Mirador de ses Serveres bei Estellencs

Zwischen Wald, alten Wirtschaftsflächen und der steilen Küste von Estellencs öffnet sich am Mirador de ses Serveres der Blick zum Meer. Gerade darin liegt sein Reiz: Die Aussicht ist nicht bloß eine kurze Unterbrechung der Fahrt, sondern der Höhepunkt eines Weges durch den westlichen Teil der Serra de Tramuntana.
Der Mirador gehört zum Gebiet von Boal de ses Serveres und zur öffentlichen Erholungslandschaft auf dem früheren Landgut Son Fortuny. Auf dem Weg zeigen sich Spuren jener Zeit, in der Wald, Ackerflächen und Viehhaltung das Gelände prägten. Ein ehemaliger Köhlerplatz und eine große Tenne machen sichtbar, dass diese Hänge lange vor ihrer Nutzung als Wandergebiet ein Arbeitsraum waren.
Vom Aussichtspunkt richtet sich der Blick auf die Küste von Estellencs. Statt Hafenpanorama, Restaurantterrasse oder städtischer Kulisse wartet hier die raue Verbindung aus bewaldeten Hängen, Küstenrelief und offenem Meer. Der Mirador de ses Serveres eignet sich deshalb besonders für Wandernde, die eine Aussicht gern mit Landschafts- und Kulturgeschichte verbinden.
Wichtig ist die eindeutige Ortszuordnung: Der Mirador de ses Serveres liegt bei Estellencs. Er ist nicht mit dem ähnlich benannten Mirador de ses Barques bei Sóller zu verwechseln, der auf Port de Sóller blickt und eine völlig andere Sehenswürdigkeit ist.
Geschichte und Bedeutung
Bevor Wandernde hier nach einem Aussichtspunkt suchten, wurde die Landschaft genutzt. Das Gelände um Boal de ses Serveres gehörte zum großen Landgut Son Fortuny, dessen Wälder und offene Flächen der Forstwirtschaft, der Landwirtschaft und der Viehhaltung dienten. Der heutige Weg führt damit nicht durch vermeintlich unberührte Wildnis, sondern durch eine über lange Zeit bearbeitete Kulturlandschaft der Serra de Tramuntana.
Son Fortuny
Auch Son Fortuny verband unterschiedliche Wirtschaftsformen: Holz und andere Erzeugnisse kamen aus dem Wald, Tiere nutzten geeignete Flächen, und auf bearbeitbaren Bereichen wurde Landwirtschaft betrieben.
Für den Mirador ist dieser Zusammenhang entscheidend. Er entstand nicht als isoliertes Monument, dessen Geschichte sich an einer Fassade ablesen ließe. Seine Bedeutung ergibt sich aus dem Gelände, durch das der Zugang verläuft. Wer auf dem Weg zum Küstenblick die alten Nutzungsplätze passiert, erlebt einen kleinen Ausschnitt jener Wirtschaftslandschaft, die das Erscheinungsbild der Tramuntana bis heute mitprägt.
Der öffentliche Erholungsraum
Das Gelände wurde vom Consell de Mallorca erworben und als öffentliches Freizeit- und Erholungsgebiet zugänglich gemacht. Aus einem Teil des früheren Landguts wurde damit ein Ort für Wanderungen, Landschaftserfahrung und die Begegnung mit historischen Nutzungsspuren. Der Mirador de ses Serveres bildet innerhalb dieses Gebiets einen natürlichen Zielpunkt: Hinter Wald und Höhenwegen öffnet sich dort die Aussicht auf die Küste von Estellencs.
Dieser Wandel erklärt auch den zurückhaltenden Charakter des Ortes. Im Mittelpunkt stehen weder ein repräsentativer Bau noch eine museale Inszenierung. Das Gelände selbst erzählt die Geschichte. Wald, Weg, Köhlerplatz, Tenne und Aussicht gehören zusammen und zeigen, wie aus einem bewirtschafteten Teil von Son Fortuny ein öffentlich erlebbarer Landschaftsraum wurde.
Alte Wege und neue Straße
Auch die Zufahrt erzählt vom Wandel der Region. Am Ortsausgang von Estellencs verläuft die alte Straße nach Andratx parallel zur neueren Ma-10. Der historische Weg zieht am Camí des Port und am Friedhof vorbei, steigt in Kurven zum Coll des Pi hinauf und unterquert später die neue Straße. Am Kilometerpunkt 97 der Ma-10 liegt der ausgeschilderte Abzweig in Richtung Coma d’en Vidal und Boal de ses Serveres.
Alte und neue Verkehrswege liegen hier dicht beieinander, erfüllen aber unterschiedliche Aufgaben. Die Ma-10 trägt den heutigen Verkehr entlang der Tramuntana, während die ältere Verbindung den Zugang zur Landschaft lesbar macht. Der Mirador steht am Ende dieser Entwicklung nicht als Denkmal, sondern als Aussichtsort innerhalb eines gewachsenen Wegenetzes.
Was es zu sehen gibt
Der stärkste Moment kommt erst nach dem Weg durch das Gelände. Zwischen den Bäumen und historischen Arbeitsflächen kündigt wenig an, wie weit sich der Horizont am Mirador de ses Serveres öffnen wird. Dann tritt die Küste von Estellencs in den Vordergrund: Berghänge fallen zum Meer ab, die Linie des Ufers wird aus der Höhe erkennbar, und über dem Wasser endet die dicht gegliederte Landschaft der Tramuntana abrupt in einer offenen Fläche.
Der Küstenblick von Estellencs
Die offizielle Routenbeschreibung nennt ausdrücklich die Aussicht auf die Küste von Estellencs. Genau darin unterscheidet sich der Mirador von bekannteren Straßen-Aussichtspunkten, deren Blick auf einen Hafen, einen einzelnen Felsen oder ein Dorf ausgerichtet ist. Hier steht ein größerer Landschaftsausschnitt im Mittelpunkt. Der Blick verbindet das Meer mit den Hängen, die das Gemeindegebiet von Estellencs prägen.
Die Wirkung verändert sich mit der Sicht. Bei klarer Luft treten Küstenverlauf und Höhenstaffelung deutlicher hervor; bei Dunst verschmelzen Wasser und Horizont stärker. Da der Aussichtspunkt Teil einer Wanderlandschaft ist, erscheint das Panorama nicht losgelöst vom Weg. Der zurückgelegte Anstieg, der Wald und die älteren Wirtschaftsplätze bleiben als räumliche Erfahrung präsent.
Der Wald von Son Fortuny
Der Weg zum Aussichtspunkt führt durch ein Waldstück des ehemaligen Landguts Son Fortuny. Dieser Abschnitt ist mehr als eine grüne Kulisse. Er erinnert an die frühere forstwirtschaftliche Nutzung und bildet den Übergang zwischen der Straße und dem offenen Küstenblick. Das Wechselspiel aus geschlossenerem Wald und freier Aussicht bestimmt den Charakter des Besuchs.
Gleichzeitig macht der Wald verständlich, weshalb der Mirador nicht wie ein städtischer Aussichtsbalkon wirkt. Der Blick wird schrittweise erarbeitet. Zunächst lenken Wegverlauf, Vegetation und Gelände die Aufmerksamkeit auf die unmittelbare Umgebung; erst am Aussichtspunkt weitet sich die Perspektive. Wer nur auf das abschließende Foto zielt, übersieht einen wesentlichen Teil des Ortes.
Der ehemalige Köhlerplatz
Nahe dem Pfad zur kleinen Berghütte liegt ein Bereich, der früher von Köhlern genutzt wurde. Solche Arbeitsplätze gehörten zur traditionellen Nutzung der Tramuntana-Wälder. Für Besucher ist dieser Platz ein stiller Hinweis darauf, dass der Wald nicht nur Holz lieferte, sondern auch Schauplatz spezialisierter Arbeit war.
Der Köhlerplatz sollte nicht als aufwendig eingerichtete Ausstellung erwartet werden. Sein Wert liegt im Zusammenhang mit dem Gelände: Die Lage im Wald und die Nähe zu den Wegen erklären mehr als ein losgelöstes Museumsobjekt. Er macht sichtbar, warum die Geschichte von Ses Serveres ohne die Nutzung von Son Fortuny unvollständig wäre.
Die große Tenne
Weiter auf der Route befindet sich eine große Tenne. Sie verweist auf die landwirtschaftliche Seite des früheren Gutsbetriebs und bildet einen Gegenpol zum Köhlerplatz im Wald. Beide Orte stehen für unterschiedliche Arbeitsschritte und Nutzungsformen, die in derselben Berglandschaft nebeneinander bestanden.
Die Tenne ist zugleich ein gutes Beispiel dafür, wie unscheinbar historische Zeugnisse in einer Wanderlandschaft sein können. Wer den Weg nur als Verbindung zum Mirador betrachtet, geht leicht daran vorbei, ohne ihre frühere Aufgabe zu erkennen. Mit diesem Wissen wird die Route zu einer kleinen kulturgeschichtlichen Lesung des Geländes: erst die alten Wege, dann Waldwirtschaft und Landwirtschaft, schließlich der Blick über die Küste.
Die kleine Berghütte
Ein Pfad führt zu einer kleinen Berghütte innerhalb des öffentlichen Gebiets. Sie dient als weiterer Orientierungspunkt in der Landschaft, ist aber nicht der eigentliche Mirador. Aussichtspunkt, Hütte, Köhlerplatz und Tenne liegen im selben Besuchszusammenhang, sollten jedoch nicht miteinander verwechselt werden.
Für die Orientierung ist diese Unterscheidung hilfreich: Wer die Hütte erreicht, hat nicht zwangsläufig schon den Küstenblick gefunden. Die offizielle Beschreibung führt nach den historischen Nutzungsplätzen weiter zu jenem Punkt, an dem sich die Aussicht auf die Küste von Estellencs öffnet.
Der Besuch
Ein Besuch beginnt idealerweise nicht mit der Erwartung eines kurzen Halts an einer Straße. Der Mirador de ses Serveres gehört zu einem Wegenetz, das vom Ortsrand von Estellencs über ältere Straßenabschnitte und hinauf in das Gebiet von Boal de ses Serveres führt. Schon der Zustieg ist Teil des Erlebnisses: Der Weg passiert den Camí des Port, den Friedhof, den Coll des Pi und schließlich den Zugang zum öffentlichen Gelände.
Der Aussichtspunkt als Wanderziel
Für einen reinen Aufenthalt am Mirador braucht es keine lange Besichtigung vor Ort. Die benötigte Gesamtzeit hängt jedoch entscheidend davon ab, wo die Wanderung beginnt und welche Route gewählt wird. Eine veröffentlichte Tour von Estellencs zum Mirador umfasst 6,2 Meilen, gilt als mittelschwer und weist 1.410 Fuß Höhengewinn auf. Für diese vollständige Wanderung werden etwa dreieinhalb bis vier Stunden angesetzt.
Diese Angaben beschreiben die Tour und nicht die Dauer am Aussichtspunkt selbst. Wer nur einen Teil des Zugangs geht, benötigt entsprechend weniger Zeit; wer Köhlerplatz, Tenne und Wald bewusst betrachtet oder Pausen einlegt, sollte großzügiger planen. Der Mirador eignet sich deshalb sowohl als Hauptziel einer Wanderung als auch als Station in einer längeren Runde durch das Gebiet von Son Fortuny.
Der Weg über Boal de ses Serveres
Nach dem ausgeschilderten Zugang bei der Ma-10 führt die Route in das öffentliche Gebiet von Coma d’en Vidal und Boal de ses Serveres. In der Nähe des Weges zur Berghütte folgen die historischen Nutzungsplätze, bevor der Aussichtspunkt erreicht wird. Dieser Ablauf verleiht dem Besuch eine klare Dramaturgie: vom Straßennetz in den Wald, von den Arbeitsspuren der Vergangenheit zur offenen Küste.
Die Wege sollten nicht wie eine durchgehend ausgebaute Promenade behandelt werden. Schon die Einstufung der längeren Tour als mittelschwer und ihr deutlicher Höhengewinn sprechen für einen echten Wanderausflug. Eine aktuelle Routenkarte ist sinnvoll, insbesondere wenn nicht nur der direkte Zugang, sondern eine Rundwanderung geplant ist.
Tageszeit und Andrang
Unabhängig von der Uhrzeit lohnt es sich, genügend Zeit für den Weg einzuplanen und nicht erst knapp vor Einbruch der Dunkelheit aufzubrechen. Öffnungszeiten und Eintritt sind nicht verlässlich erfasst; aktuelle Hinweise zum öffentlichen Gebiet sollten deshalb vor dem Besuch geprüft werden.
Anfahrt und Parken
Die angegebenen Fahrstrecken führen bis Estellencs, nicht unmittelbar bis zum Mirador de ses Serveres. Das ist für die Planung wichtig: Nach der Ankunft im Ort folgt der Zugang über das lokale Straßen- und Wegenetz in Richtung Boal de ses Serveres.
Ab Palma Zentrum
Von Palma Zentrum bis Estellencs sind es 36 Straßenkilometer. Die Fahrt dauert rund 64 Minuten und verläuft über die Ma-1110, die Ma-1120 und die Ma-10. Gerade der letzte Teil führt in die kurvenreiche Bergregion der Serra de Tramuntana; die vergleichsweise lange Fahrzeit trotz überschaubarer Strecke sollte bei der Tagesplanung ernst genommen werden.
In Estellencs orientiert sich der weitere Zugang zunächst an der alten Straße nach Andratx. Sie verläuft am Ortsausgang parallel zur neueren Ma-10. Nach wenigen Metern zweigt der Camí des Port ab; dort befindet sich auch der Zugang zum Friedhof. Die alte Straße steigt anschließend in Kurven zum Coll des Pi, unterquert die neue Straße und trifft am Kilometerpunkt 97 wieder auf sie. Dort weist ein Schild auf Coma d’en Vidal und Boal de ses Serveres hin.
Ab Flughafen Palma
Vom Flughafen Palma bis Estellencs beträgt die Strecke 41 Straßenkilometer. Die Fahrt dauert rund 59 Minuten und führt über die Ma-20, die Ma-1110 und die Ma-1120. Auch diese Zeitangabe endet im Ort. Für Orientierung, den Übergang auf den lokalen Zugang und den Fußweg zum Aussichtspunkt muss zusätzliche Zeit vorgesehen werden.
Wer unmittelbar nach der Landung aufbrechen möchte, sollte bedenken, dass der Mirador kein beiläufiger Fotostopp auf einer Flughafenroute ist. Für die veröffentlichte längere Wanderung werden dreieinhalb bis vier Stunden benötigt. Anreise, Wegsuche, Pausen und Rückweg kommen zur reinen Fahrzeit hinzu.
Parken und letzter Zugang
Die beschriebene Route erschließt den Mirador über das öffentliche Gebiet und einen Pfad, der an Berghütte, Köhlerplatz und Tenne vorbeiführt.
Mit dem Bus
Mehrere Bushaltestellen liegen im Bereich von Estellencs. Sie eignen sich als Ausgangspunkt für einen Zugang aus dem Ort, ersetzen aber nicht den Fußweg zum Mirador. Da die Fahrplandaten und Anschlüsse wechseln können, sollte die Verbindung für den Besuchstag geprüft und der Rückweg zeitlich mitbedacht werden. Besonders bei einer mehrstündigen Wanderung ist ausreichend Reserve bis zur letzten vorgesehenen Rückfahrt wichtig.
Buslinien nach Mirador de ses Serveres im Überblick
| Linie | Strecke | Fahrten/Tag | Erste Fahrt | Letzte Fahrt |
|---|---|---|---|---|
| 202 | Estellencs - Palma | 90 | 06:35 | 21:22 |
| 131 | Santa Ponça - Banyalbufar | 8 | 11:10 | 16:25 |
Aus den offiziellen GTFS-Fahrplandaten (TIB/SFM), ohne Echtzeit. Die Zahlen fassen alle Halte im Ort zusammen; Fahrten an Wochenenden und Feiertagen weichen ab — vor der Fahrt beim Betreiber prüfen.
Anfahrt mit dem Bus
Estellencs 2 (21007) · 1,2 km Luftlinie
- 131Santa Ponça - Banyalbufar · Täglich
- 202Estellencs - Palma · Täglich
Estellencs 1 (21002) · 1,2 km Luftlinie
- 131Santa Ponça - Banyalbufar · Täglich
- 202Estellencs - Palma · Täglich
Can Rave 2 (21006) · 1,9 km Luftlinie
- 131Santa Ponça - Banyalbufar · Täglich
- 202Estellencs - Palma · Täglich
Can Rave 1 (21009) · 1,9 km Luftlinie
- 131Santa Ponça - Banyalbufar · Täglich
- 202Estellencs - Palma · Täglich
Fahrplandaten: offizielle GTFS-Daten (TIB/EMT), ohne Echtzeit — Zeiten vor Fahrtantritt beim Betreiber prüfen.
In der Umgebung
Estellencs ist nicht nur der Ausgangsort, sondern der landschaftliche Schlüssel zum Mirador. Das Dorf liegt an den westlichen Hängen der Serra de Tramuntana, zwischen Berggelände und Meer. Seine steilen Straßen, traditionellen Steinhäuser und die überschaubare Ortsstruktur passen zu einem Ausflug, bei dem das Gehen wichtiger ist als das Abhaken vieler einzelner Sehenswürdigkeiten.
Estellencs
Vor oder nach der Wanderung lohnt ein Rundgang durch den Ort. Die erhöhte Lage macht den Übergang zwischen Siedlung, bewirtschafteten Hängen und Küste gut erkennbar. Zugleich beginnt hier die alte Verbindung in Richtung Andratx, die für den Zugang zu Ses Serveres eine Rolle spielt. So lässt sich der Dorfbesuch unmittelbar mit der Geschichte des Wegenetzes verbinden.
Wer aus Palma anreist, sollte Estellencs nicht nur als Parkplatzsuche behandeln. Ein kurzer Gang durch die Straßen hilft bei der räumlichen Orientierung: Auf der einen Seite führt das Gelände zur Küste hinab, auf der anderen steigt es in Richtung Son Fortuny und Boal de ses Serveres an. Der Mirador zeigt später denselben Landschaftsraum aus größerer Höhe.
Cala Estellencs und Port d’Estellencs
Die Küste lässt sich nicht nur aus der Distanz betrachten. Cala Estellencs und Port d’Estellencs liegen unterhalb des Dorfs und bieten eine sinnvolle Ergänzung, wenn nach der Berglandschaft noch der unmittelbare Kontakt zum Meer gesucht wird. Der Abstieg zur Küste sollte allerdings als eigener Wegabschnitt eingeplant werden und verlängert einen ohnehin wanderreichen Tag.
Eine längere Rundroute kann den Küstenbereich, Wege bei Estellencs und Boal de ses Serveres miteinander verbinden. Solche Unternehmungen sind jedoch deutlich mehr als ein kurzer Besuch des Miradors. Für eine entspannte Planung ist es oft besser, entweder den Aussichtspunkt oder den Küstenabstieg zum Schwerpunkt zu machen.
GR 221 und Son Fortuny
Der Fernwanderweg GR 221 berührt das Gemeindegebiet von Estellencs auf dem Abschnitt zwischen Calvià und Estellencs. Damit liegt der Mirador in einer Region, deren alte Wege heute Teil eines größeren Wanderzusammenhangs sind. Wer bereits auf dem GR 221 unterwegs ist, kann Ses Serveres in eine umfassendere Beschäftigung mit Trockensteinwegen und historischen Verbindungen einordnen.
Auch längere Runden über Wege von Son Fortuny sind möglich. Dabei ist Rücksicht besonders wichtig: Routen verlaufen nahe an Grundstücken und durch empfindliche Landschaft. Auf den vorgesehenen Wegen zu bleiben und unnötigen Lärm zu vermeiden, schützt sowohl die Natur als auch die Interessen der Anwohner und Landnutzer.
Der Ort dazu
Estellencs im OrtsporträtWissenswertes für den Besuch
Der Mirador de ses Serveres belohnt Vorbereitung stärker als spontane Eile. Wer mit festen Schuhen, ausreichend Wasser, einer aktuellen Karte und realistischem Zeitplan startet, kann sich unterwegs auf die Landschaft konzentrieren. Wer dagegen einen bequem zugänglichen Straßenbalkon erwartet, unterschätzt den Charakter des Ziels.
Schuhwerk und Orientierung
Für die längere Route sind Schuhe mit griffigem Profil angemessen. Die Tour wird als mittelschwer beschrieben und sammelt 1.410 Fuß Höhengewinn; sie ist damit kein ebener Dorfspaziergang. Auch kürzere Zugänge verlaufen in einer Berglandschaft, in der Untergrund und Steigung wichtiger sind als die reine Entfernung.
Eine gespeicherte oder gedruckte Routenkarte ist nützlich, weil mehrere Namen und Ziele nahe beieinanderliegen: Coma d’en Vidal, Boal de ses Serveres, die Berghütte und der eigentliche Mirador. Der Weg zur Hütte und der Aussichtspunkt sind nicht identisch. Wer nur einem einzelnen Ortsnamen folgt, kann das Ziel vorschnell für erreicht halten.
Sonne, Wetter und Wasser
Waldabschnitte dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Aussicht und Teile des Weges offen liegen. Sonnenschutz und Trinkwasser gehören deshalb in den Rucksack. In der Tramuntana kann sich zudem die Sicht verändern; bei schlechter Fernsicht verliert der Küstenblick einen Teil seiner Wirkung, während nasser Untergrund den Weg anspruchsvoller machen kann.
Vor dem Aufbruch lohnt ein Blick auf die örtliche Wetterlage. Bei großer Hitze ist ein früher Start angenehmer, bei unsicherem Wetter sollte die Route kürzer gewählt werden. Der Aussichtspunkt ist kein sinnvoller Ort, um einen Wetterumschwung erst spät zu bemerken und dann unter Zeitdruck zurückzugehen.
Mit Kindern
Mit wandererfahrenen Kindern kann Ses Serveres ein anschauliches Ziel sein, weil sich Wald, ehemalige Arbeitsplätze und Küstenblick abwechseln. Die vollständige Tour von Estellencs ist mit 6,2 Meilen, deutlichem Höhengewinn und dreieinhalb bis vier Stunden Gehzeit jedoch als richtige Wanderung zu behandeln. Sie passt nicht automatisch zu jedem Alter oder jeder Kondition.
Familien sollten die Route nach Erfahrung und Wetter auswählen, ausreichend Pausen vorsehen und an offenen Aussichtspunkten aufmerksam bleiben. Für einen Kinderwagen ist eine mittelschwere Bergwanderung mit entsprechendem Höhenprofil nicht die passende Erwartung. Ein kürzerer Zugang kann sinnvoller sein, muss aber anhand aktueller Wegangaben vorbereitet werden.
Was nicht zu erwarten ist
Der Mirador ist vor allem ein Landschaftsziel. Im Mittelpunkt stehen der Weg, die historischen Nutzungsspuren und die Aussicht auf die Küste von Estellencs. Eine große Ausstellung, ein ausgebauter Aussichtskomplex oder ein Erlebnisprogramm sind nicht der Grund für den Besuch.
Gerade diese Schlichtheit macht Ses Serveres interessant. Der Ort erschließt sich über Zusammenhänge: Die alte Straße erklärt den Zugang, Son Fortuny die Nutzungsgeschichte, Köhlerplatz und Tenne die frühere Arbeit, der Wald den Übergang und der Mirador schließlich die Lage zwischen Tramuntana und Meer.
Insider-Tipps von Einheimischen
Die Aussicht nicht vorwegnehmen
Der stärkste Eindruck entsteht, wenn der Weg durch den Wald bewusst mitgegangen wird. Erst nach Köhlerplatz, Tenne und dem Bereich der kleinen Berghütte öffnet sich der Blick auf die Küste von Estellencs.
Auf den Köhlerplatz achten
Viele konzentrieren sich ausschließlich auf den Mirador. Nahe dem Pfad zur Berghütte liegt jedoch ein ehemaliger Arbeitsplatz der Köhler – ein wichtiges Detail der früheren Waldnutzung von Son Fortuny.
Die große Tenne suchen
Weiter auf der Route liegt eine große Tenne. Zusammen mit dem Köhlerplatz zeigt sie, dass Ses Serveres nicht nur Aussicht bietet, sondern durch eine frühere Arbeitslandschaft aus Waldwirtschaft und Landwirtschaft führt.
Mirador und Hütte trennen
Die kleine Berghütte ist ein Orientierungspunkt, aber nicht der Aussichtspunkt selbst. Der Weg führt anschließend weiter zum Küstenblick; deshalb nicht an der Hütte umkehren und den eigentlichen Mirador verpassen.
Nicht mit Ses Barques verwechseln
Bei der Navigation genau auf den Namen und Estellencs achten. Der Mirador de ses Serveres gehört zu Son Fortuny; der ähnlich benannte Mirador de ses Barques liegt bei Sóller und zeigt ein anderes Küstenpanorama.