Sehenswürdigkeiten

es Camell bei Escorca: Mallorcas Kamel aus Stein

es Camell, Mallorca
LucT, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 (Zuschnitt/Skalierung via mallorca.com)Bearbeitungen dieses Bildes stehen unter derselben Lizenz.

Mitten in der zerklüfteten Kalksteinwelt von Lluc taucht ein Tier auf, das hier niemand erwarten würde: es Camell. Die natürliche Felsformation bei Escorca erinnert mit ihrem gebogenen Rücken und dem markanten Kopf an ein ruhendes Kamel. Kein Bildhauer hat daran gearbeitet. Regenwasser und Erosion haben die Silhouette aus dem vorherrschenden Kalkstein herausgelöst.

Der Fels allein wäre bereits ein reizvolles Ziel. Mindestens ebenso eindrucksvoll ist jedoch der Weg dorthin, der durch eine kleinräumige Karstlandschaft mit Rillen, Spalten und eigenwillig verwitterten Steinblöcken führt. Aus einer kurzen Suche nach dem steinernen Kamel kann so eine kleine Entdeckungswanderung werden.

Ausgangspunkt ist gewöhnlich das Santuari de Lluc. Die direkte, markierte Route eignet sich auch für wandergewohnte Familien, verlangt auf steilen und stufigen Abschnitten aber Aufmerksamkeit. Wer den längeren Rundweg durch das Felsenlabyrinth wählt, sollte trittsicher sein und damit rechnen, an kurzen Stellen die Hände zu Hilfe zu nehmen.

Geschichte und Bedeutung

Lange bevor Menschen dem Felsen seinen heutigen Namen gaben, arbeitete das Wasser an seiner Gestalt. In der Gegend von Lluc prägt Kalkstein den Boden und Untergrund. Regenwasser drang in kleine Unebenheiten und Spalten ein, löste das Gestein allmählich an und vertiefte vorhandene Risse. Über sehr lange Zeiträume entstanden dadurch die ungewöhnlichen Formen, Felsrippen und zerklüfteten Flächen, die den Weg zu es Camell bestimmen.

Die Entstehung im Karst

Es Camell ist deshalb kein einzelner, zufällig abgelegter Block, sondern Teil einer ausgedehnten Karstlandschaft. Auf nackten Felsflächen sind parallel verlaufende Rillen zu erkennen, die vom abfließenden Wasser in den Kalkstein gezeichnet wurden. Solche Karren, regional auch als Schratten bezeichnet, machen den geologischen Prozess unmittelbar sichtbar: Der Fels wirkt massiv, trägt aber überall Spuren langsamer Auflösung.

Wind und Wasser formten auch größere Gesteinsmassen zu Figuren, in denen das Auge vertraute Umrisse sucht. In der Nähe trägt selbst eine Felskuppe einen bildhaften Namen: Am Puig de ses Monges erinnern herausgewitterte Blöcke an Gestalten in Mönchskutten. Es Camell ist das bekannteste und am leichtesten lesbare Motiv dieser steinernen Formenwelt.

Der Name es Camell

Der mallorquinische Name bedeutet schlicht „das Kamel“. Je nach Blickwinkel zeichnet sich die Gestalt unterschiedlich deutlich ab; aus einer geeigneten Perspektive wirkt sie wie ein einhöckriges Kamel oder Dromedar. Gerade diese verblüffende Ähnlichkeit hat den Felsen zu einem natürlichen Wahrzeichen der Wanderwege bei Lluc gemacht.

Seine Bedeutung liegt nicht in einem historischen Ereignis und auch nicht in menschlicher Baukunst. Es Camell zeigt vielmehr im Kleinen, wie Wasser den Kalkstein der Serra de Tramuntana formt. Wer den Felsen erreicht, steht nicht nur vor einer kuriosen Silhouette, sondern mitten in dem geologischen Prozess, der die gesamte Umgebung geprägt hat.

Was es zu sehen gibt

Erst aus etwas Abstand setzt sich das Bild zusammen. Vorsprünge werden zu Kopf und Hals, die gewölbte Steinmasse zum Rücken eines ruhenden Tieres. Wer unmittelbar davorsteht, sieht dagegen vor allem die raue Oberfläche: ausgewaschene Vertiefungen, scharfe Kanten und dunklere Spalten im hellen Kalkstein. Es lohnt sich deshalb, den Standort zu wechseln und die Figur aus mehreren Richtungen zu betrachten.

Es Camell

Die charakteristische Silhouette ist der Mittelpunkt des Ausflugs. Besonders deutlich wirkt sie, wenn der gesamte Felsen vor der umgebenden Berglandschaft ins Blickfeld kommt. Aus der Nähe zerfällt das vermeintliche Tier wieder in einzelne Steinpartien. Genau dieser Wechsel zwischen erkennbarer Figur und abstrakter Felsmasse macht den Reiz aus.

Der Fels ist kein gestaltetes Denkmal mit festgelegter Vorderseite. Die Wahrnehmung hängt von Perspektive und Entfernung ab. Statt sofort weiterzugehen, empfiehlt sich ein langsamer Blick entlang der Konturen. Oft wird die Ähnlichkeit mit einem Kamel erst dann vollständig erkennbar, wenn Kopf, Rücken und Körper in einer Linie erscheinen.

Die Karrenfelder

Auf dem Weg liegen kahle Kalksteinflächen, über die Wasser feine und tiefe Rinnen gezogen hat. Diese Karren geben dem Gelände seine eigentümlich zerfurchte Oberfläche. Zwischen den Steinen wächst stellenweise das harte Dissgras, eine typische Pflanze der mallorquinischen Bergwelt, aus kleinen Karstlöchern hervor.

Die Strukturen sind nicht bloß Hintergrund für das Fotomotiv. Sie erklären, wie es Camell entstehen konnte. Jeder Kanal und jede ausgewaschene Kante ist eine kleinere Ausgabe desselben Vorgangs, der schließlich die große Tiergestalt herausmodellierte. Zugleich machen die Rillen verständlich, weshalb der Untergrund Aufmerksamkeit verlangt: Was aus der Ferne wie eine ebene Felsplatte aussieht, kann aus der Nähe voller Spalten und Stufen sein.

Der Puig de ses Monges

Bereits nahe Lluc fällt der Puig de ses Monges auf. Seinen Namen, den „Berg der Mönche“, verdankt er Kalksteinblöcken, deren Formen an Mönchskutten erinnern. Die Felskuppe stimmt auf die Landschaft rund um es Camell ein: Überall entstehen aus verwittertem Stein scheinbar vertraute Figuren.

Der ehemalige Kohlenmeiler

Ein kreisrundes Steinfundament am Weg wird als Überrest eines früheren Kohlenmeilers beschrieben. Es ist zugleich ein wichtiger Orientierungspunkt, denn hier zweigt der Zugang zu es Camell ab. Das unscheinbare Rund erzählt von einer anderen Nutzung der Berglandschaft: Neben den natürlichen Formen finden sich Spuren jener Menschen, die in den Wäldern der Tramuntana Holzkohle herstellten.

Der Besuch

Vom Parkplatz des Santuari de Lluc führt der übliche Zugang zunächst am Fußballplatz vorbei. Anschließend überquert der Weg den Torrent de Lluc auf einem Steg oder einer Brücke und steigt auf steinigem Untergrund in die Karstlandschaft hinauf. Schon dieser Abschnitt gehört zum Erlebnis, denn die geschlossene Klosteranlage bleibt zurück und der Blick richtet sich zunehmend auf kahle Felsflächen und verwitterte Blöcke.

Route 4 zur Cometa dels Morts

Die als Route 4 beziehungsweise Cometa dels Morts bezeichnete Strecke führt direkt in Richtung es Camell. Die Wege in der Umgebung sind markiert. Dennoch verdient die Abzweigung am kreisrunden Fundament des ehemaligen Kohlenmeilers besondere Aufmerksamkeit: Dort geht es rechts zur Felsformation. Wer nur dem deutlichsten Pfad folgt, kann an diesem Abzweig vorbeilaufen.

Für den direkten Hin- und Rückweg ist keine lange Bergtour erforderlich. Eine belegte Zeitangabe liegt jedoch nur für einen ausgedehnteren Rundweg durch das Felsenlabyrinth vor: Dafür sollten knapp zwei Stunden eingeplant werden. Diese Variante verlangt Trittsicherheit und enthält kurze Passagen, an denen die Hände beim Überwinden des Geländes helfen können.

Verlängerung zur Cova de la Cometa dels Morts

An es Camell muss die Wanderung nicht enden. Die Route lässt sich in Richtung Cova de la Cometa dels Morts fortsetzen. Damit wird aus dem Besuch des einzelnen Felsens eine längere Erkundung der Karstlandschaft. Vor der Verlängerung sollte eingeschätzt werden, ob Zeit, Wasser und Trittsicherheit für den zusätzlichen Weg ausreichen.

Andrang und Tagesplanung

Am Santuari de Lluc kann reger Besucherverkehr herrschen, während die steinigen Wege hinter dem Kloster deutlich ruhiger sein können. Ein dokumentierter Winterbesuch beschreibt selbst bei gutem Wetter nur wenige Begegnungen im Felsenlabyrinth. Daraus lässt sich keine feste Garantie für stille Wege ableiten, doch außerhalb der besonders besuchten Zeiten am Kloster steigen die Chancen auf eine ruhige Wanderung.

Für es Camell sind keine verlässlichen Öffnungszeiten oder Eintrittsangaben erfasst. Da Zugang, Parkplatzregelungen und Wegehinweise Änderungen unterliegen können, empfiehlt sich vor der Fahrt eine aktuelle Prüfung. Vor Ort sollte außerdem genügend Zeit bleiben, den Weg bei Tageslicht zurückzugehen, statt den Felsen nur als hastigen Abstecher einzuplanen.

Anfahrt und Parken

Die Fahrt aus der Inselmitte endet nicht unmittelbar am Felsen. Es Camell liegt in der Karstlandschaft bei Lluc und wird zu Fuß erreicht; das Santuari de Lluc dient als praktischer Ausgangspunkt. Die angegebenen Straßenkilometer und Fahrzeiten beziehen sich ausdrücklich auf Escorca, nicht auf den letzten Fußweg bis zur Felsformation.

Vom Flughafen Palma

Vom Flughafen Palma führt die Route über die Ma-30, die Ma-13 und anschließend die Ma-2130 nach Escorca. Die Strecke misst 52 Straßenkilometer, die Fahrt dauert rund 64 Minuten. Danach folgt die lokale Zufahrt in Richtung Lluc; die Ma-10 erschließt diesen Teil der Serra de Tramuntana. Wegen des kurvigen Gebirgsverlaufs sollte die letzte Etappe nicht wie eine schnelle Stadtfahrt kalkuliert werden.

Von Palma Zentrum

Aus dem Zentrum von Palma verläuft die Anfahrt zunächst über die Ma-13 und danach über die Ma-2130. Bis Escorca sind es 49 Straßenkilometer, für die rund 68 Minuten Fahrzeit anzusetzen sind. Auch hier kommen die Weiterfahrt nach Lluc, die Parkplatzsuche und der anschließende Wanderweg hinzu.

Parken am Santuari de Lluc

Der Parkplatz des Klosters ist der gebräuchliche Startpunkt. Von dort beginnt der Zugang am Fußballplatz, führt über den Torrent de Lluc und weiter auf die markierten Wege. Entlang der nahen Straße werden ebenfalls Abstellmöglichkeiten genannt. Da Lluc selbst stark besucht sein kann, ist es sinnvoll, vorab die aktuellen Parkregelungen zu prüfen und nicht davon auszugehen, unmittelbar am Beginn des Fußwegs einen freien Platz zu finden.

Anreise mit dem Bus

Für die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist die Haltestelle Lluc am zweckmäßigsten, da der Wanderweg im Bereich des Heiligtums beginnt. Weitere Haltestellen liegen im Gemeindegebiet von Escorca, ersetzen aber nicht automatisch den Fußweg zum passenden Einstieg. Vor dem Ausflug sollten Fahrplan, Rückfahrt und verfügbare Anschlüsse geprüft werden, besonders wenn die Wanderung bis zur Cova de la Cometa dels Morts verlängert wird.

Buslinien nach es Camell im Überblick

LinieStreckeFahrten/TagErste FahrtLetzte Fahrt
312Lluc - Inca - Muro3208:3218:03
231Port de Sóller - Alcúdia1610:1519:58

Aus den offiziellen GTFS-Fahrplandaten (TIB/SFM), ohne Echtzeit. Die Zahlen fassen alle Halte im Ort zusammen; Fahrten an Wochenenden und Feiertagen weichen ab — vor der Fahrt beim Betreiber prüfen.

Anfahrt mit dem Bus

  • Lluc (19011) · 0,6 km Luftlinie

    • 231Port de Sóller - Alcúdia · Täglich
    • 312Lluc - Inca - Muro · Täglich
  • Menut 1 (19015) · 0,9 km Luftlinie

    • 231Port de Sóller - Alcúdia · Täglich
  • Menut 2 (19014) · 0,9 km Luftlinie

    • 231Port de Sóller - Alcúdia · Täglich
  • Coll de sa Batalla 2 (19002) · 1,3 km Luftlinie

    • 312Lluc - Inca - Muro · Täglich
  • Coll de sa Batalla 1 (19003) · 1,3 km Luftlinie

    • 312Lluc - Inca - Muro · Täglich

Fahrplandaten: offizielle GTFS-Daten (TIB/EMT), ohne Echtzeit — Zeiten vor Fahrtantritt beim Betreiber prüfen.

In der Umgebung

Der Weg zu es Camell beginnt an einem Ort, an dem Natur- und Kulturlandschaft unmittelbar aufeinandertreffen. Lluc gehört zur weitläufigen Gemeinde Escorca im Nordwesten Mallorcas. Statt eines kompakten Ortszentrums prägen Gebirge, Schluchten, abgelegene Siedlungen und das bedeutende Heiligtum die Umgebung.

Santuari de Lluc

Das Santuari de Lluc ist der naheliegende kulturelle Gegenpol zur Karstwanderung. Die Gebäude und Plätze des Wallfahrtsortes liegen direkt am üblichen Ausgangspunkt. Eine Verbindung beider Ziele bietet sich daher an, ohne zusätzliche Anfahrt planen zu müssen: zuerst oder anschließend das Heiligtum, dazwischen der Wechsel in die stille, steinige Landschaft hinter dem Fußballplatz.

Dabei sollte genügend Zeit für beide Teile bleiben. Wer es Camell nur zwischen zwei Programmpunkte drängt, unterschätzt den unebenen Zustieg und den Reiz der Umgebung. Der Fels wirkt am besten als Ziel einer eigenen kleinen Wanderung, nicht als Aussichtspunkt, der direkt vom Parkplatz aus sichtbar ist.

Cova de la Cometa dels Morts

Die Cova de la Cometa dels Morts ist die logische Verlängerung der Route 4. Sie liegt auf derselben weiterführenden Wanderlinie und erlaubt es, die Karstlandschaft länger zu erkunden. Die Kombination ist vor allem für trittsichere Wandernde interessant, die nicht direkt nach dem Fotostopp bei es Camell umkehren möchten.

Escorcas Berglandschaft

Escorca wird von der Serra de Tramuntana geprägt und über die Ma-10 erschlossen, die das Gebirge durchquert. Die Anfahrt gehört dadurch bereits zum Landschaftserlebnis, verlangt aber auf den kurvigen Straßen Konzentration. Für denselben Tag bieten sich Ziele im Raum Lluc eher an als ein dichtes Programm an weit auseinanderliegenden Punkten der Gemeinde.

Der Ort dazu

Escorca im Ortsporträt

Wissenswertes für den Besuch

Der Name klingt nach einer leicht zugänglichen Kuriosität, doch es Camell steht nicht auf einem gepflasterten Aussichtsgelände. Der Zustieg verläuft über steinige, teilweise steile und stufige Wege. Wer nur Straßenschuhe trägt oder mit völlig ebenem Untergrund rechnet, wird den kurzen Ausflug anspruchsvoller finden als erwartet.

Schuhwerk und Trittsicherheit

Feste Schuhe mit griffiger Sohle sind die wichtigste Ausrüstung. Die vom Wasser geformten Rillen und Spalten können den Tritt erschweren, und auf der längeren Rundvariante kommen kurze Kraxelstellen hinzu. Nach Niederschlag ist auf ausgewaschenem Kalkstein besondere Vorsicht angebracht; schon im trockenen Zustand lohnt es sich, den Blick regelmäßig vom Panorama auf den nächsten Schritt zu richten.

Wasser und Verpflegung

Für die Wanderung sollte ausreichend Wasser mitgeführt werden. Das gilt besonders, wenn der Weg über es Camell hinaus verlängert wird. Die Nähe zum Kloster darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass man sich auf dem eigentlichen Pfad in felsigem Gelände bewegt und unterwegs nicht mit einer Versorgung direkt an der Formation rechnen sollte.

Mit Kindern

Die direkte, markierte Strecke wird als familientauglich beschrieben, sofern Kinder bereits sicher auf unebenem Gelände gehen. Steile und stufige Abschnitte verlangen Begleitung und Aufmerksamkeit. Die knapp zweistündige Rundwanderung mit kurzen Kraxelpassagen ist davon zu unterscheiden und sollte nur gewählt werden, wenn Kondition und Trittsicherheit der gesamten Gruppe dazu passen.

Orientierung und Tiere

Am ehemaligen Kohlenmeiler lohnt sich ein bewusster Blick auf die Wegführung, weil dort die Abzweigung zu es Camell liegt. Rund um den Parkplatz von Lluc können frei laufende Ziegen auftauchen. Sie gehören zum lokalen Eindruck, sollten aber nicht zum Grund werden, Verpflegung offen liegen zu lassen oder die Aufmerksamkeit beim Ein- und Ausparken zu verlieren.

Was nicht zu erwarten ist

Es Camell besitzt weder Innenräume noch eine Ausstellung oder einen inszenierten Aussichtspunkt. Die Attraktion besteht aus dem Naturfelsen und dem Weg durch die Karstlandschaft. Gerade deshalb erschließt sie sich nicht in einem schnellen Vorbeifahren: Erst Perspektivwechsel, Abstand und ein genauer Blick auf die verwitterten Konturen lassen das Kamel im Stein erscheinen.

Insider-Tipps von Einheimischen

  • Mit Abstand wird es zum Kamel

    Direkt am Felsen zerfällt die Figur in einzelne Kalksteinpartien. Einige Schritte Abstand und ein seitlicher Perspektivwechsel bringen Kopf, Rücken und Körper deutlicher in eine Linie.

  • Am Kohlenmeiler rechts halten

    Das kreisrunde Steinfundament des ehemaligen Kohlenmeilers ist nicht nur ein historisches Detail. Dort liegt die wichtige Abzweigung nach rechts zu es Camell, die beim Wandern leicht übersehen werden kann.

  • Rundweg nicht unterschätzen

    Der längere Weg durch das Felsenlabyrinth dauert knapp zwei Stunden und enthält kurze Kraxelstellen. Für einen unkomplizierteren Familienausflug empfiehlt sich die direkte markierte Route zu es Camell und zurück.

  • Auch auf den Boden schauen

    Die parallelen Rillen im Kalkstein sind kleine Ausgaben desselben Erosionsprozesses, der es Camell geformt hat. Zwischen den Karren wächst stellenweise hartes Dissgras aus den Karstlöchern.

  • Lluc sinnvoll kombinieren

    Der übliche Weg beginnt am Santuari de Lluc. Klosterbesuch und Felswanderung lassen sich deshalb ohne zusätzliche Fahrt verbinden; für es Camell sollte dennoch genug Zeit für den steinigen Zustieg bleiben.

27°C Escorca
Was ist es Camell und warum lohnt sich der Besuch?
Es Camell ist eine natürliche Kalksteinformation in der Karstlandschaft bei Lluc in der Gemeinde Escorca. Ihre Kontur erinnert aus dem passenden Blickwinkel verblüffend an ein ruhendes einhöckriges Kamel oder Dromedar. Der Ausflug lohnt sich nicht nur wegen dieses Fotomotivs: Schon der Zustieg führt über zerfurchte Kalksteinflächen, vorbei an verwitterten Felsblöcken und durch eine Landschaft, an der die Wirkung von Regenwasser und Erosion unmittelbar sichtbar wird. Es handelt sich also weniger um einen einzelnen Aussichtspunkt als um eine kleine geologische Entdeckungswanderung.
Welche Öffnungszeiten und Eintrittspreise gelten für es Camell?
Für es Camell sind keine verlässlichen Öffnungszeiten und keine Eintrittspreise erfasst. Die Formation liegt in einer natürlichen Felslandschaft und wird über Wanderwege aus dem Bereich des Santuari de Lluc erreicht. Vor dem Besuch sollten deshalb aktuelle Hinweise zum Zugang, zum Zustand der Wege und zu den Parkregelungen in Lluc geprüft werden. Die Rückkehr sollte mit ausreichender Reserve bei Tageslicht geplant werden. Angaben zu Einrichtungen des benachbarten Klosters dürfen nicht automatisch auf den Wanderweg oder die Felsformation übertragen werden.
Wie kommt man von Palma oder vom Flughafen zu es Camell?
Vom Flughafen Palma führt die dokumentierte Route über Ma-30, Ma-13 und Ma-2130. Bis Escorca sind es 52 Straßenkilometer, die Fahrt dauert rund 64 Minuten. Vom Zentrum Palmas geht es über Ma-13 und Ma-2130; bis Escorca misst die Strecke 49 Straßenkilometer und dauert rund 68 Minuten. Beide Angaben enden ausdrücklich in Escorca und nicht direkt am Felsen. Für den Besuch folgt die lokale Weiterfahrt nach Lluc, dessen Bereich über die Ma-10 erreichbar ist. Vom Parkplatz des Santuari de Lluc geht es anschließend zu Fuß am Fußballplatz vorbei und über den Torrent de Lluc in die Karstlandschaft.
Wie lange dauert die Wanderung zu es Camell?
Für den einfachen direkten Hin- und Rückweg ist keine belastbare genaue Dauer angegeben, da Tempo, Fotostopps und die gewählte Umkehrstelle stark variieren. Belegt ist dagegen eine längere Rundwanderung durch das Felsenlabyrinth bei Lluc, für die knapp zwei Stunden veranschlagt werden. Diese Runde umfasst unwegsamere Abschnitte und kurze Stellen, an denen beim Kraxeln die Hände eingesetzt werden können. Wer zusätzlich in Richtung Cova de la Cometa dels Morts weitergeht, benötigt entsprechend mehr Zeit und sollte Wasser sowie genügend Reserve für den Rückweg einplanen.
Wann ist es bei es Camell am ruhigsten?
Eine verbindliche Tageszeit mit garantiert wenig Andrang ist nicht dokumentiert. Am Santuari de Lluc kann viel Betrieb herrschen, während es auf den steinigen Wegen hinter dem Kloster bereits deutlich ruhiger wird. Ein veröffentlichter Bericht über eine Winterwanderung beschreibt trotz guten Wetters nur wenige Begegnungen im Felsenlabyrinth. Wer Ruhe sucht, kann den Ausflug daher eher außerhalb stark besuchter Phasen in Lluc planen und sollte vor Ort genügend Zeit einräumen, statt den Weg in ein enges Tagesprogramm zu pressen. Aktuelle Bedingungen und das verbleibende Tageslicht bleiben wichtiger als eine pauschale Uhrzeitempfehlung.
Ist die Wanderung zu es Camell für Kinder geeignet?
Die direkte, markierte Route wird als für Familien geeignet beschrieben, sofern die Kinder sicher auf unebenem Gelände gehen und von Erwachsenen begleitet werden. Der Weg enthält steile, steinige und stufige Abschnitte; feste Schuhe sind daher auch für Kinder notwendig. Davon zu unterscheiden ist der längere Rundweg durch das Felsenlabyrinth. Er dauert knapp zwei Stunden, verlangt Trittsicherheit und weist kurze Kraxelpassagen auf. Familien sollten die Variante nach Erfahrung und Kondition aller Beteiligten wählen und ausreichend Wasser mitnehmen.
Was kann man mit es Camell in der Nähe verbinden?
Am einfachsten lässt sich die Wanderung mit einem Besuch des Santuari de Lluc verbinden, weil dessen Parkplatz und Gelände als üblicher Ausgangspunkt dienen. Auf dem Weg passiert man den Bereich des Fußballplatzes und überquert den Torrent de Lluc, bevor die Karstlandschaft beginnt. Wer nach es Camell weiterwandern möchte, kann Route 4 in Richtung Cova de la Cometa dels Morts fortsetzen. Auch der Puig de ses Monges mit seinen an Mönchskutten erinnernden Felsblöcken gehört zum landschaftlichen Eindruck bei Lluc. Für weit entfernte Ziele in Escorca sollte wegen der kurvigen Bergstraßen zusätzliche Fahrzeit eingeplant werden.