Torre del Verger: Wachturm und Aussichtspunkt bei Banyalbufar

Auf einem Felsvorsprung über der Westküste steht die Torre del Verger so nah am Abgrund, dass ihre frühere Aufgabe sofort verständlich wird: Von hier ließ sich das Meer weit überblicken. Heute kommt niemand mehr, um nach Piratenschiffen Ausschau zu halten. Der alte Wachtturm bei Banyalbufar ist ein Aussichtspunkt, an dem sich die schroffe Seite Mallorcas besonders eindrücklich zeigt.
Die Serra de Tramuntana fällt unterhalb des Turms steil zum Mittelmeer ab. Straße, Fels und historische Architektur liegen eng beieinander, weshalb sich der Besuch gut als kurzer Halt auf einer Fahrt über die Ma-10 eignet. Wer sich etwas mehr Zeit nimmt, entdeckt jedoch mehr als eine Fotokulisse: Schießscharten, ein Wehrerkern, die enge Innentreppe und die offene Plattform erzählen von einem Küstenwachdienst, der einst aus langen Stunden des Beobachtens bestand.
Der Turm ist auch unter den Namen Torre de ses Ànimes und Talaya de ses Ànimes bekannt – als „Turm der Seelen“. Weitere überlieferte Bezeichnungen sind Talaya des Verger, Talaya des Coll d’en Verger, Talaya de Banyalbufar und Sa Torreta. Die vielen Namen passen zu einem Bauwerk, das über Jahrhunderte Orientierungspunkt, Warnposten und schließlich Aussichtsturm war.
Besonders lohnt sich die Torre del Verger für Reisende, die Landschaft und Geschichte gern an einem Ort erleben, für Fotografen und für alle, die auf der Fahrt zwischen Banyalbufar und Estellencs nicht nur durch die Tramuntana hindurchfahren möchten. Der eigentliche Rundgang ist kompakt. Sein Eindruck entsteht aus der Lage: unten das offene Meer, seitlich die gefaltete Küstenlinie und dahinter die steilen Hänge des Gebirges.
Geschichte und Bedeutung
Der Wachposten aus dem 16. Jahrhundert
Als die Torre del Verger im 16. Jahrhundert errichtet wurde, war das Meer vor Mallorca nicht bloß Handelsweg und Lebensgrundlage. Piratenangriffe bedrohten die Küstenorte, und ein herannahendes Schiff musste möglichst früh erkannt werden. Der Felsvorsprung bei Banyalbufar bot dafür einen entscheidenden Vorteil: Von seinem Rand reicht der Blick weit über das Wasser und entlang der Küste. Was heute als eindrucksvolles Panorama erscheint, war damals ein Arbeitsfeld, das unablässig beobachtet werden musste.
Der Turm gehörte zum Netz der mallorquinischen Wach- und Signaltürme. Die einzelnen Posten waren so angeordnet, dass Warnungen von Turm zu Turm weitergegeben werden konnten. Bei Gefahr nutzten die Wächter Rauch am Tag und Feuer in der Nacht; auch Flaggen werden als Signalmittel genannt. Auf diese Weise wanderte eine Sichtung entlang der Küste, bis größere Orte reagieren und Verteidiger mobilisieren konnten. Die Torre del Verger war dabei vor allem Beobachtungs- und Signalposten. Eine Geschützbatterie besaß sie nicht.
Wachen ohne Soldatenalltag
Die Männer auf dem Turm waren nach den überlieferten Angaben keine ständig stationierten Berufssoldaten. Landarbeiter aus der Umgebung übernahmen den Wachdienst in Schichten. Dieser Hintergrund verändert den Blick auf das Bauwerk: Hinter den Schießscharten standen Menschen, deren gewöhnlicher Alltag auf Feldern und Terrassen stattfand und die zeitweise für die Sicherheit der Küste verantwortlich waren.
Die Arbeit verlangte Aufmerksamkeit und klare Sichtverbindungen. Lange bevor moderne Kommunikation eine Nachricht in Sekunden übermitteln konnte, musste ein Rauchzeichen erkannt, richtig gedeutet und am nächsten Turm wiederholt werden. Die Lage der Torre del Verger erklärt dieses System anschaulicher als jede Karte. Von der Plattform aus wird deutlich, weshalb Sichtweite wichtiger war als Komfort und weshalb ein kleiner, robuster Turm an dieser Stelle genügte.
Vom Warnsystem zum Aussichtsturm
Mit dem Rückgang der Piratengefahr verlor das Küstenwachturmnetz seine ursprüngliche Aufgabe. Im 19. Jahrhundert diente die Torre del Verger noch gelegentlichen Kontrollen gegen Schmuggler und andere Gesetzesbrecher. Danach wurde aus dem militärischen Beobachtungsposten allmählich ein historisches Bauwerk, dessen Wert vor allem in seiner Lage, seiner Erhaltung und seiner Erinnerung an die frühere Küstenverteidigung lag.
Um 1875 erwarb Erzherzog Ludwig Salvator von Österreich-Toskana den Turm. Der Habsburger hielt sich für seine naturwissenschaftlichen und landeskundlichen Arbeiten häufig auf Mallorca auf und besaß mehrere Anwesen an der Tramuntanaküste. Ihm wird die Einschätzung zugeschrieben, dieser Punkt biete den besten Blick auf Mallorcas Küste. Die Torre del Verger wurde später umfassend restauriert und gehört deshalb zu den gut erhaltenen historischen Wehrtürmen der Insel. Heute erfüllt sie wieder eine Form ihrer alten Aufgabe: Menschen steigen hinauf, richten den Blick aufs Meer und lesen die Küste – nun allerdings ohne Furcht vor einem Angriff.
Was es zu sehen gibt
Der runde Turmkörper
Aus der Nähe wirkt die Torre del Verger kompakter, als ihre markante Silhouette über dem Meer vermuten lässt. Der runde Bau hat einen Durchmesser von ungefähr vier Metern. Verwendet wurde gelblicher Kalkstein aus der Umgebung. Dadurch setzt sich der Turm nicht scharf vom Fels ab, sondern scheint aus demselben Material herausgewachsen zu sein. Seine Form folgt weniger repräsentativen Ansprüchen als der Notwendigkeit, Wind, Wetter und möglichen Angriffen standzuhalten.
Das Mauerwerk trägt die Spuren seines Alters, doch die wesentlichen Bauteile sind klar erkennbar. Kleine Öffnungen durchbrechen die massiven Wände. Sie dienten nicht dazu, einen hellen Innenraum zu schaffen, sondern ermöglichten geschützte Beobachtung und Verteidigung. Wer um den Turm herumgeht, sollte deshalb nicht nur auf die Küste schauen: Gerade der Kontrast zwischen den engen Scharten und dem grenzenlos wirkenden Meer macht die frühere Nutzung anschaulich.
Eingang und Wehrerkern
Über dem Eingang sitzt ein vorspringender Wehrerkern. Von dort konnte der unmittelbar darunterliegende Zugang mit Wurfgeschossen verteidigt werden. Das Bauteil ist klein, aber historisch aussagekräftig. Der Turm sollte zwar in erster Linie melden, was sich auf dem Meer näherte; zugleich musste der Zugang geschützt werden, falls eine Bedrohung den Wachposten erreichte. Für heutige Besucher ist der Eingang der Übergang von der weiten Landschaft in den Innenraum: Draußen bestimmen Horizont und Felsküste das Bild, innen rücken Steinwände, Treppe und kleine Öffnungen dicht zusammen.
Innentreppe und Plattform
Eine innen liegende Treppe führt zur oberen Plattform. Oben öffnet sich der Raum wieder schlagartig. Die Plattform ist nach oben offen und macht aus dem Turm einen echten Aussichtspunkt, nicht nur ein Denkmal, das von außen betrachtet wird.
Von hier lässt sich der Küstenabschnitt in beide Richtungen überblicken. Unterhalb des Felsvorsprungs bricht das Gelände steil zum Mittelmeer ab; landeinwärts steigen die Hänge der Serra de Tramuntana an. Bei klarer Sicht reicht das Panorama nach Angaben des regionalen Tourismusmarketings entlang der Küste von Dragonera bis in Richtung Sóller. Mindestens ebenso aufschlussreich ist der Blick auf den unmittelbaren Geländeverlauf: Buchten, Vorsprünge und steile Flanken erklären, warum die Küstenüberwachung von erhöhten Punkten aus organisiert werden musste.
Der Aussichtspunkt am Fuß des Turms
Der Blick beginnt nicht erst auf der Plattform. Bereits am Fuß der Torre del Verger öffnet sich ein weites Panorama über Meer und Westküste. Das ist wichtig, wenn der Turm vorübergehend nicht begehbar sein sollte oder der enge Aufstieg nicht infrage kommt: Die landschaftliche Wirkung des Ortes bleibt auch vom Felsvorsprung aus erhalten.
Für Fotografien bieten sich zwei sehr unterschiedliche Perspektiven an. Von der Umgebung aus erscheint der runde Turm als steinerne Silhouette vor Meer und Himmel. Von seiner Plattform wird dagegen die Küstenlinie selbst zum Motiv. Am späten Tag steht die Torre del Verger häufig im Zentrum von Sonnenuntergangsaufnahmen. Dann treffen allerdings auch besonders viele Besucher mit demselben Plan ein. Wer das Mauerwerk und die Verteidigungsdetails in Ruhe betrachten möchte, sollte den Blick daher nicht ausschließlich auf den Abend richten.
Die Stellung in der Landschaft
Nur etwa fünfzig Meter trennen den Turm von der Ma-10, dennoch wirkt seine Position vom Aussichtspunkt aus deutlich abgeschiedener. Der Felsvorsprung verdeckt einen Teil des Straßenverlaufs, während das Meer fast das gesamte Blickfeld einnimmt. Gerade diese Nähe von zugänglicher Panoramastraße und ausgesetzter Küstenlage macht den Ort so ungewöhnlich: Ein kurzer Weg führt in eine Landschaft, die vom Turm aus groß und ungezähmt erscheint.
Die Architektur lässt sich nicht sinnvoll von dieser Lage trennen. An einem anderen Ort wäre die Torre del Verger ein kleiner Rundturm aus Kalkstein. Hier wird sie zum Instrument des Sehens. Jede Scharte, die offene Plattform und selbst die Ausrichtung des Zugangs sind Teil eines Bauwerks, dessen Bedeutung aus dem Horizont entsteht.
Der Besuch
Vom Straßenrand zum Turm
Der Besuch beginnt an der Ma-10 zwischen Banyalbufar und Estellencs. Vom nahen Aussichtspunkt beziehungsweise Parkplatz führt ein kurzer Weg zum Felsvorsprung. Schon während der Annäherung wird der Turm aus wechselnden Winkeln sichtbar: zunächst als kompakte Steinform über der Küste, später mit Eingang, Scharten und Wehrerkern. Obwohl der Weg nicht lang ist, lohnt es sich, ihn nicht nur als Zugang zur Plattform zu betrachten. Die Außenansichten gehören zu den besten Möglichkeiten, Aufbau und Lage gemeinsam zu erfassen.
Am Turm folgt gewöhnlich ein Rundgang um das Bauwerk, der Blick vom Fuß des Turms und – sofern der Zugang aktuell möglich ist – der Aufstieg über die Innentreppe. Die Sehenswürdigkeit ist kein Museum mit festgelegtem Parcours. Der Ablauf richtet sich vielmehr danach, wie lange Besucher die Küste beobachten, fotografieren oder die architektonischen Details betrachten möchten.
Zeitbedarf und Andrang
Als einzelner Programmpunkt bleibt die Torre del Verger ein kompakter Halt. Wer lediglich den Aussichtspunkt sehen und einige Bilder aufnehmen möchte, braucht deutlich weniger Zeit als jemand, der das Mauerwerk untersucht, auf die Plattform steigt und auf wechselndes Licht wartet. Eine genaue Besuchsdauer wäre deshalb wenig hilfreich. Für eine Tramuntana-Rundfahrt lässt sich der Turm gut als Zwischenstopp einplanen; zusammen mit Banyalbufar kann daraus ein längerer Ausflug werden.
Sonnenuntergänge sind hier besonders beliebt. Das warme Gegenlicht, die Turmsilhouette und der offene Meereshorizont ziehen Fotografen und Ausflügler an, wodurch Parkplatz und Aussichtspunkt am späten Tag stärker gefragt sein können. Frühes Eintreffen erleichtert die Parkplatzsuche. Wer vor allem Ruhe, freie Sicht auf die Bauteile und weniger Konkurrenz um Fotostandpunkte sucht, ist mit einem Besuch früher am Tag meist besser beraten als mit der besonders populären Sonnenuntergangsphase.
Zugang aktuell prüfen
Vor der Fahrt empfiehlt es sich, den aktuellen Zugang zu prüfen. Das gilt besonders für den Innenraum und die Plattform, denn aus der jüngeren Vergangenheit liegen Hinweise auf zeitweilige Bauarbeiten und eine vorübergehende Sperrung des Turms vor. Auch bei geschlossenem Turm bleibt der Aussichtspunkt am Fuß des Bauwerks das eigentliche landschaftliche Erlebnis. Wer eigens wegen der Innentreppe und der Plattform anreist, sollte sich jedoch nicht darauf verlassen, dass diese ohne Einschränkung zugänglich sind. Eine kurze aktuelle Prüfung verhindert, dass der historische Turm zwar vor Augen steht, der geplante Aufstieg aber entfallen muss.
Anfahrt und Parken
Ab dem Flughafen Palma
Vom Flughafen Palma führt die erfasste Route bis Banyalbufar über Ma-20, Ma-1110 und Ma-1120. Die Strecke beträgt 39 Straßenkilometer, die Fahrt dauert rund 77 Minuten. Diese Angaben enden ausdrücklich in Banyalbufar und nicht direkt an der Torre del Verger. Vom Ort geht es auf der kurvenreichen Ma-10 noch ungefähr einen Kilometer in Richtung Estellencs weiter, bis der Aussichtspunkt am Turm erreicht ist.
Die relativ lange Fahrzeit im Verhältnis zur Kilometerzahl erklärt sich durch die Straßen der Serra de Tramuntana. Nach dem städtischen Straßennetz folgen kurvige Abschnitte, Ortsdurchfahrten und engere Passagen. Gerade auf dem letzten Teil sollte nicht versucht werden, verlorene Zeit aufzuholen. Radfahrer, Gegenverkehr und spontane Bremsmanöver anderer Ausflügler verlangen Aufmerksamkeit.
Ab Palma Zentrum
Vom Zentrum Palmas sind es bis Banyalbufar 34 Straßenkilometer. Die erfasste Fahrt dauert rund 82 Minuten und verläuft über Ma-1110, Ma-1120 und Ma-10. Auch hier bezieht sich die Fahrzeit nur auf Banyalbufar. Anschließend folgt das kurze, kurvige Stück auf der Ma-10 in Richtung Estellencs bis zum Aussichtspunkt der Torre del Verger.
Die Ma-10 ist Teil des Erlebnisses, aber keine Straße für einen eng getakteten Zeitplan. Trockenmauern, Kurven und begrenzte Sichtweiten bestimmen den Rhythmus. Wer den Turm zum Sonnenuntergang erreichen möchte, sollte deshalb einen großzügigen Puffer vorsehen. Nicht nur die Fahrt, auch die Suche nach einem legalen Stellplatz kann am späten Tag Zeit kosten.
Parkplatz am Aussichtspunkt
Nahe der Torre del Verger liegt ein ausgewiesener Parkplatz, von dem der kurze Zugang zum Turm beginnt. Die Zahl der Stellmöglichkeiten ist begrenzt und die Fläche kann sich zu beliebten Besuchszeiten schnell füllen. Auf der Ma-10 sollte nur dort angehalten werden, wo das Fahrzeug vollständig und erlaubt abgestellt werden kann. Ein abruptes Bremsen für ein Foto gefährdet auf der kurvenreichen Straße auch den nachfolgenden Verkehr.
Für den Parkplatz liegen wiederholt Berichte über Einbruchsversuche in Fahrzeuge vor. Wertsachen sollten daher weder offen sichtbar noch vermeintlich gut versteckt im Wagen bleiben. Taschen, Kamerahüllen und Navigationsgeräte können bereits von außen Interesse wecken. Der kurze Weg zum Aussichtspunkt ist kein Grund, das Auto unbedacht zurückzulassen.
Anreise mit dem Bus
Die Haltestelle Torre des Verger liegt direkt im Bereich der Sehenswürdigkeit und ist für die Anreise ohne Auto die naheliegende Station. Daneben gibt es Haltestellen in Banyalbufar und bei Planícia. Da Fahrpläne je nach Saison und Wochentag wechseln können, sollten die aktuellen Verbindungen und die Rückfahrt vor dem Aufbruch geprüft werden.
Mit dem Bus entfällt die Parkplatzsuche, der Tagesablauf richtet sich dafür stärker nach dem Fahrplan. Besonders bei einem Besuch gegen Abend ist entscheidend, ob nach dem Sonnenuntergang noch eine passende Verbindung fährt. Wer Turm und Ort kombinieren möchte, kann die Lage der Haltestellen nutzen, sollte aber die kurvige Ma-10 nicht als angenehmen Fußweg zwischen beliebigen Punkten einplanen.
Buslinien nach Torre del Verger im Überblick
| Linie | Strecke | Fahrten/Tag | Erste Fahrt | Letzte Fahrt |
|---|---|---|---|---|
| 202 | Estellencs - Palma | 157 | 06:42 | 21:31 |
| 131 | Santa Ponça - Banyalbufar | 14 | 11:17 | 16:21 |
Aus den offiziellen GTFS-Fahrplandaten (TIB/SFM), ohne Echtzeit. Die Zahlen fassen alle Halte im Ort zusammen; Fahrten an Wochenenden und Feiertagen weichen ab — vor der Fahrt beim Betreiber prüfen.
Anfahrt mit dem Bus
Torre des Verger (7004) · 0,1 km Luftlinie
- 131Santa Ponça - Banyalbufar · Täglich
- 202Estellencs - Palma · Täglich
Banyalbufar 1 (7002) · 1,2 km Luftlinie
- 131Santa Ponça - Banyalbufar · Täglich
- 202Estellencs - Palma · Täglich
Banyalbufar 2 (7003) · 1,2 km Luftlinie
- 131Santa Ponça - Banyalbufar · Täglich
- 202Estellencs - Palma · Täglich
Planícia (7014) · 1,3 km Luftlinie
- 131Santa Ponça - Banyalbufar · Täglich
- 202Estellencs - Palma · Täglich
Miramar 1 (7015) · 1,7 km Luftlinie
- 131Santa Ponça - Banyalbufar · Täglich
- 202Estellencs - Palma · Täglich
Miramar 2 (7006) · 1,7 km Luftlinie
- 131Santa Ponça - Banyalbufar · Täglich
- 202Estellencs - Palma · Täglich
Fahrplandaten: offizielle GTFS-Daten (TIB/EMT), ohne Echtzeit — Zeiten vor Fahrtantritt beim Betreiber prüfen.
In der Umgebung
Banyalbufar
Banyalbufar liegt ungefähr einen Kilometer von der Torre del Verger entfernt und ist die naheliegendste Ergänzung des Besuchs. Das Dorf sitzt zwischen den Hängen der Serra de Tramuntana und dem Meer. Besonders charakteristisch sind die landwirtschaftlichen Terrassen, die den steilen Untergrund in schmale, nutzbare Flächen gliedern. Vom Turm aus erscheint die Küste großräumig und abweisend; im Ort wird sichtbar, wie Menschen diese Landschaft über lange Zeit bewohnbar und bewirtschaftbar machten.
Ein Spaziergang durch Banyalbufar setzt deshalb einen guten Gegenakzent zum Wachtturm. Oben am Verger geht es um Horizont, Signale und Verteidigung, im Dorf um Mauern, Hänge und alltägliche Wege. Wer beide Orte verbindet, versteht die historische Aufgabe des Turms besser: Er schützte keinen abstrakten Küstenabschnitt, sondern eine besiedelte und landwirtschaftlich genutzte Landschaft.
Cala de Banyalbufar
Unterhalb des Ortes liegt die Cala de Banyalbufar, eine kleine Kiesbucht, die über einen Abstieg vom Dorf erreicht wird. Sie eignet sich als landschaftliche Ergänzung, wenn das Meer ruhig ist und genügend Zeit für den Weg hinunter und wieder hinauf bleibt. Vom Turm wird die Küste aus der Perspektive der Wächter betrachtet; an der Bucht rücken Felswände und Wasser auf Augenhöhe zusammen.
Turm, Dorf und Bucht sollten dennoch nicht in einen zu engen Zeitplan gepresst werden. Die Höhenunterschiede und die kurvige Anfahrt machen einen gemächlichen Ablauf sinnvoller. Besonders im Sommer ist es angenehmer, den Aussichtspunkt und den Abstieg zur Küste nicht in die heißeste Tagesphase zu legen.
Ma-10 Richtung Estellencs
Wer der Ma-10 am Turm vorbei weiter nach Süden folgt, erreicht Estellencs und weitere Abschnitte der Tramuntanaküste. In der Gegenrichtung führt die Straße zurück nach Banyalbufar und weiter in Richtung Esporles und Valldemossa. Die Torre del Verger eignet sich daher gut als klar begrenzter Halt innerhalb einer Fahrt durch den westlichen Gebirgszug. Seine Stärke liegt gerade darin, auf engem Raum einen weiten Überblick zu geben.
Der Ort dazu
Banyalbufar im OrtsporträtWissenswertes für den Besuch
Schuhe und Untergrund
Zwischen Parkplatz, Aussichtspunkt und Turm liegt nur ein kurzer Weg, doch der Untergrund ist stellenweise uneben. Feste, gut sitzende Schuhe sind sinnvoller als glatte Sandalen. Das gilt besonders, wenn der Turm bestiegen werden kann: Die historische Innentreppe ist eng und verlangt mehr Aufmerksamkeit als eine moderne Treppenanlage.
Für einen schnellen Fotostopp wird die Beschaffenheit des Weges leicht unterschätzt. Gerade beim Blick aufs Meer gerät der Boden aus dem Fokus. Wer stehen bleibt, bevor Kamera oder Telefon angehoben werden, bewegt sich sicherer und findet meist auch den besseren Bildausschnitt.
Wind, Sonne und Wetter
Der Felsvorsprung liegt offen über dem Meer. Wind ist dort deutlich spürbar, und auf der nach oben offenen Plattform fehlt der Schutz eines geschlossenen Raumes. Eine leichte windfeste Schicht kann deshalb auch an einem sonst milden Tag angenehm sein. Lose Hüte und leichte Gegenstände sollten so gesichert werden, dass sie nicht über die Mauer oder in Richtung Küste geweht werden. Bei schlechtem Wetter verliert die ausgesetzte Lage ihren unkomplizierten Charakter: Nasser Stein, Böen und eingeschränkte Sicht sprechen dafür, den Aufstieg nicht zu erzwingen.
Besuch mit Kindern
Für Kinder kann die Vorstellung eines alten Piratenwarnpostens den Turm sehr anschaulich machen. Rauchzeichen am Tag, Feuer in der Nacht und die Weitergabe einer Warnung von Turm zu Turm lassen sich direkt mit dem Blick über die Küste verbinden. Der Besuch bleibt kurz genug, um ihn gut in einen Ausflug mit Banyalbufar einzubauen.
Die Lage am steilen Küstenhang und die enge Treppe verlangen jedoch durchgehende Aufsicht. Kinder sollten am Felsvorsprung, an Mauerkanten und auf der Plattform nah begleitet werden. Ein Aussichtspunkt dieser Art ist kein abgegrenzter Spielbereich; der Reiz der freien Lage ist zugleich der Grund, Bewegungsdrang nicht unbeaufsichtigt zu lassen.
Was zu erwarten ist
Zu sehen sind ein kleiner historischer Wachtturm, seine Verteidigungsdetails, die Innentreppe und vor allem die Landschaft, für deren Überwachung er gebaut wurde. Gerade diese Konzentration macht den Besuch überzeugend. Wer mit einem monumentalen Festungsbau rechnet, wird die Torre del Verger zu schnell abhaken. Wer dagegen Schießscharten, Wehrerkern und Plattform als Teile eines funktionierenden Nachrichtensystems liest, findet auf wenigen Metern viel Geschichte. Vor der Fahrt sollte lediglich geprüft werden, ob Innenraum und Plattform aktuell zugänglich sind.
Insider-Tipps von Einheimischen
Erst unten, dann hinauf
Der Küstenblick beginnt bereits am Fuß des Turms. Dort lässt sich zuerst die Silhouette vor dem Meer fotografieren; anschließend zeigt die Plattform denselben Küstenabschnitt aus der historischen Perspektive der Wächter.
Vor dem Abendandrang kommen
Die Torre del Verger ist zum Sonnenuntergang besonders beliebt. Wer den Turm selbst und seine Wehrdetails ruhiger betrachten möchte, kommt früher und wartet nicht bis zu jener Phase, in der Parkplatz und Fotostandpunkte stärker gefragt sind.
Blick über den Eingang
Viele schauen sofort zum Meer und übersehen den Wehrerkern oberhalb des Eingangs. Von dieser vorspringenden Konstruktion konnte der Zugang verteidigt werden – ein kleines Bauteil, das die Funktion des Turms besonders klar erklärt.
Auto leer zurücklassen
Vom nahen Parkplatz wurden Einbruchsversuche gemeldet. Auch bei einem kurzen Aussichtsstopp gehören Taschen, Kamerahüllen und andere sichtbare Gegenstände nicht ins abgestellte Fahrzeug.
Mit Banyalbufar verbinden
Der Turm liegt ungefähr einen Kilometer außerhalb von Banyalbufar. Ein anschließender Dorfspaziergang zu den Terrassen zeigt jene bewohnte und bewirtschaftete Küstenlandschaft, die der Wachposten einst schützen sollte.