talaiot de na Nova bei Cala Llombards

Zwischen den bekannten Badebuchten des mallorquinischen Südens liegt ein Ort, der in eine viel ältere Inselschicht führt: Der talaiot de na Nova bei Cala Llombards gehört zu einer eisenzeitlichen Siedlung der Talaiot-Kultur. Im Mittelpunkt steht ein runder Turmbau aus großen Steinblöcken, dessen erhaltene Mauern noch heute erkennen lassen, welchen Aufwand die prähistorischen Gemeinschaften Mallorcas in solche Monumente investierten.
Der Reiz liegt gerade im konzentrierten Blick auf das Original: auf die Wölbung der Außenmauer, die unterschiedlichen Steinlagen, den zugesetzten Innenraum und jene Blöcke, die später in Grundstücksmauern gelangten. Wer genau hinsieht, entdeckt nicht bloß einen isolierten Steinhaufen, sondern Spuren einer Siedlung, deren sichtbare Strukturen eine Fläche von ungefähr 1293 Quadratmetern einnehmen.
Der Besuch lohnt sich besonders für Reisende, die Mallorcas Geschichte jenseits von Kirchen, Herrenhäusern und Küstenorten kennenlernen möchten. Auch ohne archäologische Vorkenntnisse lässt sich die Grundidee des Bauwerks unmittelbar erfassen: Ein massiver, kreisförmiger Körper beherrscht das Gelände. Zugleich bleibt vieles offen. Die Forschung diskutiert bei Talaiots gemeinschaftliche, wirtschaftliche und defensive Aufgaben, doch eine einzige gesicherte Funktion lässt sich auch für Na Nova nicht nennen. Gerade diese Spannung macht den Ort interessant: Die Mauern sind konkret, schwer und sichtbar, während die Geschichten, die sich einst in ihrem Inneren abspielten, aus Ausgrabungen, Fundstücken und baulichen Details erschlossen werden müssen. Na Nova verlangt deshalb weniger Zeit als ein großes Museum, aber mehr Aufmerksamkeit als ein kurzer Fotostopp.
Geschichte und Bedeutung
Eine Siedlung der Eisenzeit
Lange bevor Straßen und Ferienhäuser die Landschaft um Cala Llombards prägten, lebten im Süden Mallorcas Gemeinschaften, die große Steinbauten ohne Mörtel errichteten. Na Nova wird als talaiotische Siedlung der Eisenzeit eingeordnet. Der Name des zentralen Bauwerks gab dabei einer ganzen archäologischen Epoche ihr geläufiges Gesicht: „Talaiot“ hängt mit dem katalanischen Wort talaia für einen Turm oder Beobachtungspunkt zusammen.
Der Name sollte jedoch nicht als abschließende Erklärung missverstanden werden. Bei Talaiots handelt es sich zwar um turmartige Monumente, ihre genaue Nutzung ist aber nicht einheitlich geklärt. In der Forschung werden unter anderem gemeinschaftliche Treffpunkte, Räume zur Verarbeitung und Verteilung von Lebensmitteln sowie Funktionen der Verteidigung oder territorialen Kontrolle erwogen. Möglich ist auch, dass Nutzung und Bedeutung im Laufe der Zeit wechselten. Für Na Nova lässt sich keine dieser Deutungen als alleinige Antwort festschreiben.
Gerade deshalb ist die Bezeichnung als Siedlung wichtig. Der runde Talaiot bildet das Zentrum der heute sichtbaren Reste, steht historisch aber nicht losgelöst von seinem Umfeld. Mauern, verstreute Keramik und möglicherweise überdeckte Baustrukturen deuten auf einen größeren Lebens- und Arbeitsraum. Das Monument war Teil einer von Menschen genutzten Landschaft und nicht bloß ein rätselhafter Turm ohne Nachbarschaft.
Na Nova, Son Amer und Talaia d’en Cama
Die Fundstätte ist außer als Na Nova auch als Poblat talaiòtic de Son Amer und als Talaia d’en Cama bekannt. Hinter diesen Varianten verbergen sich keine drei verschiedenen Sehenswürdigkeiten, sondern Bezeichnungen derselben eisenzeitlichen Anlage im Gemeindegebiet von Santanyí.
Solche Namen erzählen auf ihre Weise von der langen Geschichte des Geländes. Während die prähistorische Bedeutung des Bauwerks über Jahrhunderte verblasste, blieb es als auffällige Steinstruktur in einer landwirtschaftlich genutzten Parzellenlandschaft sichtbar. Grundstücksgrenzen, Trockenmauern und aufgelesene Steinhaufen wurden Teil seines späteren Erscheinungsbildes. Die Fundstätte ist daher nicht nur ein Zeugnis der Eisenzeit, sondern auch ein Beispiel dafür, wie vorgeschichtliche Bauten in der neuzeitlichen Kulturlandschaft weiterbestanden.
Schutz und archäologische Arbeit
Na Nova wurde durch das Dekret 2563/1966 als Kulturgut geschützt. Zusätzlich fällt die Stätte unter das Gesetz zum historischen Erbe der Balearen von 1998 und wird in mehreren archäologischen Inventaren und Schutzkatalogen geführt. Dieser Status ist mehr als eine formale Auszeichnung: Die erhaltenen Mauern, lose Funde und möglicherweise noch verborgenen Schichten dürfen nicht wie gewöhnliche Feldsteine behandelt werden.
Seit 2016 wird die Fundstätte restauriert und archäologisch untersucht. Dokumentiert sind unter anderem Kampagnen aus den Jahren 2019, 2020, 2021 und 2022. Die Arbeiten helfen dabei, den Aufbau des Talaiots, das Verhältnis zu den angrenzenden Strukturen und die Nutzung des Geländes genauer zu verstehen. Zugleich erklären sie, warum Na Nova heute nicht nur als romantische Ruine betrachtet werden sollte: Jeder Stein kann Teil eines baulichen Zusammenhangs sein, und selbst unscheinbare Keramikfragmente können zur zeitlichen Einordnung beitragen.
Was es zu sehen gibt
Der runde Talaiot
Der Blick bleibt zuerst am kreisförmigen Hauptbau hängen. Der Talaiot besitzt außen einen Durchmesser von 12 Metern, während der Innenraum einen Durchmesser von 6 Metern erreicht. Daraus wird unmittelbar verständlich, wie mächtig die Mauer angelegt ist: Ein erheblicher Teil des gesamten Baukörpers besteht nicht aus nutzbarem Raum, sondern aus Steinmasse.
Am höchsten erhaltenen Punkt ragt das Mauerwerk bis zu 2,1 Meter auf. Auf der am besten bewahrten Seite lassen sich fünf vollständige Steinlagen unterscheiden. Diese Seite verdient einen langsamen Blick aus leicht wechselnden Winkeln. Erst dann zeigt sich, wie die großen Blöcke gegeneinander gesetzt wurden und wie die Rundung trotz der unregelmäßigen Formen der einzelnen Steine entsteht.
Talaiots wurden in einer monumentalen Trockenbautechnik errichtet. Mörtel, der die Fugen optisch vereinheitlichen würde, fehlt. Dadurch bleibt die konstruktive Leistung ablesbar: Das Gewicht, die Auswahl und die Lage der Steine sorgen für Stabilität. Na Nova wirkt deshalb nicht filigran, sondern ausgesprochen körperlich. Die Stärke der Wand ist sein auffälligstes architektonisches Merkmal.
Der zugesetzte Innenraum
Vom äußeren Kreis führt der Gedanke zwangsläufig zum Inneren. Heute ist dieser Bereich mit Steinen und Ablagerungen zugesetzt. Der Innenraum erscheint daher nicht als vollständig begehbare Kammer, in der sich die ursprüngliche Nutzung einfach ablesen ließe. Seine Ausmaße sind dennoch bekannt und machen deutlich, dass das Verhältnis zwischen Innenraum und Außenkörper bewusst gewählt wurde.
Für die Betrachtung ist dieser Zustand aufschlussreich. Ein Talaiot sollte nicht mit einem modernen Aussichtsturm verwechselt werden, dessen Zweck sich aus Treppen, Plattformen und Fenstern von selbst erklärt. Bei Na Nova ist der monumentale Mauerring greifbar, während Dachform, Zugänglichkeit und konkrete Nutzung nur archäologisch rekonstruiert werden können. Das Fehlende gehört zur Besuchserfahrung: Die Ruine zeigt genug, um ihre Bauidee zu erkennen, aber nicht genug, um jede Frage zu beantworten.
Die zugesetzte Kammer lenkt den Blick außerdem auf die Außenmauer. Dort lassen sich Bautechnik und Erhaltungszustand besser studieren als bei einem flüchtigen Blick über das Zentrum hinweg. Wer den Talaiot lediglich als niedrigen Hügel wahrnimmt, übersieht gerade jene sauber erhaltenen Reihen, die den Unterschied zwischen zufälliger Steinansammlung und bewusst errichtetem Monument sichtbar machen.
Die Siedlungsfläche
Der Talaiot ist das zentrale, nicht aber das einzige Element von Na Nova. Die sichtbaren Strukturen der Fundstätte verteilen sich über ungefähr 1293 Quadratmeter. Sie liegen in einer flachen Zone auf etwa 50 Metern Höhe. Das Gelände erklärt damit zugleich, weshalb ein spektakulärer Gipfelblick nicht der eigentliche Grund für den Besuch ist: Na Nova erschließt sich aus dem Mauerwerk und seiner Lage innerhalb einer alten Nutzlandschaft.
Die erhaltenen Reste drängen sich in den Winkel zweier Grundstücksmauern. In diesen Grenzmauern fallen große Blöcke auf, die mit hoher Wahrscheinlichkeit ursprünglich zu den vorgeschichtlichen Bauten gehörten. Dieses Detail wird leicht übersehen, weil Trockenmauern zum vertrauten Bild Mallorcas gehören. Hier sind sie jedoch auch ein Hinweis auf die spätere Verlagerung und Wiederverwendung des antiken Baumaterials.
So entsteht ein vielschichtiges Bild: Die prähistorische Siedlung wurde nicht einfach verlassen und unberührt konserviert. Landwirtschaftliche Nutzung, das Räumen von Steinen und der Bau von Parzellengrenzen veränderten die Anlage. Wer den Blick vom runden Talaiot zu den angrenzenden Mauern wandern lässt, erkennt die Fundstätte daher als einen Ort, an dem verschiedene Zeiten direkt nebeneinanderliegen.
Keramik auf dem Acker
Über die Parzelle verteilt wurden zahlreiche abgerollte Keramikfragmente beobachtet. Ihre zeitliche Spannweite reicht von der Vorgeschichte bis in die Neuzeit. Dass die Stücke abgerundet und verlagert erscheinen, wird mit der landwirtschaftlichen Bearbeitung des Bodens erklärt. Der Pflug bewegte also nicht nur Erde, sondern auch Spuren aus unterschiedlichen Jahrhunderten.
Für Besucher sind solche Fragmente kein Sammelgut. Ihr Wert liegt im Fundzusammenhang, selbst wenn ein einzelnes Stück unscheinbar wirkt. Die breite zeitliche Streuung zeigt zugleich, dass der Platz nach dem Ende der talaiotischen Epoche nicht aus der Landschaft verschwand. Menschen nutzten das Umfeld weiter, hinterließen Material und veränderten die Oberfläche immer wieder. Diese Keramik macht Na Nova historisch komplexer, als es der erste Blick auf den Talaiot vermuten lässt: Der große Rundbau gehört zur Eisenzeit, doch die Fundfläche erzählt darüber hinaus von einer langen Folge späterer Aktivitäten. Das Gelände ist damit kein eingefrorener Augenblick, sondern ein Ort mit übereinanderliegenden Zeitspuren.
Der Steinriegel im Westen
Westlich der zentralen Fundstelle befindet sich an einer Trockenmauer ein jüngerer, terrassierter Steinhaufen, auf Mallorca als claper bezeichnet. Archäologisch ist nicht geklärt, ob darunter weitere prähistorische Reste liegen. Die Möglichkeit wird jedoch erwogen, weil sich das bekannte Siedlungsareal über den heute klar sichtbaren Kern hinaus fortgesetzt haben könnte.
Mit diesem Steinhaufen verbindet sich außerdem eine ungewöhnliche mündliche Überlieferung: Er soll als Versteck für Schmuggelware gedient haben. Die Erzählung beweist nichts über die Eisenzeit, ist aber ein bemerkenswertes Kapitel der späteren Ortsgeschichte. Derselbe Platz, an dem prähistorische Mauern überdauerten, soll demnach viel später erneut als verborgenes Depot genutzt worden sein.
Der claper ist deshalb vor allem ein Detail für aufmerksame Betrachter. Er sollte weder mit einem freigelegten talaiotischen Bau verwechselt noch als gesicherter Teil der Siedlung ausgegeben werden. Interessant ist gerade sein Zwischenstatus: jung in seiner heutigen Form, möglicherweise über älteren Spuren errichtet und durch eine lokale Schmugglergeschichte mit zusätzlicher Bedeutung versehen.
Der Besuch
Erst den Kreis erfassen
Na Nova erschließt sich am besten in zwei Schritten. Zunächst lohnt es sich, den runden Umriss des Talaiots als Ganzes zu betrachten. Aus etwas Abstand treten seine Proportionen deutlicher hervor als unmittelbar vor der Mauer. Danach führt der Blick an der Außenseite entlang zu den am besten erhaltenen Steinlagen. So wird aus einem vermeintlich formlosen Ruinenkörper ein klar konstruierter Ring.
Anschließend verdienen die Übergänge zur umgebenden Parzelle Aufmerksamkeit. Die großen Blöcke in den Grenzmauern, die Lage des Talaiots im Mauereck und der westliche Steinhaufen erzählen von den Veränderungen nach der Vorgeschichte. Gerade hier unterscheidet sich Na Nova von einer rekonstruierten Museumsanlage: Der Ort zeigt nicht nur das Bauwerk, sondern auch, wie eine archäologische Stätte durch Landwirtschaft und spätere Nutzung überformt werden kann.
Eine verbindliche Besuchsdauer lässt sich daraus nicht ableiten. Wer lediglich den Talaiot ansehen möchte, erlebt einen kompakten Halt. Wer Steinlagen, Siedlungsfläche und spätere Landschaftsspuren vergleichen will, sollte bewusst mehr Ruhe einplanen. Der Mehrwert entsteht nicht durch eine lange Wegstrecke, sondern durch genaues Beobachten.
Sichtbare Substanz und offene Fragen
Sichtbar ist vor allem archäologische Substanz: der runde Talaiot, weitere Mauerreste, verlagerte Blöcke und eine Fundfläche, deren Geschichte erst durch ihre Einordnung verständlich wird. Ein wenig Vorbereitung verändert den Eindruck deshalb erheblich. Wer den äußeren und inneren Durchmesser sowie die erhaltenen Steinlagen kennt, erkennt am Bau mehr.
Ebenso wichtig ist die Bereitschaft, offene Fragen auszuhalten. Die genaue Funktion der Talaiots ist nicht abschließend geklärt. Eine Erklärung als reiner Wach-, Wohn-, Kult- oder Wehrturm würde die archäologische Diskussion zu stark vereinfachen. Na Nova ist gerade deshalb sehenswert, weil das Monument groß und eindeutig gebaut ist, sein damaliger Alltag aber nur in Ausschnitten fassbar bleibt.
Da keine verlässlichen Besuchszeiten und Eintrittsbedingungen erfasst sind, sollten die aktuellen Zugangsregeln vor der Fahrt geprüft werden. Das gilt besonders, weil die Fundstätte in einer Parzellenlandschaft liegt und archäologische Arbeiten oder Schutzmaßnahmen den Zugang verändern können. Der Ort ist ein geschütztes Kulturgut und kein frei verfügbares Steinlager: Mauern sollten nicht bestiegen, lose Stücke nicht bewegt und Keramikfragmente nicht mitgenommen werden.
Anfahrt und Parken
Vom Flughafen Palma
Die erfasste Route vom Flughafen Palma führt über die Ma-19 nach Cala Llombards. Bis zum Ort sind es 52 Straßenkilometer; die Fahrt dauert rund 50 Minuten. Diese Werte beziehen sich ausdrücklich auf Cala Llombards und nicht auf einen unmittelbar am Talaiot gelegenen Besucherparkplatz. Für das letzte Stück sollte daher der archäologische Punkt Na Nova beziehungsweise talaiot de na Nova als Ziel verwendet werden, nicht allein der Name des Küstenortes.
Die Ma-19 bildet den wesentlichen Teil der Anfahrt in den Süden Mallorcas. Erst im Raum Santanyí und Cala Llombards wird die Orientierung kleinteiliger. Na Nova liegt in der flachen Parzellenlandschaft bei Cala Llombards. Der Wechsel von der übergeordneten Straße zu örtlichen Wegen gehört daher zur Anreise.
Von Palma
Vom Zentrum Palmas beträgt die Strecke bis Cala Llombards 58 Straßenkilometer. Auch diese Route verläuft über die Ma-19; die Fahrt dauert rund 59 Minuten. Wie bei der Flughafenverbindung endet die gemessene Angabe im Ort Cala Llombards. Sie darf nicht als garantierte Fahrzeit bis unmittelbar an die archäologischen Mauern verstanden werden.
Für die Planung ist diese Unterscheidung wichtig. Eine genaue Kartenposition erleichtert die Orientierung auf dem letzten Abschnitt. Die Parksituation unmittelbar an der Fundstätte wird durch die Routenwerte nicht beschrieben; ein Fahrzeug sollte nur dort abgestellt werden, wo Wege, Zufahrten und Grundstückszugänge frei bleiben.
Mit dem Bus
Als öffentliche Haltestelle für den Ort ist Cala Llombards (57047) erfasst. Von dort ist die Weiterorientierung zur archäologischen Stätte getrennt zu planen. Die Haltestelle erschließt Cala Llombards, liegt aber nicht automatisch am Eingang des Talaiots. Vor der Fahrt empfiehlt sich daher ein Blick auf den aktuellen Fahrplan und den verbleibenden Weg zwischen Haltestelle und Fundstelle.
Buslinien nach talaiot de na Nova im Überblick
| Linie | Strecke | Fahrten/Tag | Erste Fahrt | Letzte Fahrt |
|---|---|---|---|---|
| 516 | Cala Figuera - Campos | 34 | 06:49 | 22:10 |
| 517 | Santanyí - Colònia de Sant Jordi - Campos | 16 | 08:30 | 23:18 |
Aus den offiziellen GTFS-Fahrplandaten (TIB/SFM), ohne Echtzeit. Die Zahlen fassen alle Halte im Ort zusammen; Fahrten an Wochenenden und Feiertagen weichen ab — vor der Fahrt beim Betreiber prüfen.
Anfahrt mit dem Bus
Cala Llombards (57047) · 0,2 km Luftlinie
- 517Santanyí - Colònia de Sant Jordi - Campos · Täglich
Cala Santanyí (57028) · 2,2 km Luftlinie
- 516Cala Figuera - Campos · Täglich
Son Moja (57055) · 2,3 km Luftlinie
- 516Cala Figuera - Campos · Täglich
Fahrplandaten: offizielle GTFS-Daten (TIB/EMT), ohne Echtzeit — Zeiten vor Fahrtantritt beim Betreiber prüfen.
In der Umgebung
Cala Llombards
Die Nähe zur Küste sorgt für einen reizvollen Kontrast. Cala Llombards ist vor allem für seine von Felswänden gefasste Sandbucht bekannt, an deren Seiten kleine Bootsgaragen stehen. Nur wenig landeinwärts führt Na Nova in eine Epoche, die lange vor der heutigen Küstensiedlung liegt. Strand und Archäologie erzählen dabei völlig verschiedene Geschichten desselben Inselraums.
Eine Verbindung beider Ziele bietet sich vor allem dann an, wenn der archäologische Besuch nicht als hastiger Zwischenhalt behandelt wird. Am Talaiot geht es um Steinlagen, Siedlungsspuren und eine flache Kulturlandschaft; an der Bucht bestimmen Fels, Sand und Meer den Eindruck. In der stark besuchten Küstenregion ist Na Nova damit ein stillerer Gegenpunkt, ohne selbst als Ersatz für einen Strandtag gedacht zu sein.
Santanyí und Es Llombards
Auch Santanyí und Es Llombards lassen sich in einen Ausflug einordnen. Santanyí liefert den historischen und heutigen Gemeindebezug der Fundstätte, während Es Llombards zwischen dem Binnenland und der Küste liegt. Ein kurzer Abstecher nach Na Nova erweitert eine Route durch den Süden um die vorgeschichtliche Perspektive, ohne dass dafür ein ganzer Archäologietag nötig sein muss.
In der weiteren Küstenlandschaft werden außerdem Caló des Moro und die benachbarten Buchten häufig als Ziele gewählt. Ihre Popularität sollte jedoch nicht den Blick auf die empfindliche Umgebung verstellen. Bei einer Kombination mit Na Nova ist es sinnvoll, jedes Ziel als eigenständigen Besuch zu planen: Die Fundstätte verlangt Aufmerksamkeit für Bodendenkmal und Grundstücksgrenzen, die Buchten eine gesonderte Wege- und Zugangsvorbereitung.
Archäologie statt Einzelmonument
Wer nach Na Nova neugierig auf die Talaiot-Kultur geworden ist, findet auf Mallorca weitere Fundstätten mit runden und quadratischen Talaiots, Wohnbereichen und unterschiedlich weit fortgeschrittener Ausgrabung. Na Nova sollte dabei nicht bloß an der Größe anderer Anlagen gemessen werden. Sein Wert liegt in der konzentrierten Begegnung mit einem einzelnen mächtigen Rundbau und den Spuren einer teilweise überformten Siedlungsfläche.
Der Ort eignet sich damit gut als Einstieg in Mallorcas Vorgeschichte. Nach dem Besuch lassen sich größere Anlagen leichter lesen: Massive Mauern sind dann nicht mehr nur „alte Steine“, und wiederverwendete Blöcke in späteren Trockenmauern fallen schneller ins Auge. Na Nova schärft den Blick für eine Kulturlandschaft, in der prähistorische Substanz oft näher am heutigen Alltag liegt, als es auf den ersten Blick scheint.
Der Ort dazu
Cala Llombards im OrtsporträtWissenswertes für den Besuch
Maße des Talaiots
Hilfreich ist es, die wichtigsten Maße vor Augen zu haben: außen 12 Meter, innen 6 Meter und am höchsten erhaltenen Punkt 2,1 Meter. Mit diesen Bezugspunkten wird die enorme Wandstärke sofort verständlich. Zugleich sollte nur auf eindeutig zulässigen Flächen gegangen werden. Grundstücksmauern sind keine Tribünen, und der beste Blick auf die Steinlagen entsteht ohnehin von außen, nicht durch das Besteigen des Bauwerks.
Mit Kindern
Für Kinder kann Na Nova spannend sein, wenn der Besuch als Entdeckungsaufgabe gestaltet wird: Wo beginnt die Rundung? Wie viele vollständige Steinlagen sind an der gut erhaltenen Seite zu erkennen? Welche Blöcke in den späteren Grenzmauern könnten aus älteren Bauten stammen? Solche konkreten Fragen machen die Konstruktion anschaulicher als eine lange Erklärung der Eisenzeit.
Gleichzeitig bleibt die Anlage ein geschützter archäologischer Ort. Lose Steine und Keramik dürfen nicht gesammelt oder versetzt werden. Auch der zugesetzte Innenraum ist kein Kletterbereich. Erwachsene sollten Kinder deshalb eng begleiten und den Unterschied zwischen einem Fundstück und einem gewöhnlichen Souvenir erklären.
Respekt vor den unscheinbaren Spuren
Das eindrucksvollste Element ist der Talaiot, doch die kleineren Hinweise sind archäologisch ebenso bedeutsam. Abgerollte Keramik, in Grenzmauern verbaute Großsteine und Geländeunterschiede erzählen von Nutzung, Verlagerung und Überbauung. Wer nur das rundeste Fotomotiv sucht, verpasst einen wesentlichen Teil der Fundstätte.
Besonders wichtig ist, nichts „freizulegen“. Ein Stein, der Erde bedeckt, darf nicht eigenmächtig herausgezogen werden; ein Keramikstück verliert durch das Mitnehmen seinen Fundzusammenhang. Na Nova steht seit 1966 unter Schutz und wird archäologisch bearbeitet. Der angemessene Umgang besteht deshalb im Beobachten, nicht im Verändern.
Insider-Tipps von Einheimischen
Die fünf Steinlagen suchen
Auf der am besten erhaltenen Seite des runden Talaiots sind fünf vollständige Steinlagen zu erkennen. Ein leicht wechselnder Blickwinkel macht Rundung, Blockgrößen und die Konstruktion ohne Mörtel besonders deutlich.
Über den Talaiot hinausblicken
Nicht nur der Rundbau zählt: In den beiden angrenzenden Grundstücksmauern stecken große Blöcke, die wahrscheinlich aus vorgeschichtlichen Bauten stammen. Sie zeigen, wie sich Na Nova in der späteren Kulturlandschaft veränderte.
Der Schmuggler-Claper
Westlich liegt an einer Trockenmauer ein jüngerer terrassierter Steinhaufen. Mündlicher Überlieferung zufolge diente er einst als Schmuggelversteck; zugleich könnte er ältere Reste überdecken, was bislang nicht geklärt ist.
Steine und Küste verbinden
Na Nova lässt sich gut mit Cala Llombards verbinden: zuerst die mächtigen eisenzeitlichen Mauern in der flachen Parzellenlandschaft, danach die von Felsen und kleinen Bootsgaragen gerahmte Küstenbucht.