Spanien: Junge Erwachsene ziehen erst mit 30,2 Jahren aus
In Spanien ziehen junge Erwachsene im Schnitt erst mit 30,2 Jahren aus dem Elternhaus aus. Der Wert stammt aus dem Jahr 2025 und lag 2020 noch bei 29,8 Jahren. Das Immobilienportal pisos.com machte am 16. Oktober in Madrid auf die Eurostat-Zahlen aufmerksam und warnt: Ohne mehr bezahlbare Mietwohnungen könnte sich der Auszug weiter verzögern.
Spanien entfernt sich vom EU-Schnitt
In der Europäischen Union sank das durchschnittliche Auszugsalter im selben Zeitraum leicht von 26,4 auf 26,3 Jahre. Der Abstand zu Spanien wuchs damit von 3,4 auf 3,9 Jahre.
Nur in Kroatien, Griechenland und der Slowakei bleiben junge Erwachsene im Schnitt noch länger im Elternhaus. Kroatien kommt auf 31,5 Jahre, Griechenland und die Slowakei auf jeweils 30,9 Jahre. In Finnland liegt der Wert dagegen bei 21,3 Jahren – 8,9 Jahre unter dem spanischen Wert.
Bezahlbare Mietwohnungen fehlen
Pisos.com nennt Einstiegsgehälter, unterbrochene Arbeitsverträge und geringe Möglichkeiten zum Sparen als Hürden auf dem Weg zur ersten eigenen Wohnung. Hinzu kommen laut dem Portal Anforderungen an Zahlungsfähigkeit, Bürgschaften und stabile Arbeitsverhältnisse.
Ferran Font, Sprecher und Studienleiter von pisos.com, sieht in den Zahlen keine Frage persönlicher Vorlieben, sondern eine Hürde beim Zugang zum Wohnungsmarkt. In Ländern, in denen junge Menschen später ausziehen, gebe es nach seiner Einschätzung wenig Mietwohnraum und eine starke Orientierung auf Wohneigentum. Ohne ein größeres Angebot an bezahlbaren Mietwohnungen werde das Auszugsalter in Spanien weiter steigen, warnt er.
Themen: Wohnen & Immobilien
Quelle: Europa Press / Mallorca.com