Termin wählen
Der früheste verfügbare Einlass des Tages ist meist die beste Wahl, wenn die Höhlen mit weniger Andrang erlebt werden sollen. Ganz leer bleibt der Parcours dennoch nicht, denn die Besichtigungen finden grundsätzlich in Gruppen statt.
Am Lago Martel aufmerksam bleiben
Das Live-Konzert gehört zu jeder regulären Besichtigung. Es muss keine Sondertour gebucht werden. Der entscheidende Moment ist der Wechsel zur Dunkelheit am See, wenn Musik und Lichtspiegelungen den Höhlenraum bestimmen.
Boot oder Fußweg
Nach dem Konzert kann der Lago Martel kurz per Boot überquert werden; alternativ geht es zu Fuß weiter. Die Fahrt ist eher ein Perspektivwechsel auf dem Wasser als eine längere Bootstour durch das Höhlensystem.
Sperriges im Auto lassen
Kinderwagen und große Gepäckstücke dürfen nicht mit in die Höhle. Die Aufbewahrung am Eingang ist begrenzt und nimmt Kinderwagen nicht regulär auf. Wer mit dem Auto anreist, lässt sperrige Dinge am besten im Fahrzeug.
Porto Cristo einplanen
Der Höhlenrundgang lässt sich ohne zusätzliche lange Fahrt mit Porto Cristos Hafen und Ortsstrand verbinden. Ein früher Termin passt gut zu einem anschließenden Aufenthalt am Meer, ein späterer zu einem vorherigen Hafenbummel.