mallorca-news

Patientenverband fordert Rückzug vor Ärzte-Streik

Verantwortlich für den Inhalt: Frank Menze

Hunderttausende Arzttermine, diagnostische Tests und Operationen sind nach früheren Arbeitsniederlegungen ausgefallen. Jetzt warnt der nationale Patientenverband ANPASS vor den Folgen eines unbefristeten Ärzte-Streiks, der in Spanien bevorstehen könnte.

Die Präsidentin Mercedes López fordert die Regierung auf, das im Ministerrat beschlossene Estatuto Marco zurückzuziehen. Das gesundheitspolitische Regelwerk liegt inzwischen dem Abgeordnetenkongress vor. Regierung und Gewerkschaften müssten wieder verhandeln, damit es nicht zum angekündigten unbefristeten Streik komme.

López bezeichnet einen solchen Ausstand als „katastrophal für das öffentliche Gesundheitswesen“. Die bisherigen Streiks hätten die Wartelisten deutlich verlängert und die Versorgung in einem ohnehin überlasteten öffentlichen Gesundheitssystem geschwächt.

Patientenverband sieht Regierung in der Pflicht

Nach Ansicht von ANPASS hat das Gesundheitsministerium mit der Vorlage des Estatuto Marco im Kongress den Konflikt weiter verschärft. López wirft der Regierung mangelnde Verhandlungsbereitschaft und fehlende Sensibilität für die Patienten vor.

Der Verband habe sich mit Gewerkschaftsvertretern getroffen, um deren Forderungen kennenzulernen und auf möglichst weitgehende Verhandlungen zu drängen. Auch um ein Treffen mit Gesundheitsministerin Mónica García und der sozialistischen Parlamentsfraktion habe ANPASS gebeten – bislang ohne Erfolg.

Sorge um Versorgung und Wartelisten

López verlangt zugleich gute Bedingungen für Beschäftigte im Gesundheitswesen und eine öffentliche Versorgung, die Patienten nicht aus dem Blick verliert. Die Nutzer des Systems fühlten sich in dem Konflikt erneut als „Geiseln“ einer Auseinandersetzung, in die sie nicht einbezogen würden.

Ob die Regierung und die Gewerkschaften noch vor einer unbefristeten Ärzte-Huelga, also einem Ärzte-Streik, zu einer Einigung kommen, bleibt offen.

Themen: Gerichtsprozesse · Streiks · Arbeitsmarkt · Gesundheit · Politik

Quelle: Europa Press / Mallorca.com