Monti-sion in Pollença: Kirche, Kolleg und Stadtgeschichte

Monti-sion ist ein historisches Bauwerk in Pollença. Hinter dem Namen steckt ein ehemaliges Jesuitenkolleg mit Kirche und Konvent, dessen Räume im Lauf der Jahrhunderte religiösen, schulischen und städtischen Zwecken dienten. Gerade dieser Wechsel macht den Komplex zu einem aufschlussreichen Ort für alle, die Pollença nicht nur als hübsche Kulisse, sondern als gewachsene Stadt verstehen möchten.
Eine Verwechslung liegt nahe: Auf Mallorca trägt auch ein Heiligtum bei Porreres den Namen Monti-sion. Es handelt sich jedoch um einen anderen Ort. Das Monti-sion dieser Seite steht in Pollença im Norden der Insel. Seine Geschichte ist eng mit den Jesuiten, der örtlichen Bildung und mehreren bekannten Persönlichkeiten Pollenças verbunden.
Der Besuch lohnt sich besonders im Rahmen eines Rundgangs durch den alten Ortskern. Monti-sion lässt sich weniger als Sammlung einzelner Kunstwerke lesen denn als Haus mit vielen Biografien: zuerst Kolleg und Ordensniederlassung, nach der Vertreibung der Jesuiten lange aufgegeben, später erneut Kirche, Verwaltungsort, Gericht und Schule. Wer diese Schichten kennt, sieht in den Mauern nicht nur ein religiöses Denkmal, sondern ein Stück institutionelles Gedächtnis der Stadt. Für kunst- und kulturgeschichtlich Interessierte ist Monti-sion deshalb ebenso spannend wie für Besucher, die Pollenças Entwicklung nachvollziehen möchten.
Zugleich verlangt der Ort etwas Aufmerksamkeit. Nicht jedes Möbelstück und nicht jedes Gemälde stammt aus der ursprünglichen Ausstattung; manches kam erst durch spätere Übernahmen und Restaurierungen hierher. Eben darin liegt eine seiner interessantesten Geschichten.
Geschichte und Bedeutung
Das Kolleg Sant Ignaci
Zwischen 1696 und 1738 ließen die Jesuiten das Kolleg Sant Ignaci errichten, das in Pollença schon lange vor allem unter seinem volkstümlichen Namen Edifici Monti-sion bekannt ist. Der Orden wartete nicht auf die endgültige Fertigstellung: Bereits 1703 begann er, das Gebäude zu nutzen. Zum Komplex gehörten von Anfang an eine Kirche und ein Konvent. Damit war Monti-sion zugleich Ort des Gottesdienstes, Ordenshaus und Bildungseinrichtung.
Die Verbindung von Religion und Unterricht war für ein Jesuitenkolleg kennzeichnend. In Pollença hinterließ sie einen Bau, dessen Nutzung weit über eine reine Klosterkirche hinausging. Hier wurde nicht nur gebetet, das Haus stand auch für die Vermittlung von Wissen. Monti-sion ist daher ein Zeugnis jener Epoche, in der Bildung, kirchliches Leben und gesellschaftliche Autorität eng miteinander verknüpft waren.
Die Vertreibung der Jesuiten
1767 endete die erste Phase abrupt. König Carlos III. ordnete die Vertreibung der Jesuiten aus Spanien an. Kirche und Konvent in Pollença wurden daraufhin verlassen. Die ursprüngliche Nutzung brach ab, und der Komplex musste später für neue Aufgaben erschlossen werden.
Monti-sion erzählt deshalb keine ununterbrochene Klostergeschichte. Zwischen Gründung und Gegenwart liegen Aufgabe, Umnutzung und Wiederaneignung. Wer vor dem Gebäude steht, blickt nicht auf ein Ordenshaus, das über Jahrhunderte unverändert fortbestand, sondern auf ein Bauwerk, das politische Entscheidungen und wechselnde Bedürfnisse der Stadt sichtbar überdauerte.
Die Erneuerung im späten neunzehnten Jahrhundert
Im späten neunzehnten Jahrhundert begann eine umfangreiche Wiederherstellung. Einen wichtigen Anstoß gab 1885 Mateu Rotger, der als erster Historiker Pollenças gilt. Später führte der Dichter und Priester Miquel Costa i Llobera das Vorhaben weiter. Er stammte aus einer wohlhabenden und bekannten Familie des Ortes und war selbst als Geistlicher mit Monti-sion verbunden.
Die Restaurierung war mehr als eine bauliche Reparatur: Sie gab dem lange vernachlässigten Komplex wieder Aufgaben. Der Kirchenraum wurde erneut für den Gottesdienst genutzt, während andere Teile städtischen Zwecken dienten. Dort fanden Büros der Gemeinde und örtliche Gerichte Platz. Im zwanzigsten Jahrhundert beherbergte Monti-sion außerdem eine staatliche Schule. Das Gebäude verbindet damit Ordensgeschichte, kommunale Verwaltung, Rechtsprechung und öffentlichen Unterricht.
Drei Namen aus Pollença
Mit Monti-sion sind drei bekannte Bürger Pollenças verknüpft. Mateu Rotger steht für die historische Erforschung und den Beginn der Erneuerung, Miquel Costa i Llobera für Literatur, Priestertum und die Fortführung der Restaurierung. Hinzu kommt der Komponist Miquel Capllonch, der von 1861 bis 1935 lebte. Er schrieb mehrere Werke für den Kirchenchor und trug dazu bei, klassische Musik, die zuvor vielfach als elitär galt, einem breiteren Publikum im Ort nahezubringen.
Diese drei Lebenswege zeigen, warum Monti-sion für Pollença mehr als ein ehemaliges Kolleg ist. Das Gebäude wurde zu einem Ort, an dem sich Geschichtsschreibung, Dichtung, Musik, Religion und öffentliches Leben berührten. Seine Bedeutung liegt nicht allein im Alter der Mauern, sondern in den Menschen, die sie bewahrten, nutzten und mit der Kultur des Ortes verbanden.
Was es zu sehen gibt
Die Kirche
Die Kirche bildet den religiösen Kern von Monti-sion. Sie gehörte bereits zur von den Jesuiten geplanten Anlage und wurde nach der großen Erneuerung im späten neunzehnten Jahrhundert wieder als Gotteshaus genutzt. Beim Betrachten ist wichtig, zwischen dem Bau selbst und seiner später zusammengestellten Ausstattung zu unterscheiden. Der Raum bewahrt die kirchliche Funktion des Komplexes, doch sein heutiges Inventar bildet nicht einfach den Zustand der frühen Jesuitenzeit ab.
Gerade diese Trennung schärft den Blick. Monti-sion sollte nicht wie ein vollständig erhaltenes Ordensinterieur gelesen werden, in dem jedes Objekt seit der Erbauung an derselben Stelle steht. Die Vertreibung des Ordens und die lange Unterbrechung der Nutzung hinterließen Brüche. Der Kirchenraum erhielt seine liturgische Rolle zurück, nachdem das Haus zwischenzeitlich verlassen gewesen war. Seine heutige Wirkung ist daher das Ergebnis mehrerer Epochen.
Wer Zugang zum Inneren erhält, sollte zunächst den Raum als Ganzes betrachten: Wo zeigt sich die ursprüngliche Funktion als Kollegskirche, und wo wird die spätere Wiederbelebung erkennbar? Diese Frage ist für Monti-sion ergiebiger als die Suche nach einem einzigen berühmten Meisterwerk. Der Kirchenraum erzählt vor allem davon, wie Pollença ein aufgegebenes religiöses Gebäude wieder in sein öffentliches und geistliches Leben zurückholte.
Der ehemalige Konvent
Neben der Kirche gehörte ein Konvent zur ursprünglichen Anlage. Er machte Monti-sion zu einem vollständigen Ordens- und Kollegkomplex und nicht lediglich zu einer freistehenden Kirche. Die Jesuiten nutzten das Haus bereits ab 1703, obwohl die Bauarbeiten bis 1738 andauerten. In den Mauern überlagern sich daher Bauzeit und frühe Nutzung: Das Kolleg war schon belebt, während der gesamte Komplex noch nicht abgeschlossen war.
Nach 1767 verloren die Konventsräume ihren ursprünglichen Zweck. Später wurden Teile des Gebäudes für Verwaltungsbüros und Gerichte hergerichtet, im zwanzigsten Jahrhundert kam die Nutzung als staatliche Schule hinzu. Diese Abfolge lässt sich als Leitfaden für die Betrachtung nehmen. Hinter einer Tür kann sinngemäß die Geschichte des Ordens stehen, hinter der nächsten jene der Kommune oder des Unterrichts. Nicht alle Bereiche müssen bei einem gewöhnlichen Besuch zugänglich sein, doch schon die Gliederung des Komplexes macht deutlich, dass hier verschiedene Institutionen Platz fanden.
Monti-sion ist damit ein gutes Beispiel für die Anpassungsfähigkeit historischer Architektur. Statt nach der Aufgabe des Klosters vollständig zu verschwinden, wurde das Haus in die Stadt zurückgeholt. Seine Räume mussten sich verändern, ohne dass die Erinnerung an das Kolleg ausgelöscht wurde. Diese Spannung zwischen alter Gestalt und neuer Aufgabe gehört zu den wichtigsten Dingen, die es hier zu sehen gibt.
Möbel und Gemälde
Die Ausstattung verlangt einen besonders aufmerksamen Blick. Ein großer Teil der heute mit Monti-sion verbundenen Möbel und Gemälde gehört nicht zum ursprünglichen Bestand des Jesuitenkollegs. Stücke kamen aus anderen Kirchen oder wurden während der umfangreichen Restaurierung im späten neunzehnten Jahrhundert hinzugefügt. Das schmälert ihren Wert nicht, verändert aber ihre Aussage: Sie dokumentieren weniger einen unberührten historischen Zustand als den Versuch, den Sakralraum nach langer Unterbrechung wieder angemessen auszustatten.
Für Besucher ist diese Herkunftsgeschichte ein Schlüssel zum Verständnis. In vielen Kirchen entsteht leicht der Eindruck, Altar, Bilder und Mobiliar hätten seit der Bauzeit unverändert zusammengehört. In Monti-sion ist Vorsicht angebracht. Der Raum ist ein gewachsenes Ensemble, zusammengesetzt aus Bewahrtem, Übernommenem und später Ergänztem. Genaues Hinsehen lohnt sich deshalb mehr als ein rascher Rundgang.
Die Frage nach dem Ursprung der Gegenstände führt unmittelbar zurück zur Vertreibung der Jesuiten und zur Restaurierung. Ausstattung wird hier zum historischen Beleg: Sie zeigt, dass ein Gebäude nach einem Bruch nicht einfach in seine Vergangenheit zurückkehren kann. Pollença stellte Monti-sion wieder her, doch es entstand keine exakte Rekonstruktion der ersten Ordenszeit. Sichtbar ist vielmehr die Interpretation des späten neunzehnten Jahrhunderts.
Das Bauensemble
Auch ohne vollständigen Zugang zu allen Räumen lässt sich Monti-sion als Ensemble erfassen. Kirche, ehemaliger Konvent und Kolleg gehören zusammen, obwohl sie im Lauf der Zeit unterschiedlich genutzt wurden. Die Anlage sollte deshalb nicht auf die Kirchentür reduziert werden. Ein langsamer Blick auf die Verbindung der Gebäudeteile erklärt bereits, warum hier gleichzeitig Gottesdienst, Unterricht, Verwaltung und Rechtsprechung möglich waren.
In Pollença liegt der Reiz im Verhältnis zwischen Gebäude und Stadt. Monti-sion war Teil des örtlichen Lebens, und seine Architektur bekam ihre Bedeutung durch Menschen, die täglich zum Lernen, Arbeiten, Urteilen, Musizieren oder Beten kamen.
Der Besuch
Ein Rundgang mit historischem Vorwissen
Monti-sion erschließt sich am besten in zwei Schritten. Zunächst lohnt es sich, das gesamte Gebäude von außen wahrzunehmen und Kirche, Kolleg und ehemalige Konventbereiche gedanklich zusammenzuführen. Danach kann der Blick, sofern der Kirchenraum zugänglich ist, auf die spätere Ausstattung und die Spuren der erneuerten religiösen Nutzung fallen. Ohne diesen Zusammenhang bleibt leicht nur der Eindruck einer weiteren alten Kirche zurück.
Für die Besichtigung sollte nicht allein die Menge sichtbarer Kunstobjekte den Takt bestimmen. Der eigentliche Gewinn entsteht, wenn die verschiedenen Lebensphasen des Hauses miteinander verglichen werden. Die Jesuitenzeit, der Bruch von 1767, die Restaurierung ab 1885 und die anschließenden kommunalen sowie schulischen Nutzungen bilden eine verständliche Linie. Wer diese Stationen vor dem Besuch kennt, benötigt keine große Ausstellung, um das Gebäude lesen zu können.
Zugang und Besuchsplanung
Aktuelle Öffnungszeiten und Eintrittsbedingungen sind nicht verlässlich erfasst. Vor einem gezielt geplanten Innenbesuch empfiehlt es sich daher, die Zugangssituation kurzfristig vor Ort oder bei der zuständigen Stelle in Pollença zu prüfen.
Der Außenbau lässt sich gut in einen Ortsrundgang aufnehmen. Für das Innere sollte dagegen nicht vorausgesetzt werden, dass sämtliche Bereiche des früheren Kollegs und Konvents frei besichtigt werden können, denn Teile des Hauses dienten über lange Zeit anderen öffentlichen Aufgaben.
Dauer und Tageszeit
Eine feste Besuchsdauer lässt sich bei Monti-sion kaum sinnvoll vorgeben, weil sie vom Zugang zum Kirchenraum und von der Einbindung in einen Spaziergang durch Pollença abhängt. Für eine Betrachtung des Außenbaus genügt ein kürzerer Halt. Wer die Geschichte der Ausstattung nachvollziehen und den Komplex mit weiteren Stationen im alten Ortskern verbinden möchte, sollte bewusst mehr Zeit lassen. Eine allgemein belegte ruhigste Tageszeit gibt es nicht.
Anfahrt und Parken
Von Palma und vom Flughafen
Die angegebenen Straßenrouten führen jeweils bis Pollença, nicht unmittelbar bis an den Eingang von Monti-sion. Vom Flughafen Palma beträgt die Strecke nach Pollença 57 Straßenkilometer. Die Fahrt dauert rund 45 Minuten und verläuft über die Ma-30, anschließend über die Ma-13 und zuletzt über die Ma-2200. Ab dem Zentrum von Palma sind es 54 Straßenkilometer; über die Ma-13 und die Ma-2200 dauert die Fahrt rund 50 Minuten.
Nach dem Erreichen Pollenças beginnt das städtische letzte Wegstück. Monti-sion liegt innerhalb des Ortes. Bei der Navigation ist der Zusatz Pollença wichtig, da die gleichnamige Anlage bei Porreres sonst leicht zu einer falschen Routenführung führen kann.
Das letzte Stück im Ort
Die Anfahrt endet mitten in einer lebendigen Stadt. Das ist für die Besuchsplanung ein Vorteil, denn Monti-sion lässt sich mit dem Ortskern verbinden.
Mit dem Bus
Mehrere Bushaltestellen erschließen Pollença und liegen in Gehreichweite des Ortskerns. Von dort wird der Weg zu Fuß fortgesetzt. Die konkreten Haltestellen und aktuellen Verbindungen sollten anhand der Fahrplandaten für den Reisetag gewählt werden. Für die Orientierung bleibt auch hier entscheidend, als Ziel ausdrücklich Pollença anzugeben.
Buslinien nach Monti-sion im Überblick
| Linie | Strecke | Fahrten/Tag | Erste Fahrt | Letzte Fahrt |
|---|---|---|---|---|
| 322 | Pollença - Port d'Alcúdia | 308 | 00:06 | 23:40 |
| 301 | Port de Pollença - Palma | 152 | 06:15 | 22:41 |
| 321 | Cala de Sant Vicenç | 119 | 07:49 | 22:09 |
| 231 | Port de Sóller - Alcúdia | 32 | 10:36 | 20:22 |
Aus den offiziellen GTFS-Fahrplandaten (TIB/SFM), ohne Echtzeit. Die Zahlen fassen alle Halte im Ort zusammen; Fahrten an Wochenenden und Feiertagen weichen ab — vor der Fahrt beim Betreiber prüfen.
Anfahrt mit dem Bus
Pont Romà 2 (42046) · 0,5 km Luftlinie
- 231Port de Sóller - Alcúdia · Täglich
Pont Romà 1 (42045) · 0,5 km Luftlinie
- 231Port de Sóller - Alcúdia · Täglich
Pollença 1 (42001) · 0,5 km Luftlinie
- 301Port de Pollença - Palma · Täglich
Pollença 2 (42002) · 0,5 km Luftlinie
- 301Port de Pollença - Palma · Täglich
- 321Cala de Sant Vicenç · Täglich
- 322Pollença - Port d'Alcúdia · Täglich
Poliesportiu (42004) · 0,7 km Luftlinie
- 301Port de Pollença - Palma · Täglich
- 321Cala de Sant Vicenç · Täglich
- 322Pollença - Port d'Alcúdia · Täglich
CEIP Joan Mas (42005) · 0,7 km Luftlinie
- 301Port de Pollença - Palma · Täglich
- 321Cala de Sant Vicenç · Täglich
- 322Pollença - Port d'Alcúdia · Täglich
La Font 1 (42009) · 0,9 km Luftlinie
- 231Port de Sóller - Alcúdia · Täglich
- 301Port de Pollença - Palma · Täglich
- 321Cala de Sant Vicenç · Täglich
- 322Pollença - Port d'Alcúdia · Täglich
La Font 2 (42033) · 1,0 km Luftlinie
- 231Port de Sóller - Alcúdia · Täglich
- 301Port de Pollença - Palma · Täglich
- 321Cala de Sant Vicenç · Täglich
- 322Pollença - Port d'Alcúdia · Täglich
Fartàritx 2 (42048) · 1,7 km Luftlinie
- 231Port de Sóller - Alcúdia · Täglich
Fartàritx 1 (42047) · 1,7 km Luftlinie
- 231Port de Sóller - Alcúdia · Täglich
Polígon de Pollença 2 (42044) · 1,8 km Luftlinie
- 231Port de Sóller - Alcúdia · Täglich
- 301Port de Pollença - Palma · Täglich
- 321Cala de Sant Vicenç · Täglich
- 322Pollença - Port d'Alcúdia · Täglich
Polígon de Pollença 1 (42043) · 1,8 km Luftlinie
- 231Port de Sóller - Alcúdia · Täglich
- 301Port de Pollença - Palma · Täglich
- 321Cala de Sant Vicenç · Täglich
- 322Pollença - Port d'Alcúdia · Täglich
Fahrplandaten: offizielle GTFS-Daten (TIB/EMT), ohne Echtzeit — Zeiten vor Fahrtantritt beim Betreiber prüfen.
In der Umgebung
Pollenças alter Ortskern
Monti-sion gewinnt durch seine Umgebung. Pollença besitzt enge Straßen, Steinhäuser und Plätze mit Cafés und Restaurants; das ehemalige Jesuitenkolleg erscheint darin nicht als isoliertes Denkmal, sondern als Teil einer historischen Stadtlandschaft. Ein Spaziergang verbindet kirchliche, bürgerliche und schulische Geschichte, ohne dass zwischen den einzelnen Stationen jedes Mal das Auto benötigt wird.
Der Ortskern bietet den passenden Maßstab für Monti-sion. Das Gebäude erzählt von einer Institution, die auf die Stadt wirkte, und die Stadt zeigt, für wen das Kolleg, die Kirche, die Verwaltung und die Schule bestimmt waren. Wer nach der Besichtigung weitergeht, begegnet sozusagen dem ehemaligen Umfeld seiner Schüler, Geistlichen, Beamten und Kirchenbesucher.
Calvari und weitere Kirchen
Monti-sion lässt sich mit dem Calvari und weiteren religiösen Bauwerken Pollenças zu einem thematischen Rundgang verbinden. Dabei treten unterschiedliche Formen mallorquinischer Frömmigkeit nebeneinander: das städtische Jesuitenkolleg, andere Kirchenräume und der traditionsreiche Aufstieg des Calvari. Eine solche Kombination macht sichtbar, dass die religiöse Geschichte des Ortes nicht von einem einzigen Orden oder Bauwerk geprägt wurde.
Es genügt, Monti-sion als eine Station unter mehreren einzuordnen. Sein besonderes Thema bleibt die Verbindung aus Kirche, Kolleg und späteren öffentlichen Nutzungen. Andere Gotteshäuser setzen eigene Akzente und sollten nicht als bloße Fortsetzung seiner Geschichte betrachtet werden.
Convent de Sant Domingo und Museum
Auch der Convent de Sant Domingo gehört zu den naheliegenden kulturgeschichtlichen Stationen Pollenças. Dort verbindet sich ein weiterer ehemaliger Ordensbau mit dem heutigen kulturellen Leben und dem Museum des Ortes. Zusammen mit Monti-sion entsteht ein anschaulicher Vergleich: Historische Klosteranlagen konnten nach dem Ende ihrer ursprünglichen Nutzung sehr unterschiedliche Aufgaben übernehmen.
Für einen solchen Rundgang ist kein ausführliches Programm nötig. Monti-sion liefert die Geschichte der Jesuiten und des Kollegs, Sant Domingo eine weitere Perspektive auf Ordensarchitektur und Kultur. Dazwischen bleibt Zeit für die Straßen und Plätze, die beide Anlagen mit dem heutigen Pollença verbinden.
Port de Pollença und der Norden
Wer nach dem Ortsbesuch weiterfahren möchte, kann Pollenças Küstenort Port de Pollença oder Ziele in der Serra de Tramuntana anschließen. Monti-sion selbst sollte jedoch nicht mit einer Landschaftsattraktion verwechselt werden. Seine Stärke liegt im kompakten Stadtrundgang; Küste und Berge bilden ein anschließendes, eigenständiges Programm.
Der Ort dazu
Pollença im OrtsporträtWissenswertes für den Besuch
Den richtigen Ort wählen
Der wichtigste praktische Hinweis beginnt bereits bei der Suche im Navigationsgerät. Auf Mallorca existieren mehrere religiöse Orte mit ähnlich geschriebenem Namen. Für diese Sehenswürdigkeit müssen Monti-sion und Pollença gemeinsam als Ziel erkennbar sein. Angaben zu Porreres gehören nicht zu diesem Besuch.
Auch Bilder können in die Irre führen. Hier erwartet Besucher ein historisches Kolleg mit Kirche innerhalb der Stadt. Wer diese Unterscheidung vorab trifft, plant Anfahrt, Zeitbedarf und Besichtigungsform richtig.
Kleidung und Verhalten
Da der Kirchenraum wieder als Gotteshaus genutzt wurde, sind ruhiges Verhalten und angemessene Kleidung angebracht. Für die Verbindung mit einem Altstadtrundgang empfiehlt sich zudem bequemes Schuhwerk. Der Besuch besteht nicht nur aus dem möglichen Eintritt in die Kirche, sondern auch aus dem Weg durch Pollença und der Betrachtung des gesamten Komplexes. Monti-sion ist eher eine Station zum genauen Schauen.
Mit Kindern
Mit Kindern funktioniert Monti-sion am besten als kurzer, erzählerischer Abschnitt eines Stadtspaziergangs. Die wechselnden Aufgaben des Hauses bieten einen verständlichen Zugang: Ein Gebäude war nacheinander Kloster, Kolleg, Kirche, Gericht, Rathausbereich und Schule. Diese Rollen lassen sich leichter vermitteln als eine lange Folge kunsthistorischer Fachbegriffe. Familien profitieren davon, den Aufenthalt flexibel zu halten und Monti-sion mit den Plätzen und weiteren gut erreichbaren Stationen Pollenças zu verbinden.
Insider-Tipps von Einheimischen
Pollença ins Navi schreiben
Auf Mallorca gibt es ein weiteres Monti-sion bei Porreres. Für dieses ehemalige Jesuitenkolleg muss das Navigationsziel ausdrücklich Pollença lauten.
Ausstattung kritisch lesen
Viele Möbel und Gemälde gehören nicht zum ursprünglichen Jesuitenbestand. Sie kamen aus anderen Kirchen oder während der Restaurierung im späten neunzehnten Jahrhundert hinzu. Gerade diese Herkunft macht den Innenraum historisch interessant.
Mehr als die Kirche ansehen
Monti-sion bestand aus Kirche, Kolleg und Konvent. Beim Außenrundgang lohnt es sich, den ganzen Komplex zu betrachten: Seine Räume dienten später auch der Stadtverwaltung, den örtlichen Gerichten und einer staatlichen Schule.
Drei Pollençiner merken
Miquel Capllonch, Mateu Rotger und Miquel Costa i Llobera verbinden Monti-sion mit Musik, Geschichtsschreibung und Dichtung. Mit diesen Namen im Kopf wird aus dem alten Kolleg ein Ort der Kulturgeschichte Pollenças.
In den Ortsrundgang einbauen
Monti-sion liegt in Pollença und funktioniert am besten als Station eines Spaziergangs durch den historischen Ortskern. Calvari und Convent de Sant Domingo liefern passende, aber jeweils eigenständige Vergleichspunkte.