Tancat de sa Torre bei Portocolom

Am Rand von Portocolom beginnt mit dem Tancat de sa Torre ein Mallorca, das sich nicht durch ein einzelnes Monument erklären lässt. Das Ziel ist eine geschützte öffentliche Finca: ein Stück Landschaft, dessen Wert gerade darin liegt, dass es nicht vollständig bebaut, inszeniert oder mit Freizeiteinrichtungen überzogen wurde. Wer zwischen Hafen, Wohnstraßen und Küste bewusst nach den unauffälligeren Orten sucht, findet hier einen interessanten Gegenpol zum klassischen Strandbesuch.
Das Gebiet umfasst 56 Hektar und besitzt mehrere Schutzklassifikationen. Es ist als Àrea Natural d’Especial Interès und zugleich als Bereich mit besonders hohem Schutzniveau ausgewiesen. Außerdem grenzt es an das europäische Netz Natura 2000. Diese Begriffe klingen zunächst technisch, beschreiben aber einen sehr konkreten Gedanken: Hier steht nicht eine einzelne Sehenswürdigkeit im Mittelpunkt, sondern der zusammenhängende Landschaftsraum.
Der Name kann in die Irre führen, denn Tancat de sa Torre ist auf dieser Seite weder eine historische Turmbesichtigung noch eine Villa oder ein Garten. Auch mit ähnlich benannten Orten in Cala Ratjada, Canyamel, Sa Coma oder im Süden Mallorcas hat das Naturgebiet bei Portocolom nichts zu tun. Wer hierherkommt, sollte deshalb keine Innenräume, Ausstellung oder Aussichtsterrasse erwarten, sondern einen geschützten Teil der Umgebung von Portocolom.
Besonders gut passt der Besuch zu Reisenden, die einen Hafenspaziergang oder Aufenthalt an der Ostküste um eine landschaftliche Perspektive erweitern möchten. Das Naturgebiet überzeugt nicht durch möglichst viele Attraktionen, sondern schärft den Blick dafür, wo der Ort endet, wie schnell die Bebauung zurücktritt und weshalb selbst scheinbar unspektakuläre Freiflächen an Mallorcas Küste geschützt werden.
Geschichte und Bedeutung
Die entscheidende Zäsur in der jüngeren Geschichte des Tancat de sa Torre fällt in das Jahr 2002. Damals erwarb das spanische Umweltministerium die 56 Hektar große Finca. Das Gebiet ist eine öffentliche Fläche, deren Bedeutung nicht in einer touristischen Nutzung, sondern in ihrem landschaftlichen Schutz liegt. Der Ankauf ist der wichtigste belegte historische Vorgang des Gebiets und erklärt, warum es heute als öffentliche Finca bezeichnet wird.
Der Erwerb im Jahr 2002
Ein staatlicher Flächenkauf wirkt weniger spektakulär als die Geschichte eines Wehrturms oder einer Ausgrabung. Für ein Naturgebiet kann er jedoch entscheidender sein als jedes sichtbare Bauwerk, denn mit dem Erwerb ließ sich die Fläche als zusammenhängender Raum bewahren. Gerade in der Umgebung eines Küstenortes ist dieser Zusammenhang bedeutsam: Schutz funktioniert nicht nur an einzelnen Punkten, sondern über Grundstücksgrenzen, Übergänge und benachbarte Landschaftsteile hinweg.
„Öffentliche Finca“ sollte dabei nicht mit einem Stadtpark verwechselt werden. Der Begriff sagt zunächst etwas über das Eigentum aus, nicht über eine Ausstattung mit befestigten Rundwegen, Spielplätzen, Gastronomie oder Besucherzentrum. Daraus folgt auch nicht automatisch, dass jeder Bereich jederzeit frei betreten werden kann. Für den Besuch ist diese Unterscheidung wichtig, weil sie falsche Erwartungen vermeidet und den respektvollen Umgang mit Hinweisen oder zeitweiligen Einschränkungen nahelegt.
ANEI und AANP
Tancat de sa Torre ist als Àrea Natural d’Especial Interès, kurz ANEI, erfasst. Innerhalb dieser Schutzkulisse besitzt es zugleich den Status einer Àrea d’Alt Nivell de Protecció, kurz AANP. Hinter den Abkürzungen stehen unterschiedliche Ebenen des Landschaftsschutzes. Für Besucher bedeutet das vor allem: Die Fläche ist nicht bloß eine unbebaute Reserve am Ortsrand, sondern ein ausdrücklich als schutzwürdig anerkannter Naturraum.
Der doppelte Status lenkt den Blick auf das Ganze. Entscheidend ist nicht, ob an einer bestimmten Stelle ein besonders fotogenes Einzelmotiv wartet. Wertvoll sind vielmehr die Fläche, ihre relative Unzerschnittenheit und ihre Beziehung zu den angrenzenden Schutzräumen. Das erklärt auch, weshalb ein ruhiger, zurückhaltender Besuch besser zum Charakter des Tancat de sa Torre passt als die Suche nach einer inszenierten Hauptattraktion.
Grenze zu Natura 2000
Das Gebiet grenzt an die Natura-2000-Kulisse. Dadurch steht es nicht isoliert da, sondern berührt ein größeres europäisches System geschützter Lebensräume. Die Formulierung ist genau zu nehmen: Tancat de sa Torre wird in den vorliegenden Angaben als angrenzend bezeichnet, nicht pauschal selbst vollständig als Natura-2000-Gebiet ausgewiesen.
Gerade diese Randlage macht die Finca interessant, denn Übergangszonen können für den Landschaftsschutz ebenso wichtig sein wie die bekannteren Kernbereiche. Für den Besucher bleiben davon kein Schildersaal und keine Ausstellung zurück, sondern die Erkenntnis, dass Naturschutz oft über unsichtbare Grenzen organisiert wird. Was vor Ort wie eine einzige Landschaft erscheint, kann rechtlich aus mehreren Schutzebenen bestehen.
Was es zu sehen gibt
Der erste Blick sucht vielleicht nach dem Turm aus dem Namen. Doch der eigentliche Gegenstand des Besuchs liegt nicht hinter einer Tür und erhebt sich auch nicht als Museumsbau über der Umgebung. Tancat de sa Torre wird als Naturschutzgebiet und öffentliche Finca geführt. Seine Sehenswürdigkeit ist der erhaltene Landschaftsraum selbst – eine Fläche, die gegenüber der angrenzenden Ortsentwicklung bewusst einen anderen Charakter bewahrt.
Die öffentliche Finca
Mit 56 Hektar ist das Tancat de sa Torre groß genug, um nicht wie ein einzelner Aussichtspunkt wahrgenommen zu werden. Der Maßstab erschließt sich eher beim Bewegen am Rand des Gebiets und beim Vergleich mit den bebauten Teilen Portocoloms. Häuser, Straßen und Einrichtungen gehören zum Ortsalltag; die geschützte Finca folgt dagegen keiner städtischen Dramaturgie. Es gibt kein zentrales Exponat, das den Besuch in wenigen Minuten zusammenfasst.
Gerade deshalb lohnt es sich, nicht nur nach einem vermeintlichen Fotopunkt zu suchen. Die Fläche erzählt über ihre Ausdehnung: Sie ist als zusammenhängendes Grundstück geschützt worden, nicht als dekorative Insel zwischen Gebäuden. Wer mit dieser Erwartung kommt, nimmt Grundstücksränder, Übergänge und die Veränderung des Landschaftsbildes bewusster wahr. Das Tancat de sa Torre ist damit eher ein Ort des Beobachtens als des Abhakens.
Der geschützte Landschaftsraum
Die Einstufung als ANEI und AANP ist zwar nicht unmittelbar zu sehen, prägt aber alles, was hier nicht entstanden ist. Der Wert des Gebiets zeigt sich auch in der zurückhaltenden Nutzung. Besucher sollten weder gestaltete Gartenräume noch rekonstruierte historische Anlagen erwarten. Ebenso wenig handelt es sich um einen Freizeitpark, ein Freilichtmuseum oder einen botanischen Garten mit beschilderter Sammlung.
Diese Abgrenzung ist mehr als ein Hinweis gegen Enttäuschungen, denn sie hilft, das Gelände richtig zu lesen. Bei einem Bauwerk fragt man nach Fassaden, Räumen und Bauphasen; in einem Schutzgebiet geht es um Fläche, Offenheit, Grenzen und die Beziehung zur Umgebung. Tancat de sa Torre erschließt sich deshalb am besten Menschen, die Zeit für leise Veränderungen im Landschaftsbild mitbringen und keinen vorgegebenen Rundgang benötigen.
Die Schutzgrenzen
Eine besondere Rolle spielt der Übergang zur benachbarten Natura-2000-Kulisse. Im Gelände ist eine solche rechtliche Grenze nicht zwangsläufig als scharfe Linie erkennbar, denn Landschaft setzt sich über Zuständigkeiten und Schutzkategorien hinweg fort. Genau darin liegt ein aufschlussreicher Aspekt des Ortes: Naturgebiete funktionieren als Nachbarschaften, nicht als voneinander abgeschlossene Ausstellungsräume.
Auch die Einstufung als Zone mit hohem Brandrisiko gehört zum Verständnis der Fläche. Sie ist keine zusätzliche Attraktion, sondern ein deutlicher Hinweis auf ihre Empfindlichkeit. Trockenheit, Hitze und Feuergefahr bestimmen auf Mallorca den Umgang mit vielen Naturflächen. Offenes Feuer, weggeworfene Zigaretten oder jedes Verhalten, das Funken verursachen könnte, verbieten sich hier erst recht. Aktuelle Warnungen und Absperrungen haben Vorrang vor jeder Ausflugsplanung.
Der Besuch
Ein Besuch beginnt sinnvollerweise nicht mit der Frage nach dem einen Höhepunkt, sondern mit der richtigen Erwartung. Tancat de sa Torre ist ein geschütztes Grundstück bei Portocolom und kein klassischer Besichtigungsbetrieb. Es gibt daher keinen belegten festen Ablauf, keine dokumentierte Ausstellung und keinen vorgegebenen Zeitbedarf. Wie lange man bleibt, hängt davon ab, ob das Gebiet als kurzer landschaftlicher Abstecher oder als ruhiger Teil eines Aufenthalts in Portocolom betrachtet wird.
Vor dem Aufbruch
Verlässliche allgemeine Öffnungszeiten und ein aktueller Eintrittspreis sind nicht erfasst. Vor dem Besuch sollte deshalb geprüft werden, welche Zugänge gegenwärtig nutzbar sind und ob aufgrund von Naturschutz, Brandgefahr oder anderen örtlichen Bedingungen Einschränkungen gelten. Aus der Bezeichnung als öffentliche Finca lässt sich weder eine Rund-um-die-Uhr-Öffnung noch freier Zugang zu jedem Teil der Fläche ableiten.
Das ist besonders in der trockenen Jahreszeit relevant. Tancat de sa Torre wird als Gebiet mit hohem Wald- beziehungsweise Vegetationsbrandrisiko geführt, weshalb Hinweise vor Ort nicht als unverbindliche Empfehlung zu verstehen sind. Wo ein Zugang gesperrt oder eine Nutzung untersagt ist, endet der Besuch. Die Qualität eines Naturgebiets hängt auch davon ab, dass empfindliche Flächen nicht aus Neugier betreten werden.
Dauer und Besuchsweise
Eine seriöse Minutenzahl wäre für diesen Ort irreführend. Anders als bei einem Museum gibt es keine belegte Abfolge von Räumen, und anders als bei einer offiziell beschriebenen Wanderroute ist kein fester Rundkurs dokumentiert. Wer lediglich einen Eindruck von der Lage gewinnen möchte, kann das Tancat de sa Torre in einen Aufenthalt in Portocolom einordnen. Wer Landschaftsränder genauer beobachtet, braucht entsprechend mehr Ruhe.
Die beste Besuchsweise ist zurückhaltend: vorhandene und erkennbar zulässige Zugänge nutzen, Grenzen respektieren und nichts im Gelände zurücklassen. Das Gebiet sollte nicht als Abkürzung, Picknickanlage oder frei bespielbare Brachfläche behandelt werden. Gerade weil keine touristische Inszenierung zwischen Besucher und Landschaft tritt, trägt jeder Einzelne mehr Verantwortung für sein Verhalten.
Ruhe und Andrang
Erfahrungsberichte zur Carrer del Tancat de sa Torre beschreiben die Umgebung zu Ostern und im Winter als besonders ruhig. Zugleich wird darauf hingewiesen, dass die Straße zeitweise stark befahren sein kann und Stellplätze rasch belegt sind. Eine verlässlich „leere“ Tageszeit lässt sich daraus nicht ableiten. Wer Ruhe sucht, ist außerhalb stark nachgefragter Küstentage eher im Vorteil, sollte die tatsächliche Situation aber vor Ort beurteilen.
Der Andrang ist außerdem nicht nur eine Frage des Naturgebiets. Portocolom ist ein Küstenort, und Verkehrs- oder Parksituationen können durch Strandbesucher und den allgemeinen Ortsbetrieb geprägt werden. Entscheidend bleibt, den Besuch flexibel zu halten und nicht auf improvisiertes Parken in empfindlichen Randbereichen auszuweichen.
Anfahrt und Parken
Die überregionalen Fahrangaben führen bis Portocolom, nicht bis an einen gesicherten Eingang des Schutzgebiets. Diese Unterscheidung ist wichtig: Tancat de sa Torre besitzt in den erfassten Angaben keine präzise Besucheradresse mit ausgewiesenem Hauptportal. Innerhalb des Ortes dient die Carrer del Tancat de sa Torre als naheliegende Orientierung. Das letzte Stück verläuft über das lokale Straßennetz von Portocolom und sollte mit einer aktuellen Karte abgeglichen werden.
Vom Flughafen Palma
Vom Flughafen Palma beträgt die Straßenstrecke bis Portocolom 59 Kilometer. Die Fahrt dauert rund 54 Minuten und führt über die Ma-19, anschließend über die Ma-5120 und die Ma-4010. Die Zeit endet ausdrücklich in Portocolom; die zusätzliche Fahrt zur passenden Stelle an der Carrer del Tancat de sa Torre ist darin nicht als eigener Wert ausgewiesen.
Auf der letzten Etappe ist die Orientierung im Ort wichtiger als weiteres schnelles Vorankommen. Statt nach einem monumentalen Eingang oder einem weithin sichtbaren Turm zu suchen, sollte man sich am Straßennamen und an aktuellen Zugangshinweisen orientieren. Ein Navigationsziel ersetzt dabei nicht die Prüfung, ob der gewählte Zugang zulässig ist.
Von Palma Zentrum
Vom Zentrum Palmas sind es auf der Straße 65 Kilometer bis Portocolom. Die Fahrt dauert rund 63 Minuten und folgt ebenfalls der Ma-19, der Ma-5120 und der Ma-4010. Die angegebene Fahrzeit gilt bis Portocolom und nicht bis zu einem bestimmten Parkplatz am Naturgebiet.
Für die Ankunft empfiehlt es sich, Geschwindigkeit und Erwartungen frühzeitig an den Ortsverkehr anzupassen. Wer die Fahrt als Kombination mit Portocolom plant, muss keinen Stellplatz unmittelbar am Rand der Finca erzwingen. Ein legaler Parkplatz im Ort und ein anschließend sorgfältig geplanter Weg sind im Zweifel die bessere Lösung als das Abstellen auf unbefestigten oder nicht eindeutig freigegebenen Flächen.
Parken und Bus
Entlang der Carrer del Tancat de sa Torre werden Straßenparkplätze beschrieben. Dabei handelt es sich nicht um den belegten Nachweis eines offiziellen Besucherparkplatzes für das Schutzgebiet. Berichte weisen außerdem darauf hin, dass freie Plätze schnell vergeben sein können und die Straße zu manchen Zeiten lebhaft befahren wird. Zufahrten, Kurvenbereiche und Landschaftsränder müssen frei bleiben.
Portocolom wird durch mehrere Bushaltestellen erschlossen, darunter Halte im Bereich Cristòfol Colom, Moll, Ronda Nadal Batle und Gravina. Welche Haltestelle für den konkreten Zugang am günstigsten ist, hängt vom aktuellen Linienweg und vom gewählten Ausgangspunkt ab. Da kein gesicherter Haupteingang dokumentiert ist, sollte die verbleibende Fußstrecke vor Fahrtantritt anhand einer aktuellen Karte geprüft werden.
Buslinien nach Tancat de sa Torre im Überblick
| Linie | Strecke | Fahrten/Tag | Erste Fahrt | Letzte Fahrt |
|---|---|---|---|---|
| 428 | Cala d'Or - Portocristo | 88 | 09:38 | 21:43 |
| 512 | Portocolom - Felanitx | 85 | 06:42 | 23:15 |
Aus den offiziellen GTFS-Fahrplandaten (TIB/SFM), ohne Echtzeit. Die Zahlen fassen alle Halte im Ort zusammen; Fahrten an Wochenenden und Feiertagen weichen ab — vor der Fahrt beim Betreiber prüfen.
Anfahrt mit dem Bus
Cristòfol Colom (22041) · 1,0 km Luftlinie
- 428Cala d'Or - Portocristo · Täglich
- 512Portocolom - Felanitx · Täglich
Moll (22037) · 1,0 km Luftlinie
- 428Cala d'Or - Portocristo · Täglich
- 512Portocolom - Felanitx · Täglich
Ronda Nadal Batle (22035) · 1,1 km Luftlinie
- 428Cala d'Or - Portocristo · Täglich
- 512Portocolom - Felanitx · Täglich
Gravina (22036) · 1,5 km Luftlinie
- 428Cala d'Or - Portocristo · Täglich
- 512Portocolom - Felanitx · Täglich
Es Corso (22010) · 1,6 km Luftlinie
- 428Cala d'Or - Portocristo · Täglich
- 512Portocolom - Felanitx · Täglich
Fahrplandaten: offizielle GTFS-Daten (TIB/EMT), ohne Echtzeit — Zeiten vor Fahrtantritt beim Betreiber prüfen.
In der Umgebung
Nach dem stillen Maßstab der geschützten Finca wirkt Portocolom umso anschaulicher. Der Ort an Mallorcas Ostküste ist vor allem durch seinen Hafen geprägt. Boote, Uferstraßen und die gewachsene Siedlung vermitteln einen unmittelbaren Kontrast zu einer Fläche, die gerade wegen ihrer landschaftlichen Funktion vor weiterer Überformung geschützt wurde. Diese Nähe macht das Tancat de sa Torre als Ergänzung eines Ortsspaziergangs interessant.
Portocolom
Portocolom lässt sich gut vor oder nach dem Naturgebiet erkunden. Statt einen zweiten weit entfernten Programmpunkt anzusteuern, kann man den Hafenbereich und die Ortsstruktur in denselben Ausflug einbeziehen. Das ist auch verkehrlich sinnvoll: Die angegebenen Anfahrtswerte aus Palma und vom Flughafen enden ohnehin in Portocolom, während der genaue Zugang zum Tancat de sa Torre erst innerhalb des Ortes gesucht wird.
Der Wechsel der Perspektive ist dabei der eigentliche Gewinn. Am Hafen steht die Nutzung der geschützten Bucht durch Fischerei, Freizeitboote und Ortsleben im Vordergrund. Am Tancat de sa Torre geht es um eine Landschaft, deren Wert aus Begrenzung und Bewahrung entsteht. Beide Seiten erzählen etwas über die Entwicklung der mallorquinischen Ostküste, ohne dass dafür eine große Runde mit vielen Einzelzielen nötig wäre.
Küste und Strandaufenthalt
Die Carrer del Tancat de sa Torre wird auch als Ausgangsbereich für den Zugang zur Küste beziehungsweise zu einem Strand beschrieben. Dadurch lässt sich der Besuch grundsätzlich mit einem Aufenthalt am Meer verbinden. Naturgebiet und Strand sollten dennoch nicht gedanklich gleichgesetzt werden: Schutzstatus, zulässige Wege und mögliche Zugänge können sich unterscheiden, selbst wenn sie räumlich nahe beieinanderliegen.
Wer beides kombiniert, sollte Badesachen und Naturbesuch organisatorisch trennen. Ein Strandtag rechtfertigt weder das Parken auf geschütztem Boden noch das Betreten nicht freigegebener Flächen. Umgekehrt muss das Tancat de sa Torre nicht als lange Wanderung behandelt werden. Es kann der ruhige landschaftliche Teil eines Tages sein, der anschließend am Hafen oder an der Küste fortgesetzt wird.
Felanitx und der Osten Mallorcas
Portocolom gehört zum Gemeindegebiet von Felanitx. Damit bietet sich für Reisende, die ohnehin im Osten Mallorcas unterwegs sind, eine Verbindung mit dem Inselinneren an. Ein ausführliches Besichtigungsprogramm ist dafür nicht nötig: Schon der Wechsel zwischen Küstenort, geschützter Finca und den Straßen Richtung Felanitx zeigt, wie rasch sich Landschaft und Siedlungsform verändern.
Das Tancat de sa Torre sollte in einer solchen Kombination nicht zum kurzen Pflichtstopp herabgestuft werden. Sinnvoller ist es, dem Gebiet genug Aufmerksamkeit zu geben, um seinen Charakter zu verstehen, und anschließend Portocolom eigenständig zu erkunden. So bleibt das Naturgebiet mehr als nur ein Parkplatz zwischen Hafen und Strand.
Der Ort dazu
Portocolom im OrtsporträtWissenswertes für den Besuch
Die wichtigste Vorbereitung ist eine realistische Vorstellung vom Ziel. Tancat de sa Torre ist kein Turmmuseum, kein historisches Landgut mit zugänglichen Innenräumen und kein ausgestatteter Stadtpark. Erwartet werden sollte ein geschützter Landschaftsraum, dessen aktuelle Zugänglichkeit und örtliche Regeln vor dem Besuch geprüft werden müssen. Eine touristische Infrastruktur innerhalb der Finca ist nicht belegt.
Brandgefahr ernst nehmen
Das Gebiet ist als Zone mit hohem Brandrisiko eingestuft. Offenes Feuer, glimmende Zigaretten und jedes Verhalten, das Funken erzeugen kann, sind deshalb besonders gefährlich. Bei Warnungen, Sperrungen oder außergewöhnlicher Hitze sollte der Schutz des Gebiets stets Vorrang haben.
Die Einstufung erklärt zugleich, weshalb zeitweilige Einschränkungen möglich sind. Eine öffentliche Finca ist kein jederzeit verfügbarer Freizeitplatz. Wer vor Ort auf Schranken, Hinweisschilder oder gesperrte Abschnitte trifft, sollte nicht nach einem inoffiziellen Umweg suchen. Gerade an den Rändern geschützter Flächen entstehen Schäden oft durch viele scheinbar kleine Abweichungen.
Ausrüstung und Orientierung
Kinderwagen- oder rollstuhlgerechte Wege sind nicht belegt, weshalb verbindliche Aussagen zur Barrierefreiheit vor Ort beziehungsweise bei der zuständigen Stelle eingeholt werden sollten.
Keine Spuren hinterlassen
Alles Mitgebrachte gehört wieder mitgenommen. Das gilt auch für organische Abfälle, die in einem Schutzgebiet nicht einfach harmlos verschwinden. Pflanzen, Steine oder andere Naturbestandteile sollten an ihrem Platz bleiben. Ebenso ist es sinnvoll, Lärm gering zu halten und die Finca nicht als Kulisse für Aktivitäten zu nutzen, die über einen ruhigen Landschaftsbesuch hinausgehen.
Wer Tancat de sa Torre mit dem Hafen oder einem Strand verbindet, kann Abfälle und Pausen bewusst in die dafür geeigneten Bereiche Portocoloms verlagern. So bleibt die öffentliche Finca das, wofür sie erworben und geschützt wurde: kein konsumierbares Ausflugsprodukt, sondern ein zusammenhängender Naturraum am Rand eines lebendigen Küstenortes.
Insider-Tipps von Einheimischen
Am Straßennamen orientieren
Innerhalb Portocoloms ist die Carrer del Tancat de sa Torre die sinnvollste Orientierung. Nicht nach einem weithin sichtbaren Turm suchen: Das Ziel ist eine geschützte öffentliche Finca, kein Turmmuseum.
Die ruhige Saison nutzen
Berichte aus der unmittelbaren Umgebung beschreiben Ostern und den Winter als vergleichsweise ruhig. Dennoch kann die Straße zeitweise belebt sein; freie Stellplätze sind auch dann nicht garantiert.
Mit Portocolom verbinden
Der Besuch lässt sich sinnvoll mit einem Spaziergang durch Portocolom und am Hafen verbinden. So wird der Kontrast zwischen gewachsenem Küstenort und geschützter, unbebauter Finca besonders verständlich.
Brandwarnungen vorab prüfen
Tancat de sa Torre ist als Gebiet mit hohem Brandrisiko eingestuft. Vor allem in trockenen Perioden sollten aktuelle Warnungen und mögliche Sperrungen bereits vor der Anfahrt kontrolliert werden.