Monti-sion in Palma – Barockkirche über der alten Synagoge

Mitten in Palmas dicht bebauter Altstadt öffnet sich die Fassade von Monti-sion wie ein steinernes Bilderbuch. Gedrehte Säulen, Heiligenfiguren, Wappen und religiöse Symbole überziehen das Portal. Wer nur rasch daran vorbeigeht, sieht eine Barockkirche; wer genauer hinschaut, begegnet einem Ort, an dem sich jüdische Geschichte, jesuitische Ordensgeschichte und katholische Bildsprache überlagern.
Monti-sion ist die historische Kirche im ehemaligen jüdischen Viertel von Palma. Ihr Reiz liegt in der Stadtgeschichte und in ihrem charakteristischen Kirchenportal. Der Bau lohnt sich besonders für Besucher, die Architektur nicht nur als schöne Kulisse betrachten: An der Fassade lassen sich der Stifter, die ersten Heiligen des Jesuitenordens, die Unbefleckte Empfängnis und das Wappen des Ignatius von Loyola ablesen. Im Inneren setzt sich die klare Raumordnung einer einschiffigen Kirche mit Seitenkapellen fort.
Auch ohne langen Aufenthalt fügt Monti-sion einem Altstadtrundgang eine wichtige Perspektive hinzu. Das Gotteshaus steht dort, wo einst die Hauptsynagoge des jüdischen Viertels lag. Der heutige Bau erzählt deshalb nicht allein von barocker Frömmigkeit, sondern ebenso von den tiefen historischen Brüchen in Palmas Call Major.
Geschichte und Bedeutung
Die Hauptsynagoge des Call Major
Unter der Kirche liegt die älteste und zugleich schwierigste Schicht ihrer Geschichte. Monti-sion wurde auf den Mauern beziehungsweise über den Resten der früheren Hauptsynagoge errichtet. Der Standort gehörte zum Call Major, dem großen jüdischen Viertel Palmas. Um das Jahr 1300 ließ König Jaume II. die jüdische Bevölkerung in diesen Stadtbereich umsiedeln. Die heutige Kirche ist daher nicht losgelöst von ihrem Viertel zu verstehen: Ihr Bauplatz war bereits lange zuvor religiös und gemeinschaftlich geprägt.
Von der Synagoge vermittelt das sichtbare Kirchengebäude keinen unveränderten historischen Raum. Der Ort erinnert vielmehr durch seine Lage und seine Baugeschichte an den grundlegenden Wandel des Viertels. Gerade diese Überlagerung macht Monti-sion bedeutend: Die barocke Fassade zeigt mit großer Selbstgewissheit die katholische und jesuitische Identität des späteren Bauwerks, während die Geschichte des Grundstücks weit darüber hinausreicht.
Die Ankunft der Jesuiten
Die Jesuiten kamen 1561 nach Mallorca, und Monti-sion wurde ihr erster Sitz auf der Insel. Diese Verbindung ist bis heute an mehreren Stellen abzulesen. Ignatius von Loyola und Franz Xaver, zwei zentrale Gestalten der frühen Ordensgeschichte, flankieren das Hauptportal. Weiter oben erscheint erneut das Wappen des Ignatius. Im Kirchenraum erinnert das Grab des Jesuitenbruders Alphonsus Rodríguez an das alltägliche Leben der Gemeinschaft. Er wirkte lange als Pförtner von Monti-sion und wurde später als Heiliger verehrt.
Unterdrückung und Rückkehr des Ordens
Die Geschichte der Jesuiten in Monti-sion verlief nicht ohne Brüche. Der Orden war wegen seines religiösen, kulturellen und gesellschaftlichen Einflusses politisch umstritten und wurde zwischen 1767 und 1815 unterdrückt. Damit verlor der ursprüngliche Träger der Kirche zeitweise seine institutionelle Stellung. Der Bau selbst blieb jedoch als Zeugnis jener Epoche bestehen, in der die Jesuiten ihre Präsenz auf Mallorca dauerhaft in Stein gefasst hatten.
Heute ist Monti-sion vor allem als historische Kirche und als Teil des kulturellen Gedächtnisses der Altstadt interessant. Ihre Bedeutung entsteht nicht aus einer einzelnen Bauphase: Jüdischer Sakralort, jesuitische Niederlassung und barocke Kirche folgen am selben Platz aufeinander. Wer diese Abfolge kennt, betrachtet das Portal anders – nicht nur als kunstvolle Dekoration, sondern als sichtbare Erklärung dessen, wer den Ort in der Neuzeit prägte.
Was es zu sehen gibt
Das Hauptportal
Der Blick bleibt fast zwangsläufig am Eingang hängen. Salomonische, also schraubenförmig gedrehte Säulen und Pilaster staffeln das Portal in die Tiefe. Blumenmotive lösen die schweren Architekturformen optisch auf und ziehen das Auge von den unteren Bauteilen zu den Figuren und Wappen darüber. Statt einer glatten Wand entsteht eine bewegte Schauseite, deren Einzelheiten sich erst nach und nach ordnen.
Im Tympanon befindet sich das große Wappen von Ramon de Verí, dem Stifter der Kirche. Zwei Engel tragen beziehungsweise begleiten es. Das Wappen ist damit nicht als nebensächliche Signatur behandelt, sondern sitzt an einer prominenten Stelle der Fassade. Es verbindet persönliche Stiftung, religiöse Repräsentation und Baugeschichte.
Für die Betrachtung lohnt sich ein schrittweises Vorgehen. Zunächst erschließen sich Säulen, Pilaster und Pflanzenornamente; danach treten die Figuren und ihre Beziehungen zueinander hervor. Aus der Nähe beeindrucken einzelne Details, mit etwas Abstand wird dagegen die streng aufgebaute Gesamtkomposition verständlich.
Ignatius von Loyola und Franz Xaver
Links vom Tympanon steht Ignatius von Loyola, rechts Franz Xaver. Beide gehören zu den ersten Heiligen des Jesuitenordens und markieren die geistliche Zugehörigkeit des Bauwerks schon vor dem Betreten der Kirche. Ihre symmetrische Anordnung ist kein zufälliger Fassadenschmuck: Sie rahmen den Eingang wie zwei programmatische Wächter und machen Monti-sion unmittelbar als jesuitischen Ort kenntlich.
An Monti-sion bilden beide Figuren eine knappe steinerne Darstellung jesuitischer Identität. Wer sie erkennt, versteht auch das höher angebrachte Wappen des Ignatius nicht mehr als isoliertes Ornament, sondern als Wiederholung und Bekräftigung des Ordensprogramms.
Die Unbefleckte Empfängnis
Über dem Portal erscheint die Unbefleckte Empfängnis. Die Marienfigur steht über einer Mondsichel; unter ihr ist der Teufel als tierähnliches Wesen dargestellt. Das Motiv übersetzt eine theologische Aussage in eine unmittelbar lesbare Hierarchie: Maria befindet sich oben, das überwundene Böse unten. Gerade diese vertikale Dramaturgie macht die Fassade anschaulich, selbst wenn nicht jedes Symbol auf den ersten Blick bekannt ist.
Noch höher folgt das Wappen des Ignatius von Loyola. Ein halbkreisförmiger Vorsprung schützt die plastisch ausgearbeitete Portalzone. Darüber beruhigt sich die Fassade sichtbar: Eine Rosette mit vergleichsweise schlichten Einfassungen und ein dreieckiger Giebel schließen die Komposition ab. Der Wechsel zwischen üppigem Portal und zurückhaltenderem oberen Bereich gehört zu den reizvollsten Eigenschaften der Front.
Das Kirchenschiff
Hinter der erzählerisch dichten Fassade folgt ein klar gegliederter Innenraum. Monti-sion besitzt ein einziges Hauptschiff. An jeder Längsseite öffnen sich sechs Seitenkapellen, sodass der Blick einerseits gerade auf den rechteckig abgeschlossenen Chorraum gelenkt wird, andererseits immer wieder seitlich ausweichen kann.
Über dem Schiff spannt sich ein Tonnengewölbe mit Lünetten. Kannelierte Pilaster tragen und gliedern die Wandzonen. Diese Ordnung gibt dem Raum einen deutlichen Rhythmus: Kapelle, Pilaster und Gewölbeabschnitt folgen aufeinander, während die Längsachse zum Presbyterium führt. Die Architektur wirkt dadurch geschlossen, ohne vollkommen undifferenziert zu erscheinen.
Wer den Innenraum betreten kann, sollte nicht sofort von Kapelle zu Kapelle gehen. Ein erster Blick entlang der Mittelachse macht den Aufbau verständlich. Danach erschließen sich die seitlichen Räume besser als Teil eines zusammenhängenden Systems. Die Kirche ist keine Ansammlung unabhängiger Kunstwerke, sondern ein sorgfältig komponierter Sakralraum.
Das Grab des Ramon de Verí
Links vom Presbyterium befindet sich das Grab Ramon de Verís. Sein Name ist Besuchern bereits von der Fassade bekannt, wo das von Engeln flankierte Wappen den Stifter hervorhebt. Innen und außen entsteht damit eine direkte Verbindung: Vor der Kirche begegnet man seinem heraldischen Zeichen, nahe dem liturgischen Zentrum seiner Grabstätte.
Dieses Zusammenspiel ist leicht zu übersehen, wenn Fassade und Innenraum getrennt betrachtet werden. Gerade darin liegt jedoch ein Schlüssel zum Bau. Die Stiftung bleibt nicht nur in einer Inschrift oder einem abgelegenen Denkmal greifbar, sondern gehört zum Bildprogramm des Eingangs und zur räumlichen Ordnung der Kirche.
Die Kapelle des Alphonsus Rodríguez
In der ersten Seitenkapelle auf der linken Seite liegt Alphonsus Rodríguez begraben. Der Jesuitenbruder war viele Jahre Pförtner von Monti-sion. Seine Aufgabe klingt zunächst unscheinbar, bestand aber im unmittelbaren Kontakt mit allen, die an die Tür der Gemeinschaft kamen. Später wurde er heiliggesprochen, und sein Grab gab dem alltäglichen Dienst am Eingang eine weit über sein Leben hinausreichende Bedeutung.
Für Besucher ist die Kapelle eines der persönlichsten Details der Kirche. Zwischen den großen Namen der Ordensgeschichte und dem repräsentativen Stifter erscheint hier ein Mann, dessen Wirken mit dem Öffnen der Tür und dem Empfang von Menschen verbunden war. Die Lage in der ersten linken Kapelle passt bemerkenswert zu dieser Biografie: Sein Gedächtnis bleibt räumlich nahe am Zugang, an dem sein Dienst begann.
Die Calle del Vent
Eine lokale Legende knüpft an einen früheren Seitenausgang zur schmalen Calle del Vent an. Die Gasse trägt ihren Namen wegen des dort spürbaren Luftzugs. Der Erzählung nach verlangte der Teufel die Seelen der Gemeindemitglieder. Jesus gestattete ihm jedoch nur, jene Menschen zu nehmen, die die Kirche durch diesen Seitenausgang verließen.
Die Geschichte gehört nicht zur dokumentierten Bauchronik, ist aber ein anschauliches Stück lokaler Überlieferung. Sie verbindet die konkrete Eigenart einer windigen Gasse mit religiöser Moral und dem alten Nebenausgang. Wer nach dem Kirchenbesuch durch das Viertel geht, begegnet damit nicht nur Straßen und Fassaden, sondern einem Schauplatz, an den sich über Generationen eine Erzählung geheftet hat.
Der Besuch
Zuerst die Fassade lesen
Monti-sion erschließt sich am besten von außen nach innen. Vor dem Portal lohnt sich zunächst ein Standort mit genügend Abstand, um Rosette, Giebel und Portalzone gemeinsam zu sehen. Danach können die gedrehten Säulen, Blumenmotive, Engel und Figuren aus der Nähe betrachtet werden. Diese Reihenfolge verhindert, dass der Detailreichtum den Gesamtaufbau verdeckt.
Die Orientierung an der Fassade ist einfach: Ignatius von Loyola steht links, Franz Xaver rechts. Dazwischen beziehungsweise darüber folgen das Wappen Ramon de Verís, die Darstellung der Unbefleckten Empfängnis und weiter oben das Wappen des Ignatius. Wer diese Abfolge vor dem Besuch kennt, benötigt keine lange kunsthistorische Erklärung, um das Programm zu verstehen.
Im Kirchenraum
Ist die Kirche zugänglich, führt der sinnvollste Weg zunächst durch das Hauptschiff in Richtung Presbyterium. Von dort lässt sich die Raumordnung mit den Seitenkapellen und dem Tonnengewölbe gut erfassen. Auf dem Rückweg können das Grab Ramon de Verís links des Presbyteriums und die Kapelle des Alphonsus Rodríguez auf der linken Seite gezielt betrachtet werden.
Monti-sion ist ein Sakralraum und keine Ausstellungshalle. Ruhiges Verhalten gehört selbstverständlich dazu. Für die Besichtigung ist keine ausgedehnte Planung nötig; wer jedoch Fassade, Innenraum und die Geschichte des ehemaligen jüdischen Viertels miteinander verbinden möchte, sollte den Halt nicht auf ein schnelles Foto reduzieren.
Zugang vorab prüfen
Verlässliche allgemeine Öffnungszeiten und ein aktueller Eintrittspreis sind nicht erfasst. Vor einem eigens geplanten Besuch empfiehlt es sich deshalb, den Zugang kurzfristig zu prüfen. Das gilt besonders, wenn das Innere der Hauptgrund für den Weg ist. Die Fassade lässt sich dagegen als Bestandteil eines Altstadtrundgangs unabhängig davon ausführlich betrachten.
Eine allgemein belegte beste Tageszeit gegen Andrang gibt es nicht. Praktischer als eine starre Empfehlung ist es, Monti-sion in einen ruhigen Abschnitt des Altstadtspaziergangs einzuplanen und bei eingeschränktem Zugang auf eine spätere Besichtigung auszuweichen. Selbst bei geschlossener Tür bleiben das Portal, die Einordnung in den Call Major und die nahe Calle del Vent sehenswert.
Anfahrt und Parken
Vom Flughafen nach Palma
Vom Flughafen Palma führt die Route über die Ma-19 in die Inselhauptstadt. Bis Palma sind es 11 Straßenkilometer; die Fahrt dauert rund 20 Minuten. Diese Angaben gelten ausdrücklich für die Strecke vom Flughafen in die Stadt und nicht bis unmittelbar vor das Kirchenportal. Monti-sion liegt anschließend im historischen Zentrum, wo die letzten Straßen deutlich kleinteiliger sind als die Zufahrt über die Ma-19.
Für die Weiterfahrt sollte daher nicht allein der Kirchenname als Zielvorstellung dienen. Entscheidend ist die Lage in der Altstadt von Palma, im ehemaligen jüdischen Viertel. Das letzte Stück wird am übersichtlichsten zu Fuß zurückgelegt. So lässt sich die Kirche zugleich in ihren historischen Stadtraum einordnen, statt nur an der Fassade auszusteigen und anschließend wieder abzufahren.
Mit dem Stadtbus
Mehrere Haltestellen liegen in Gehweite des Viertels. Dazu zählen pl. de Cort, Porta des Camp 2, Porta des Camp und pl. de sa Quartera. Von dort führt der restliche Weg durch die Altstadt. Pl. de Cort eignet sich als Zugang von der zentralen Stadtseite; Porta des Camp nähert sich Monti-sion vom östlichen Rand der historischen Innenstadt.
Welche Haltestelle am günstigsten ist, hängt von der jeweiligen Buslinie und dem anschließenden Altstadtprogramm ab. Da die Kirche innerhalb des engmaschigen Straßennetzes liegt, ist nicht allein die kürzeste Gehstrecke entscheidend. Wer zusätzlich den Call Major erkunden möchte, kann den Weg bewusst durch das Viertel legen und Monti-sion als historischen Schwerpunkt statt als isoliertes Ziel besuchen.
Parken und das letzte Stück
Die unmittelbare Umgebung besteht aus schmalen Altstadtstraßen. Vom Rand der Altstadt verändert sich der Charakter des Weges schnell: Auf die großen Zufahrten Palmas folgen kleinere Straßen, enge Häuserfronten und kurze Sichtachsen. Gerade dieser Übergang gehört zur Annäherung an Monti-sion, denn die Fassade ist Teil eines historisch gewachsenen Stadtviertels.
Buslinien nach Monti-sion im Überblick
| Linie | Strecke | Fahrten/Tag | Erste Fahrt | Letzte Fahrt |
|---|---|---|---|---|
| 501 | Manacor - Campos - Palma | 208 | 05:38 | 23:58 |
| 504 | Tolleric - Palma | 109 | 06:13 | 23:13 |
| 501e | Campos - Palma, exprés | 59 | 06:50 | 20:50 |
| 515e | Cala d'Or - Palma | 10 | 10:30 | 19:15 |
| N1 | Portopí - Porta des Camp | 4 | 00:55 | 23:55 |
| 25 | s'Arenal - Pl. Reina | Catedral | 3 | 10:37 | 12:27 |
| 512 | Portocolom - Felanitx | 1 | 08:05 | 08:05 |
Aus den offiziellen GTFS-Fahrplandaten (TIB/SFM), ohne Echtzeit. Die Zahlen fassen alle Halte im Ort zusammen; Fahrten an Wochenenden und Feiertagen weichen ab — vor der Fahrt beim Betreiber prüfen.
Anfahrt mit dem Bus
662-pl. de Cort · 0,3 km Luftlinie
- CCCircular Centre Ciutat · 08:00–08:00 · Täglich
Porta des Camp 2 (40002) · 0,3 km Luftlinie
- 501Manacor - Campos - Palma · Täglich
- 501eCampos - Palma, exprés · Mo-Sa
- 504Tolleric - Palma · Täglich
- 515eCala d'Or - Palma · Mo-Fr
458-Porta des Camp · 0,3 km Luftlinie
- 23s'Arenal / Parc Aquàtic - Pl. Espanya · 06:27–21:50 · Täglich
- 25s'Arenal - Pl. Reina | Catedral · 06:36–21:01 · Täglich
- 30Marivent-Palau de Congressos · 08:00–08:00 · Täglich
- 31Sant Jordi - Sindicat · 08:00–08:00 · Täglich
- 35Aquàrium - Pl. Reina | Catedral · 06:21–22:41 · Täglich
- A1Aeroport - Palma Centre · 08:00–08:00 · Täglich
- N1Portopí - Porta des Camp · 08:00–08:00 · Täglich
664-pl. de sa Quartera · 0,4 km Luftlinie
- CCCircular Centre Ciutat · 08:00–08:00 · Täglich
450-Porta des Camp · 0,4 km Luftlinie
- 19UIB i Parc Bit - Porta des Camp · 05:46–22:12 · Täglich
- 23s'Arenal / Parc Aquàtic - Pl. Espanya · 06:27–21:50 · Täglich
- 31Sant Jordi - Sindicat · 08:00–08:00 · Täglich
- 35Aquàrium - Pl. Reina | Catedral · 06:21–22:41 · Täglich
- A1Aeroport - Palma Centre · 08:00–08:00 · Täglich
- N1Portopí - Porta des Camp · 08:00–08:00 · Täglich
Porta des Camp 1 (40108) · 0,4 km Luftlinie
- 501Manacor - Campos - Palma · Täglich
- 501eCampos - Palma, exprés · Mo-Sa
- 504Tolleric - Palma · Täglich
- 512Portocolom - Felanitx · Täglich
- 515eCala d'Or - Palma · Mo-Fr
663-pl. d'en Coll · 0,4 km Luftlinie
- CCCircular Centre Ciutat · 08:00–08:00 · Täglich
451-Escola Graduada · 0,4 km Luftlinie
- 12Sa Garriga - Nou Llevant · 08:00–08:00 · Täglich
- 24Antiga Presó - Nou Llevant · 06:33–21:18 · Täglich
- 31Sant Jordi - Sindicat · 08:00–08:00 · Täglich
- N1Portopí - Porta des Camp · 08:00–08:00 · Täglich
983-Jutjats Nous · 0,4 km Luftlinie
- CCCircular Centre Ciutat · 08:00–08:00 · Täglich
969-Porta des Camp · 0,4 km Luftlinie
- 30Marivent-Palau de Congressos · 08:00–08:00 · Täglich
457-Escola Graduada · 0,5 km Luftlinie
- 31Sant Jordi - Sindicat · 08:00–08:00 · Täglich
- N1Portopí - Porta des Camp · 08:00–08:00 · Täglich
106-pl. del Mercat · 0,5 km Luftlinie
- 3Pont d'Inca / Joan Carles I · 08:00–08:00 · Täglich
- 4Ses Illetes - Pl. Columnes · 08:00–08:00 · Täglich
- 7Son Gotleu - Son Serra - Sa Vileta / Son Vida · 08:00–08:00 · Täglich
- 20Portopí - Son Espases · 06:06–22:40 · Täglich
Fahrplandaten: offizielle GTFS-Daten (TIB/EMT), ohne Echtzeit — Zeiten vor Fahrtantritt beim Betreiber prüfen.
In der Umgebung
Der Call Major
Monti-sion gehört in einen Rundgang durch den ehemaligen Call Major. Das Viertel war ein Zentrum jüdischen Lebens in Palma und wurde um das Jahr 1300 zum vorgeschriebenen Wohngebiet der jüdischen Bevölkerung. Die Kirche über der früheren Hauptsynagoge ist deshalb einer der Orte, an denen die wechselvolle Geschichte dieses Stadtteils besonders deutlich hervortritt.
Ein Spaziergang sollte sich nicht allein auf eine Suche nach sichtbaren Resten der Synagoge beschränken. Aussagekräftig ist vielmehr die Struktur des Viertels selbst: schmale Straßen, eng gesetzte Gebäude und der Wechsel zwischen religiösen, privaten und repräsentativen Bauten. Monti-sion liefert dabei den historischen Anker, von dem aus die Umformung des früheren jüdischen Stadtraums nachvollziehbar wird.
La Seu, Cort und La Calatrava
Das Viertel Monti-sion grenzt innerhalb der Altstadt an La Seu, Cort, Sindicat und La Calatrava. Dadurch lässt sich die Kirche ohne Umweg in einen größeren Spaziergang durch das historische Palma aufnehmen. Von der zentralen Umgebung der Plaça de Cort führt der Weg in Richtung des früheren jüdischen Viertels; von der Stadtmauer und Porta des Camp nähert man sich über La Calatrava.
Zwischen diesen unterschiedlichen Stadträumen eignet sich Monti-sion gerade deshalb als Übergangspunkt: vom bekannten Zentrum zu einer Geschichte, die im gewöhnlichen Stadtbild weniger unmittelbar sichtbar ist.
Die Calle del Vent
Die Calle del Vent ist mehr als ein hübscher Name auf dem Stadtplan. Die schmale Gasse wurde wegen ihres beständigen Luftzugs so genannt und war früher über einen Seitenausgang mit der Kirche verbunden. Ihre Teufelslegende gibt einem kurzen Abstecher eine erzählerische Pointe.
Wer Monti-sion verlässt, kann diese Gasse als Fortsetzung des Kirchenbesuchs verstehen. Das Portal erklärt die offizielle jesuitische Bildwelt, während die Calle del Vent eine volkstümliche Überlieferung bewahrt. Beide gehören zur Wirkungsgeschichte desselben Ortes: hier die sorgfältig komponierte Steinfassade, dort eine Geschichte, die vermutlich vor allem mündlich weitererzählt wurde.
Wissenswertes für den Besuch
Monti-sion in Palma erkennen
Gemeint ist die Kirche Monti-sion in Palmas Altstadt. Man erkennt sie an ihrer städtischen Lage und am reich ausgearbeiteten barocken Portal. Als zusätzliche Orientierung dienen der Call Major, die Nähe zur Plaça de Cort und Porta des Camp sowie die Bezeichnung Església oder Iglesia de Monti-sion.
Für Familien
Mit Kindern funktioniert der Besuch am besten als Suche nach konkreten Fassadendetails. Die gedrehten Säulen, die beiden Engel am Wappen, Ignatius auf der linken Seite, Franz Xaver auf der rechten Seite und das tierähnliche Wesen unter Maria ergeben eine überschaubare Entdeckungsfolge. So wird die komplexe religiöse Bildsprache zu einer beobachtbaren Geschichte.
Im Inneren verlangt der Charakter als Kirche ein ruhiges Verhalten. Die Besichtigung lässt sich gut mit einem Spaziergang durch kurze Altstadtgassen verbinden, ohne dass eine umfangreiche Ausstellung bewältigt werden muss. Besonders einprägsam ist die Legende vom ehemaligen Ausgang zur Calle del Vent, sofern sie als lokale Erzählung und nicht als historische Tatsache vermittelt wird.
Was Monti-sion nicht ist
Zu erwarten ist keine große Museumsinszenierung. Der Reiz liegt im genauen Hinsehen: im Aufbau des Portals, in der Verbindung zwischen Stifterwappen und Grabstätte sowie in der Lage über der früheren Hauptsynagoge. Selbst ein geschlossener Innenraum macht den Ort daher nicht bedeutungslos.
Monti-sion in Palma ist ein urbaner Geschichtsort. Seine stärksten Eindrücke entstehen aus der Nähe – zwischen Kirchenfassade, schmaler Gasse und dem Wissen um die verschiedenen Glaubensgemeinschaften, die diesen Platz geprägt haben.
Rücksicht und Zugänglichkeit
Monti-sion ist eine Kirche, daher bleiben Gespräche leise. Für Fotografien im Innenraum sollten die jeweils geltenden Hinweise beachtet werden.
Belastbare Angaben zu einem barrierefreien Zugang liegen nicht vor; deshalb sollte die Zugänglichkeit bei entsprechendem Bedarf vor dem Besuch aktuell geprüft werden. Das gilt ebenso für den Zugang zum Kircheninneren. Die Fassade und die Einordnung in das Altstadtviertel lassen sich unabhängig davon in einen Stadtrundgang aufnehmen.
Insider-Tipps von Einheimischen
Das Portal von unten lesen
Zuerst die gedrehten Säulen und Blumenmotive betrachten, dann den Blick über das Wappen Ramon de Verís und die Marienfigur bis zur Rosette führen. So wird aus der ornamentreichen Front eine verständliche Bilderfolge.
Erste Kapelle links
In der ersten linken Seitenkapelle liegt Alphonsus Rodríguez begraben. Der spätere Heilige war lange Pförtner von Monti-sion – ein stilles Detail, das gut zur Lage seiner Kapelle nahe dem Eingang passt.
Abstecher zur Windgasse
Die nahe Calle del Vent verdankt ihren Namen dem dort spürbaren Luftzug. An den früheren Seitenausgang der Kirche knüpft eine Legende über einen Pakt an, nach dem der Teufel nur die Seelen der dort Hinausgehenden erhalten sollte.
Den Call Major mitdenken
Monti-sion gewinnt an Tiefe, wenn der Besuch Teil eines Spaziergangs durch den ehemaligen Call Major ist. Die Kirche wurde über der früheren Hauptsynagoge errichtet und erzählt daher auch von den Brüchen jüdischer Geschichte in Palma.
Die Altstadtkirche finden
Gesucht ist die Altstadtkirche in Palma mit ihrem barocken Portal. Als Orientierung dienen der Call Major, die Nähe zur Plaça de Cort und Porta des Camp sowie die Bezeichnung Església oder Iglesia de Monti-sion.