Santuari de Cura – Mallorcas Heiligtum über der Inselmitte

Auf dem Gipfel des Puig de Randa endet die Straße vor einem Ort, der Aussichtspunkt, Wallfahrtsstätte und lebendiges Kloster zugleich ist. Das Santuari de Cura erhebt sich auf 543 Metern über der weiten Ebene der Inselmitte. Schon die Lage verändert den Blick auf Mallorca: Statt Küstenpromenaden und Badebuchten bestimmen hier der Pla de Mallorca, die ferne Serra de Tramuntana und der Horizont über der Südküste das Bild.
Der vollständige Name lautet Santuari de Nostra Senyora de Cura. Unter Mallorquinern gilt es nach Lluc als wichtigster Wallfahrtsort der Insel. Seine Bedeutung reicht jedoch weit über die Marienverehrung hinaus. Untrennbar ist Cura mit Ramon Llull verbunden, dem mallorquinischen Philosophen, Theologen und Schriftsteller, der sich auf den Berg zurückzog und hier nach eigener Überlieferung eine entscheidende geistige Erfahrung machte.
Ein Besuch lohnt deshalb nicht allein wegen des Panoramas. Hinter dem steinernen Zugang liegen ein großer Platz, die Kapelle mit der Virgen de Cura, ein Museum, das historische Aula de Gramática und die Wohnbereiche der Franziskaner. Das Ensemble wird weiterhin religiös genutzt, beherbergt zugleich Gäste und empfängt Ausflügler. Gerade dieses Nebeneinander bewahrt Cura davor, wie ein abgeschlossenes Denkmal zu wirken.
Wer sich für mallorquinische Geschichte, religiöse Orte oder Ramon Llull interessiert, findet hier reichlich Stoff. Familien und Reisende ohne besondere Vorkenntnisse können den Ort ebenfalls gut erschließen: Der Rundgang ist überschaubar, viele Details werden konkret benannt, und die Aussicht eröffnet einen weiten Blick über die Inselmitte.
Geschichte und Bedeutung
Die Geschichte von Cura beginnt nicht mit einem großen Klosterbau, sondern mit Rückzug und Einsamkeit. Nach der Eroberung Mallorcas durch König Jaume I. im Jahr 1229 bot der Puig de Randa mit Höhlen und Einsiedeleien Raum für asketisches und kontemplatives Leben. Nahe dem Gipfel erinnern zudem Reste einer Verteidigungsanlage an die islamische Epoche der Insel. Das heutige Heiligtum ist somit Teil einer deutlich älteren Kulturlandschaft.
Ramon Llull
Um 1274 zog sich Ramon Llull auf den Berg zurück. In seiner 1311 verfassten autobiografischen Darstellung berichtet er von einer Vision, die er hier empfangen habe. Sie wurde zum Ausgangspunkt für seine intensive Arbeit an einem philosophischen und missionarischen System. Llull beschäftigte sich mit einer Reform der Kirche, der Vermittlung von Wissen und einer neuen Ordnung des Denkens; seine Schriften wirkten weit über Mallorca und seine eigene Epoche hinaus.
Der Gipfel war für ihn nicht bloß eine eindrucksvolle Kulisse. Die Abgeschiedenheit bot den geistigen Arbeitsraum, aus dem ein außergewöhnliches Werk hervorging. Deshalb begegnet Llull im Santuari de Cura an mehreren Stellen: als kleine Figur am Klostereingang, als Angehöriger einer mallorquinischen Adelsfamilie im Wappen über dem Portal und als zentrale Gestalt der Museumsausstellung. Seine Verbindung mit dem Berg erklärt, weshalb Cura zugleich Wallfahrtsort und Erinnerungsstätte der Geistesgeschichte ist.
Vom Rückzugsort zum Bildungsort
Aus dem Ort der Einsiedler entwickelte sich später ein Zentrum religiösen Lernens. Das Museum zeichnet die Entstehung einer Grammatikschule und den Bau eines Unterrichtsraums nach, in dem jährlich mehr als 100 Schüler aufgenommen wurden. Das bis heute benannte Aula de Gramática erinnert daran, dass auf Cura nicht nur gebetet, sondern auch gelehrt wurde.
Diese Bildungstradition passt zu Ramon Llull, dessen Denken Mission und Wissensvermittlung eng verband. Sie verleiht dem Heiligtum eine zusätzliche Ebene: Cura war weder ausschließlich Kloster noch nur Pilgerziel, sondern zeitweise auch Schule. Wer das Aula de Gramática und die Ausstellung betrachtet, erkennt hinter den stillen Steinbauten ein Kapitel mallorquinischer Bildungs- und Kulturgeschichte.
Wallfahrt und franziskanisches Leben
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gewann Cura als Ort religiöser Verehrung und Kontemplation erneut an Bedeutung. Anhänger der Lehren Ramon Llulls fühlten sich vom Berg angezogen und knüpften an seine geistige Tradition an. Zugleich festigte sich die Bedeutung der Virgen de Cura, der das Heiligtum seinen Namen und seine marianische Ausrichtung verdankt.
Heute führen Franziskaner des Regulierten Dritten Ordens das Santuari de Cura. Der Orden versteht den Ort als religiöses Haus, das Einfachheit, Gastfreundschaft sowie den Schutz des natürlichen und kulturellen Erbes verbindet. Das ist beim Besuch wichtig: Cura empfängt Reisende, bleibt aber ein aktives Heiligtum. Kapelle, Konventsbereich, Museum, Gästehaus und Gastronomie teilen sich denselben historischen Schauplatz, ohne dass der religiöse Kern verschwunden wäre.
Was es zu sehen gibt
Der erste Eindruck gehört nicht einer monumentalen Fassade, sondern einer Folge aus Portal, offenem Platz und schlichten Steinbauten. Das Santuari de Cura ist über Jahrhunderte gewachsen. Entsprechend liest sich die Anlage nicht als einheitlicher Bau, sondern als Ensemble verschiedener Funktionen: Ankommen, Beten, Lernen, Wohnen und Bewirten.
Das Portal des Heiligtums
Am Eingang lohnt es sich, nicht sofort auf den Platz weiterzugehen. Das steinerne Portal trägt eine auf 1682 datierte Inschrift mit einem Satz Ramon Llulls aus dem „Blanquerna“. Sinngemäß fordert er den geliebten Sohn auf, die Gottesmutter zu grüßen, die Heil und Segen bedeute. In wenigen Worten verbindet der Zugang damit die beiden prägenden Kräfte des Ortes: die Marienverehrung und das geistige Erbe Llulls.
Neben der Inschrift erscheinen religiöse Zeichen, Hinweise auf die Missionen des heiligen Bernhardin von Siena sowie das Wappen der Familie Llull. Auch ein Zeichen der franziskanischen Bußgemeinschaft gehört zum Bildprogramm. Das Portal ist deshalb mehr als eine alte Tür. Es wirkt wie eine steinerne Inhaltsangabe dessen, was im Inneren folgt.
Plaça del Santuari
Hinter dem Eingang öffnet sich die Plaça del Santuari. Heute dient sie als zentraler Verteiler zwischen Heiligtum, Gästehaus und den übrigen Bereichen des Komplexes. Einige Gästezimmer liegen unmittelbar am Platz, weshalb hier religiöser Alltag, Übernachtungsbetrieb und Tagesbesuch sichtbar aufeinandertreffen.
Unter der offenen Fläche verbirgt sich ein Teil der Versorgungsgeschichte. Um 1564 wurden Zisternen angelegt, in denen Regenwasser für das Heiligtum gesammelt wurde. Sie werden nicht mehr für diesen Zweck genutzt, erklären aber, wie eine Gemeinschaft auf dem trockenen Gipfel bestehen konnte. Gerade weil die Speicher unsichtbar unter dem Platz liegen, wird ihre Bedeutung leicht übersehen.
Die Kapelle und die Virgen de Cura
Die Kapelle ist der geistliche Mittelpunkt des Santuari de Cura. Hier befindet sich das verehrte Bildnis der Virgen de Cura, und hier werden weiterhin Gottesdienste gefeiert. Der Raum sollte daher nicht wie eine beliebige Ausstellungshalle betreten werden. Wenn gerade gebetet oder eine Messe vorbereitet wird, tritt die Besichtigung zurück.
Die Kapelle macht verständlich, weshalb Cura bis heute ein Wallfahrtsziel ist. Aussicht und Llull-Erinnerung mögen viele Tagesgäste anziehen, doch der Name des Heiligtums verweist auf die Gottesmutter. Ein ruhiger Moment vor ihrem Bild gehört deshalb zum Rundgang, auch wenn das Interesse vor allem geschichtlicher oder architektonischer Natur ist.
Das Kloster
Der eigentliche Konventsbereich entstand in der Mitte des 20. Jahrhunderts. Sein behauener Steineingang wird von einer kleinen Figur Ramon Llulls begleitet; zu ihren Füßen befindet sich ein Wappen des Franziskanerordens. Dahinter liegen die privaten Wohnräume der Brüder.
Dieser Bereich setzt zugleich eine klare Grenze. Cura ist kein vollständig zugängliches Museumsensemble, sondern Wohn- und Arbeitsort einer Ordensgemeinschaft. Die sichtbaren Fassaden und Zeichen lassen sich betrachten, die Klausur bleibt jedoch dem klösterlichen Leben vorbehalten. Wer mit der Erwartung frei begehbarer Kreuzgänge und Zellen ankommt, findet stattdessen einen bis heute genutzten Konvent.
Das Museum
Das Museum bündelt Themen, die draußen nur in einzelnen Spuren erscheinen. Es erzählt von der Grammatikschule und ihrem Unterrichtsraum, von Ramon Llull, den franziskanischen Missionen und der Entwicklung des Heiligtums. Hinzu kommt eine ethnologische Sammlung, die den Alltag und das kulturelle Umfeld des Ortes greifbarer macht.
Für das Verständnis von Cura ist dieser Teil besonders wertvoll. Ohne die Ausstellung bleibt der Besuch leicht bei Portal, Kapelle und Aussicht stehen. Im Museum verbinden sich diese Einzelbilder zu einer Geschichte: aus dem Rückzugsort eines mittelalterlichen Denkers wird ein Ort des Unterrichts, der Wallfahrt und des franziskanischen Lebens.
Das Aula de Gramática
Das Aula de Gramática erinnert an die Zeit, in der Bildung zu den Hauptaufgaben auf dem Gipfel gehörte. Der Unterrichtsraum steht für die Schule, die jährlich mehr als 100 Schüler aufnahm. Damit begegnet Besuchern ein überraschend weltzugewandtes Kapitel an einem Ort, der zunächst wie der Inbegriff der Abgeschiedenheit erscheint.
Das historische Klassenzimmer sollte nicht nur als Nebenraum des Museums verstanden werden. Es zeigt, wie Wissen auf Mallorca weitergegeben wurde und wie stark der Name Ramon Llull mit Bildung verknüpft blieb. Die Lage hoch über den Dörfern macht zugleich deutlich, welchen Weg Schüler und Lehrer für diesen Lernort auf sich nahmen.
Der Aussichtspunkt
Von den Aussichtspunkten des Gipfels reicht der Blick über große Teile Mallorcas. Zu erkennen sind die Ebene des Pla de Mallorca, die Serra de Tramuntana und die Südküste im Raum Palma. An klaren Tagen können auch Cabrera und Ibiza am Horizont sichtbar werden. Ob diese Fernziele tatsächlich erscheinen, entscheidet weniger die Jahreszeit als die Sichtweite des jeweiligen Tages.
Das Panorama ist ein wichtiger Teil des Klosterbesuchs. Der einzelne Berg hebt sich deutlich aus der Inselmitte, während Cura an seinem höchsten Punkt wie eine Warte über der Ebene liegt. Zugleich lässt sich von hier die Geografie Mallorcas ungewöhnlich gut ordnen: Gebirge, Zentralebene und südliche Küstenlinie erscheinen in einem zusammenhängenden Bild.
Der Besuch
Schon die Ankunft auf dem Gipfel hat einen klaren Rhythmus: Zuerst öffnet sich das Panorama, dann führt das historische Portal in den geschützteren Bereich der Anlage. Es lohnt sich, diese Reihenfolge nicht umzudrehen und Cura auf einen schnellen Aussichtsstopp zu reduzieren. Portalinschrift, Kapelle, Museum und Aula de Gramática erschließen unterschiedliche Kapitel desselben Ortes.
Ein sinnvoller Rundgang
Am besten beginnt die Besichtigung am Portal von 1682. Nach den Wappen und Inschriften folgt die Plaça del Santuari mit den ehemaligen Regenwasserzisternen unter dem Pflaster. Von dort führen die sichtbaren Bereiche zur Kapelle, zum Museum und zum Aula de Gramática. Den Abschluss bildet der Aussichtspunkt, weil sich nach der historischen Einordnung auch die Lage des Heiligtums bewusster wahrnehmen lässt.
Wie lange dieser Rundgang dauert, hängt stark davon ab, welche Bereiche zugänglich sind und wie ausführlich Museum und Aussicht betrachtet werden. Für Portal, Platz und Panorama genügt ein kompakter Aufenthalt. Wer Kapelle, Ausstellung und Schulgeschichte ernsthaft einbezieht, sollte Cura nicht zwischen zwei kurze Fotostopps pressen.
Religiöser Ort und Ausflugsziel
In der Kapelle finden weiterhin Gottesdienste statt, während im übrigen Komplex Gäste übernachten und Gastronomie betrieben wird. Dadurch kann die Stimmung innerhalb weniger Schritte wechseln. Auf dem Platz kommen Ausflügler an; in der Kapelle gelten Ruhe und Rücksicht; am Konvent endet der öffentliche Rundgang vor den privaten Räumen der Franziskaner.
Ein fester Zeitpunkt ohne Andrang lässt sich nicht verlässlich benennen. Religiöse Feiern können die Kapelle prägen. Wer Ruhe sucht, sollte genügend zeitlichen Spielraum mitbringen und den Rundgang an die Situation vor Ort anpassen, statt allein auf eine bestimmte Uhrzeit zu vertrauen.
Aktuelle Besuchsbedingungen
Die zugänglichen Bereiche des Santuari de Cura können unterschiedlichen Betriebs- und Nutzungszeiten folgen. Das betrifft insbesondere Kirche, Museum, Gastronomie und Gästehaus. Da Öffnungszeiten und Eintritt nicht dauerhaft unverändert bleiben, sollten die aktuellen Angaben vor der Fahrt geprüft werden. Das ist besonders wichtig, wenn das Museum oder die Kapelle der Hauptgrund für den Besuch ist.
Auch bei verschlossenen Innenräumen bleibt die Gipfellage eindrucksvoll; sie ersetzt jedoch nicht die kulturgeschichtliche Besichtigung. Wer nur wegen des Panoramas hinauffährt, erlebt Cura anders als jemand, der Inschrift, Marienheiligtum, Schulgeschichte und Llull-Ausstellung einbezieht.
Anfahrt und Parken
Die Fahrt endet nicht in Algaida. Die angegebenen Hauptstrecken führen zunächst nur bis in den Gemeindebereich; von dort geht es weiter nach Randa und auf den Puig de Randa. Das letzte Stück ist eine schmale Bergstraße, die sich über 5 Kilometer bis zum Gipfel hinaufzieht. An der Abzweigung in Randa ist das Santuari de Cura ausgeschildert.
Vom Flughafen Palma
Vom Flughafen Palma sind es bis Algaida 28 Straßenkilometer über die Ma-5010; die Fahrt dauert rund 31 Minuten. Anschließend führt die Route weiter in Richtung Randa. Dort folgt man der Ma-5018 beziehungsweise der ausgeschilderten Auffahrt zum Santuari de Cura und fährt die schmale Gipfelstraße hinauf.
Für die Planung sollte berücksichtigt werden, dass die genannten 31 Minuten nur die Strecke bis Algaida beschreiben. Die kurvige Auffahrt nach Cura kommt hinzu und verlangt mehr Aufmerksamkeit als die breite Anreise durch die Ebene. Radfahrer und Fußgänger können ebenfalls auf dem Berg unterwegs sein.
Von Palma Zentrum
Von Palma Zentrum führt die Fahrt über die Ma-15 nach Algaida. Bis dorthin sind es 31 Straßenkilometer, für die rund 38 Minuten anzusetzen sind. Ab Algaida geht es über Randa weiter zur ausgeschilderten Bergstraße und auf den Gipfel.
Auch hier gilt: Die Fahrzeit endet rechnerisch in Algaida, nicht vor dem Portal des Heiligtums. Das letzte Teilstück ist wegen der schmalen und ansteigenden Straße nicht mit einer gewöhnlichen Ortsdurchfahrt vergleichbar. Ein ruhiges Tempo passt sowohl zur Strecke als auch zum Ziel.
Parken und Bus
Am Santuari de Cura kann auf dem Gelände geparkt werden. Wer den Berg zu Fuß erschließen möchte, findet auch in Randa einen Ausgangspunkt; dort wird der Parkplatz bei der Pfarrkirche als Start einer Wanderung zum Gipfel genutzt. Diese Variante verbindet den Klosterbesuch mit dem landschaftlichen Aufstieg, erfordert aber deutlich mehr Zeit als die direkte Fahrt.
Die nächstgelegene erfasste Bushaltestelle heißt Randa. Sie liegt unten im Ort und nicht am Santuari de Cura. Von dort bleibt der Aufstieg auf den Puig de Randa zu bewältigen. Eine Busfahrt bis unmittelbar vor das Heiligtum sollte daher nicht vorausgesetzt werden.
Buslinien nach Santuari de Cura im Überblick
| Linie | Strecke | Fahrten/Tag | Erste Fahrt | Letzte Fahrt |
|---|---|---|---|---|
| 431d | Algaida - Llucmajor | 8 | 08:55 | 17:35 |
Aus den offiziellen GTFS-Fahrplandaten (TIB/SFM), ohne Echtzeit. Die Zahlen fassen alle Halte im Ort zusammen; Fahrten an Wochenenden und Feiertagen weichen ab — vor der Fahrt beim Betreiber prüfen.
Anfahrt mit dem Bus
Randa (4019) · 1,1 km Luftlinie
- 431dAlgaida - Llucmajor · Mo-Fr
Fahrplandaten: offizielle GTFS-Daten (TIB/EMT), ohne Echtzeit — Zeiten vor Fahrtantritt beim Betreiber prüfen.
In der Umgebung
Unterhalb des Gipfels liegt Randa, ein kleiner Ort im Gemeindegebiet von Algaida. Er ist das natürliche Tor zum Santuari de Cura: Hier zweigt die Bergstraße ab, hier liegt die nächstgelegene Bushaltestelle, und hier beginnen Wege für den Aufstieg. Wer nicht direkt weiterfährt, erlebt den Berg dadurch als Ganzes statt nur als Zufahrt zu einem Aussichtspunkt.
Randa und der heilige Berg
Der Puig de Randa trägt außer Cura zwei weitere religiöse Stätten: das Santuari de Gràcia und die Ermita de Sant Honorat. Sie sollten nicht mit Cura verwechselt werden, gehören aber zur außergewöhnlichen sakralen Dichte des Berges. Gràcia liegt eindrucksvoll an der Felswand, Sant Honorat steht für eine weitere Tradition des Rückzugs und der Kontemplation.
Eine Verbindung der drei Orte macht sichtbar, dass Cura kein isoliertes Kloster ist. Der gesamte Berg wurde über lange Zeit als Raum religiösen Lebens verstanden. Für einen solchen Ausflug ist ein großzügiger Zeitrahmen sinnvoll, da jede Station ihren eigenen Zugang und ihre eigene Atmosphäre besitzt.
Algaida und die Inselmitte
Algaida eignet sich als Ergänzung, wenn nach der Gipfellage noch ein Eindruck vom alltäglichen Mallorca der Inselmitte gewünscht ist. Der Ort steht in deutlichem Kontrast zur Abgeschiedenheit von Cura: unten Dorfstraßen und Plätze, oben das Heiligtum mit weitem Blick über den Pla de Mallorca.
Auch Llucmajor, Montuïri, Porreres und Campos werden vom Betreiber als nahe Ziele für einen Ausflug durch das Landesinnere genannt. Sie lassen sich als nächste Etappe einordnen, ohne den Besuch von Cura mit einem überladenen Tagesprogramm zu verbinden. Wer auf dem Gipfel auch Museum und Kapelle sehen möchte, sollte dem Heiligtum zuerst ausreichend Zeit geben.
Der Ort dazu
Algaida im OrtsporträtWissenswertes für den Besuch
Der gepflasterte und bebaute Klosterbereich darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass Cura auf einem exponierten Berggipfel liegt. Wetter und Sicht bestimmen den Eindruck stärker als unten in der Ebene. Für das Panorama ist ein klarer Tag entscheidend; Cabrera oder Ibiza erscheinen nur bei entsprechender Fernsicht.
Kleidung und Schuhwerk
Wer von Randa aufsteigt oder weitere Wege auf dem Puig de Randa einbezieht, sollte die Ausrüstung dagegen an eine Wanderung anpassen. Die direkte Gipfelfahrt und der Fußaufstieg sind zwei deutlich verschiedene Besuchsformen.
In der Kapelle ist zurückhaltende Kleidung angemessen. Sie bleibt ein Gottesdienstraum und keine bloße historische Kulisse. Gespräche sollten leise geführt, religiöse Handlungen nicht gestört und private Bereiche der Franziskaner respektiert werden.
Sonne, Sicht und Aufenthalt im Freien
Der offene Klosterplatz und die Aussichtspunkte machen einen Teil des Erlebnisses aus. Bei eingeschränkter Fernsicht konzentriert sich der Rundgang stärker auf Portal, Kapelle und Ausstellung; an klaren Tagen verlangt das Panorama meist zusätzliche Zeit.
Die Höhe von 543 Metern sorgt außerdem dafür, dass die Verhältnisse auf dem Gipfel anders wirken können als in Algaida oder Randa. Wer einen längeren Aufenthalt plant, sollte nicht allein nach dem Wetter in der Ebene entscheiden.
Mit Kindern
Für Kinder bietet Cura mehrere leicht verständliche Zugänge: die kurvige Auffahrt, die verborgenen Zisternen unter dem Platz, das alte Klassenzimmer und die Möglichkeit, bekannte Teile Mallorcas im Panorama zu suchen. Das Museum kann die Geschichte des Berges vertiefen, ohne dass der gesamte Besuch aus langen Kirchenräumen besteht.
Aufsicht bleibt dennoch wichtig. Der Gipfel ist kein Spielgelände, die Kapelle wird religiös genutzt, und Bereiche des Konvents sind privat. Bei einer Wanderung ab Randa kommen die Anforderungen eines Bergwegs hinzu; sie sollte nicht mit dem kurzen Rundgang innerhalb der Anlage gleichgesetzt werden.
Was Cura nicht ist
Das Santuari de Cura ist weder eine große, vollständig musealisierte Abtei noch ausschließlich ein Aussichtslokal. Teile des Komplexes dienen dem Orden, andere der Beherbergung und Gastronomie. Der öffentliche Besuch konzentriert sich auf die zugänglichen Kultur- und Sakralräume sowie den Außenbereich.
Gerade mit dieser Erwartung erschließt sich der Ort am besten. Seine Stärke liegt nicht in monumentaler Pracht, sondern in der Verbindung von Llulls geistigem Erbe, marianischer Wallfahrt, Schulgeschichte und der besonderen Gipfellage über Mallorcas Inselmitte.
Insider-Tipps von Einheimischen
Das Portal zuerst lesen
Vor dem Gang auf den Klosterplatz lohnt ein genauer Blick auf das Portal von 1682. Dort verbinden sich ein Satz Ramon Llulls, das Wappen seiner Familie und franziskanische Zeichen zu einer steinernen Einführung in Cura.
Unter dem Platz liegt Wasser
Unter der Plaça del Santuari verbergen sich um 1564 gebaute Zisternen. Sie sammelten Regenwasser für die Versorgung des Heiligtums und erklären, wie eine Gemeinschaft auf dem trockenen Gipfel bestehen konnte.
Das Klassenzimmer nicht auslassen
Das Aula de Gramática wird leicht vom Panorama überstrahlt. Dabei erinnert es an eine Schule, die jährlich mehr als 100 Schüler aufnahm, und zeigt Cura als Bildungsort statt nur als Kloster und Wallfahrtsziel.
Auf klare Fernsicht achten
Für den Aussichtspunkt ist die Sicht wichtiger als eine vermeintlich ideale Uhrzeit. Bei klarer Luft reicht das Panorama über den Pla de Mallorca und die Serra de Tramuntana bis zur Südküste, mitunter sogar nach Cabrera und Ibiza.
Den ganzen Berg verstehen
Cura ist das oberste Heiligtum des Puig de Randa. Wer mehr Zeit hat, kann den Besuch mit dem Santuari de Gràcia und der Ermita de Sant Honorat verbinden und so die religiöse Tradition des gesamten Berges nachvollziehen.